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PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Februar 2012
Haushalt: Spiegelaus Eckpunkte sind gesetzt - Kämmerer plant große Brocken im Haushalt 2012 mit aller Vorsicht - Zahlen vorberaten /  Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2012 “ stand auf der Tagesordnung der Spiegelauer Sitzung vom 13. Februar. Aber dabei ging es noch nicht um die konkreten Zahlen im Haushalt selbst, sondern um die Vorberatung der „großen Brocken“.
Die sind teilweise auch noch Schätzungen auf Basis des Statistischen Landesamtes. Wie es am Schluss mit Schlüsselzuweisungen, Einkommenssteuerbeteiligung oder Umlageschlüssel aussehen wird, kann noch nicht gesagt werden. Deshalb setzte Kämmerer Bruno Donaubauer nach Beratungen in der vorausgegangenen Finanzausschusssitzung erst einmal vorsichtige Ansätze auf das Papier.
Die Schlüsselzuweisungen sollen um 162 536 Euro steigen. Die Gewerbesteuer dagegen um 134 235 Euro fallen. Die Einkommenssteuer knickt um 144 690 Euro bei der Beteiligung ein; in etwa so viel, wie der gesamte Winterdienst kostet. Für den Straßenunterhalt wären 150 000 Euro geplant und aus dem Finanzausgleich für Gemeindeverbindungsstraßen wird erst 2013 wieder mit Investitionen gerechnet. Die Kreisumlage wurde mit 1 150 000 Euro geschätzt. Da kann sich aber mit dem Kreisentscheid noch etwas verändern.
Der Gemeinderat nahm die Zahlen zur Kenntnis und reichte sie per Einverständnis in die Haushaltsberatungen weiter. Bürgermeister Josef Luksch bat darum, Investitionswünsche rechtzeitig gegenüber der Verwaltung bis Ende Februar und vor der nächsten Finanzausschusssitzung zu äußern, damit die eigentliche Beratung darüber nicht unnötig gesprengt würde.
Weiterhin keinen festen Sitzungstag
Um Geld ging es auch bei den Haushalten der Kindergärten in der Gemeinde. Die Defizitanteile, die von der Gemeinde zu tragen sind, wurden befürwortet. Anfragen gab es, warum da teilweise größere Unterschiede auftreten. Ein Grund sei, dass nicht jeder Kindergarten jedes Jahr die gleichen Ausgaben habe. Insgesamt, so die Einschätzung, sorge sich Spiegelau nach Bedarf auch gleichmäßig um seine Kinder.
Die zahlreichen Sitzungen in Spiegelau führten dazu, dass die Räte Günther Nama und Erhard Wawrzek beantragten, einen festen Sitzungstag zu bestimmen. Die aktuelle Rechtslage sieht vor, dass der Bürgermeister nach Bedarf einlädt. In der Realität ist es so, dass ohnehin der erste Montag im Monat fester Sitzungstag ist, außer wenn er auf einen Feiertag fällt. Wenn aber weitere Punkte dringlich anstünden, dann müsse eben auch öfter gesessen werden, so Luksch. Es entspann sich eine kleine Diskussion über Wunsch und Wirklichkeit, und ob eines davon auch per Satzung geregelt werden können sollte, was Karlheinz Roth aber mit einem Antrag zur Geschäftsordnung beendete. Es bleibt also wie gehabt.
Ein verlockendes Angebot: Wir schenken der Gemeinde einen elektrischen Pritschenkipper für
„Geschenkter Gaul“
mit Tücken
fünf Jahre. Eine Marketingfima hatte das vorgebracht. Die Finanzierung solle über Werbeaufkleber laufen. Die Meinungen dazu reichten von „Warum nicht nutzen?“(Kurt Hobelsberger) bis „Verdienen wird da nur die Firma, nicht der Werbekunde“ (Hans Damböck). Dass mit entsprechend aggressiver Umwerbung der näheren Geschäftswelt mehr Ärger als Nutzen produziert würde, meinte Georg Friedl und dass man dann lieber Vereinsbusse unterstützen solle, Ludwig Schopf.
Dem geschenkten Gaul wurde ins Maul geschaut und das Angebot einstimmig abgelehnt. Es sei ohnehin zweifelhaft, ob das Umfeld so viele Sponsoren hergäbe, die sich da fünf Jahre an ein Fahrzeug binden wollten, so Josef Luksch.
Zum Neubau des Leichenhauses für den alten Friedhof in Spiegelau legte der Bürgermeister Listen des Planers vor, welche Firmen zu welchen Gewerken um Angebote angefragt werden sollten. Vermieden werden sollte so, dass sich Firmen übergangen fühlen können sollten, wie es beim Abriss geschehen war. Günther Nama und Karlheinz Roth regten an, dass es doch
Wer darf Angebote
abgeben?
einfacher sei, in den Gewerbelisten der Kommune nachzuschauen, damit niemand übersehen werde. Schließlich wisse man ja zur Fremdenverkehrsabgabe auch genau, wer da alles in der Gemeinde werkle. Lediglich Josef Luksch wollte nicht so verfahren. Schließlich habe es sich ja im Vorfall genau gegen ihn und die Verwaltung gerichtet, als es doch passiert war. Er hatte auch keinen Erfolg mit seinem Antrag, eine Firma aus der Liste zu streichen, mit der Spiegelau wegen Baumängeln vor Gericht steht. Erhard Wawrzek meinte dazu, das käme einer Vorverurteilung gleich. Baumängel seien immer möglich und immer auch regelbar. Lediglich Erich Bachmann stand Luksch da zur Seite.
Kurt Hobelsberger fragte nach, ob Theresa Resch denn nun den Pandurensamstag organisieren helfe. Ja, so Luksch. Der Samstag sei zu meistern. Die Einladungen zur Organisation seien raus.
Eine Anfrage gab es zur Bebaubarkeit des Industriegebietes Oberkreuzberg. Der Bebauungsplan sei nicht rechtskräftig, so lange es noch offene Fragen zu Ausgleichsflächen gebe. Das Verfahren sei also praktisch noch in der Auslegephase.
Hans Damböck fragte nach, was sich zum TAZ-Umfeld getan habe. Die Gespräche laufen, so Luksch. Dann folge auch ein Bericht.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 16. Februar 2012

Ökumenische Winterspuren - Auf Schneeschuhen unterwegs im Nationalpark
Spiegelau. Blauer Himmel, Sonnenschein, klirrende Kälte, meterhoher Schnee und 18 begeisterte Schneeschuhwanderer - so ließe sich die „Expedition“ in die winterliche Natur mit einem Satz umschreiben.
Die evangelische Diakonin Gabi Neumann-Beiler, der katholische Pfarrer Rupert Wimmer und Nationalparkranger Günter Sellmayer hatten zu einer ökumenischen Wanderung durch die Winterwelt des Nationalparks eingeladen. Begleitet von besinnlichen Texten, Gebeten und Geschichten wanderte die Gruppe durch den tief verschneiten Winterwald von der Fredenbrücke zur Racheldiensthütte. Gottes Schöpfung hat auch und gerade im Winter ihren besonderen Reiz, dem man sich nicht entziehen kann. Günter Sellmayer erklärte winterliche Naturphänomene und deutete die unterschiedlichen Spuren, welche Luchs, Reh, Hirsch, Sau und andere Tiere im Schnee hinterlassen hatten.
Trotz der körperlichen Anstrengung drang die Kälte des sibirischen Hochdruckgebietes langsam durch die Kleidung. Doch die Veranstalter hatten vorgesorgt. Ein guter Geist hatte in der ursprünglichen „Racheldiensthütte“ einen Raum geheizt und heißen Tee und Krapfen für die durchgefrorenen Schneeschuhwanderer vorbereitet. Von dieser „Forstdiensthütte“ aus hatte vor über 120 Jahren der Förster die Aufräumarbeiten nach dem „großen Sturm“ organisiert und geleitet. Eigentlich sollte sie bereits abgerissen werden. Heute steht sie unter Denkmalschutz, nachdem fleißige Hände sie wieder bewohnbar gemacht haben. Die Wärme und der heiße Tee taten gut und so konnte man sich nach einem gemeinsam gesungenen Lied und dem Segen der Geistlichen gestärkt wieder auf den Weg zum Ausgangspunkt machen. Die einhellige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die von Daxstein, Freyung, Passau, Schönberg, Schweinhütt, Spiegelau und Waldhäuser gekommen waren: „Es war wunderschön, gut für Körper Geist und Seele. Die Verbindung zwischen dem Geistlich-Spirituellen und der Natur tut gut. Das nächste Mal sind wir wieder dabei.“ - bei

PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Februar 2012

TAZ-Förderverein schafft mit Glaskunst Identifikation und eine finanzielle Basis für studienbegleitende Aktionen - Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Aufbauen“ ist das Thema. Spiegelau will aus den Ruinen früherer Glasmacherherrlichkeit wieder aufstehen. Es ist ein neues Glas, es ist aber auch eines, das an die alte Zeit anknüpft. Noch ist das Bewusstsein einer Glasregion da. Noch gibt es Menschen mit Erfahrung und Begeisterung für den Rohstoff. Noch gibt es sogar alte Bausteine aus Glas, die sich der Künstler Klaus Büchler vor Jahren bereits sicherte. Jetzt werden die zu neuen Bausteinen für ein Kunstwerk am TAZ. Der Förderverein startet mit ihnen eine Spendenaktion.
Elke Proßer-Greß hatte die Idee eingebracht, möglichst viele Bürger und Engagierte in einem Projekt zu sammeln, bei dem auch erkennbar wird, dass die Spiegelauer hinter ihrem TAZ stehen. Namentlich können sie es jetzt, sichtbar für eine lange Zukunft des Glases, in Glas und zudem kunstvoll verziert. Dabei sind die Würfel, die Klaus Büchler vor Jahren aus einer Glasschmelze bei der Firma Füller holte, sozusagen der anfängliche „Abfall“, der aufgefangen und in diese eigentlich völlig profane Form gebracht wurde, bevor die Glaskonsistenz die Homogenität erreichte, die für die Produktion nötig war. Dennoch sind die Würfel kein Wegwerfprodukt. Auch in ihnen steckte schon die Grundidee des Wertes, weil sie Energie benötigten, Form und Schaffen, einen langen Prozess des Abkühlens ohne Spannungen und „Zerwürfnis“. So viele Bilder stecken in diesem gläsernen Kubus, dass man sie allesamt für das Gemeinschaftswerk TAZ verwenden könnte.
Vordergründig geht es aber zunächst einmal um die Wertigkeit, die sich auch finanziell einsetzen lässt, um später Studenten zu fördern oder auch Workshops und Aktionen für die Bevölkerung, so Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Wer sich einen Baustein für das TAZ erwerben will, der muss für sein exklusives Stück mindestens 75 Euro zu geben bereit sein. Dafür erhält er ein Zertifikat, eine Quittung, seinen Namen auf einem Stück für die Ewigkeit geschaffener Glaskunst. Denn die weiteren Seiten der Kuben graviert Klaus Büchler in seiner weithin bekannten Art zu lauter Unikaten. Der Spender erhält nur eines nicht: Den Stein selbst. Den muss er statt dessen als Dauerleihgabe für das Kunstwerk zur Verfügung stellen, Draus wird dann voraussichtlich eine Wand aus Glas errichtet.
Etwa 150 Steine sollen zusammenkommen, aufgerichtet in einem Gesamtbild, das zudem von einer Ader aus Würfeln durchzogen wird, die mit Glaspartikeln beschmolzen sind, ein Band, das so auch für den gemeinsamen Glasweg stehen kann. Der Anfang ist bereits gemacht. Schon vor dem eigentlichen Start sind an die 30 Steine bereits vergeben. Personen, Vereine, Betriebe können sich hier verewigen. Wer sich dafür interessiert, auch ein Stück TAZ persönlich mit aufzubauen, der findet demnächst in Sparkasse und VR-Bank am Ort einen Musterstein. Und auch zur feierlichen Eröffnung des TAZ soll es eine Präsentation geben. Der Förderverein rät also: rechtzeitig zugreifen, wer ein Teil der neuen Glaszukunft in Spiegelau sein will.

SAXNDI. . .
. . . es hat das Glas so seine verschiedenen Seiten. Es ist schön, klar, vielfältig. Es kann einen großen Genuss bergen, fokussieren, streuen, kompakt oder zerbrechlich sein. Es hat Stil und es kann schmerzhaft schneiden.
Scherben hat es auf dem Weg zum TAZ wahrlich genug gegeben. Auch jetzt ist noch vieles im Fluss, manches noch ein wahrlich heißes Thema. Aber es geht eben darum, Stein auf Stein zu setzen, bis sich ein klares Bild ergibt. Der Förderverein ist gerade dabei, ein symbolstarkes Modell zu schaffen: Das soll wortwörtlich „aufbauen“.    Hermann Haydn


PNP Grafenauer Anzeiger vom 10. Februar 2012
Die Panduren kommen nur am Samstag
Beratungen im Spiegelauer Gemeinderat über die Zukunft des Historienspektakels - künftig nur alle drei Jahre?- Von Hermann Haydn
Spiegelau. Mithelfen will jeder, selbst organisieren aber niemand. Das Pandurenfest bedeutet einfach auch viel Arbeit und zudem ein hohes finanzielles Risiko in der Form, wie es zu seinen besten Zeiten mal war. Dorthin käme der Rat gerne zurück. Für heuer soll es aber immerhin wieder ein Samstag sein, an dem die Panduren den Ort überfallen.
Die Frage stellt sich nun schon einige Jahre: Ob und wie das traditionsreiche Pandurenfest stattfinden soll. Da aber die aktuellen Tourismusprospekte damit schon in Werbung gegangen sind, will man sich auch heuer nicht davon verabschieden. Der große Aufwand von früher mit Pandurenlager und Pandurenfest ist aber aus Kostengründen und wegen des organisatorischen Aufwands wieder in weiter Ferne. Bürgermeister Josef Luksch hatte versucht, die Arbeit auf andere Schultern zu verteilen, nachdem der frühere „kommunale“ Organisator Alfred Resch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht. Aber auch heuer wird sich das Bild voraussichtlich nicht verändern. Die Gemeinschaft der Vereine signalisierte zwar, dass es wieder Hilfe gebe, die von Bewirtung und Aufbau bis Darstellung reichen kann. Aber selbst die Leitung übernehmen wollte niemand. Luksch bot an, dann wenigstens das Samstagsprogramm zusammen mit Verkehrsamtsleiterin Theresa Resch stemmen zu wollen. Allerdings merkte Elke Proßer-Greß an, dass die erst einmal gefragt werden müsste, nachdem sie eigentlich abgewunken hätte.
Erhard Wawrzek meinte, er halte das Fest nur für zukunftsträchtig, wenn sich wieder Organisatoren fänden, die dann auch wieder ein Straßenfest daraus machen. Hans Damböck empfahl: Heuer nur der Samstag, dann wieder neu anpacken. Ernst Ertl brachte die Anregung, vielleicht einen dreijährigen Rhythmus anzupeilen, damit ein großes Fest wieder machbar würde. Für etwas Verwunderung im Gremium sorgte die Anmerkung von Josef Luksch, die Spielszene solle heuer nicht mehr von Räten dargestellt werden. Gespräche seien dazu bereits geführt worden. „Warum nicht?“ Das fragten sich beispielsweise Karlheinz Roth und Elke Proßer-Greß, die die Meinung vertraten, die gezeigte Leistung hätte durchaus Anklang beim Publikum gefunden. Dazu äußerte sich Josef Luksch jedoch nicht genauer. Die Abstimmung erging dann bei einer Gegenstimme von Kurt Zettl dahingehend, dass der Samstag in dieser Konstellation für heuer zu einem wieder kleinen Pandurenfest führen solle.
Zu den weiteren Themen der Sitzung: Eine Vereinbarung zur Nutzung von Geobasisdaten wurde zugestimmt. Der Pauschalbetrag dafür beträgt 2500 Euro für das Jahr 2012. Eine Anfrage des Evangelischen Bildungswerkes, ob es für mobile Softwareschulungen, die sich an Menschen ab 50 wenden, Räumlichkeiten gäbe, wurde grünes Licht erteilt.
Stundentakt braucht neue Schranken
Der geplante Stundentakt der Waldbahn wird positiv gesehen. Allerdings werden dafür zwei Punkte zu klären sein. Wo können dann alternative geeignete Wanderrouten verlaufen und was kosten die erforderlichen Schrankenanlagen. Elke Proßer-Greß sprach insbesondere das „Lindauer Straßl“ an, das nicht rückgebaut werden dürfe und wo für den aufgelassenen Übergang dann eine Alternativstrecke mit dem Nationalpark zu suchen sein würde. Karlheinz Roth fragte an, ob eine Schranke an der Neuhütter Straße nicht auch verzichtbar gewesen wäre, da der Zug in Bahnhofsnähe ohnehin langsam unterwegs ist und wenig Zeitgewinn erzielbar wäre. Immerhin kommt jeder Übergang dabei auf etwa 30 000 Euro für die Kommune. Die Gemeinde soll da in Verhandlungen eintreten, so der Beschluss, den Elke Proßer-Greß ablehnte und ebenso Ernst Ertl, der sich generell gegen den Stundentakt als überflüssig wandte.
Eine Bürgerstiftung lehnte der Rat bei einer Stimme dafür von Josef Luksch ab. Es bleibe zu wenig übrig, so Kurt Hobelsberger. Karlheinz Roth fügte an, dass die Stiftungsaufsicht in Landshut etwas Bedenken angemeldet habe, da die Sparkassenstiftung keiner öffentlichen Aufsicht unterstellt sei. Spiegelau hat zudem bereits eine eigene Stiftung.
Einer Kostenbeteiligung an einer verbesserten Busverbindung von Oberkreuzberg nach Spiegelau stimmte der Rat zu. 1310 Euro sind dafür fällig.
Bürgermeister Luksch berichtete aus der Verbandsversammlung der Nationalparkgemeinden. Es zeichne sich, wie von ihm befürchtet, ab, dass die Spiegelauer Umlage doch auf etwa 30 000 Euro steigen werde. Sein Einfluss dagegen sei aber einfach zu gering gewesen. Er informierte auch, dass die FH Deggendorf durchaus bereit gewesen sei, eine Trägerschaft für eine Neustrukturierung mit dem Zwieseler Winkel zu übernehmen. Karlheinz Roth erinnerte an den Beschluss, dass man den Umbauprozess auch für das laufende Jahr habe weiter mittragen wollen. Da werde auch Außenwerbung damit betrieben, die man sonst selbst machen müsste, was auch Geld kosten würde.
Kommune will gute Arbeit für gutes Geld
Wegen Dringlichkeit wurde ein Punkt in die Beratung aufgenommen, in dem es um einen Rechtsstreit der Kommune gegen eine Firma ging, die am Rathaus die Fassadendämmung nach Sicht der Gemeinde nicht völlig zufriedenstellend erledigt hatte. Das Gericht hatte einen Vergleichsvorschlag vorgelegt, in dem es um Zahlung und Nachbesserung gegangen wäre. Einerseits scheiterte das aber an der klaren Formulierung der zu erwartenden Nachbesserung, andererseits sollte, so Ludwig Schober, schon festgestellt werden, dass solche Mängel auch ein Privathaushalt nicht einfach hinnehmen würde. Warum sollte man das als Kommune? Lediglich Erhard Wawrzek meinte, man solle einen Vergleich anstreben und nicht „jeden vor Gericht zerren“. Der Rest des Rates war gegen den Vergleich und für einen Gerichtsentscheid.
Positive Rückmeldung gab es von Kurt Hobelsberger zur Besichtigungsfahrt zu einer Schlauchpflegeanlage. Der Bauhof bekam für gutes Räumen mit dem neuen Bulldog ein Lob. Hans Damböck bat jedoch darum, die Querungshilfen der Gemeinde einmal auszufräsen. Elke Proßer-Greß lobte die Loipenpflege. Kurt Hobelsberger fragte an, wie es mit der Position des Stiftungsrates von Josef Wanninger weiter gehe, nachdem doch der als Rat zurückgetreten sei und er das Verhältnis zum Bürgermeister ohne weitere Basis gesehen habe. Wenn der Gemeinderat ihn nicht abberuft und jemanden anderen bestimmt, dann könne er auch weiter Stiftungsrat bleiben, so Luksch. Eine Zusammenarbeit sah dieser schon weiter als möglich an.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 8. Februar 2012

Die Glas-FH und ihr Umfeld: Wer muss was bezahlen? - Gemeinde Spiegelau ist sich weiter uneins über Form, Funktion und Finanzen des Umgriffs des Anwenderzentrums
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Die gute Nachricht: Das Spiegelauer TAZ-Gebäude steht vor der Fertigstellung. Büro, Forschung, Schmelzhalle stehen großteils für die feierliche Eröffnung parat. Aber mit dem Umgriff hapert es weiter gewaltig. In der Gemeinderatssitzung vom Montag wurde vieles wieder in Frage gestellt, was für den Planer eigentlich schon wie beschließbar wirkte.
Problem Nummer Eins: Hier kommen mehrere Zuständigkeiten und Zahlmeister zusammen. Denn neben dem eigentlichen TAZ-Gelände mit Gebäude oder betriebsbedingten Ladezonen kommt auch die kommunale Erschließung des Geländes dazu, also eine beschlossene Zufahrt etwas weiter westlich verschoben, in etwa auf Höhe der gegenüber liegenden Pfarrer-Schweikl-Straße. Und dann kommt noch ein städtebaulicher Bereich dazu, etwa die Ecke Hauptstraße und Bahnhofstraße, wo entsprechend auch aus Mitteln des Stadtumbau West und der Städtebauförderung Mittel zu haben sind. Die hätte Bürgermeister Josef Luksch auch für andere Baubereiche gerne erhalten, winken da doch immerhin bis zu 60 Prozent. Und die benötigte Bausumme für das ganze Umfeld ist nicht klein. Annähernd 1,2 Millionen sind da derzeit im Gespräch. Vor der Diskussion am Montag wären da etwa 850 000 Euro auf Spiegelau abzüglich Förderung zugekommen. Bei etwa 350 000 Euro wäre man über die Betreibergesellschaft noch mit 25 Prozent dabei gewesen.
Hier hakte unter anderem Karlheinz Roth ein. Wer zahlt was? Gab es dazu Gespräche mit der Betreibergesellschaft aus Kommune und Kreis, wer für welche Flächen gerade stehen muss? Als Rat müsse er ja aus Sicht der Kommune argumentieren und die günstigste Lösung suchen. Die könne dann aber nicht heißen, dass bis auf zwei direkt betriebsbedingte Abschnitte alles andere automatisch in die kommunale Zuständigkeit falle, zumal auch ein Finanzrisiko darin bestünde, ob und wo überhaupt dann eine maximale Förderung erreichbar wäre.
Da müsse er dann lieber den Spatz in der Hand mit 25 Prozent Anteil befürworten und den Kreis zusätzlich belasten, statt ohnehin mehr über den Stadtumbau-Weg bezahlen zu wollen. Auch Ludwig Schopf führte dazu an, dass er sich nicht vorstellen könne, dass man als Kommune bis vor die Haustüre eines eigentlich eigenständigen Wirtschaftsbetriebes pflastern müsse. Bürgermeister Josef Luksch meinte dazu, das Projekt sei so gemeinsam mit dem Kreis begonnen worden und solle so jetzt auch weiter geführt werden. Es gäbe auch Absprachen zu Zuständigkeiten, an denen man jetzt nicht rütteln solle. Allerdings fragte Roth nach, wann denn das von wem so vereinbart worden sei? Ebenfalls fragte Erhard Wawrzek nach, wann von wem eigentlich beschlossen worden sei, die Planung zu beauftragen. Dazu müsse er erst nachschauen, so Luksch.
Wer schafft an,
wer zahlt dann?
Wie dem auch sei. Auf Antrag Roths wurde schließlich zu diesem Punkt abgestimmt, wie weiter zu verfahren sei. Danach sieht es nun so aus, dass nur noch die neue Zufahrt zum Gelände und die Einmündung Bahnhofstraße kommunal angegangen werden sollen. Vorplatz, Laborvorplatz, Zufahrt für Feuerwehr und Service hinter dem Haus, daneben liegende Böschung sowie eine Zufahrt zum Nordtor der Schmelzhalle sollen TAZ-Betriebsgesellschaftssache sein. Gespräche mit dem Kreis werden da nun zu führen sein. Die Absicht, über möglichst viel öffentlichen Raum auch möglichst viel Förderung zu erreichen, wird dadurch jedoch torpediert. Der Landschaftsarchitekt Michael Heintz vom beauftragten Plankreis meinte dazu, dass die Auffassung, der TAZ-Vorplatz sei somit eine privatwirtschaftliche Angelegenheit, auf der sich nur ein paar Studenten tummeln würden, würde da natürlich gerne aufgenommen, um nicht fördern zu müssen.
Seiner Meinung nach wäre es auch dringend geboten gewesen, eine gewisse Beschlussreife herzustellen, um einen Bewilligungsantrag auf den Weg geben zu können. Allerdings wurde das Umfeld-Paket nun auch an anderen Stellen wieder beratungstechnisch aufgemacht.
Problem Nummer Zwei: Stützmauer oder keine Stützmauer. Da steckt später vielleicht mal viel Geld im Boden, das Spiegelau nur schwerlich hat. Und Hans Damböck erinnerte: So eine Mauer wird irgendwann auch wieder zum teueren Sanierungsfall. Die Notwendigkeit, an der Nordseite zum einen eine Zufahrt für Feuerwehr und Service an den Trafos zu schaffen und andererseits eine Entlademöglichkeit für schwere Lastwagen, die am Nordtor die Schmelzhalle beliefern, wird es dennoch schwierig machen, darauf zu verzichten. Michael Heintz führte dazu in einem anschließenden Telefonat aus, dass es natürlich einen Unterschied mache, ob man jetzt auch so halbwegs um das Gelände herum komme, oder ob später eine Feuerwehr auf statisch nicht bestätigter Böschung anrücken soll. Skepsis gegenüber der aktuellen Planung äußerte jedoch Hans Damböck. Solle da nicht ohnehin eher von der Bahnhofstraße aus gelöscht werden. Ist es überhaupt möglich und zulässig, dass ein Feuerwehrfahrzeug direkt an einem eventuell lichterloh brennenden Gebäude nur wenig Raum für Sicherheitsabstände hat? Die Bahnhofstraße liegt jedoch zu tief, die Abstände nach Feuerwehr-DIN würden nur dort passen, wie sie geplant sind, so Heintz. Kurz Hobelsberger fügte an, es seien bisher die zuständigen Fachleute der Wehren überhaupt nicht gefragt worden. Im Plan schaue das vielleicht super aus; aber in der Wirklichkeit?
Problem Nummer Drei: Das Nordtor der Schmelzhalle ist nun einmal dort, wo es jetzt ist.
Wo kann die Feuerwehr anrücken?
Aber genau dort wirft die Anlieferungsfrage mit schweren Lastwagen ein Problem auf, das mehr bauliche Lösung verlangt, als den Räten lieb wäre. Über neue Zufahrt und sieben Prozent Gefälle entlang der Schmelzhalle geht es für sie auf die Böschung zur Bahnhofstraße zu, dann entweder voran an die Nordseite hin, geradeaus zurück über einen eigens zu bauenden Stich an Stützmauer in das Sägewerksgelände hinein und vorwärts wieder heraus. Oder vorwärts in den Stich und rückwärts vor das Tor. Zwei Punkte störten die Räte. Hans Damböck warf die Frage auf, ob denn in dieser Situation auch Stapler noch entladen könnten, oder ob es eben nur für die Lastwagen reiche, an Ort und Stelle zu kommen. Er meinte, dann könne man ebensogut auf den teuren Stich ins Gelände verzichten, der spätere Erschließungen ohnehin komplizierter machen würde, und die Stapler müssten eben auf der Westseite die Ladung aufnehmen sowie der Lkw dann eben hier zurücksetzen. Elke Proßer-Greß merkte dazu an, dass das doch eigentlich schon mit den Planern besprochen worden sei, dass da auch gehe, was nötig wäre. Der Laster passt hin. Ob es in jedem Fall mit den längsten Paletten und maximaler Staplerladung gehe, da konnte sich Michael Heintz nicht sicher festlegen.
Das Ergebnis war aber auch hier, dass faktisch das Paket wieder aufgeschnürt ist. Auf Antrag von Karlheinz Roth wird mit den Wehren ein Gespräch zu führen sein und auch die weiteren baulichen Details zur Planung sollen mit den Nutzern, also dem TAZ, zu klären sein.
Hat das nun Auswirkungen auf den Betrieb selbst? Geschäftsführer Michael Fuchs verneinte das. Man habe derzeit schon eine pragmatische Lösung, mit der auch so Zufahrten und Anlieferungen sowie ausreichend Parkplätze bereit stünden. Er ging sogar so weit, dass die angesprochenen Stützmauern seiner Ansicht nach auch verzichtbar sein könnten. Sogar die Gefälle-Situation an der Schmelzhalle sei derzeit so entschärft, dass auch das Entladen ohne „Stichwendestraße“ übergangsweise möglich ist.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. Januar 2012

Der Kunstweg geht in seine zweite Runde
Via Artis SpiRi heuer mit Schwerpunkt Glas von 4. bis 22. April - Über 30 Veranstaltungen in zwei Gemeinden  /
Von Ursula Langesee
Spiegelau/Riedlhütte. Auf den überwältigenden Erfolg der Premiere im vergangenen Jahr will der zweite Spiegelauer und St. Oswald-Riedlhütter Kunstweg „Via Artis SpiRi“ heuer von 4. bis 22. April am besten noch eins draufsetzen. Denn dieses Mal geht es ganz speziell ums „Glas“ - seine Bearbeitung und seine Geschichte, welche die beiden Gemeinden essenziell geprägt hat.
Mit der Fertigstellung des Technologie-Anwenderzentrums (TAZ) der Fachhochschule Deggendorf für Glas in Spiegelau wird der Glasweg „Via Vitri“ in Richtung Zukunft beschritten, raus aus Depression und Hoffnungslosigkeit nach dem Wegfall der klassischen Glasfertigung in der Kristallglasfabrik Spiegelau und bei Nachtmann in Riedlhütte.
„Der erste Via Artis SpiRi vor einem Jahr war eine wichtige Geschichte“, sagte Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch gestern bei der Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Kunst- und Kulturreihe. „Er hat den Menschen in der Region ihr Selbstbewusstsein zurück gegeben. Die Depression war zu dieser Zeit nicht nur eine wirtschaftliche, sie war in den Herzen drin.“ Aber die Vielzahl hochkarätiger Veranstaltungen habe gezeigt, wie viel Potenzial hier vorhanden sei. „Es gibt hier noch so viele Ideen, da könnten wir leicht zwei Via Artis SpiRi pro Jahr machen“, freute sich Luksch.
Doch es soll auch nicht zur „Reizüberflutung“ kommen, denn in der Organisation der heuer über 30 Veranstaltungen steckt eine Menge Arbeit. Deshalb werde die „Via Artis SpiRi“ nächstes Jahr pausieren und ab 2014 als „Biennale“ fortgesetzt werden, kündigte Helmut Vogl von St. Oswald-Riedlhütte an. Er freute sich, dass diese gemeinsame Veranstaltungsreihe die beiden Gemeinden immer stärker zusammen bringe und den Namen der Orte auch über ihre Grenzen hinaus trage. Theresa Resch, Leiterin der Touristinformation Spiegelau, stellte das Programm mit Musikworkshops, Lyrik für Kinder, einer Glashüttenwanderung, Vorträgen, und Verkostungen etc. in groben Zügen vor (eine ausführliche Beschreibung aller Termine gibt es auf der von Michael Eder konzipierten und betreuten Homepage www.via-artis-spiri.de). Neu sind heuer das Schwerpunktthema Glas, Veranstaltungen auch in den Orts- und Gemeindeteilen Klingenbrunn, Oberkreuzberg und St. Oswald und die Konzentration der Veranstaltungen rund um die Wochenenden.
Die Glasausstellung „Via Vitri“ im Schnapsmuseum Spiegelau eröffnet am Mittwoch, 4. April, die Via Artis SpiRi 2012. Die Glaskünstler Klaus Büchler, Michael Schreiner, Alfred Kraft, Florian Köck, Erwin Schmierer, Alois Saller und Karl-Heinz Pauli aus Spiegelau und Riedlhütte zeigen, was sie in verschiedenen Techniken aus dem zerbrechlichen Material hervor bringen. Von Rainer Metzger aus Frauenau stammen die Öl- und Pastellbilder, die Glasmacherszenen beschreiben. Die Laudatio bei der Vernissage hält Willi Steger, Michael Brunnbauer sorgt für die musikalische Begleitung.
Ausstellungen - von Metall-Plastiken über Schmuck, Fotos, Gemälde und Keramik - gibt es auch an 16 weiteren Orten entlang der „Kunstmeile“ von Althütte bis St. Oswald. Es stellen aus: Manu und Helmut Binder, Monika Rauscher, Johanna Wenzel, Meike Ziegler, Roland Klement, Tobias Lagerbauer, Rudi Ranzinger, Ilona Zanella, Thiemo Bögner, Peter Auerbeck, Ronja Wenzel, Rudolf Seidl, Siegfried Stockbauer, Silvia Auerbeck und Alfred Kraft. „Wegen der längeren Öffnungszeiten sind heuer die meisten Präsentationen in Hotels und Gaststätten“, merkte Martin Biebl, Touristinfoleiter von St. Oswald-Riedlhütte an. Damit habe man auf Anregungen von Besuchern aus dem Vorjahr reagiert.
Finissage und Vernissage zugleich ist die Veranstaltung am 22. April im TAZ. Sie beendet zwar die Via Artis SpiRi 2012, eröffnet aber die Ausstellung „Tabak & Glas“, bei der über 25 Bayerwald-Glaskünstler und einheimische Sammler ihre gläsernen Kostbarkeiten und schönsten Schnupftabak-„Bixl“ bis 19. Mai zeigen. Die Firma Pöschl aus Landshut stellt dabei die Historie des Schnupftabaks dar, die Laudatio hält „Bixl-Papst“ Heiner Schaefer.
Glaskünstler Michael Schreiner aus Riedlhütte organisiert die beiden Ausstellungen im Schnapsmuseum und im TAZ und spürt viel Offenheit und Unterstützung. Der Nationalpark stelle die Vitrinen zur Verfügung und überall treffe man auf offene Ohren. Er rief dazu auf, das TAZ anzuschauen.„Es gibt keine Hemmschwelle. Hier wird man herzlich und offen von Leiter Michael Fuchs und seinem Team empfangen.“
Von der Innovation zur Tradition: eine besondere Veranstaltung der Via Artis SpiRi 2012 ist „Holz und Glas - wie es früher war!“ am 15. April beim Gasthof Gaschler und der Alten Kapelle in Riedlhütte. Dazu kommt ein mobiler Glasofen, den der Verein „Gläserner Winkel“ aus Zwiesel zur Verfügung stellt. An dem Glasofen kann richtig gearbeitet werden. Dazu erzählen Glasmacher und Holzhauer wie es früher war. Es wird Glosafleisch aufgetischt, das original aus der Kelle genossen werden kann. „Und das alles am Standort der alten Glashütte von 1890. Es könnte nicht besser sein“, freute sich gestern Glasexperte Willi Steger über die Vorstellung der geschichtsträchtigen Veranstaltung.

Was kann an der „Uni Spiegelau“ studiert werden?
Ausbildungsmöglichkeiten wurden dem Gemeinderat vorgestellt - Kommune muss die Schwerpunkte selbst festlegen
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zu einem Vortrag über die Möglichkeiten der Weiterbildung an der HDU Deggendorf mit Schwerpunkt TAZ Spiegelau war Herbert Lichtinger vom Weiterbildungszentrum „dimt“ in Deggendorf zur jüngsten Gemeinderatssitzung gekommen. Er stellte die verschiedenen Angebote vor und zeigte auf, welche auch in Spiegelau vorstellbar wären.
Das Weiterbildungszentrum bietet berufsbegleitende Bachelor-Studiengänge für Betriebliche Managementlehre (BWL) und Pflegepädagogik an und in Wochenend-Studiengängen sieben Master- und Master of Business Adminstration-Programme von Betriebswirtschaftslehre und Personalführung über öffentliche Verwaltung bis zum Management im Gesundheitswesen und Risiko-Management, interessant für Rechtsanwälte und Banker.
„Wir vermitteln fachliche Kenntnisse und legen viel Wert darauf, dass dieses Wissen auch in der Praxis angewandt und erprobt werden kann. Aber auch die Persönlichkeitsentwicklung ist uns wichtig. So werden Verhandlungstechniken, Möglichkeiten der Konfliktbewältigung, überhaupt der Umgang mit Menschen ‘unterrichtet’. Und nach dem Abschluss des Studiums soll nicht einfach Schluss sein, sondern sollen die Kontakte in Netzwerken weiter geknüpft werden“, stellte Herbert Lichtinger die Intentionen des Weiterbildungszentrums vor.
Weil die Ausbildungsprogramme modulmäßig aufgebaut sind, kann man einzelne Fächer ausgliedern und in Wochenendkursen auch in Technologieanwenderzentren wie in Spiegelau anbieten. Als Zertifikatsprogramme gibt es z.B. eine Management-Werkstatt, Betriebliches Sicherheitsmanagement, Innovationsmanager, Betriebswirt im Gesundheitswesen oder „Usability Engineering“, das ist ein Lehrgang über die Benutzerfreundlichkeit von Computerprogrammen.
Was das Weiterbildungszentrum an der HDU Deggendorf von vielen anderen Anbietern unterscheidet, ist das Punktesystem. So gibt es z.B. für den Kurs Personalführung 5 ECTS-Punkte. „Das sagt nichts über die Leistung aus, sondern nur über den Zeitaufwand. So entspricht ein ECTS-Punkt 30 Stunden Arbeit. Für den Bachelor-Studiengang braucht man 210 ECTS-Punkte, für die Master 90. Bei den einzelnen Kursen sammelt man Punkte und stottert so das Studium ab, ist also zeitlich flexibler, als wenn man sechs Semester für den Bachelor und drei bis vier Semester für den Master in einem Stück absolvieren müsste“, erklärt Lichtinger.
Möglich wäre auch, die „Kinder-Uni Deggendorf“, in Kooperation mit der Studienberatung und der Passauer Neue Presse, nach Spiegelau zu bringen.
„Was sind die Zugangsvoraussetzungen für einen Bachelor-Studiengang?“, wollte Bürgermeister Josef Luksch wissen. Abitur oder Fachabitur, Handwerksmeister oder Geselle mit einigen Jahren Praxis, antwortete der Referent.
Als weiteren Fahrplan legte der Gemeinderat fest, dass sich noch vor der nächsten Gemeinderatssitzung am 6. Februar die Fraktionsführer zusammensetzen und überlegen, welche Bereiche für Spiegelau interessant sein könnten. So wurden schon Qualitätsmanagement, Sicherheitsingenieur, Wertstoffkunde in Zusammenarbeit mit der metallverarbeitenden Industrie genannt, das Gesundheitswesen, Glasfachwirt und Touristikfachseminare. Und natürlich sollte es oberstes Ziel sein, in Zukunft sogar einen eigenen Studiengang in Spiegelau zu etablieren.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Januar 2012

CSU Spiegelau startet erfolgreich ins Jahr 2012
Umfangreiches Jahresprogramm beschlossen - acht Neumitglieder im Jahr 2011
Spiegelau. Der Ortsverband der CSU Spiegelau ist erfolgreich in das neue Jahr gestartet. Bei der Sitzung der Ortsvorstandschaft stand neben dem politischen Bericht dabei vor allem die Festlegung des Programms für die kommenden zwölf Monate im Mittelpunkt, welches von der Ortsvorstandschaft einstimmig verabschiedet wurde. Neben zahlreichen Angeboten für die Mitglieder zu speziellen bundes-, landes- und kommunalpolitischen Themen sollen im Rahmen von regelmäßigen politischen Frühschoppen den Mitgliedern auch ausreichend Gelegenheit zur Diskussion und Mitbestimmung gegeben werden. Daneben sind auch eine Fahrt zum politischen Aschermittwoch nach Passau sowie ein gemeinsamer Ausflug mit der Jungen Union (JU) geplant.
In seinem politischen Bericht ging CSU Ortsvorsitzender Karlheinz Roth zunächst auf die aktuelle politische Kultur im Gemeinderat ein. Roth machte dabei deutlich, dass die CSU-Fraktion den politischen Stil anderer Fraktionen, die sich teilweise Rechtsanwälten bedienen und Beleidigungen gegenüber Gemeinderatskollegen aussprechen, ausdrücklich ablehne. In einer gemeinsamen Erklärung habe man deshalb im Gemeinderat am 13. Dezember 2011 alle aufgefordert, zur gemeinsamen Sacharbeit zurückzukehren und gleichzeitig das Angebot zu einer fairen, sachorientierten Zusammenarbeit erneuert.
In Zusammenhang mit der Erschließung der Industriegebietserweiterung Oberkreuzberg-West dankte Roth ausdrücklich Gemeinderat Alois Loibl, dem durch seinen Vorschlag für eine Erschließungsträgerschaft neben einem günstigen Zinssatz auch eine Kostenersparnis von ca. 30 Prozent im Vergleich zu den ursprünglich geschätzten Gesamtkosten zu verdanken sei. Daneben sei es in gemeinsamer Initiative mit dem Gemeinderat und Wirtschaftsreferenten Kurt Hobelsberger gelungen, eine Verlegung der Erschließungsstraße zu erreichen, wodurch sich die nutzbare Fläche im Industriegebiet deutlich vergrößert habe. Außerdem konnten durch die Straßenverlegung kostenintensive Erdausgleichmaßnahmen verhindert werden.
In Sachen Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau hob Roth hervor, dass in den nächsten Jahren in dem Projekt über zehn Millionen Euro in Spiegelau investiert werden. Verglichen mit dem Eigenanteil der Gemeinde Spiegelau in den nächsten fünf Jahren, entspreche dies einer Förderung von über 90 Prozent. Entgegen aller gegenteiligen Stimmen in der Öffentlichkeit, bewege sich der Neubau des TAZ zudem auch in dem vorgegebenen Kostenrahmen. Im kommenden Jahr sollen die Neugestaltung des Kreuzungsbereichs vor dem TAZ und die Gestaltung der Außenanlagen erfolgen. Die Einweihung ist für Anfang März geplant.
Zu der Diskussion um einen Austritt aus dem Zweckverband der Nationalparkgemeinden wies Roth darauf hin, dass sich die CSU-Fraktion als einzige Fraktion geschlossen für einen Verbleib im Zweckverband ausgesprochen habe. „Ein Austritt zum derzeitigen Zeitpunkt wäre das völlig falsche politische Signal und ein absoluter Rückschritt für den Tourismus im Ort“, so Roth. Vielmehr komme es für die Zukunft darauf an, die Kräfte in der Region zu bündeln und für eine gemeinsame Vermarktung der Region nach außen hin einzutreten.
Für erheblichen Diskussionsstoff hätten daneben auch mögliche Verbesserungsbeiträge für den oberen Bereich der Schulstraße gesorgt. Auf entsprechende Forderung der CSU-Fraktion im Gemeinderat werde nun eine nachträgliche Maßnahmenbeschreibung angefordert, um endlich zu klären, ob und gegebenenfalls inwieweit für die Maßnahme Verbesserungsbeiträge erhoben werden können. Geschlossen abgelehnt habe man hingegen, wie von einem anderen Gemeinderatskollegen gefordert, die Sache durch die Gerichte klären zu lassen. „Hierdurch hätte man zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, nur weil die Sachlage nicht eindeutig geklärt ist, möglicherweise unnötig in langwierige und kostenintensive Rechtsstreitigkeiten verwickelt“, so Roth.
Besonders erfreut war Roth darüber, dass im abgelaufenen Jahr acht neue Mitglieder in den CSU- Ortsverband aufgenommen werden konnten. „Dies zeigt, dass es mit der Orts-CSU weiter aufwärts geht“, so der Ortsvorsitzende. „Auch in die Junge Union sind dank des großen Engagements des JU-Ortsvorsitzenden Florian Klante in den letzten Wochen neue Mitglieder eingetreten“, so Roth weiter. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte der Ortsvorsitzende allen Neumitgliedern ein Hufeisen als Glücksbringer für das neue Jahr. - kr

PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Januar 2012

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Weil der Gemeinderat den Tagesordnungspunkt „Eingemeindungsantrag Bergkamm Hochriegel, Geiersberg, Märzenberg“ nicht ausreichend vorbereitet fand und Kartenmaterial fehlte, wurde er abgesetzt. Dieser Bergkamm und die dazugehörigen Waldungen Richtung Althütte und Flanitzhütte mit einer Fläche von 6,5 Millionen Quadratmeter ist bisher gemeindefreies Gebiet. Der Bayerische Windatlas weist diesen Höhenrücken für mögliche Windkraftanlagen aus. Der Wind sei ausreichend, die nächste Wohnbebauung über einen Kilometer entfernt und die Erschließung über die bestehende Forststraße möglich. Durch die Eingemeindung fließe die durch Windenergie entstehende Gewerbesteuer Spiegelau zu, ebenso die Grundsteuer, die der Freistaat Bayern zahlen müsse. Im Gegenzug müsse sich die Gemeinde um den Unterhalt der Forststraßen in dieser Region kümmern.
Fürs neue Jahr im Gemeinderat wünschte sich Günther Nama besser vorbereitete Sitzungen und einen festen Termin, zumindest für die monatliche Hauptsitzung, zum Beispiel jeden ersten Montag im Monat. „Wir schieben, schieben und schieben und brauchen zu viele Sitzungen“, mahnte er mehr Sitzungsdisziplin an. Erhard Wawrzek wollte die Terminfestlegung als Antrag in die Dringlichkeit aufnehmen lassen. Aber so stark pressierte es der Mehrheit des Gemeindegremiums dann doch nicht. Der Antrag wird jetzt in der nächsten Sitzung behandelt.
Kurt Hobelsberger fragte bei Bürgermeister Josef Luksch und der Verwaltung nach, ob es schon einen Bewerber für den Naturbad-Kiosk gebe („Nein“), ob Radsport Hüsemann künftig den E-Bike-Verleih übernehme („Ja“) und ob die Genehmigungsunterlagen für die Solaranlage bereits an Max Hilz geschickt worden seien („Ja“).
Um eine rechtliche Angelegenheit ging es in einem Punkt, der nachträglich in den öffentlichen Sitzungsteil aufgenommen worden war. Luksch berichtete, dass Franz Süß gegen den gemeindlichen Wasserrechtsbescheid Widerspruch eingelegt und vor dem Verwaltungsgericht Regensburg Recht bekommen habe. So dürfe die Grundgebühr nicht höher als die Verbrauchsgebühr sein und das Verhältnis Großverbraucher/Kleinverbraucher müsse stimmen. „Eine nach dem Verbrauch gestaffelte Grundgebühr wäre richtig gewesen“, erkannte der Bürgermeister. Aber das sei EDV-technisch nicht möglich gewesen. Auf Anraten ihrer Rechtsanwälte hatte die Gemeinde Antrag auf Zulassung der Berufung beim Verwaltungsgericht Regensburg gestellt. Luksch schlug vor, diesen Antrag bis zum Ergebnis aus der Globalberechnung, die derzeit erstellt werde, weiterlaufen zu lassen. - ul

Die Neuen werden vereidigt

Spiegelau. Bei der Gemeinderatssitzung am 23. Januar, 18 Uhr, in der Touristinfo stehen die Vereidigung der nachrückenden Gemeinderatsmitglieder, die Wahl eines weiteren Bürgermeisters, die Bestellung von Stiftungsräten sowie die Besetzung der Ausschüsse auf der Tagesordnung. Weitere Diskussionspunkte sind unter anderem auch der Neubau eines Leichenhauses am alten Friedhof. - red

Der Schlauch bleibt weiter ein Thema
Gemeinde Spiegelau fasst keinen Entschluss
Spiegelau. Der Kauf einer Schlauchpflegeanlage wird Spiegelau weiter beschäftigen.
Nach dem Haushaltskonsolidierungskonzept hat die Gemeinde vor, eine gemeinsame Schlauchpflegeanlage für mindestens die drei Ortsfeuerwehren und eventuell für Nachbargemeinden zu kaufen. Diese gemeinsame Einrichtung wird von der Regierung von Niederbayern mit 16 500 Euro gefördert, aber nur, wenn der Antrag bis 2014 gestellt ist. Und da fürchtet Gemeinderat Kurt Hobelsberger, dass sich in den zwei Jahren zu wenig tun wird. „Schon vor einem Jahr wurden Gespräche mit den Feuerwehrkommandanten geführt, die haben ihre Hausaufgaben gemacht. Aber von der Gemeinde her ist nichts geschehen. Es wurden keine Angebote eingeholt oder mit Nachbarbürgermeister Helmut Vogl gesprochen“, klagt er. „Wir haben bisher auch nicht beschlossen, dass wir die Anlage kaufen. Wir müssen Schritt für Schritt gehen“, konterte Bürgermeister Josef Luksch. Karlheinz Roth führte an, dass der Punkt schon drei Mal auf der Tagesordnung gestanden sei, aber niemals behandelt worden wäre. Günter Schmid wollte wissen, warum immer Spiegelau den Vorreiter machen müsse, obwohl es doch ganz andere Sachen zu schultern gäbe. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. - ul

Schwierige Suche nach den Nachrückern
Spiegelau: Nach Ausscheiden von Wanninger und Hinterberger: Frank kommt nicht
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Mit jeweils zehn zu vier Stimmen hat der Gemeinderat den Amtsniederlegungen von Gemeinderat Josef Wanninger und 3. Bürgermeister Peter Hinterberger - beide von den Freien Wählern - zugestimmt. Durch die Anerkennung und den Vollzug durch 1. Bürgermeister Josef Luksch erloschen die Ehrenämter und damit auch die abgeleiteten Ämter, so das Amt eines Stiftungsrates, wie bei Wanninger, und das des 3. Bürgermeisters und Stiftungsrates, wie bei Hinterberger.
Wie berichtet, hatte Josef Wanninger mit Schreiben vom 8. Dezember erklärt, dass er auf Grund verschiedener Vorkommnisse, ins besondere durch ein Rechtsanwaltschreiben, keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeinderat sehe und gebeten, ihn von seinem Amt zu entbinden. Ebenso argumentierte Peter Hinterberger in seinem Schreiben vom 13. Dezember.
Bürgermeister Luksch hatte angekündigt, als die Rücktritte bekannt wurden, noch einmal das Gespräch mit beiden zu suchen. Das ist aber nicht geschehen. Auf die Frage von Gemeinderat Karlheinz Roth hin, warum dies unterblieben sei, sagte Luksch, er habe den Eindruck gewonnen, dass keine Meinungsänderung mehr möglich sei. Gleichzeitig bedauerte er gerade die Amtsniederlegung von Peter Hinterberger, seinem zweiten Stellvertreter. Er finde es „sehr schade“, zumal man das letzte halbe, dreiviertel Jahr wieder gut zusammengearbeitet habe. „Ich bin ihm dankbar für plötzliche Vertretungen, wenn ich terminlich verhindert war.“
Wie geht es jetzt weiter? Nach Auskunft von Geschäftsleiter Josef Schreiner werden die FW-Listennachrücker von Wanninger und Hinterberger gefragt, ob sie, fast vier Jahre nach der letzten Kommunalwahl, das Gemeinderatsmandat annehmen würden. Der erste Nachrücker, Harald Frank, der bereits von 2002 bis 2008 für die Freien Wähler im Gemeinderat saß, hat gegenüber der PNP bestätigt, dass er aus „zeitlichen Gründen“ das Mandat nicht annehmen könne. Nun sind Kveta Liebl und Martin Gaisbauer im Gespräch.
Bei der nächsten Sitzung am kommenden Montag, werden die Namen der Nachrücker bekannt gegeben. Dann muss der Gemeinderat auch darüber entscheiden, ob er überhaupt wieder einen 3. Bürgermeister wählt, oder es beim 1. und 2. Bürgermeister belässt.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 17. Januar 2012
Ideenschmiede soll Bayerwald-Glas wieder zukunftsfähig machen                             
Technologieanwenderzentrum Spiegelau als jüngste Ausgründung der FH Deggendorf hat großen Rückhalt in der Bevölkerung - Teil IV der PNP-Serie - von Sabine Süß
Spiegelau. Um qualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten oder neue zu schaffen, hat die „Hochschule für Angewandte Wissenschaften Deggendorf“ in Ostbayern mehrere Technologiecampi (TC) gegründet. Die in Freyung, Teisnach und Cham hat die PNP bereits vorgestellt, heute folgt Spiegelau.
Derzeit herrscht Umzugsstress - und die Eröffnung Ende Februar will geplant werden. Dennoch ist das neue Technologieanwenderzentrum (TAZ) Spiegelau bereits jetzt bei Unternehmen beliebter Ansprechpartner, wenn es um Glasforschung geht. Als „Ableger“ des Teisnacher TC, wie es der ehemalige Hochschul-Präsident Prof. Reinhard Höpfl nennt: „Hier wird neues Material im Glasbereich erforscht.“
Acht Büros sind bezugsfertig, „sie werden erst im Laufe des nächsten Jahres komplett belegt“, erklärt TAZ-Leiter Michael Fuchs. Vier Labore werden mit gefilterter und temperaturkonstanter Luft versorgt. Damit bei Messungen mit hochempfindlichen Geräten Störungen wie Vibrationen die Ergebnisse nicht beeinträchtigen, sind alle Böden mechanisch von den Wänden entkoppelt. Im nicht komplett ausgebauten zweiten Geschoss stehen weitere Büros für 20 Mitarbeiter zur Verfügung, die Anlage erstreckt sich über 2300 qm.
Aktuell arbeiten fünf Mitarbeiter in Spiegelau. Einer der Forschungsschwerpunkte liegt auf Präzisions-Blank-Pressen von optischen Substraten. „Wir forschen zur Entwicklung extrem genauer Glaslinsen für die Lasertechnik, wie sie etwa in der Medizin- oder Messtechnik eingesetzt werden“, so Fuchs. Weiterer Forschungsschwerpunkt sei Schmelzen sowie Be- und Verarbeiten von Glas. „Momentan wird eine Glasschmelzhalle gebaut, in der mit speziellen Schmelzwannen neue Glassorten entwickelt werden.“
Daneben steht Umweltschutz ganz oben auf der Prioritätenliste: So wird an einer Optimierung des Energiebedarfs beim Aufschmelzen des Glasrohstoffs gearbeitet. „Für aktuelle Anfragen, die auch außerhalb einer üblichen Problemstellung angesiedelt sind, sind wir bestens gerüstet“, sagt Fuchs.
Anders als die TC Freyung, Teisnach und Cham ist Spiegelau nicht nur wichtiger Partner der Hochschule Deggendorf, sondern arbeitet eng mit der Universität Bayreuth als Kooperationspartner zusammen. Seit Januar koordiniert ein Erstsemester-Student des Masterstudiengangs die Zusammenarbeit. Der Bereich Vorlesungen und Ausbildung für Studenten, Praktikanten und Doktoranden wird erst heuer konkretisiert.
Auf das Entstandene ist Michael Fuchs sehr stolz. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass sich die Komplettierung des Gebäudekomplexes weiter so rasch und unfallfrei entwickelt, und dass wir mit Partnern wie der Firma Füller Glastechnologie aus Oberkreuzberg (vertreten durch Alexandra Füller) und der Uni Bayreuth (vertreten durch Prof. Monica Willert-Porada) auch künftig so vertrauensvoll und erfolgreich arbeiten.“ Besonders wichtig sei ihm, dass die hochmotivierten Mitarbeiter komplexe Aufgaben absolut professionell lösen. Er ist sicher: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dem großen Vertrauen, welches der Landkreis Freyung-Grafenau und die Gemeinde Spiegelau in uns gesetzt haben, gerecht werden.“

FÖRDERVEREIN DES TAZ SPIEGELAU - DAS SAGEN DIE MITGLIEDER
Unterstützung erhalten die Mitarbeiter des TAZ von einem eigenen Förderverein. Er beschafft
nicht nur Mittel für die Förderung von Wissenschaft und Technik, sondern auch für die Studentenhilfe. Vorsitzender ist Organisationsberater Karlheinz Roth (31): „Ich engagiere mich im Förderverein, weil ich mit all meinen Kräften dazu beitragen möchte, dass das TAZ Spiegelau zum Erfolgsprojekt wird.“ Er sieht darin eine Zukunftschance für die Gemeinde. Und die soll umfassend über die Arbeit des TAZ informiert werden - durch den Verein. „Wir haben zum Beispiel eine Infofahrt zum TC Teisnach organisiert sowie einen Infoabend mit TAZ-Leiter Michael Fuchs“, sagt Roth. Auch Seminare, Fort- und Weiterbildungen sollen das Interesse der Bevölkerung wecken. Und so haben sich die Mitglieder im Weiterbildungszentrum „dimt“ der Hochschule Deggendorf informiert.
„Wir sind unter den Fördervereinen der TC der jüngste, der mit dem teuersten Beitrag, aber den meisten Mitgliedern“, sagt Roth. 94 Mitglieder sind seit der Gründung im vergangenen Jahr eingetreten. „Das ist für mich ein Zeichen, dass das TAZ gut angenommen wird.“ Um die Möglichkeiten des TAZ noch zu erweitern, fördert der Verein Netzwerke in der Region. Er übernahm etwa die Schirmherrschaft für den Wettbewerb „Schönstes Spiegelauer Glas“.
Auch Vize-Vorsitzende Elke Proßer-Greß sieht im TAZ Spiegelau „die“ entscheidende Chance, den Ort zu entwickeln und die Weichen für die Zukunft zu stellen. „Die Idee von Prof. Sperber hat mich von Anfang an begeistert. Mit Klaus Büchler ist auch ein praktischer Anwender Mitglied: Der Hohlglasfeinschleifermeister engagiert sich, weil er es wichtig findet, dass die Gemeinde Spiegelau mit dem TAZ eine Zukunft für die Jugend bietet. „Das Technologieanwenderzentrum ist für mich die Gewähr, dass der Begriff Glas, der mit Spiegelau über Jahrhunderte verbunden war, weiterhin positiv erhalten bleibt.“ - sas

DER BÜRGERMEISTER
Bürgermeister Luksch: „Glas als Zukunft“
Dieses TAZ eröffnet der Gemeinde Spiegelau und der ganzen Region die Möglichkeit, hochqualifizierte Arbeitsplätze anzubieten und anzusiedeln. In diesem Zusammenhang hat die Gemeinde ein größeres Gewerbe- und Industriegebiet erschlossen. Das TAZ bietet Gemeinde und Region zudem die Möglichkeit, der Lethargie zu entfliehen, die nach der Schließung der Glasfabriken entstanden ist. Ich sehe auch den großen Vorteil, dass durch das breite Bildungsangebot der Hochschule Deggendorf Hochschul- und Weiterbildung für bestimmte Erwerbs- und Berufszweige ermöglicht wird. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth erreichen unsere Gemeinde und unsere Region höheren Bekanntheitsgrad und davon profitieren Wirtschaftszweige wie Catering, Beherbergung, aber auch Maschinen- und Metallbau, Mechatronik und EDV. Nachdem sich das TAZ Spiegelau hauptsächlich um Glastechnologie kümmert, sehe ich persönlich die Chance, dass die Glasherstellung und Glasbearbeitung die über Jahrhunderte unsere Geschichte war, nun auch unsere Zukunft sein kann.“
Josef Luksch (49) ist seit 1996 Bürgermeister von Spiegelau.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. Dezember 2011

Start-Schuss im TAZ Spiegelau
Erster Workshop im Technologieanwenderzentrum Spiegelau
S
piegelau. Im winterlich verschneiten Bayerischen Wald herrscht große Aktivität: das Kooperationsvorhaben Technologieanwenderzentrum Heiße Glastechnologie in Spiegelau, abgekürzt TAZ, das gemeinsam von der Hochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth wissenschaftlich betreut wird, hat im gerade fertig gestellten Büro- und Laborgebäude seinen Forschungsbetrieb aufgenommen.
Die offizielle Einweihung des Technologiezentrums wird zu Beginn des nächsten Jahres erfolgen, die Werbung um Studierende der Hochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth, sich der Glastechnologie zuzuwenden und Abschlussarbeiten oder Promotionen auf diesem Gebiet anzustreben, muss sich aber am akademischen Jahr orientieren und daher noch im laufenden Wintersemester 2011/2012 beginnen.
Mit der Einrichtung des TAZ wird eine traditionsreiche Glasregion belebt, in der zahlreiche Arbeitsplätze verloren gegangen sind. Durch Schaffung eines attraktiven Forschungs- und Technologie-Entwicklungsumfeldes soll diese Region auch wieder zum Anziehungspunkt für junge Menschen und neue Unternehmen werden.
Der erste TAZ-Workshop hat diese Anziehungskraft bereits gezeigt: Wissenschaftler und Doktoranden der Uni Bayreuth unter Leitung von Prof. Dr. Monika Willert-Porada und Professoren, Mitarbeiter und Studierende der Hochschule Deggendorf unter Leitung von Prof. Christine Wünsche und Prof. Rolf Rascher, aber auch Firmenvertreter aus der Region kamen zu einer wissenschaftlichen Vortragsreihe mit anschließenden Diskussion zusammen. Insgesamt waren es 29 Teilnehmer, die sich lebhaft einbrachten und sich bei dieser Gelegenheit auch kennenlernten.
Nach der Begrüßung durch Spiegelauer Bürgermeister Josef Luksch und den TAZ-Geschäftsführer wurde es „heiß“: Glasschmelztechnologie“, Formgebung aus der Schmelze, Herstellung von Glaskugeln und -Flakes, Produktionsintegrierter Umweltschutz in der Glasindustrie waren die Themen der Fachvorträge. In der Mittagspause erklärten Laboringenieur Alois Kasberger und Werkmeister Egon Goldmann die Präzisionsblankpressmaschine.
Christian Wistl erläuterte, was es mit dem Shack-Hartmann Wellenfrontsensor auf sich hat. Ziel des Workshops ist es, gemeinsame Projekte zu generieren und die Kompetenzen der bereits in weiteren Technologiezentren verfügbaren optischen Technologie mit der neuen Einrichtung im TAZ zu verknüpfen.
Diese Veranstaltungen sollen in Zukunft regelmäßig vierteljährlich stattfinden. Die Themen des nächsten Workshops sind entlang der Prozesskette auf die Füge- und Trennverfahren, die Messtechnik, die Glasentwicklung und die Prozesssimulation ausgerichtet. Weitere Themen sind u. a. Beschichtungstechnologie, Presstechnik, Präzisionsblankpressen.
Neben dem zunächst eher an wissenschaftlich interessierten Teilnehmern ausgerichtetem Workshop wird das TAZ auch zahlreiche Veranstaltungen mit Beteiligung von Firmen durchführen, um aktuelle F&E Themen mit regionaler und überregionaler Bedeutung zu Identifizieren und mit der am TAZ vorhandenen Ausstattung Projektarbeiten zu initiieren.
 - pnp


PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Dezember 2011

Spiegelau bleibt vorerst beim NP-Zweckverband - Gemeinderäte wollen erst die Haushaltszahlen sehen / Von Hermann Haydn
Spiegelau. Unentschieden bleibt vorerst die Frage, ob die Gemeinde aus dem Zweckverband der Nationalparkgemeinden aussteigen soll.
Ein Beschluss einer vorhergehenden Sitzung dafür wurde wegen Formfehlern von der Rechtsaufsicht gekippt. Hier ergab sich bei der jüngsten Sitzung für die Gemeinderäte nochmals das Problem, dass man die Frage nach höheren Beteiligungskosten nach dem Ausstieg von Grafenau und Freyung derzeit noch gar nicht stellen könne. Ein Haushalt liegt nicht vor.
Bürgermeister Josef Luksch bekräftigte nochmals seine Position, dass sich Tourismusstrukturen stärker von der Politik abkoppeln müssten, dass der Neustrukturierungsprozess mit dem Zwieseler Winkel von neutralerer Stelle angegangen werden sollte und dass man nicht die bisher starren Konstrukte weiter zementieren dürfe.
Es gebe aber auch die Befürchtung, dass eine „Hardliner-Meinung“ im Zweckverband entstehe, dass nur noch die dabei sein könnten, die auch dabei bleiben wollten. Das könnte aber zu großen Problemen führen, wenn es um die Zukunft von gemeinsamen Gästekarten gehe.
Karlheinz Roth führte dazu auch an, dass man sich durch ein schwerwiegendes Signal zur Neustrukturierung sich jetzt nicht selbst schwächen solle. Man könne den Beschluss solange zurück stellen, bis man wenigstens wisse, wie der Haushalt aussehe.
Ernst Ertl kritisierte, dass er entscheiden solle, ohne Fakten zu kennen.
Luksch betonte aber: Wenn man jetzt dabei bleibe, sei der Einfluss der Kommune gering, darauf Einfluss zu nehmen, wie es mit der Umlage später aussehe. Spiegelau müsse damit rechnen, doch bis zu 10 000 Euro mehr einzahlen zu müssen. Elke Proßer-Greß nannte es schlecht vermittelbar, wenn bei eingeschlagenem Konsolidierungsweg dann doch wieder mehr Geld aufgebracht werden müsste. Deshalb würde sie auch für den Ausstieg stimmen.
Kurt Hobelsberger gab zu bedenken: Wenn Spiegelau raus ginge, müsste vielleicht vor Ort dafür wieder mehr Arbeit geleistet werden. Und das koste schließlich auch.
Mehrheitlich akzeptiert wurde schließlich, den Ausstieg zu vertagen, auf einen kleinen Zweckverbandshaushalt zu drängen und zu warten, bis neue Konzepte spruchreif sind.
Eine Entlastung auf Raten gab es zur Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2010. Erhard Wawrzek berichtete über die Arbeit des Rechnungsprüfungsausschusses. Bis auf zwei Punkte konnte nach einstimmiger Feststellung auch ein Entlastungsbeschluss vorgenommen werden. Es fehlen nun noch eine Prüfung zu einer Brückenbaumaßnahme im Kurpark und die Frage nach der korrekten Weiterleitung von Umlageeinnahmen an den Zweckverband Klärwerk.
Wawrzek nahm die Prüfungsergebnisse zum Anlass, auf problematische Stellen im Haushaltsgeschehen hinzuweisen. So nahmen die Kasseneinnahmereste weiter deutlich zu. Von 697 000 Euro nicht eingetriebener Forderungen im Jahr 2006 hat sich das Loch in der Kasse 2010 mit 1,278 Millionen Euro fast verdoppelt.
Zwar habe es zum Jahreswechsel eine größere Umlageberechnung gegeben, wozu mit etwa 250 000 Euro an Einnahmen zu rechnen sei, so Luksch, dennoch müsse man, so Wawrzek, den Ernst der Lage erkennen und konsequenter mit säumigen Zahlern verfahren. Ein entsprechendes Vorgehen sei eigentlich schon einmal beschlossen worden. Es solle wieder intensiv das Gespräch mit den Hauptschuldnern gesucht werden.
Auch die Defizitrechnung zum Naturfreibad machte ihm Sorgen. Nach zwei moderateren Jahren mit 32 900 Euro 2008 und 53 000 Euro 2009 sei letztes Jahr das Defizit mit Abschreibung und Verzinsung auf 125 000 Euro hoch geschnellt.
Hingewiesen wurde zudem, dass die Bugwelle an angestauten Urlaubsansprüchen und Überstunden in Bauhof und Verwaltung weiter im Auge behalten werden müsse. Der Schuldenstand der Kommune betrug zum 31.12.2010 4,427 Millionen Euro.
In die Zielgerade gehen die Beratungen zu einem Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Hackingersäge. Hier wurden noch geringe Einwendungen und Anregungen eingearbeitet, etwa dass das Gelände dadurch weiter nicht als saniert oder altlastenfrei betrachtet werden könne, weil es einen geänderten Flächennutzungsplan und Bebauungsplan gebe. Die Verwaltung kann die weiteren Verfahrensschritte einleiten.
In die öffentlichen Beratungen wurden drei weitere Punkte auf Antrag der CSU-Fraktion geholt. Die Gemeinde wird ermächtigt, nach dem günstigsten Bieter für einen Kredit nach der Haushaltssatzung zu suchen, um die Kasse „flüssig zu halten“. Bisher war das nicht nötig gewesen, weil das laufende Konto der Kommune ohnehin gedeckt war, so Josef Luksch.
Die TAZ-GmbH hatte um eine Abschlagzahlung auf die kommunal zugesagten 150 000 Euro angefragt. 102 500 Euro sollen überwiesen werden.
Die überörtliche Rechnungsprüfung hatte stattgefunden, so die Information des Bürgermeisters. Gut 8000 Euro kostet das die Gemeinde außerplanmäßig und musste deshalb auch abgesegnet werden.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 15. Dezember 2011

Adventsbesuch im Rosenium
Grund- und Mittelschüler bereiten Senioren Freude
Spiegelau. Inzwischen ist es schon gute Tradition geworden: Im Advent besuchen die evangelischen Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klassen der Paul-Friedl-Mittelschule mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler das Rosenium in Spiegelau.
Die Geschichte vom Weihnachtsengel berichtete von Weihnachtsfreude und Sorgen, die man Jesus übergeben kann. Ein Gedicht sprach von den Kerzen mit den Namen „Friede“, „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“. Die Kinder trugen Adventslieder vor, bei denen alle mitsingen konnten, wie „Wir sagen Euch an den lieben Advent“. Jeder von den alten Menschen bekam dann noch einen von den evangelischen Kindern der Grundschule Spiegelau selbst gebastelten Weihnachtsengel und freute sich sehr darüber. Für alle war es wieder ein schönes Erlebnis.
So kann Religionsunterricht auch vermitteln, wie freudiges tätiges Christentum ganz praktisch aussehen kann. Und alle, besonders die Kinder, hatten ihre große Freude daran. - hb

Spiegelau verliert seinen dritten Bürgermeister
Nach Josef Wanninger legt auch Peter Hinterberger von den Freien Wählern sein Mandat nieder
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Sein Fraktionskollege Josef Wanninger war zur Sitzung am Dienstag gar nicht mehr gekommen. Peter Hinterberger (FW) trat zwar noch an, aber nur noch, um eine persönliche Erklärung abzugeben und anschließend den Sitzungssaal zu verlassen. Damit verliert Spiegelau in einer Woche zwei Gemeinderäte und den dritten Bürgermeister.
Hintergrund für Peter Hinterberger: Es gehe ihm in letzter Zeit nicht mehr gut. Er habe Sachen erlebt, die ihn am Sinn seines politischen Engagements für Bürger und Gemeinde zweifeln lassen. Die Vorgänge rund um den „Bürgermeisterbrief“ zu einem umstrittenen Artikel von Erhard Wawrzek im „Glasmacher“ („Ich hatte weder über den Inhalt noch von einer Veröffentlichung des Artikels Kenntnis“) gehörten ebenso dazu wie andere Dinge. Dass ihm als 3. Bürgermeister die Schlüssel des Rathauses abgenommen wurden, dass die Kommunikation nicht mehr gestimmt habe, und verschiedene andere Punkte im Verhältnis zu Bürgermeister Josef Luksch hatten sich bei Hinterberger so angestaut, dass er keine Möglichkeit mehr sah, als Gemeinderat weiter zu machen. Er legte einen Antrag schriftlich vor, das Amt niederlegen zu wollen und verließ das Gremium. Bürgermeister Luksch verlas darauf seine Stellungnahme.
Das Ratsgremium reagierte mit dem Appell, doch gemeinsam wieder zu konstruktiver Zusammenarbeit zurück kehren zu wollen, statt Negativschlagzeilen zu produzieren. Allerdings verlas Karlheinz Roth, Fraktionssprecher der CSU, eine Stellungnahme, dass ihn die Entwicklung des gegenseitigen Umgangs mit persönlichen Auseinandersetzungen und Rechtsanwaltsbriefen bestürzt und betroffen mache. Daneben bleibe zu wenig Zeit, sich um die wirklichen Kernfragen zu kümmern. Die Außendarstellung der Gemeinde sei katastrophal, es fehle an gegenseitigem Respekt und Konflikte würden vor sachliche Diskussion gestellt. Die CSU-Fraktion sehe sich da in keiner oppositionellen Funktion (wie in einem Kommentar im Grafenauer Anzeiger dargestellt), sondern habe auch bei schwierigen Entscheidungen konstruktiv mitgewirkt. Das biete die Fraktion auch weiter an. Er appellierte, zu einem menschlichen Niveau zurück zu kommen, wie es unter Erwachsenen üblich sei. Man müsse sich der Verantwortung bewusst sein, welche Wirkung man in der Öffentlichkeit habe.
Bürgermeister Josef Luksch gab zu, dass auch er nicht ganz unbeteiligt gewesen sei. Aber auch für ihn gebe es eben Grenzen, was er noch schlucken könne und wo er noch zurück stecken könne. Er betonte aber auch: „Die Spitze habe ich nicht hervorgerufen.“
Ernst Ertl (SPD) störte, dass die Schuld immer bei anderen gesucht werde. Es sei auch Sache der FW-Fraktion, sich da nach Ursachen zu fragen. Erhard Wawrzek betonte, dass es eben Dinge zu klären gäbe, die nicht geklärt seien. Er fühlte sich da auch von der Rechtsaufsicht etwas im Stich gelassen. Er wolle aber auch nichts zurück nehmen, wofür er die Verantwortung als Autor übernehme, bis die Klärung dann für die nötige Information sorge. Sein Artikel sei ja auch wiederum die Erwiderung auf einen Text des Bürgermeisters gewesen, den er so auch nicht unkommentiert habe stehen lassen können.
Elke Proßer-Greß meinte, Spiegelau sei ja auch nicht nur das, was in der Zeitung stehe. Immerhin habe man es geschafft, auch in schwierigen Zeiten die Verschuldung erträglich zu halten, das TAZ auf den Weg zu bringen und ein Beschilderungskonzept zu erreichen. Sie habe auch gute Zusammenarbeit erlebt. Was nun passiert sei, störe sie aber auch. Es sei aber schade, dass jetzt jeder mit dem Finger zeige. Ein gutes Miteinander sei nötig und man dürfe auch nicht vor jeder Verantwortung davon laufen. Verständnis habe sie aber, dass Hinterberger gesundheitliche Aspekte anführe.
Günter Schmid kritisierte, Wawrzek hätte nicht ohne Wissen der Fraktion Zahlen veröffentlichen dürfen, die so auch nicht bestätigt seien. Er hätte so andere in eine Verantwortung gedrängt, für die eigentlich er hätte stehen müssen. Man dürfe nicht immer einfach nur draufhauen, sondern alle drei Fraktionen müssten zusammenhelfen.
Darauf gab es von Bürgermeister Luksch für jeden verbliebenen Rat die Hand gereicht, die auch angenommen wurde. Man solle „den Schmarrn vergessen“, meinte er und er wolle auch mit Wanninger und Hinterberger noch einmal das Gespräch suchen. Die anschließenden Beratungen verliefen ruhig und sachlich.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 10. Dezember 2011

Austritt aus einem „Kasperltheater“
Spiegelauer FW-Gemeinderat Wanninger legt Amt nieder - Keine Basis mehr für Zusammenarbeit
Von Hermann Haydn und Andreas Nigl
Spiegelau. Neues aus dem Spiegelauer Gemeinderat. Josef Wanninger (FW) will sein Amt niederlegen. Grund: Er sehe keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.
„Aufgrund verschiedener Vorkommnisse, insbesondere zuletzt durch das Schreiben von Rechtsanwalt Greß vom 6.Dezember, sehe ich keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Gemeinderat Spiegelau und lege mein Amt als Gemeinderat nieder. Ich bitte dies als Antrag in die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung aufzunehmen und mich von meinem Amt zu entbinden.
Im oben genannten Schreiben, das im Auftrag von Herrn Bürgermeister Luksch erfolgte, werde ich unter Androhung „gerichtlicher Schritte“ aufgefordert, mich von Aussagen eines Artikels im Glasmacher (Mitteilungsblatt des Gewerbevereins: Anmerkung der Redaktion) zu distanzieren. Ich möchte dazu feststellen, das ich den Artikel bis heute weder kenne, geschweige denn an der Ausarbeitung beteiligt war. Inhaltlich werde ich zu den Aussagen keinerlei Äußerungen machen, da der Vorgang mit einstimmigem Beschluss des Gemeinderates Spiegelaus bereits im Frühjahr 2011 der Rechtsaufsicht zur Würdigung vorgelegt wurde. Solange das Verfahren nicht abgeschlossen ist, kommentiere ich das weder in die eine noch andere Richtung.
„Wäre es Herrn Bürgermeister Luksch um die Aufklärung des Sachverhaltes gegangen und Missverständnisse auszuräumen, wäre die Woche zweimal Gelegenheit bestanden, mich darauf anzusprechen: Wir trafen uns am 5. Dezember im Rathaus und am 6.Dezember rief er mich wegen eines gemeinsamen Termins in Nürnberg an. Jedesmal wurde der Artikel im Glasmacher nicht im geringsten erwähnt und ich in keinem Ton darauf angesprochen. Stattdessen wurden mir zeitgleich gerichtliche Schritte durch Rechtsanwalt Greß angedroht.
Dieses Verhalten ist für mich der Schlusspunkt eines seit Monaten andauerndem „Kasperltheater“ im Gemeinderat Spiegelau (eindrucksvoll dokumentiert durch zahlreiche Presseartikel), das den Eindruck erwecken könnte, es gäbe sonst keine Probleme. Für eine weitere konstruktive Mitarbeit in diesem Gremium sehe ich keine Basis mehr.
Bürgermeister Josef Luksch sprach auf Anfrage des Grafenauer Anzeigers davon, dass er sich gegen unwahre Behauptungen in dem „Glasmacher-Artikel“ wehren müsse. Den Brief seines Rechtsanwaltes hätten alle FW-Fraktionsmitglieder bekommen. Es sei nicht richtig, dass, wie im Glasmacher behauptet, er in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt zirca 195 000 Euro ohne Beschluss des Gemeinderates ausgegeben hätte. „Im Januar gab es einen Gemeinderats-Beschluss über 125 000 Euro (Kanal und Teerarbeiten). Die restliche Summe sei Gegenstand einer gegen ihn vorliegenden Dienstaufsichtsbeschwerde beim Landratsamt, die derzeit noch laufe. „Dazu kann ich nichts sagen“.
Hauptproblem der ganzen Sache sei, dass jemand im Namen seiner Fraktion einen Artikel veröffentliche, der nicht jedem seiner Fraktionsmitglieder bekannt gewesen sei, so Luksch weiter. Gemeinderat Wanninger führe aus, dass es ihm (Luksch) nicht um die Aufklärung des Sachverhaltes gegangen sei. „Aufgrund der Veröffentlichung im Glasmacher musste ich allerdings davon ausgehen, dass dieser Artikel jedem Fraktionsmitglied bekannt gewesen ist.“ Und wenn jemand behaupte, in aller Namen zu sprechen, dann könne n diese ohne jedes Problem dieser Aussage widersprechen und interne Konsequenzen ziehen. „Den Begriff des Kasperltheaters weise ich für die Fraktion der SPD und Parteifreien Bürger vehement und entschieden zurück. “
Der „Verantwortliche“ für den Glasmacher-Artikel fand sich schnell. Erhard Wawrzek bestätigte auf Anfrage, dass er als Vorsitzender der Freien Wähler in Spiegelau den Text verfasst habe: „Da übernehme ich die Verantwortung.“ Allerdings betont er auch: „Was da steht, ist nicht neu“. Schon zum Rechnungsprüfungsbericht 2010 habe er Zahlen entsprechend vorgelegt. Er werde nun nochmals mit seinen Unterlagen abgleichen, ob die Summen auch so schon in öffentlicher Sitzung genannt waren. Dann würde er auch dazu stehen, falls da Falsches behauptet worden sei. Seine Fraktionskollegen nahm er zugleich in Schutz. Er habe den Artikel nicht als Fraktionssprecher und so auch nicht mit deren Wissen geschrieben.
Da wisse doch jeder, wer was schreibt, sprang Karl-Heinz-Roth von der CSU-Fraktion den FW-Ratskollegen zur Seite bei. Er könne nicht verstehen, dass dann gleich so schwere Geschütze gegen einen unberechtigten Generalverdacht aufgefahren werde. Die Lage sei so total eskaliert. Er bedauert, dass Spiegelau so einen besonders besonnenen und stets sachkundigen Rat zu verlieren drohe. Es sei auch das völlig falsche Signal von Seiten des Bürgermeisters, wenn in ohnehin schwieriger Diskussionslage mit solchen Wegen über das Ziel hinaus geschossen werde. Es sei ein Zeichen dafür, wie vergiftet die Situation in Spiegelau mittlerweile sei.
„Ein Anruf hätte genügt,“ sagt Ludwig Schopf von den Freien Wählern. Bisher hatte er den Eindruck, man hätte immer über alles reden können. Nun sei sein Vertrauen auch massiv erschüttert und er überlege auch, welche Konsequenzen er daraus ziehen sollte. Selbst wenn er selbst nichts vom Artikel gewusst habe; die Sachlage sei ja dennoch so, dass die Vorgänge veröffentlicht waren und dass die Sache seit dem Frühjahr bei der Rechtsaufsicht liege, sich dort aber bisher nichts getan habe. Dass auf die genannten Zahlen jetzt so eine Reaktion folgte, fand er schon eine „grobe Geschichte“.
„Das ist nicht der feine Ton,“ sagt auch Peter Hinterberger von den Freien Wählern, der dazu beitragen würde, im Gremium weiter gut miteinander arbeiten zu können. Er sei drei mal zwischenzeitlich im Rathaus gewesen und statt mit ihm zu reden, fand er im Briefkasten ein Schreiben des Rechtsanwaltes. Hinterberger will auch am Dienstag zur Sitzung Stellung beziehen. Ohne Nachspiel werde das aber sicher nicht abgehen, so seine Überzeugung.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. November 2011
Schellack-Abend beschließt den Ökumenischen Herbst
Hermann Beiler stellt in Martin-Luther-Kirche von Nazis verfolgte Interpreten der 20-er und 30-er Jahren vor - Kirchen als Kulturträger
Spiegelau. Der Schellack-Abend in der Martin-Luther-Kirche mit Hermann Beiler zum Abschluss des Ökumenischen Herbstes in Spiegelau beschäftigte sich diesmal mit einem eher ernsten Thema. Eine gute Woche nach dem Jahrestag des Novemberpogroms 1938 lag der Schwerpunkt des Musikabends bei den gedemütigten, in ihrer Existenz vernichteten, vertriebenen und ermordeten Künstlern und Interpreten der 20er und 30er Jahre. Dabei kam auch zur Sprache, welche Rolle die evangelische Kirche bei der Judenverfolgung gespielt hatte und welche Bedeutung es hat, dass heute die gleiche Kirche den Verfolgten zumindest für ihre Musik Raum bietet. Dass es trotzdem oder vielleicht gerade deshalb zu einem beeindruckenden Hörvergnügen wurde, ist dem großen Können geschuldet, für das diese Künstler stehen.
Mit ihren Stimmen, die wie immer auf originalen Grammophonen der Zeit von Original-Schellackplatten abgespielt wurden, wurden die Künstler wieder lebendig. Ganz anders als bei digitalisierten alten Aufnahmen, wirkt hier die Tatsache, dass wir die Künstler genau so hören, wie ihr Publikum sie damals gehört hat. Stücke und Lieder von Hans Albers, Lale Andersen, Marlene Dietrich, Musik von Dajos Bela, Emanuel Feuermann, den Comedian Harmonists, Max Hansen, Fritzi Massary, Leo Monosson, Joseph Schmidt, Rosita Serrano und Richard Tauber vermittelten einen Eindruck von der hohen Qualität der damaligen Musik. Von „Ave Maria” über „Veronika, der Lenz ist da” bis „Lilli Marlen” und „Ein Lied geht um die Welt” reichte das Spektrum. Was hat jetzt diese Musikveranstaltung mit Ökumene zu tun? Gerade bildende und darstellende Kunst, Musik und Literatur ist wie kaum etwas anderes geeignet, mit Menschen über Gott und die Welt, auch über die eigene christliche Lebensgestaltung ins Gespräch zu kommen. Und die Kirchen sind ohne Zweifel starke Kulturträger. Dietrich Bonhoeffer formulierte: „Kultur ist der Spielraum der Freiheit.“ Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi Neumann-Beiler freuen sich über den großen Erfolg des Ökumenischen Herbstes in Spiegelau. - hb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 15. November 2011

Die schönsten Stücke Spiegelauer Glasgeschichte
Favoriten: Kugel-Freundschaftsbecher aus Rubinglas und Freundschaftskelch mit einem birnenförmigen Hohlstiel  
Von Martina Höf-Keim
Spiegelau. Eine Würdigung der traditionellen Glasmacherkunst und zugleich die Verbundenheit mit Traditionen und dem Blick in die Zukunft - dafür steht das neue Technologie und Anwenderzentrum der Glasindustrie in Spiegelau. In diesem Sinne wurde der Wettbewerb um das schönste Stück Glasgeschichte aus Spiegelau ins Leben gerufen. Zusammen mit dem Förderverein des TAZ und der Firma Füller Glastechnologie aus Spiegelau suchte man für die Gegend typische Exponate. Das Gewinnerstück soll in einer Kleinauflage von 30 Stück reproduziert werden, um später an Ehrengäste verschenkt zu werden. Eine kleine Ausstellung der fünf schönsten Exponate wird nach der Eröffnung des neuen Technologiezentrums im TAZ zu bewundern sein.
Die vielen Einreichungen von Bürgern aus der Umgebung des Glaszentrums Bayerischer Wald standen einer hochkarätigen Jury zur Auswahl, die angesichts der schönen Stücke nicht leicht fiel. Der Hauptpreis des Wettbewerbs ist eine Reise in die Glasmacherwerkstätten in Murano bei Venedig. Der oder die Gewinner/in muss sich noch bis zur offiziellen Eröffnung des TAZ gedulden, bei der die Ehrung dann im Rahmen der Feierlichkeiten stattfinden wird.
Zunächst hatte die Jury also einen ersten Wahlgang vor sich, um ein Stück zu ermitteln, das nicht nur die Glasgeschichte in Spiegelau und Umgebung widerspiegeln sollte, aber auch für die Neuauflage geeignet sein musste. Das hohe handwerkliche Niveau früherer Glasmacherkunst machte die Wahl nicht einfach. Die Experten der Jury waren der Leiter der Glasfachschule Zwiesel, Hans Wudy, Ulrich Roger von der Deutschen Glastechnischen Gesellschaft in Offenbach, der ehemalige Werksleiter der Firma Nachtmann, Willy Steger, Georg Höltl vom Glasmuseum in Passau und Karin Rühl vom Glasmuseum Frauenau, die ihr Votum schon vorher abgegeben hatte, da sie nicht persönlich anwesend sein konnte. Unter Leitung des Vorsitzenden des Fördervereins des TAZ, Karlheinz Roth, kamen nach zahlreichen Fachgesprächen zwei Exponate in die engere Wahl. Der Kugel-Freundschaftsbecher aus Rubinglas und ein wunderschöner Freundschaftskelch mit einem birnenförmigen Hohlstiel könnten das Rennen bis zur Eröffnungsfeier noch unter sich entscheiden.
Beide Stücke repräsentieren die ausgeprägte Handwerkskunst der Glasmacher aus Spiegelau hervorragend. Der Kelchpokal aus Rubinglas besitzt einen Innenüberfang mit birnenförmigem Hohlstil, zwei Ringscheiben-Dekor und einen 10-teiligen Flächenschliff. Auch bei seiner Erstherstellung wurde nur eine Kleinserie von 30 Stück gefertigt. Gefertigt hat ihn 1985 Glasmachermeister Max Marik, geschliffen wurde er von Glasschleifermeister Waldemar Seidl. Eingereicht wurden beide Stücke von Christa Steger aus Riedlhütte. Gute Chancen haben auch die Gläser von anderen Einreichern. Zur engeren Auswahl für den Sieger gehören Alois Stadler aus Altschönau, Christine Fruth aus Spiegelau, Sylvia Nodes aus Spiegelau und Theo Schönberger, der ebenfalls in Spiegelau wohnt. Ihre eingereichten Stücke sind auf jeden Fall Teil der geplanten Dauerausstellung im TAZ. So kunstfertig wurde früher schon mit Glas und Farben gearbeitet, dass eine Reproduktion heute nicht einfach ist. Daher ist auch die Machbarkeit ein Kriterium für das Siegerstück. Die Glasmacherarbeit und Veredelung können heute nur noch einige Facharbeiter umsetzen.
Der Leiter der Glasfachschule Zwiesel betonte, dass die Fertigung selbstverständlich von einer Firma im Bayerischen Wald vorgenommen werde müsse. Die Fachschule biete natürlich gerne Unterstützung mit Rat und Tat, denn in Zwiesel werden begabte junge Leute in die Lage versetzt auch so komplizierte und anspruchsvolle Glaskunstwerke zu erstellen, die mit billiger Massenware ungefähr soviel gemeinsam haben wie ein Werbeplakat mit der Mona Lisa.
Im zweiten Wahlgang bestimmten die Fachleute der Jury fünf Gruppen von Exponaten, die in Zukunft das TAZ verschönern werden und allen Besuchern die große Glasmachertradition des bayerischen Waldes anhand von typischen Beispielen vor Augen führen. Neben einer Kelchgruppe, typischem farbigen Gläsern mit Veredelungen durch Schliff und einer Goldrandserie sind auch die „Schinder“-gläser ausgewählt worden. Typisch für die Region und wirtschaftlich wichtig sollten die Exponate sein. Als Sonderausstellungsstück wurde noch eine imposante Glasscherbe mit der eingeschliffenen Glasfabrik Spiegelau hinzugenommen.
Der Leiter des Technologiezentrums, Michael Fuchs bedankte sich bei den Jurymitgliedern auch im Namen der Firma Füller, die dem Gewinner des Wettbewerbs die Reise nach Murano ermöglichen. Bekannt gegeben wird der oder die Glückliche bei der Eröffnungsfeier des TAZ, aber eine Benachrichtigung erreicht den Sieger selbstverständlich rechtzeitig vorher, sobald die endgültige Entscheidung, die auch mit der Klärung technischer Details der Reproduktion zusammenhängt, gefallen ist.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 1. November 2011

Seit 110 Jahren eine Heimat für den Glauben
Dekan Dr. Wolfgang Bub sprach beim Jubiläumsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche Spiegelau
Von Ursula Langesee
Spiegelau. 110 Jahre Martin-Luther-Kirche wurde am Sonntag mit einem eindrucksvollen Gottesdienst in ökumenischer Verbunden evangelischer und katholischer Christen gefeiert. Als Festprediger war der neue Dekan Dr. Martin Bub in den Norden seines Wirkungskreises gekommen.
Pfarrerin Sonja Schuster begrüßte ihn und seine Gattin Claudia herzlich in der Martin-Luther-Kirche, ebenso Pfarrer a.D. Hubert Gerstl, stv. Landrat Helmut Behringer, Altlandrat Alfons Urban, Bürgermeister Josef Luksch und MdL Alexander Muthmann. „Es erfüllt uns mit Dankbarkeit, dass wir hier seit 110 Jahren eine Heimat für Generationen evangelischer Christen gefunden haben“, sagte Schuster einleitend.
Gemeindegesang, das Streichquartett Gallenkamp, Michael Dietz an der Orgel und Sopranistin Joy Moritz bildeten den musikalischen Rahmen für diesen Festgottesdienst, an dem der Dekan und die Pfarrerin, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Prädikant Werner Kirchner und Pfarramtssekretärin Helene Winkler mitwirkten.
Auf das Lied „Tut mir auf die schöne Pforte“, einem uralten Wallfahrt- und Pilgerlied, das schon zur Einweihung der Kirche am 31. Oktober 1901 gesungen wurde, und den Psalm 84 baute Dekan Bub seine Predigt auf. „Wir suchen für unseren Glauben ein Zuhause, wollen geborgen sein im Hause Gottes. Die Lust an Gott kann Menschen packen. Doch die Realität schaut oft anders aus. Wie schön wäre es stattdessen, wenn es hieße, schade, dass der Gottesdienst schon aus ist, dass die Gesangbücher nicht reichen, dass der Pfarrer heute so kurz gepredigt hat oder dass nur vier statt der möglich en 17 Strophen gesungen wurden.“ Eigentlich ist Gott ja überall dort zu Hause, wo auch ich bin. Aber er muss ein festes Haus haben, damit wir ihn orten können, denn das hilft in unserem Glauben, so Bub weiter. „Diese Geborgenheit suchten vor 110 Jahren mit dem Bau der Kirche die Spiegelauer Fabrikherren und ihre Arbeiter, die bestehende Gemeinde half nach dem Zweiten Weltkrieg Schlesiern, Sudetendeutschen und Ostpreußen nach der Vertreibung hier wieder Fuß zu fassen und in jüngster Zeit fanden hier Spätaussiedler und Ruheständler Aufnahme.“ Kirche zeige sich eben auch in dem, was entstehen könne, wenn Menschen zusammen stünden.
Aber der Reformationstag erinnere auch daran, dass die Kirche immer unfertig sei: „ecclesia semper reformanda“. „Wir müssen uns selbst und unsere eigene Kirche in den Blick bekommen. Was können wir verbessern, was müsste sich ändern? Martin Luther hat sich gegen alle eingeübte Routine gewehrt. Es ging ihm um die innere Wahrhaftigkeit. Auch wir müssen uns fragen: Brennt das Feuer noch? Finden wir in der Kirche immer noch unser Zuhause wie die Vögel im Nest?“
Dekan Dr. Bub dankte abschließend allen, die durch ihr Engagement das „Brennen für die Kirche“ förderten.
Nach dem Festgottesdienst ging es zum geselligen Gedankenaustausch in die Christuskirche Grafenau. Hier traf auch Dekan Kajetan Steinbeißer auf seinen evangelischen Kollegen und sie hatten gleich mehrere Anknüpfungspunkte durch ihre Studienzeit in Tübingen und Erlangen, gemeinsame Professoren und Bekannte. Bevor es für den Dekan wieder zurück nach Passau ging, besuchte er auch das Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Schönberg.

Kaum hörbar atmet der Wind...
Lyrik von Karl-Heinz Reimeier und Musik von Michael Brunnbauer
Spiegelau. „Kaum hörbar atmet der Wind...“ war der Abend in der Martin-Luther-Kirche überschrieben und tatsächlich war es mucksmäuschenstill, als Karl-Heinz Reimeier aus seinen neuen und alten Gedichten vorlas. Und das, obwohl die Kirche gut gefüllt war und nicht wenige Kinder unter den Zuhörern saßen. Aber auch sie lauschten gebannt, was der Künstler ihnen zu sagen hatte.
Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer hatten vorher gemeinsam in diese weitere Veranstaltung des Spiegelauer ökumenischen Herbstes eingeführt. Kirche als Treffpunkt für Christen beider Konfessionen und als Ort der Kultur, war ihre Botschaft.
Michael Brunnbauer eröffnete mit einem wunderbaren Musette-Walzer. Zwischen den einzelnen Teilen der Lesung erfreute er die Zuhörerinnen und Zuhörer mit einem breiten Spektrum an klassischer Akkordeonmusik. Anders als beim „Wind“, hörte man das Akkordeon nach einen virtuos gespielten sehr schnellen Passage eines modernen Stückes „schwer atmen“. Wurde man von den Gedichten Karl-Heinz Reimeiers berührt und zum Weiterdenken angeregt, entführte die faszinierende Musik Michael Brunnbauers teilweise in andere Sphären und Klangwelten.
Die Gedichte über Natur, Zugfahrten, die Freiheit, über Bachläufe, Schmetterlinge und einen erst geretteten, aber dann von der Katze geholten Spatz, über Nähe und Menschen boten Zeit zum Entspannen, sich darauf einzulassen und mit eigenen Gedanken weiterzuspinnen. Mit einem Tango, der den Kirchenraum mit der ganzen Sehnsucht und Kraft dieses südamerikanischen Tanzes füllte, beschlossen die beiden ihren Auftritt. Mit Wein, Saft, Brot und guten Gesprächen klang das Ereignis aus. Vielen war hier zu Bewusstsein gekommen: Auch Lyrik und Musik sind gut für die Seele.  - hb


PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. Oktober 2011
Gedenken an einen „Glaspapst“
Vor 50 Jahren starb Fritz Pretzfelder, der Gründer der KSS
Von Hermann Beiler
Spiegelau. Am heutigen 31. Oktober jährt sich zum 50. Mal der Todestag von Spiegelaus größtem Unternehmer: Kommerzienrat Fritz Pretzfelder, der Begründer der Kristallglasfabrik Spiegelau. Er war der „Glaspapst“ seiner Zeit, auch international tätig und anerkannt. Er hat Spiegelau und seiner deutschen Heimat die Treue gehalten, obwohl man ihm übel mitspielte, ihn enteignete, demütigte, verjagte und den größten Teil seiner Familie ermordete.
1919 brachte Fritz Pretzfelder als Geschäftsführer der Firma Bing aus Nürnberg die 1913 stillgelegte Glashütte wieder zum Laufen (Bing Glas & Keramik, Spiegelau). Schon 1920 ist die ehemalige Glashütte eine moderne Glasfabrik. 1926 erwarb er die Fabrik selbst und begründete damit die Kristallglasfabrik Spiegelau GmbH. Er modernisierte sie nochmals und führte sie trotz der Weltwirtschaftskrise zu ungeahnter Größe. Über 250 Beschäftigte zählt die KSS im Jahr 1927, 325 im Jahr 1938. Damit der Gemeinde keine Kosten entstehen, lässt Fritz Pretzfelder für seine Arbeiter und Ange-stellten Wohnungen (Glaserhäuser) bauen.
Ein weltweit gespanntes Vertriebsnetz sicherte die Arbeitsplätze. Musterlager des Spiegelauer Glases befanden sich in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und Nürnberg und weltweit in allen wichtigen Städten.
Schon damals arbeitete Fritz Pretzfelder, der 1927 wegen seiner außergewöhnlichen Leistungen zum Kommerzienrat ernannt worden war, mit der Wissenschaft zusammen. Zusammen mit Professor Dr. Ludwig Springer (Glasfachschule Zwiesel) wurde ein besonders gut für Gravur und Schliff geeignetes brilliantes Kristallglas entwickelt. Gleichzeitig gestaltete Kommerzienrat Pretzfelder mit Prof. Bruno Mauder und mit Schülern der Glasfachschule Zwiesel ein neues Kelchglasdesign, das dem Geschmack dieser Zeit entsprach. Die Kelchgläser von Spiegelau erlangten großen Ruhm. Von 1920 bis 1933 war Kommerzienrat Pretzfelder Vorsitzender der Bayerischen Hohlglasindustrie, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbandes der deutschen Hohlglasindustrie, Präsidiumsmitglied des Verbandes der Glasindustriellen Deutschlands, dem wirtschaftlichen Spitzenverband der deutschen Glasindustrie, Sachverständiger der Reichsregierung für Handelsvertragsverhandlungen mit fremden Staaten.
Bis zum „Arisierungsgesetz” 1938 kann Kommerzienrat Pretzfelder seine Glasfabrik erfolgreich führen. Das auf Grund seiner internationalen Beziehungen und der hohen Qualität der Glasartikel immer noch blühende Unternehmen wird dem Juden unter Beteiligung der NSDAP abgepresst.
Den Pretzfelders gelingt 1939 die Flucht nach England. Die übrige Familie hatte nicht so viel Glück. Sein Bruder Max Pretzfelder und viele weitere Verwandte wurden in Theresienstadt und anderen Vernichtungslagern ermordet.1948 beantragte Kommerzienrat Pretzfelder, der im Exil in England den Namen Frederick Preston angenommen hat, die Rückgabe seines Vermögens. Am 28.11.1949 erhielt er sein Eigentum zurück.
Obwohl man es nach dem furchtbaren Erlebten nicht annehmen würde, wird der alte Elan des inzwischen 70-jährigen Unternehmers wieder sichtbar. Zusammen mit seinem leitenden Direktor Willy Danzmann bringt er die Kristallglasfabrik innerhalb kürzester Zeit wieder ganz nach oben. Wieder arbeitet er mit den modernsten Mitteln und wieder nutzt er seine internationalen Beziehungen zu Wirtschaft und Wissenschaft. Beispielsweise wird 1954 eine spezielle Art der Säurepolitur eingeführt.
Die Zahl der Mitarbeiter steigt von verbliebenen 128 auf über 500 und schließlich auf fast 800. Schon 1953 erhält die Fabrik einen eigenen Gleisanschluss. Das Spiegelauer Glas ist wieder da. Das Werk wird zu einem der führendsten und modernsten Kelchglasfabriken Europas.
Im Jahr 1953 erhält Fritz Pretzfelder die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Spiegelau (damals noch Klingenbrunn). 1958 wird ihm das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen. Aus diesem Anlass spendete er der betriebseigenen Unterstützungskasse 200 000 DM. Auch neue Arbeiterwohnungen werden gebaut.
Am 31.10.1961 stirbt Fritz Pretzfelder 83-jährig, drei Jahre nach seiner Frau Clara. Zusammen mit ihr liegt er auf dem Waldfriedhof in München.
Sein Sohn Georg Pretzfelder war nicht bereit, seine nach seiner Vertreibung unter schwierigsten Bedingungen in den USA aufgebaute Existenz aufzugeben und verkaufte nach dem frühen Tod des Direktors Willy Danzmann die Glasfabrik an eine Filiale der WMF (Württembergische Metallwarenfabrik), die auch damals eine Glassparte hatte. Kommerzienrat Fritz Pretzfelder geriet in Vergessenheit.
Heute hätten wir die Gelegenheit, diesem großen Mann der Gemeinde, endlich das verdiente Denkmal zu setzen: Ein Labor oder ein wichtiger Raum im neuen TAZ könnte nach ihm benannt werden.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. Oktober 2011

Erste Kirche Spiegelaus ist 110 Jahre alt - Evangelisches Gotteshaus stand schon 15 Jahre vor der katholischen Kirche - Festgottesdienst mit Dekan Dr. Bub
Spiegelau. Am 31. Oktober vor 110 Jahren wird in Spiegelau die erste Kirche eingeweiht. Es ist - ungewöhnlich für den Bayerischen Wald - die evangelische Martin-Luther-Kirche. Die katholische Kirche St. Johannes der Täufer wird erst 15 Jahre später fertig gestellt. Fast auf den Tag genau wird am kommenden Sonntag ihr 110. Jubiläum mit einem Festgottesdienst ab 10 Uhr gefeiert. Dazu kommt der neue Dekan Dr. Wolfgang Bub aus Passau, der auch die Festpredigt hält. Er hat dafür extra die Einführung des neuen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm in der Nürnberger Lorenzkirche sausen lassen.
1900 leben 52 Protestanten in Spiegelau. Es sind vor allem Besitzer, Arbeiter und Angestellte der Holzwarenfabrik Petzold und der Pappenfabrik Wildberger, die den „Evangelischen Verein Spiegelau“ gründen. Dieser Verein setzt in kürzester Zeit die Pläne für den Bau einer evangelisch-lutherischen Kirche in die Realität um.
Damals werden vom Verein bzw. dem Pfarrer (Reiseprediger Dietz) „Bettelbriefe“ geschrieben, die teilweise recht erfolgreich sind. Der Gustav-Adolf-Verein in Leipzig gewährt 1000 Mark Unterstützung und weitere Spendengelder treffen ein. Eigentlich läuft alles ganz gut an.
Doch dann kommt es zu dem ersten größeren Zerwürfnis zwischen Jean Porst, dem Vereinsvorsitzenden und Pfarrer Dietz. Porst bittet den Reiseprediger, weitere Bittbriefe zu schreiben, da diese aus Pfarrershand gute Erfolge zeitigen. Dietz lehnt aber ab. Er begründet dies damit, dass er nicht der Schriftführer des Vereins sei und auch nicht der 1. Vorsitzende.
So schreibt Porst kurz vor der Einweihung an das Königlich protestantische Konsistorium in Bayreuth (entspricht heute etwa dem Landeskirchenamt):
„Unter Gottes gnädiger Fürsorge ist es dem ehrerbietigst unterzeichneten Verein,trotz vielerlei Beschwerden und Anfechtungen geglückt, seinen sehnlichsten Wunsch nach einer eigenen würdigen Stätte Gottes nunmehr erfüllt zu haben! Ein schönes schmuckes Kirchlein, der Stolz und die Zierde nicht nur allein der kleinen evangelischen, sondern der ganzen Spiegelauer Gemeinde, ist auf dem
hohen Bergesrücken innerhalb des kurzen Zeitraumes von nicht ganz fünf Monaten entstanden um weithin zu verkünden, dass auch hier der christliche Glaube festverwurzelt ist!“
Den Festgottesdienst gestalten Pfarrer Sonja Schuster, Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, Prädikant Werner Kirchner, Pfarramtssekretärin Helene Winkler und Dekan Dr. Bub.
Für den musikalischen Rahmen sorgen Michael Dietz an der Orgel, Sopranistin Joy Moritz und das Streichquartett Gallenkamp mit Werken von Georg Friedrich Händel, Franz Xaver Richter, Wolfgang Amadeus Mozart, John Rutter und Liedern aus dem Gesangbuch.
Nach dem Jubiläumsgottesdienst besucht Dekan Dr. Bub die anderen Teile der Kirchengemeinde, Grafenau und Schönberg und nutzt so die Gelegenheit, den nördlichsten Teil seines neuen Wirkungskreises kennen zu lernen. - red/hb


Zur Geschichte der Kirche
Wer mehr zur Geschichte der Martin-Luther-Kirche erfahren möchte, ist am Montag, 31. Oktober, um 19 Uhr zum Vortrag von Hermann Beiler in der Jubiläumskirche eingeladen. Die musikalische Begleitung übernehmen Beate Rolli-Kordick an der Gitarre und Michael Kordick an der Diatonischen.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. Oktober 2011

Seelsorge für die schönste Zeit des Jahres
18 Pfarrer(innen) und Kurkantoren aus Urlaubsorten in Bayern tagten in Grafenau und Neuschönau
Grafenau. Was verbindet das Kleinwalsertal, das Allgäu, die fränkische Seenplatte, den Chiemgau und den Bayerischen Wald? In diesen Gegenden Bayerns machen viele Menschen gerne Urlaub. „Gerade im Urlaub sind Menschen offen für die Fragen nach Gott und dem Sinn im Leben. Sie wünschen sich nicht nur Erholung für den Körper, sondern auch Angebote für die Seele,“ erklärt Kirchenrat Thomas Roßmerkl, der für die Urlauberseelsorge der evangelisch- lutherischen Kirche in Bayern verantwortlich ist.
Zusammen mit Pfarrerin Sonja Schuster lud er heuer alle verantwortlichen Seelsorger aus Urlaubsorten zur Tagung nach Grafenau und ins Hans-Eisenmann-Haus nach Neuschönau ein. Dort wurde den 18 Pfarrern und Pfarrerinnen, sowie den Kurkantoren aus ganz Bayern ein spannender Einblick in die Arbeit mit Urlaubern gewährt.
Natürlich ist für den Tourismus im Bayrischen Wald der Nationalpark von entscheidender Bedeutung. Beim Gespräch mit Nationalparchef Dr. Franz Leibl und einer Führung durch das Hans-Eisenmann-Haus wurde das Konzept des Parks „Natur Natur sein lassen“ lebendig. Positiv begrüßten die Seelsorger die christliche Motivation des Nationalparkleiters, der seine Ehrfurcht vor der Schöpfung aus seinem Glauben heraus begründete. Er freue sich auch über die gute Zusammenarbeit mit der Kirche bei den meditativen Wanderungen. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und Nationalpark-Förster Werner Kirchner nahmen daraufhin die Gruppe zum Seelensteig mit. Dort konnten sie direkt die Verbindung von Glaube und Naturerfahrung bei einer leichten meditativen Wanderung erleben, wie sie im Bayerischen Wald für Einheimische und Urlauber, neben Konzerten, Vorträgen und Gottesdiensten im Grünen angeboten werden. Dem Himmel ganz nah waren die Pfarrerinnen und Pfarrer auf dem Baumwipfelpfad. Die Chancen und Probleme des Massentourismus wurden bereits auf dem Weg zum Pfad diskutiert. Auf der Aussichtsplattform breitete sich aber andächtiges Schweigen aus. Der Blick über die sanft geschwungene Hügellandschaft und den naturbelassenen Wald weitete die Seele und das Motto der Tagung, „Schöpfung spür- und erlebbar“, wurde in einem Moment der Ruhe genossen.
Dankbar für die vielen Einblicke in die Seelsorgearbeit im Bayerischen Wald verabschiedeten sich die Pfarrerinnen und Pfarrer , um wieder in „ihre“ Urlaubsgebiete zu fahren. Hier warten schon Berggottesdienste, Schiffsandachten, Orgelkonzerte uvm. auf Urlauber, die mehr als nur ihrem Körper etwas Gutes tun wollen. - eb


Ärger über Schaltzeiten der Straßenlaternen
Martin Gaisbauer aus Klingenbrunn: „Schulkinder stehen im Dunkeln“ - Aus dem Gemeinderat
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Das Abschalten der Straßenlaternen in der Gemeinde zwischen 1 Uhr nachts und fünf Uhr morgens sorgt immer wieder für Ärger. Jetzt hat sich Martin Gaisbauer aus Klingenbrunn mit der Bitte an den Gemeinderat gewandt, die Ein- und Ausschaltzeiten der Straßenlaternen zu überprüfen. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde sein Schreiben behandelt.
Für Gaisbauer ist es unverantwortlich, dass die Straßenbeleuchtung ab ca. 6.30 Uhr, wenn die Kinder auf dem Schulweg sind, ausgeschaltet wird. Im Dunkeln an der Hauptstraße müssten die Kinder am Buswartehäuschen Brunner stehen. Auch liege der Zebrastreifen beim Café Würzbauer im Dunkeln.
„Beim Würzbauer müsste es brennen, aber das Buswartehäuschen Brunner hängt nicht an der Stromversorgung der Gemeinde“, sagte dazu Bürgermeister Josef Luksch. Dass das Licht morgens zu früh ausgehe, liege wohl am Dämmerungsschalter. Darüber müsse man mit der E.ON reden und nötigenfalls alle 740 Brennstellen überprüfen. Ein Bericht darüber sei für die nächste Sitzung vorgesehen.
#  Luksch informierte das Gremium darüber, dass das Bayerische Verwaltungsgericht Regensburg mit Urteilen vom 5. Juli die Klagen von Maximilian und Thomas Stadler gegen die Erteilung der Baugenehmigung für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Klingenbrunn durch das Landratsamt abgewiesen habe. Zwei Monate nach der Urteilverkündigung war das Ehepaar Rosa und Max Stadler in der Bauabteilung des Landratsamtes und erklärte über ein Sachver-ständigenguthaben, dass das Bauvorhaben gegen das Bauordnungsrecht verstoße, u.a. wegen Nichteinhaltung von Abstandsflächen, auch aus brandschutzrechtlicher Sicht. Bei einem Gespräch im Rathaus am 16. September wies Stadler darauf hin, dass zusätzliche Arbeiten die Gemeinde etwa 100 000 Euro mehr kosten könnten.
Gemeinderat Erhard Wawrzek beantragte, das „Drama zu beenden“ und den Antrag auf Baugenehmigung zurück zu ziehen. „Mit der Streiterei wird Vieles kaputt gemacht. Vielleicht ist ein Neubau doch besser.“ Sein Antrag soll in der nächsten Sitzung behandelt werden.
#  Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf teilte mit, dass der Freistaat den Bau kommunaler Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen mit Zuwendungen fördert. Nächstes Jahr wird voraussichtlich wieder ein Förderprogramm nach RZWas 2005 aufgelegt. Die Dringlichkeitsliste 2011 wird fortgeschrieben. Wegen der angespannten Finanzlage sieht die Gemeinde keinen Bedarf, Maßnahmen für die Wasserversorgung anzumelden, zumal nur Baumaßnahmen zur erstmaligen zentralen Wasserversorgung gefördert werden und nicht die Sanierung von Anlageteilen.
Anders sieht es beim Kanal aus. Da steht für Klingenbrunn-Bahnhof die Abwasserversorgung in dezentraler Anlage an, die mit 915 959 Euro Gesamtkosten angegeben wird. Allerdings ist sie in der Finanzplanung bis 2014 nicht drin. Gemeinderat Josef Wanninger wollte wissen, ob die Zuschüsse auch nach 2014 gewährt werden. Mit zwei Gegenstimmen wurde beschlossen, das Gespräch zu suchen, um die Förderung auch nach 2014 zu sichern.
#  Der Zweckverband der Nationalparkgemeinden legte den Fahrplan des Winter-Skibusses von Grafenau nach Mitterfirmiansreuth vor, an den die Winterigelbus-Fahrgäste Anschluss haben, und den Entwurf des Vertrages für die Saison 2011/2012. Danach beträgt der Anteil der Gemeinde Spiegelau an der kostenlosen Winterigelbus-Nutzung auf Gästekarte im Rachel-Lusen-Gebiet, gemessen an den Übernachtungszahlen, 11 652,45 Euro. Der Gemeinderat billigte den Entwurf.
#  Zwar konnte das Programm 2012 zur Städtebauförderung bei der jüngsten Sitzung nicht aufgestellt werden, weil die Zahlen für den Löwenanteil der Kosten TAZ- Vorplatz und -Kreuzung nicht vorlagen (PNP berichtete), ein paar Vorschläge kamen dennoch aus dem Gremium. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger schlug Wohnmobilplätze auf dem P+R-Parkplatz vor und Gemeinderätin Elke Proßer-Greß eine Zwischenpflanzung für die schlechten Bäume in der Kirchenallee in Spiegelau.
#  Nachträglich in die Tagesordnung aufgenommen wurde auf Antrag der CSU-Fraktion die Aussprache zum Schreiben von Heinrich Scholz vom 29.9. zur Auftragsvergabe Abbruch Leichenhaus Spiegelau an die Gemeinde (Bürgermeister Luksch, Geschäftsleiter Schreiner). Darin verwehrt er sich dagegen, für die Nichtberücksichtigung der Fa. Hilz zur Verantwortung gezogen zu werden und die negative Darstellung seines Büros in der Öffentlichkeit. Er erwartet eine öffentliche Klarstellung und Entschuldigung.
„Ich wüsste nicht, für was ich mich entschuldigen sollte. Ich habe nicht gesagt, dass man sich fragen müsse, ob man als Kommune so einen Architekten noch weiter beauftragen könne. Und für die Nichtberücksichtigung der Firma Hilz habe ich mich entschuldigt“, sagte Luksch. „Warum haben wir die Firma vergessen? Es liegt auch an uns, weil wir zu wenig informiert waren“, warf Günther Nama ein. „Eine öffentliche Entschuldigung sind wir Scholz schuldig. Es geht mir um unsere Außendarstellung. Wir sollten eine öffentliche Darstellung veranlassen“, drängte Karlheinz Roth und auch Elke Proßer-Greß sagte: „Wir sollten uns entschuldigen“.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Oktober 2011

Wunsch: Ein eigener Studiengang am TAZ - CSU-Fraktion bittet Gemeinderat um größtmögliche Unterstützung - Zufahrtswege wurden festgelegt
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Vorplatzgestaltung am Technologie- und Anwenderzentrum (TAZ) war Thema bei der Gemeinderatssitzung und der Wunsch der CSU-Fraktion, einen eigenen Studiengang in Spiegelau anzubieten.
Nachdem bereits in der August-Sitzung festgelegt worden war, nicht die bisherige Zufahrt zum früheren Sägewerksgelände zu nutzen, weil sie zu steil ist, sondern die Zufahrt gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des Anwesens Döringer, wurde diese „Favorisierung einer großräumigen Zufahrt“ per einstimmigen Beschluss jetzt auch manifestiert.
Was in der Planung bislang noch ausstand, waren die Zufahrtsmöglichkeiten für Feuerwehr, Servicedienste und Schwerlaster, die die Schmelzhalle und die Labors beliefern. Architekt Klaus Bauer, freier Landschaftsarchitekt Michael Heintz vom Büro Plankreis und TAZ-Leiter Michael Fuchs stellten dazu ihre Überlegungen vor.
Bauer formulierte die Anforderungen an die Zufahrts- und Rettungswege. Die Anlieferung für die Schmelzhalle muss zwei Mal pro Woche von der Nordseite her für 40-Tonner möglich sein, der Labortrakt hat mehrere drei Meter breite Tore. Jedes einzelne muss ein Mal pro Woche von einem 20-Tonner angefahren werden können. Im Norden des Gebäudes sind die Elektroinstallationen und Trafos. Diese müssen für ein Serviceteam mit einem Sprinter, Ducato o.ä. erreichbar sein. Diesen Anfahrtsweg braucht auch die Feuerwehr, um bei einem Brand Anleitern zu können und das 1. Obergeschoß des Verwaltungsgebäudes zu erreichen.
„Im Prinzip müsste man rund ums Haus befestigen. Aber das ist weder schön, noch topographisch einfach“, gab Heintz zu bedenken. Eine erste Überlegung war, den 40-Tonner von der Bahnhofstraße her aufs Gelände fahren zu lassen. Aber an der Nordseite ist ein Höhenunterschied von 2,30 Metern. Der Laster müsste eine Rampe mit 11,6 Prozent Steigung überwinden.Deshalb sah Heintz‘ wohl praktikablerer Vorschlag vor, vom Bahnhof aus nur eine Stichstraße, die mit Rasengittersteinen belegt ist, in Richtung Schmelzhalle zu bauen und diese mit einem Wendehammer abzuschließen. Den Höhenunterschied zu den restlichen Gebäuden könnte über eine Mauer abgeschlossen werden. „Wir hätten dadurch weniger versiegelte Flächen, weniger Kosten und bei den Nutzern von der TAZ sind wir mit diesem Vorschlag auch auf offene Ohren gestoßen“, bemerkte Heintz.
Bei „Kosten“ wurde auch Bürgermeister Josef Luksch hellhörig. Doch der Landschaftsarchitekt konnte dazu noch keine näheren Angaben machen, weil die Berechnung des Statikers noch ausstehe. Mangels Zahlenmaterial wurde dann auch der Tagesordnungspunkt „Programmaufstellung 2012 zur Städtebauförderung “ nur am Rande behandelt, denn da nehmen TAZ-Vorplatz und -Kreuzung den Löwenanteil bei den Kosten ein.
„Die Einfahrt mitten in der Bahnhofkurve ist ein Unding“, wetterte Gemeinderat Erhard Wawrzek. „Die spitze Zufahrt und wenn dann auch noch Schneewände die Sicht behindern - das ist gefährlich.“ Er schlug vor, die Fahrzeuge über die Hoffläche vor dem Campus zu leiten. „Am Campus in Teisnach haben wir das mit einem Pfosten gelöst, den man bei Bedarf umlegen kann“, nahm Fuchs den Vorschlag auf und stellte den „Fuchs-Weg“ vor. „Die 40-Tonner fahren direkt von der oberen Zufahrt zur Schmelzhalle und Feuerwehr und Serviceteam fahren eine Schlangenlinie von der oberen Zufahrt, entlang des Labortrakts und der Verwaltung über den Campus an die Nordseite.“ Diese Lösung fand die Zustimmung des Gemeinderats.
Nach der Abwicklung der Vorplatzgestaltung berichtete der TAZ-Leiter über die Vorhaben, die heuer noch anstehen: „Am 3. November wollen wir das Bürogebäude beziehen, Mitte bis Ende November das Labor. Da wollen wir eine Form für die Präzisionsblankpresse zur Verfügung haben, die derzeit in Teisnach gebaut wird. Bei der Schmelzhalle, der ‘kleinen Glashütte‘, geht es in die Feinplanung. Die Abgasregelung und die Sauerstofftanks bedürfen noch der Klärung. Durch den Besuch von Vertretern der Uni Bayreuth (PNP berichtete) konnten wir zwei Projekte auf den Weg bringen. In der ersten Dezemberwoche wollen wir ein Seminar für Studenten der Hochschule Deggendorf (HDU) und der Uni Bayreuth anbieten und ihnen damit die Möglichkeit eröffnen für ein zusätzliches Studium im Glasbereich. Außerdem soll heuer noch ein Fachsymposium für Maschinenbauprofessoren oder Chemiker stattfinden.“
In diesem Zusammenhang brachte CSU-Fraktionssprecher Karlheinz Roth einen Antrag ein, dass der Gemeinderat eine enge Kooperation zwischen dem TAZ Spiegelau und dem Weiterbildungszentrum der HDU, DIMT, so weit wie möglich unterstütze. Langfristig solle, ähnlich dem Studiengang Mechatronik in Cham, ein eigener Studiengang in Spiegelau etabliert werden. Der gesamte Gemeinderat sicherte die Unterstützung zu.
Gemeinderat Kurt Hobelsberger bat TAZ-Leiter Fuchs, beim Einstellen von Personal, ein Auge darauf zu werfen, ob Feuerwehrleute zum Zuge kommen könnten. „Wir haben untertags wirklich Personalprobleme, wenn wir zu Einsätzen ausrücken müssen, weil einfach zu viele auswärts arbeiten. So hätten wir im Fall der Fälle schon Feuerwehrleute vor Ort im TAZ.“ Fuchs sicherte zu, darauf zu achten.

Goldener Oktober auf den Schachten
Nationalparkranger zeigen Oberkreuzbergern „Perlen im Waldmeer“
Oberkreuzberg. 65 Oberkreuzbergerinnen und Oberkreuzberger waren der Einladung gefolgt, sich die Waldentwicklung im Erweiterungsgebiet des Nationalparks anzusehen. Über Buchenau ging es per Bus zur Hirschbachschwelle. Dort konnte man sich einen Eindruck über die Folgen der letzten Stürme und der darauf folgenden Borkenkäferbekämpfungsmaßnahmen verschaffen. Die Nationalparkranger Michael Schreder und Günter Sellmayer beantworteten viele Fragen zur Naturverjüngung und Waldentwicklung. Sie gestalteten die Führung so, dass man den Blick weiten, Perspektiven erkennen und seine Meinung aufgrund eigener Erfahrung weiter bilden konnte. Engagiert warben sie dafür, der Natur Zeit zu lassen, ihren eigenen Weg zu gehen.
Viele der Teilnehmer waren bereits bei der „Urwaldwanderung“ dabei und hatten dort mit eigenen Augen sehen können, welche Vielfalt die Natur auch auf „zerstörten“ Flächen hervorbringt, wenn man sie nur lässt. Es war aber auch Platz für die Gefühle der Waidler, den Wald, der schon ihre Kindheit und Jugend geprägt hat, vergehen zu sehen und die Sorge, einen „neuen Wald“, wie immer der aussehen mag, noch zu erleben.
Die Diskussionen waren lebhaft und offen, auch schwierige Fragen wurden erörtert. Dabei kam aber die Freude an der wunderbaren Natur, nicht zu kurz.
Die Wanderung führte über den Zwieselter Filz zum Kohlschachten. Eine Baumgruppe war der ideale Ort für eine Brotzeit. Weiter ging es über den wie verzaubert in der Sonne liegenden Latschensee zum Hochschachten un d hinunter zum Radlparkplatz Hochschachten, wo der Bus für die Heimreise nach Oberkreuzberg wartete.  - hb


PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Oktober 2011
„Das Sichtbare und das Unsichtbare“
Ausstellung im Alten Rathaus -Drei Bayerwald-Künstler präsentieren ihre Werke bis 6. November
Pfarrkirchen/Grafenau. Beziehungen sichtbar machen und Begegnungen ermöglichen - dies sei das Ziel der Ausstellung „Das Sichtbare und das Unsichtbare - Glas und Malerei aus dem Bayerischen Wald“, betonte Bürgermeister Georg Riedl bei der Ausstellungseröffnung im Alten Rathaus. Die drei Künstler Annemarie Pletl, Klaus Büchler und Dr. Manfred Wöhlcke stellten ihre Werke einem kunstinteressierten Publikum vor.
Zur Vernissage begrüßte Bürgermeister Georg Riedl zahlreiche Gäste, unter anderem auch Amtskollegen aus dem Bayerischen Wald. Zwischen den gekonnten Musikbeiträgen von Michael Brunnbauer aus Spiegelau auf dem Akkordeon schaffte es Karl-Heinz Reimeier aus Grafenau in seiner Laudatio allen drei Künstlern gerecht zu werden. Eines könne man trotz aller Unterschiedlichkeit allen drei Akteuren bescheinigen, meinte der Laudator: ihre Leidenschaft, mit der sie ihre unter die Haut gehenden Werke schaffen.
Dr. habil. Manfred Wöhlcke verbrachte den größten Teil seiner Jugend in Brasilien, studierte Soziologie, Psychologie und Romanistik und hospitierte an der Kunstakademie. In seinem Bauernhof in Hinterschmiding schaffe es der Künstler, „das innere Flair des Bildes zum Leben zu bringen“, erzählte Reimeier. Er habe den „kreativ unruhigen Geist“ bei einem Besuch erlebt und bewundere sein handwerkliches Können bei der Malerei. Die in Regen lebende Annemarie Pletl bezeichnete der Laudator als eine Künstlerin, deren Ursprünge schon in der Schulzeit zu suchen seien. Eine heimelige Atmosphäre kennzeichne ihr Atelier. Im Mittelpunkt ihrer Malerei stehe hauptsächlich die Darstellung von Landschaften und Personen. Erst ab 1990 habe sich die Künstlerin intensiv mit der Malerei beschäftigt und 2006 ihr Kunststudium abgeschlossen. Im Laufe ihres Schaffens konnte sie immer mehr vereinfachen, reduzieren und brachte ihre Werke damit auf den Punkt. Abschließend zitierte Reimeier die Künstlerin mit den Worten: „Irgendwann z’reißt’s mich noch vor Ideen“.
Mit Material „aus dem Boden seiner Heimat“ arbeite Klaus Büchler. Der Künstler aus Spiegelau sei immer eigene Wege gegangen und schuf so Glasobjekte in unvergleichlicher Art. Seit 1973 betreibe der Kulturpreisträger des Landkreises Freyung-Grafenau eine eigene Werkstatt und gehe als Glasveredler einen schnörkellosen Weg. Glas und die Schleifscheibe gehörten für Büchler zusammen, meinte der Laudator. - red
Geöffnet ist die Ausstellung im Alten Rathaus bis 6. November, dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr sowie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 15 bis 18 Uhr.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 17. Oktober 2011

Wo der Urwald am Schönsten ist
Ökumenische meditative Wanderung
Spiegelau. Das Wetter war am Samstag wie bestellt - ein strahlender Herbsttag. 16 Einheimische und Gäste hatten sich am Igelbus-Parkplatz eingefunden, um gemeinsam mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Pfarrer Rupert Wimmer und Nationalparkranger Günter Sellmayer mit allen Sinnen ein Stück heimischen Urwalds zu erwandern und erspüren.
Nach kurzer Anfahrt zum Taferlruck begann nach einer besinnlichen Einstimmung die eigentliche Wanderung. Ein Stück ging es noch auf einer Forststraße dahin, man durchquerte dabei ein Stück Wald, das erst relativ frisch vom Borkenkäfer befallen ist und wo Pionierpflanzen wie Eberesche und Birke in Baumstärke vorkommen.
Der unwegsame Pfad schlängelte sich dann seitwärts durch ein ebenfalls durch Windwurf und Borkenkäfer geschädigtes Waldstück, in dem die Verjüngung schon weiter gediehen ist, die Artenvielfalt aber durch die noch und wieder vorhandene Fichtenmonokultur recht gering ist. Auf die Schnelle konnte die Gruppe gerade mal ein Dutzend Arten sehen. Je tiefer es aber in den Wald hinein ging und je älter die Windwurfflächen waren, umso vielfältiger wurde der Wald. Schließlich kamen die Wanderer an Stellen, an denen auf wenigen Quadratmetern so viele Pflanzenarten zu sehen waren, dass sie kaum noch gezählt werden konnten.
So lernten die Teilnehmer, was unter Biodiversität zu verstehen ist. Sie konnten auch ganz praktisch erleben, was Rannenverjüngung ist, und weshalb es so wichtig ist, dass gerade im Hochlagenwald abgestorbene Stämme liegen bleiben. Kleine Andachten und passende Verse aus der Bibel, wie z.B. der Psalm 23 ( Der Herr ist mein Hirte ...), vorgetragen in einer Bachaue, begleiteten die Wanderung und erinnerten daran, dass dieser Wald, auch dieser „Verhau“ Gottes Schöpfung ist. An einer besonders schönen Stelle mitten im Jungwuchs sang die Gruppe „Lobet den Herren ...“, ein Kirchenlied, das evangelischen und katholischen Christen gleichermaßen bekannt ist.
Weiter ging es am Bachlauf entlang, auf einem bedenklich schwankenden Brett über den Bach hinüber und zurück zu den Bussen. Nach einem ökumenischen Segen und um eine schöne Erfahrung reicher, fuhr ein Teil der Gruppe weiter zur Racheldiensthütte, die Anderen kehrten nach Spiegelau zurück.  - hb


PNP Grafenauer Anzeiger vom 13. Oktober 2011
CSU: Luksch schiebt Schwarzen Peter weiter - Spiegelauer Gemeinderatsfraktion nimmt Stellung zur Erklärung des Bürgermeisters zur Klärwerksbau-Schlussrate
Spiegelau. Fast 14 Tage nach der Erklärung von Bürgermeister Josef Luksch zur Schlussrate für den Klärwerksbau im Grafenauer Anzeiger nahm jetzt die CSU-Gemeinderatsfraktion mit ihrem Sprecher Karlheinz Roth dazu Stellung.
Die Aussagen Lukschs seien bei der CSU auf Verwunderung und Unverständnis gestoßen. „Bedauerlicherweise gewinnen wir zunehmend den Eindruck, dass bei uns in der Gemeinde immer alle anderen die Schuldigen sind, nur nicht der 1. Bürgermeister“, so CSU- Fraktionssprecher Roth. Anstelle sich klar zu seiner Verantwortung zu bekennen, werde die Entschuldigung mit weiteren Botschaften verknüpft, die den Schwarzen Peter in der Sache dem Eindruck nach anderen zuschiebt. „So eine Entschuldigung ist allenfalls als halbherzig einzustufen“, äußerte sich 2. Bürgermeister Kurt Zettl im Rahmen einer Diskussion innerhalb der CSU-Fraktion zu dieser Thematik.
„Der 1. Bürgermeister Josef Luksch bezieht sich bei seinen Ausführungen auf die Gemeinderatssitzung vom 25. Oktober 2007. In dieser Sitzung hatte sich Luksch selbst dafür ausgesprochen, nicht alles umzulegen, da sich bereits eine deutliche Reduzierung der Baukosten abzeichnen würde“, so stellvertretender Fraktionssprecher Thomas Robl. „Damals wurde noch von 1,71 € pro Quadratmeter Grundstücksfläche und von 4,06 € pro Quadratmeter Geschossfläche ausgegangen. Heute sind es 1,98 € pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 4,79 € pro Quadratmeter Geschossfläche. Dies entspricht einer Steigerung von über 16 %.“
Auch sei es der 1. Bürgermeister selbst gewesen, der es in der Folge durch die Verhängung der Auskunftssperre den Gemeinderäten und auch seinen Stellvertretern unmöglich machte, sich über die aktuellen Kostenentwicklungen bei der Verwaltung fortlaufend zu informieren.
Nach Auffassung der CSU stellten die Ausführungen des 1. Bürgermeisters einen erneuten Versuch dar, vom Wesentlichen abzulenken. „Die Kernfrage für uns bleibt: Wenn er selbst schon 2007 davon ausgegangen ist, dass die Kosten für das Klärwerk höher sind, als von ihm selbst damals behauptet, warum hat er dann nicht schon längst den Bürgern reinen Wein eingeschenkt? Denn: Nicht die Gemeinderäte waren es, die noch bis vor kurzem in der Bevölkerung den Eindruck erweckten, dass nur noch eine Schlusszahlung in Form einer kleinen Rate fällig wird.“
Die Reaktion des 1. Bürgermeisters auf den Einkommensvergleich mache zudem deutlich, dass Josef Luksch immer noch nicht das wahre Ausmaß der Problematik erkannt hat. „Gerade weil die Herstellungsbeiträge unabhängig vom Haushaltseinkommen erhoben werden, stellt sich die Frage, wie die Bürger die Rechnungen bezahlen sollen, die selbst kein Bürgermeistergehalt zur Verfügung haben“, so Roth weiter.
Die CSU-Fraktion fordere deshalb Luksch dazu auf, ein Ratenmodell zu entwickeln, das insbesondere auch diejenigen Bürgerinnen und Bürger und Betriebe entlastet, deren finanzielle Situation angespannt ist. „Die Fälligkeit einer möglichen ersten Rate noch in diesem Kalenderjahr scheidet dabei für uns aus“, erklärt Roth.
 - red


Bürgerversammlung zum Klärwerk am 11.11.
Spiegelau. J
etzt steht der Termin für die Bürgerversammlung in Sachen Klärwerk Spiegelau fest: sie ist am Freitag, 11. November, um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Spiegelau. Dort wollen die Zweckverbandsvorsitzenden Bürgermeister Josef Luksch und Bürgermeister Helmut Vogl über die Finanzierung und Berechnung der Beiträge aufklären. Eine erste Information haben Luksch und Vogl in einem Faltblatt zusammengefasst, das dieser Tage an alle Anschlussnehmer rausgeht. - ul


PNP Grafenauer Anzeiger vom 12. Oktober 2011

Applaus für die bairische Weltg‘schicht
Pfarrer Rupert Wimmer las beim „Ökumenischen Herbst“ aus Michl Ehbauers Werk
Spiegelau. Die evangelische Martin-Luther-Kirche füllte sich am Freitag Abend zur Lesung der „Bairischen Weltg‘schicht“ mit Musik mit Interessierten aus beiden Konfessionen. Diakonin Gabriela Neumann-Beiler begrüßte die Gäste. Die Familienmusik Wolf aus Klingenbrunn-Bahnhof führte mit ihrer Musik einmal rund um die Welt. Mit Harfe, Hackbrett, Zither, Bass, Blockflöte, Tinwhistle (irische Flöte),Gitarre und Geige zeigte sie ihr Können. Dabei konnte man ihre Freude am Musizieren spüren. Lang anhaltender Beifall zum Schluss belohnte die Darbietung.
Dazwischen trug Pfarrer Rupert Wimmer eine von ihm teils umgeschriebene, teils aktualisierte Fassung dreier Geschichten aus der „Bairischen Weltg‘schicht“ des unvergessenen Michl Ehbauer vor. Es geht dabei um die biblische Geschichte der Welt humoristisch in Versform und bairischer Mundart.
Der gefallene Engel Luzifer, der im Himmel einen Krieg anzettelte und eine bittere Niederlage erlitt, der Regensburger Bäckermeister Lot, den es der Liebe wegen nach Sodom verschlagen hatte und der tapfere und furchtlose David mit seiner Schleuder wurden so lebendig, dass man meinte, man stecke mittendrin.
Mit Brot, Wein oder Wasser und angenehmen Gesprächen beschloss man den schönen, gemeinsamen Abend, der im Rahmen des „Ökumenischen Herbstes Spiegelau“ stattfand. Die nächste Veranstaltung ist am kommenden Samstag um 10 Uhr eine „Meditative Urwaldwanderung“ ab dem P+R Spiegelau. Anmeldung: Tel.  0700/00776655. - hb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 1. Oktober 2011

Luksch: Erklärung und Entschuldigung - Hohe Schlussraten für den Klärwerksbau: Spiegelauer Bürgermeister legt Vorgang noch einmal explizit dar
Spiegelau. In Spiegelau gibt es weiter Aufregung. Grund ist die Diskussion um die Umlegung der Kosten des Klärwerksbau auf die Gemeindebürger (wir haben berichtet). Bürgermeister Luksch wurde im Gemeinderat zum Vorwurf gemacht, dass er mehrmals kommuniziert habe, dass er nur noch zu einer kleinen Schlussrate komme. „Mit Sicherheit kann ich feststellen, dass ich niemals gesagt habe, dass es zu einer Rückerstattung kommen werde. Sollte ich durch Sachverhaltsschilderungen oder aber vielleicht durch eine unbedachte Aussage den Eindruck erweckt haben, dass die Abschlusszahlung nur mehr ein kleiner Betrag sei, dann bitte ich hierfür um Entschuldigung“, so Luksch in einem Leser-Brief an den Grafenauer Anzeiger.
Der Zeitungs-Artikel erwecke den Anschein, als ob der Gemeinderat in seiner Gesamtheit nicht über den Kostenrahmen des Klärwerkneubaues informiert war. Dies sei nicht zutreffend. Bereits in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 25.10.2007 wurde mit 12 zu 0 Stimmen eine Beitragssatzung für die Verbesserung und Erneuerung der Kläranlage des Zweckverbandes Spiegelau beschlossen. Dies sei durch das Protokoll belegt.
Gemeinderat wurde umfassend informiert
Der Gemeinderat sei über vorläufige Kosten der Maßnahme in Höhe von 4 829 990 Euro informiert worden. „An staatlichen Zuschüssen waren zu diesem Zeitpunkt 570 500 Euro zu erwarten. Somit waren also voraussichtliche Gesamtkosten in Höhe von 4 259 490 Euro zu erwarten.Die Hälfte ergibt einen Betrag von 2 129 745 Euro, der auf die angeschlossenen Haushalte zu verteilen war“.
Bis zum Oktober 2007 seien Baukosten in Höhe von ca. 3,2 Millionen Euro angefallen. Nachdem sich allerdings durch die Vergabesumme des Hauptgewerks „Baumeisterarbeiten“ eine Reduzierung der Gesamtkosten abgezeichnet habe, kam der Gemeinderat überein, vorläufig nur die bis zu diesem Zeitpunkt angefallenen Baukosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro, abzüglich der damals bereits erhaltenen staatlichen Zuschüsse in Höhe von 300 000 Euro, als Grundlage für die Erhebung von vorläufigen Beiträgen anzunehmen.Aus diesen Vorgaben errechneten sich Beiträge für Grundstücksflächen in Höhe von 1,16 Euro je Quadratmeter und für Geschossflächen in Höhe von 2,77 Euro je Quadratmeter. Außerdem wurde durch den Gemeinderat festgelegt, dass diese vorläufigen Beiträge auf die Dauer von drei Jahren in drei Raten festzusetzen seien.
„Ich habe in der damaligen Sitzung auch darauf hingewiesen, dass natürlich auch eine Verzinsung der Investitionssumme umgelegt werden muss.“ Nachdem aber die Zinssätze des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau erheblich niedriger, als bankübliche Zinsen für Privatleute waren, einigte man sich im Gemeinderat auf eine gleichbleibende, auf drei Jahre verteilte, Aufteilung der vorläufigen Beiträge.
Auch sei in öffentlicher Sitzung des Gemeinderates festgestellt worden, dass der Zweckverband Klärwerk die Endsumme der Investitionsmaßnahme noch nicht festgelegt habe und somit ein Satzungserlass durch den Gemeinderat nicht möglich sei. In der Sitzung des Zweckverbandes Klärwerk Spiegelau am 20.12.2010 sei der Verbandsversammlung der geprüfte Verwendungsnachweis dieser Bausumme bekannt gegeben worden und auch die erzielte Zuschusshöhe.
„Steht alles in
den Protokollen“
Die Diskussion im Gemeinderat sei legitim, auch die kontroverse Diskussion. „Beiträge, die sich jedoch auf persönliche Einkommensverhältnisse beziehen, sind mehr als unangebracht, denn die Beitragshöhe richtet sich ausschließlich nach Grundstücks- und Gebäudegröße.“Luksch verweist in diesem Zusammenhang auf die Internetseite der Gemeinde. „Im dortigen Pressespiegel möchte ich auf den Artikel des Grafenauer Anzeigers (19.11.2004) über die Bürgerversammlung 2004 im Gasthaus Würzbauer verweisen.„Dort spreche ich immer von einem Einfamilienhaus in meiner Größe. Für dieses Gebäude habe ich bereits 2004 einen Gesamtbeitrag in Höhe von 2500 bis 3000 Euro geschätzt. Diese Daten habe ich immer genannt. Nach den bisherigen Berechnungen wird sich für mich ein Verbesserungsbeitrag von 3184 Euro ergeben.“ - an
Laut Bürgermeister Luksch erhalten die betroffenen Haushalte Ende nächste Woche eine Postwurfsendung vom „Zweckverband Klärwerk“ mit einer Auflistung der Kosten.

Wenn die Sonne den Mond grüßt - Ökumenische meditative Wanderung auf den Lusen
Spiegelau. Inzwischen ist es schon fast Tradition geworden: Gute zwei Dutzend Frauen und Männer machten sich am vergangenen Sonntag Abend auf den Weg, um gemeinsam mit Diakonin Gabi Neumann-Beiler, Pfarrer Rupert Wimmer und Nationalparkranger Günter Sellmayer den Lusengipfel zu erklimmen.
Aber es ging nicht um sportliche Leistung, sondern um gemeinsame spirituelle Erfahrung. Deshalb ließ man sich Zeit und machte Pausen, um sich auf Gottes Schöpfung einzulassen. Kleine Andachten und besinnliche Texte begleiteten die Wanderung. Günter Sellmayer beantwortete fachkundig Fragen zur natürlichen Waldentwicklung.
Am Gipfel angekommen konnte die Gruppe einen beeindruckenden Sonnenuntergang erleben. Die beiden Geistlichen begleiteten diesen mit einer Meditation und sangen für die Gruppe das „Magnificat“. In guter christlicher Tradition teilte man miteinander Brot und Wein (und natürlich auch etwas Alkoholfreies).
In der einbrechenden Dunkelheit machte man sich langsam auf den Heimweg. Vom wolkenlosen Himmel schienen die Sterne und sorgten für die angemessene besinnliche Stimmung. Mit einem gemeinsamen Lied, Gebet und Segen verabschiedete man sich schließlich voneinander - bis zum nächsten Mal. - hb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. September 2011
Hat die TAZ-Zufahrt zu viele Ecken und Kanten? - Diskussion im Gemeinderat Spiegelau: Architekt soll in einer der nächsten Sitzungen die Vorplatzgestaltung der Glas-FH noch einmal genau erläutern
Spiegelau. Große Bedenken gegen die Planung der Umfeldgestaltung zum TAZ in Spiegelau meldete Erhard Wawrzek in der vergangenen Ratssitzung an. Zu viele Ecken und Rangierengpässe würden die Vorlage des Plankreises kennzeichnen.
Für einen reibungslosen Ablauf bei An- und Ablieferungen sollten aber nicht bis zu neun rechtwinkelige Kurven zu umschiffen nötig sein, so Erhard Wawrzek. Alternativ wäre es seiner Ansicht nach möglich, bei Verlegung der Haupteinfahrt viele Probleme auf einmal zu beseitigen. Dafür müsste allerdings das verbliebene und noch bewohnte Haus im Gelände auch abgerissen werden. Zwar gab es im Gremium Unklarheit darüber, ob die Kritik Wawrzeks nicht ohnehin an den späteren Realitäten vorbei gehe, weil etwa zu den Laboren keine größeren Anlieferungen stattfinden würden oder die Nordseite der Schmelzhalle gar keine großen Lasten mehr erhielte. So könnte etwa die angedachte Befestigung mit Rasengittersteinen für eine Feuerwehrzufahrt durchaus auch reichen und die früher eingeplante aufwendige Anbindung an die Bahnhofsstraße entfallen.
Dennoch will Bürgermeister Josef Luksch in einer folgenden Sitzung noch einmal den Architekten laden, damit erst der Sachstand genau geklärt wird, bevor über Probleme diskutiert wird, die vielleicht gar nicht so groß sind. Optimierungsmöglichkeiten sollen aber durchaus auch weiter eingeplant werden.
Bürgermeister Josef Luksch informierte dazu, dass die Erneuerung der Toranlage für das Feuerwehrhaus Klingenbrunn an den günstigsten Bieter vergeben wurde. In Bälde beginnt der Einbau. Der Rat stimmte dem zu. Ebenso verhielt es sich mit der Sanierung des Daches am Gemeinde- und Pfarrzentrum Oberkreuzberg.
Unter Verschiedenes und Anfragen bat Wirtschaftsreferent Kurt Hobelsberger darum, bei der Vermarktung des fertigen neuen Industriegebietes am Ball zu bleiben. Er selbst sei verschiedentlich an Firmen dran gewesen, allerdings habe sich etwa die Verkehrsanbindung zur Autobahn immer noch als ein Problem herausgestellt. Man solle aber über Internet und Flyer hier zusätzlich das Angebot präsentieren.
Bewerbungen gab es aus der Bevölkerung schon mehrfach um einen Hausmeisterposten am TAZ. Hobelsberger fragte da nach der Zuständigkeit an. Luksch verwies auf die Betriebs-GmbH, die das bei Bedarf ausschreiben werde.
Hobelsberger bemängelte, dass mit der Laternenabschaltung an manchen Stellen über das Ziel hinaus geschossen worden sei. Wichtige Kreuzungen und der Kreisverkehr sollten wieder in sicherndes Licht getaucht werden, so seine Anregung. Dazu habe es für Unmut gesorgt, dass nach dem Abschalten im Ortsbereich doch im Kurpark zeitweilig sinnlos das Licht gebrannt habe. Hier wurde an der eigenen Zeitschaltuhr aber bereits nachgeregelt. An anderen Stellen könne aber beraten und auch wieder bei Bedarf angeknipst werden.
Zu einem Schreiben der Kommune, bei Vereinsfesten müsse künftig ein Verbrauchszähler zu Wasser und Strom laufen, regte Josef Apfelbacher an, mit Pauschalen zu arbeiten. Es könne schnell unverhältnismäßig werden, wenn ein Kubikmeter dann 100 Euro für den Wasserwart kosten würde. Das Schreiben war Ergebnis eines Beschlusses im Sinne der Gleichbehandlung aller Abnehmer, so Luksch, aber es soll dennoch auch bei kleinen Verbräuchen pragmatisch gehandelt werden.
Eine Anfrage Apfelbachers drehte sich um PV-Anlagen auf Vereinsdächern, wenn das Gebäude dem Verein, der Grund aber der Kommune gehört. Hier soll jeweils zu den Gegebenheiten beraten werden. - hpd

PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. September 2011

Der dicke Batzen kommt zum Schluss - Statt einer kleinen End-Rate müssen die Spiegelauer bei der Kläranlagenumlage noch tief in die Tasche greifen Von Hermann Haydn und Andreas Nigl
Spiegelau. Eigentlich sollten die Spiegelauer Bürger nach drei Jahren des kräftigen Griffes in die Umlagetasche nun nur noch eine kleinere Schlussrate für das neue Klärwerk erwarten dürfen. Davon habe Bürgermeister Josef Luksch laut Aussage anderer Räte stets gesprochen. Aber nun gab es die Überraschung. Von den tatsächlichen Kosten sind erst etwa 55 Prozent bezahlt. Im Gemeinderat gab es am Montag dafür heftige Kritik am Zweckverbandsvorsitzenden und Bürgermeister Luksch.
Die Vermutung, dass noch kommen könnte, lag schon länger in der Luft. Aber die in der Haushaltsberatung genannte Zahl, die als durchlaufender Posten ursprünglich mit 600 000 Euro angesetzt war, und nach heftigen Beratungen immerhin auf 750 000 Euro erhöht wurde, war dennoch längst nicht das Ende der Fahnenstange der Summe, die den Bürger jetzt noch erwartet. Statt dessen stehen aus 4,5 Millionen Euro Baukosten, 679 000 Euro Finanzierungsaufwand und 15 000 Euro Honoraren auch nach kleineren Korrekturen immer noch etwa 1 120 000 Euro zur Überweisung an den Zweckverband an.
Statt 600 000 nun
1,12 Millionen offen
Karlheinz Roth machte die neue Rechnung an einem Beispiel auf, bei dem ein Hausbesitzer bisher drei mal 925 Euro gezahlt hatte und nun statt erwarteten einigen hundert Euro noch eine Schluss-Rate von 2033 Euro aufgebürdet bekäme. Ein Raunen ging durch den Sitzungssaal, als die knapp 20 Zuhörer des Abends das präsentiert bekamen.
Eigentlich hätte an diesem Abend die Satzung zu den Beiträgen beschlossen werden sollen. So weit kam es jedoch nicht. Karlheinz Roth sprach an die Adresse von Josef Luksch von einem „deutlichen Vertrauensmissbrauch“. In der Bevölkerung rumore es. Viele fragten ihn: „Stimmt das wirklich ...?“ Er lehne es aber ab, als Rat dafür Verantwortung zu übernehmen oder einer Satzung unter diesen Vorgaben abzusegnen. Erst solle Luksch auf einer außerordentlichen Bürgerversammlung Rede und Antwort dazu stehen, wie diese neue Realität dem Bürger vermittelt werden könne.
Erhard Wawrzek hatte schon früh zu den Warnern gehört, die auf ein ungeahnt dickes Ende hinwiesen. Auch er hatte bei passender Gelegenheit immer nachgefragt, ob die Bürgermeisteraussage von der kleinen Schluss-Rate wirklich Bestand haben könnte. Zwar sei er selbst seit drei Jahren im Zweckverband gesessen, aber bei nur drei Sitzungen und abgeblockten Anfragen beim Kämmerer habe er lediglich die Auskunft erhalten, der Bürgermeister habe einen Auskunftsstopp verfügt. Die ganze Wahrheit hätten nun aber doch erst die Satzungsberatung zu Tage gebracht. Wawrzeks Kommentar gegenüber der Verschwiegenheit des Bürgermeisters: „Sie hätten es gewusst!“
Nun habe sich herausgestellt: Der Haushaltsansatz sei grundsätzlich falsch, die vorgelegten Zahlen im Verband noch nicht abschließend geprüft und die Finanzierungskosten schienen ihm zudem zu hoch gegriffen. Vor einer Prüfung könne er deshalb gar nicht zustimmen.
Räte beklagen Informationssperre
Bürgermeister Luksch bestätigte die Anweisung an die Verwaltung, keine Auskünfte mehr zu geben, das habe aber andere Gründe. Es sollten nicht durch größere Anfragen die Verwaltungsabläufe lahm gelegt werden.
Als eine Ablenkung vom Wesentlichen bezeichnete das Karlheinz Roth. Wichtig sei nun, dass sich der Bürger falsch informiert fühle. Schließlich habe auch nicht jeder ein Bürgermeistergehalt zur Verfügung, sondern es gebe auch alleinlebende Rentner mit Haus, die von kleinen Altersgeldern die Summe zusammenkratzen müssten. Firmen müssten mit bis zu 30 000 Euro offener Beträge noch rechnen, so Wawrzek, statt wieder ohne kommunale Beteiligung kalkulieren zu dürfen. Auch Elke Proßer-Greß bestätigte, dass die Bürger wirklich von einem kleineren Restbetrag oder gar einer Rückzahlung ausgegangen seien. Es brauche nun Offenheit, zum Zahlenwerk zu stehen, auch wenn die Investitionssumme doch stets richtig kalkuliert gewesen sei. Man müsse künftig mit Zahlen vorsichtiger umgehen, auch wenn sie davon ausgehe, dass er, Luksch, den Bürger nicht habe anlügen wollen.
Josef Wanninger machte klar; wenn erst gut die Hälfte bezahlt sei, dann werde es Stundungsanträge geben. Daraus resultierende Kosten würden auch am Haushalt hängen bleiben. Und Kurt Hobelsberger meinte: „Irgendwann ist der Ofen aus. Da steign’s uns auf’s Dach!“ Karlheinz Roth klärte auf: Irgendwie werde auch die Frage nach Zinsen immer am Bürger hängen bleiben. Entweder es werde die Schluss-Summe wieder auf längere Raten gestreckt, dann würden die Zinsen zusätzlich umgelegt, oder die Zahlung an den Zweckverband laufe nicht ein, dann münze sich das in höhere Abwassergebühren um. Man werde den unbequemen Weg schlussendlich auch mitgehen müssen. Aber die Verantwortung liege nicht beim Rat.
Verwundert über Emotionen
Lediglich Günter Schmid fügte an, da helfe jetzt auch keine Bürgerversammlung. Man müsse besser auf den Bürger zugehen, damit Möglichkeiten gefunden würden, wie die Summen leichter zu tragen wären. Er gab neben Bürgermeister Luksch die einzige weitere Stimme für eine Satzungsverabschiedung ab, während der gesamte restliche anwesende Rat erst eine außerordentliche Bürgerversammlung durchsetzte.
Er sei schon etwas verwundert, dass die Emotionen in der Sitzung derart hochgekocht seien, sagte Bürgermeister Luksch gestern auf Anfrage des Grafenauer Anzeigers. Es sei nicht einfach, die Bürger mit Abgaben zu belasten. Der Neubau des Klärwerks sei aber notwendig gewesen.
Laut Sitzungsprotokoll seien am 25. Oktober 2007 einstimmig die Höhe der vorläufigen Verbesserungsbeiträge beschlossen worden. Im Februar 2008 seien dann die ersten Bescheide an die Bürger verschickt worden - auch vorläufig. Die damals aufgelaufene Bausumme habe bei 3,2 Millionen Euro gelegen.
„Die genaue Endabrechnung habe man erst in diesem Sommer auf den Tisch bekommen“, so Luksch weiter. Möglicherweise habe die Tatsache, dass er mehrmals betont habe, dass die Gesamtsumme die vorausgeplanten 4,8 Millionen Euro nicht überschreiten werde, falsche Hoffnungen bei manchen geweckt.
Er werde bis zur Bürgerversammlung die ganzen Beschlüsse des Gemeinderates noch einmal durchschauen, um dann genau Auskunft geben zu können. Der Termin für die Versammlung stehe noch nicht fest. Angesprochen auf die Tatsache, dass auch auf die Kommune als großem Grundstücksbesitzer höhere Kosten als im Haushalt vorgesehen zukommen könnten, meinte Luksch: Möglicherweise müsse das durch einen Nachtragshaushalt geregelt werden.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. September 2011

In Spiegelau war die CSU „grün“ - Australische Delegation der Charles Sturt University (CSU) wohnte dem Richtfest des TAZ bei
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Mit einem großen Bahnhof wurde am Freitag das Richtfest an der Glas-FH gefeiert. Am Rande hat sich eine lustige Anekdote ereignet, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollten.
Es ist ja immer wieder einmal ein Thema, das die Bayern bewegt, ob konservative Politik nicht zwangsläufig auch schon ein wenig grüne Politik ist, weil Bewahren sich ja nicht nur auf kulturellen oder materiellen Wohlstand beziehe? Also wird schon auch einmal mach Koalitionen gefragt, die früher fast undenkbar gewesen wären, als Schwarz als blau-weiß-absolute Mehrheitsfarbe noch reichte.
Nun brachte die FH-Deggendorf zum TAZ-Richtfest auch eine Delegation aus Australien mit, die sich anschaute, wie Bildungszukunft in Bavaria aussehen könnte; eine Abordnung der CSU, der Charles Sturt University unter Leitung des Professors Mark Farrell.
Und was hat diese Bildungseinrichtung im „Bush Down Unter“ nun mit Schwarz-Grün zu tun? Fachbedingt macht die Uni sich als CSU in Agrar- und Umweltfragen auch „grüner“. Und sie geht auch mit ihren CSU-Standorten auf das Land hinaus. Professor Farrell unterrichtet etwa im beschaulichen Ort Wagga Wagga, so heißt der tatsächlich, Marketing an der Hochschule für angewandte Wissenschaften. Damit dort quasi auch am Weinberg der Erkenntnis direkt geforscht werden kann, so wie die Technologiezentren ja auch Forschung vom „urbi ins orbi“ bringen sollen. Selbst wenn der zuständige bayerische Minister Dr. Wolfgang Heubisch ja wiederum der liberal gelben Coleur angehört, begrüßte er die Australier zum Richtfest gerne als Koalitionäre in Wissenschaftsfragen.
Ergänzend führt die CSU aus Australien aber auch auf ihrer Homepage unter den zehn Punkten, warum man dort studieren sollte, auf: Tolle Nachtclubs für die Freizeit und eine saubere Luft.
Spiegelau müsste lediglich bei den Nightclubs noch nachbessern. Ein Nationalpark wäre ja schon vorhanden. - hpd

PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. September 2011

Glas-FH: Region blickt wieder nach oben
TAZ-Richtfest in Spiegelau mit den Staatsministern Helmut Brunner und Dr. Wolfgang Heubisch
Von Hermann Haydn Spiegelau. Praxis und Forschung können hier Hand in Hand gehen, betonte der Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, als er am Freitag zum Richtfest des Technologieanwenderzentrums (TAZ) in Spiegelau sein Grußwort sprach. Nach nur einem Jahr Projektplanung und sechs Monaten Bauzeit steht der erste Teil fast vor dem Einzug von Verwaltung und Lehre, der Mitteltrakt soll im November mit seinen Laboren starten und im Dezember könnte der Glasofen in der Schmelztechnik glühen.
„Nur Wenige im Raum können wohl nachfühlen, wie es mir heute geht,“ meinte Bürgermeister Luksch zu dieser Perspektive. Es hatte viel zähen Ringens bedurft, das Projekt in dieser Form realisierbar zu machen. Eine gewaltige Belastung für Kommune und Kreis würdigte Heubisch als außergewöhnliches Engagement, das zu einem wertvollen Gebäude, nicht aber zu einem Elfenbeinturm geführt habe. Nachdem die Zeit der gläsernen Massenproduktion im Bayerischen Wald abgelaufen war, könne nun wieder mit Spezialprodukten für Schlüsselindustrien wie der Solar-, Medizin- oder Biotechnologie Forschung betrieben werden, die nicht am Markt vorbei gehe. Er sprach seine Anerkennung den Hochschulen in Deggendorf und Bayreuth aus, die so auch mit Lehre und Forschung auf das Land hinaus gingen. Denn so werde auch dem demographischen Wandel begegnet, indem Perspektiven für Menschen mit hoher Qualifikation eröffnet würden. Der Präsident der FH Deggendorf Professor Reinhard Höpfl fügte dazu an, für gute Projekte gebe es eben auch gute Förderung. Man habe schon länger Kontakt zwischen Wissenschaft und Glasindustrie gehabt. Mit der Einrichtung von Technologiezentren sei das die Antwort auf die Frage gewesen, dass man nicht wieder zentral in Deggendorf das hätte umsetzen wollen.
Dem ländlichen Raum verpflichtet sehe sich auch Helmut Brunner, weshalb er weniger als Landwirtschaftsminister gekommen sei, sondern als Wahlkreisabgeordneter. Einrichtungen in Bildung und Wissenschaft seien immer auch zukunftsträchtige Investitionen. Wer sich nicht um die Arbeitsplätze kümmere, die daraus entstehen sollen, der wäre dem Wandel ausgeliefert. Bei einem Abstecher mit Fraktionskollegen nach Teisnach habe man sich tief beeindrucken lassen, wie dort seit dem Spatenstich einer FH-Außenstelle eine Magnetwirkung eingesetzt habe, der bereits 300 hochqualifizierte Arbeitsplätze zu verdanken seien. Selbst Betriebe, die nicht mit den Forschungsschwerpunkten zu tun hätten, würden mittlerweile die Attraktivität eines Ortes mit bestem Ruf anziehen. So stünden die Chancen gut, zusammen mit dem Standort Spiegelau wieder zur Glasregion Nummer Eins in Europa zu werden, weil die handwerklichen und künstlerischen Fertigkeiten noch vorhanden seien und die technologische Spezialisierung nun begonnen hätte. Dabei sei es zweitrangig, in welcher Gemeinde die Einrichtung stehe, weil sie für die ganze Region bedeutend sei.
Landrat Ludwig Lankl fügte noch an, dass die nächsten Projekte des Technologie- und Kompetenztransfers bereits in den Startlöchern stünden, wie das Logistikzentrum für Grafenau, für das er auch um eine Anschubfinanzierung bei den Ministern warb. Denn einfach sei es natürlich nicht gewesen, das gemeinsame Kind von Kreis und Kommune aus der Taufe zu heben. Es habe viele Unterstützer gebraucht, Pioniere der Europaregion, und zwischenzeitlich habe man auch mal die Köpfe hängen lassen, wenn Hoffnungen nicht sofort erfüllt wurden. Aber seit der Kreistag am 4. Oktober 2010 die Gründung der Betriebs-GmbH beschlossen hatte, ging es mit großen Schritten in Organisationsstruktur, Planung und schließlich auch Bau in engem Zeit- und Kostenrahmen mit großen Schritten auf die Realisierung des 5,5 Millionen teuren Bauwerks zu. 2700 Quadratmeter Geschossflächen und 15 000 Kubikmeter umbauter Raum bieten Platz für Transparenz und Begegnung, so Architekt Dr. Klaus Bauer, das umliegende Gelände aber zudem Platz für jede wirtschaftliche Entwicklung.
Es ist mit dem Richtfest eine wichtige Etappe geschafft. Erste Aufträge zur Forschung seien bereits vorhanden, so Heubisch. Bürgermeister Luksch brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass, nachdem Glas Grund für die Besiedelung der Region und lange Zeit Lebensgrundlage der Menschen gewesen sei, Glas nun so auch wieder zur Zukunft werde. Helmut Brunner zitierte dazu den französischen Autor Victor Hugo: „Nichts ist so stark, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. September 2011

Minister-Gipfel bei Glas-FH-Richtfest - Heubisch und Brunner haben ihr Kommen für den Festakt am Freitag zugesagt - 30 Arbeitsplätze bis 2014 geplant
Spiegelau. Das ambitionierte Projekt Technologiezentrum für Glasschmelztechnologie in Spiegelau (Volksmund: Glas-FH) hat nun einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Nur fünf Monate nach dem ersten Spatenstich kann nun am Freitag das Richtfest gefeiert werden. Die beiden Minister Heubisch und Brunner haben ihr Kommen zugesagt.
Michael Fuchs, der Leiter des Technologiezentrums, zeigt sich zufrieden über den zügigen und zeitplanmäßigen Fortschritt am Bau. Das Technologiezentrum gehe aus einer Initiative der Fachhochschule, namentlich Prof. Sperber, Vizepräsident der Fachhochschule Deggendorf, hervor und könne mit der finanziellen und tatkräftigen Unterstützung der Gemeinde Spiegelau, des Landkreises Freyung-Grafenau und des Freistaates Bayern realisiert werden. Insbesondere dem persönlichen Engagement des Landrats Ludwig Lankl und der Bayerischen Regierung, vertreten durch Wissenschaftsminister Dr. Heubisch und Ministerialdirigent Dr. Zeitler, sowie der Unterstützung durch die neu gegründete Betriebs-GmbH TAZ Spiegelau, sei es laut Fuchs zu verdanken, dass sich für die Glasindustrie in Niederbayern, durch ein Zentrum für Forschung und Entwicklung, neue Zukunftsperspektiven und neue Arbeitsplätze eröffnen.
Inhaltlich setze das Technologiezentrum Spiegelau auf drei Schwerpunkte. Die Präzisionsblankpresstechnologie, die von den bereits bestehenden Technologiecampus in Teisnach, Freyung und Cham unterstützt werde. „Für die Bereiche Schmelze und Heißformgebung konnte die Universität Bayreuth als Partner gewonnen werden. Am Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth werden bereits seit mehr als zehn Jahren Verfahren und Werkstoffe für Glasprodukte und die Glasindustrie erforscht und entwickelt“.
Neben Labor- und Seminarräumen werde das Technologiezentrum über eine Schmelzhalle verfügen, deren Ausstattung den Anforderungen wissenschaftlicher Forschungs- und Lehrbedingungen genauso genügen, wie einer industrienahen Produktionsanlage im Kleinformat.
Um die gesamte Prozesskette der Glasfertigung abzubilden, werde schrittweise eine industrienahe Infrastruktur analog zu einer Mini-Plant aufgebaut, die unmittelbar nach Fertigstellung des Gebäudes ihren Betrieb aufnehmen solle. So wird das Zentrum über eine kontinuierliche Schmelzanlage mit einer vollelektrischen Beheizung sowie einem Speisersystem verfügen. Diese Schmelzanlage stelle Glas für alle gängigen Formungs- und Nachbearbeitungsverfahren in der Glasindustrie zur Verfügung. „So können Glasbauteile gepresst, im Injektionsverfahren gespritzt oder Hohlglas ausgeblasen werden und entsprechende Halbzeuge oder Prototypen gefertigt werden“.
In der technologischen Umsetzung dieser Mini-Glasschmelzanlage führe die Universität Bayreuth die zehnjährige Zusammenarbeit mit der Firma Füller Glastechnologie fort. Neben der langjährigen Kooperation in laufenden und geplanten Forschungsprojekten mit der Uni Bayreuth, unter anderem im BFS Forschungsverbund FORGLAS und im BFS-Projekt Flexi-Plant, werde die Firma Füller auch Partner in der Ausstattung der Schmelzhalle sein. „Es ist schon eine fantastische Entwicklung“, so Alexandra Füller, die Geschäftsführerin der Firma Füller Glastechnologie, „dass mit der Kooperation zwischen der Fachhochschule Deggendorf und der Universität Bayreuth die Forschung sich auch nach Spiegelau orientiert und mit der Nähe zu unserem eigenen Unternehmen eine noch intensivere Zusammenarbeit zwischen Praxis und angewandter Forschung und Wissenschaft ermöglicht wird“.
Getestet und erforscht würden im Technologiezentrum Glasanwendungen vom technischen oder optischen Glasbauteil bis hin zum anspruchsvollen farbigen Designobjekt. Dabei werde es nicht immer darum gehen, Neuentwicklungen hervorzubringen, denn auch das Bewahren des jahrhundertalten Wissens als überlieferte Glasrezepturen oder traditionelle Techniken diene dazu, wertvolles Spezialwissen und Kulturkapital den Glas produzierenden Standorten zu erhalten.
„Die Zielstellung des Technologiezentrums ist es“, so Dr.-Ing. Thorsten Gerdes vom Lehrstuhl Werkstoffverarbeitung der Universität Bayreuth, „an der Schnittstelle zwischen industrienaher Forschung und akademischer Ausbildung mittelständischen Betrieben der Glasindustrie eine Plattform für Innovationen bereitzustellen“. Gerdes sieht die Aufgabe des Zentrums jedoch auch darin, die vorhandenen Kompetenzen in und außerhalb der Glasindustrie sowie der wissenschaftlichen Einrichtungen zu bündeln und zu nutzen.
Wenn Glas in zukunftsweisenden Technologien, wie beispielsweise in der Energietechnik, Medizintechnik und in der Biotechnologie eingesetzt werde, so seien die Anforderungen so vielschichtig, dass die Einbettung in Kompetenznetzwerke, wie sie das Technologiezentrum darstelle, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringe.
Ein weiterer Schwerpunkt liege in der Bereitstellung von herausragenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Das Technologiezentrum verbindet bestehende Bildungs- und Ausbildungsangebote in einem industrienahen Umfeld mit akademischer Ausbildung durch die Hochschule Deggendorf und die Universität Bayreuth. Damit würden zusätzlich regional und überregional neue Weiterbildungsmöglichkeiten mit dem Schwerpunkt Qualitätssteigerung und produktionsintegrierter Umweltschutz geschaffen.
„Profitieren soll jedoch in erster Linie die Region mit ihren glasverarbeitenden Betrieben sowie die industrienahen Firmen“, so Prof. Dr. Monika Willert-Porada, Lehrtuhlinhaberin des Lehrstuhls für Werkstoffverarbeitung an der Universität Bayreuth. Denn das Zentrum solle sich zu einem Ort entwickeln, in dem bestehende Fertigungsverfahren verbessert, Einsparpotentiale ausgelotet und innovative Produkte entwickelt werden. In der Schmelzhalle des Technologiezentrums stehen die Versuchsmöglichkeiten und das Personal hierfür bald zur Verfügung. Dies schaffe und erhalte Arbeitsplätze in den Industriebetrieben der Region. Das Technologiezentrum entwickle sich auch selbst zu einem Arbeitgeber mit geplanten 30 Arbeitsplätzen bis 2014 und damit zu einem Motor für die Zukunft der Gemeinde.  - pnp

PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. August 2011

Termine für den Ökumenischen Herbst: Wanderungen, Bibelkreis und Musik im Angebot
Erste Veranstaltung ist am Freitag, 9.September, eine Vollmondwanderung in Spiegelau
Grafenau.
Ordentlich ins Zeug gelegt haben sich die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Grafenau und die Kath. Pfarrgemeinde Spiegelau-Riedlhütte bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen für den Ökumenischen Herbst 2011.
Los geht’s am am Freitag, 9. September, um 21 Uhr mit einer Vollmondwanderung am Seelensteig zum Thema „Gottes Schöpfung im Licht des Mondes“ mit ökumenischer meditativer Wanderung mit Pfarrer Rupert Wimmer, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Ranger Günter Sellmayer. Treffpunkt ist am P & R-Parkplatz Spiegelau. Die leichte Wanderung findet nur bei klarer Nacht statt und dauert ca. zwei Stunden.
Es folgt eine ökumenische Vesper am Mittwoch, 14. September, 18 Uhr, in der Katholischen Kirche Spiegelau und der ökumenische Bibelkreis am Mittwoch, 21. September, 19 bis 20.30 Uhr, im Katholischen Pfarrhof Spiegelau im Besprechungszimmer mit Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi Neumann-Beiler. Weiter wurde eine ökumenische, meditative Wanderung zum Lusen am Sonntag, 25. September, 17 Uhr zum Thema: „Wenn Sonne und Mond einander grüßen“ mit Pfarrer Rupert Wimmer, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Ranger Günter Sellmayer organisiert. Treffpunkt ist der P & R-Parkplatz Spiegelau.
Die Veranstaltung „Unter unserem Himmel - Geschichten und Musik“ findet am Freitag, 7. Oktober, 19 Uhr, in der Martin-Luther-Kirche statt. Der Eintritt ist frei.
Eine weitere ökumenische, meditative Wanderung wurde für Samstag, 15. Oktober, 10 Uhr zum Thema: „Natur pur? - alles Gottes Schöpfung“ organisiert. Diese verläuft in unwegsamem Gelände und hat eine begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung unter Tel.  0700-00776655. Treffpunkt: Park & Ride-Parkplatz Spiegelau.
Weitere Veranstaltungen wurden bereits bestätigt, die vorläufig letzte Veranstaltung im Ökumenischen Herbst ist auf Freitag, 18. November, datiert. - eb


PNP Grafenauer Anzeiger vom 23. August 2011

Wer hämmert da im Wald?
Der Specht und seine kleinen Freunde feierten auf der Waldwiese bei Spiegelau ein Fest in und mit Natur -
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Der Zimmermann des Waldes hat wieder einmal ganze Arbeit geleistet und für seine kleinen Freunde, die Kinder, ein tolles Festprogramm „zusammengeklopft“. Denn seine Welt bietet viele Erlebnisse und die Menschen haben zum Spechtfest noch ein paar Ergänzungen hinzugefügt. Am Sonntag war es in Spiegelau wieder so weit. Auf der Wiese des Waldspielgeländes ging es einen ganzen Nachmittag richtig rund.
Die Nationalparkgemeinde Spiegelau hat sich den Specht als Erkennungssymbol gewählt. Um ihn dreht sich deshalb auch thematisch alles beim Kinder- und Familienfest, zu dem erstmals der neue Nationalparkchef Dr. Franz Leibl zusammen mit Bürgermeister Josef Luksch die vielen Gäste begrüßte.
Das Theaterrund auf der Lichtung war gut gefüllt, als Leibl darauf verwies, dass der Specht bereits in der Mythologie verschiedene große Aufgaben zu bewältigen hatte, als Holzhacker des Gottes Mars, wofür dem Schwarzspecht von den Römern Respekt gezollt wurde, oder als Glücksbringer des Mittelalters, weil der Grünspecht die erste Silbe des Wortes Glück zu intonieren verstehe. Heute könne man immer noch davon sprechen, dass der Specht für hohe ökologische Qualität eines Waldsystems stehe und Bürgermeister Luksch ergänzte um eine soziale Komponente: daran, dass der Specht uneigennützig auch Häuser für andere baue, könnte sich der Mensch gelegentlich ein Beispiel nehmen.
Ein Glück hatten die Macher von Nationalpark und Gemeinde aber ohnehin schon mit dem Specht, denn für herrlichen Sonnenschein hatte er wohl rechtzeitig Löcher in die Schmuddelwolken der letzten Wochen gepickt und den Regen rechtzeitig ablaufen lassen. So konnten die Juniorranger und das Nationalparkteam unter Schatten spendenden Zelten auf die Arbeit von Natur und ihren Helfern hinweisen. Der TSV Spiegelau erzählte turnerisch eine Geschichte aus dem Leben des Spechtes und die Fußballer kickten sich bei einer Freestyle-Show die Bälle zu. Mit „WaldZeit“ konnten Spechte aus Ton geformt werden, mit dem Brennstempel gab es sie auf Birkenscheibchen verewigt, eine Märchenstunde zu Spechtgeschichten verzauberte die Zuhörer, der Spechttakt geklopft wurde beim Nagelspiel und die Tanzgruppe des Caritas-Wohnheims St. Franziskus zeigte zum Programmabschluss ihr besonderes Können.
Um das leibliche Wohl kümmerte sich der TSV Spiegelau und die Bücherei präsentierte passendes Futter für Leseratten. Das Areal am Waldspielgelände bot zusätzliche Unterhaltung. An kleinen Wasserläufen zu matschen oder über umgefallene Baumstämme zu balancieren, macht auch „pur“ mächtig Spaß.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 22. August 2011

So soll das TAZ-Umfeld aussehen
Michael Heintz vom Büro Plankreis stellt Gemeinderat Entwurf vor - Zufahrt wird nach oben verlegt
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) am Eingang zum früheren Staatlichen Sägewerk wächst in die Höhe. Nun wurde vom Büro Plankreis ein Gestaltungsvorentwurf für die umliegenden Flächen und die Einmündung der Bahnhofstraße in die Staatsstraße 2132 erstellt. Freier Landschaftsarchitekt Michael Heintz stellte den Plan im Gemeinderat zur Diskussion.
Gewisse Schwierigkeiten in der Gestaltung ergäben sich aus der Topographie des Gebäudekomplexes mit seinem Höhenunterschied von bis zu elf Metern, schickte Heintz voraus: „Es liegt wie ein Brett in der Landschaft“. Vorne, zur Hauptstraße hin, liegt der Kopfbau tiefer als die Straße, hinter der Schmelzhalle muss das Gelände angeschüttet werden. An der Verwaltung soll ein vertiefter Campus entstehen. Dazu wird eine Stützmauer hochgezogen, in die Sitzreihen wie bei einem Amphitheater eingearbeitet sind. Von der Bahnhofstraße her soll eine Treppe zum Verwaltungsgebäude führen. Als Zufahrt hatte der Plankreis die bisherige Einfahrt angedacht. Gestaltet werden soll der Umgriff mit Asphalt und Granitpflaster. Je nachdem, wie sich die TAZ entwickelt und welche Ansiedlungen sie anzieht, soll später eine zweite Zufahrtstraße gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße gebaut werden. Die ganze Maßnahme, so Heintz, komme auf gut 700 000 Euro, davon würden 55 Prozent gefördert.
Auch der passende Ort für eine Bushaltestelle wurde diskutiert. Am besten sei wohl die direkt vor dem Bahnhof, so der Vorschlag von Bürgermeister Josef Luksch. Das sei ein guter Knotenpunkt von Igelbus und der Waldbahn, noch dazu, wenn der Ein-Stunden-Takt auf der Bahnlinie Zwiesel-Grafenau Realität werden sollte.
Erhard Wawrzek fand die Zufahrt mit 13 Prozent Gefälle - vor allem im Hinblick auf die Winter in Spiegelau - sehr ungünstig. Zudem seien durch das Anheben des Straßenniveaus die Garagentore am Anwesen Döringer nicht mehr zu öffnen. Außerdem führe die neu zu bauende Treppe am Verwaltungsgebäude direkt in der Kurve auf die Bahnhofsstraße, ohne Anbindung an einen Gehweg - eine gefährliche Situation.
Ob die Treppe überhaupt nötig sei, daran zweifelte Elke Proßer-Gress. „Wir haben doch gegenüber dem Bahnhof ohnehin eine Treppe. Die wäre in keiner Kurve und wenn man sie herrichtet, kann man sie wieder nutzen.“
Karlheinz Roth störte, dass wieder Pflaster als Straßenbelag vorgesehen ist. „Mir ist klar, dass das Pflaster den Platzcharakter betonen soll. Aber wir haben eine Beschluss, dass wir kein Pflaster mehr auf Straßen wollen“.
Josef Wanninger fragte, ob denn zwei Zufahrten nötig seien. Besser sei wegen des geringeren Gefälles die obere Zufahrt gegenüber der Pfarrer-Schweikl-Straße und oberhalb des Anwesens Döringer.
Mit diskutiert wurde auch die Gestaltung des Gehweges in Fortführung der bisherigen Städtebauförderung ab dem Anwesen Mandl/Schleinkofer entlang der Hauptstraße in Richtung Bahnhofstraße und TAZ. Hier ist wieder ein Kleinsteinbelag vorgesehen. Das störte 3. Bürgermeister Peter Hinterberger: „Darauf können die Leute nicht gehen. Mit Rollator oder Kinderwagen tut man sich sehr schwer“. Er schlug gesägtes Pflaster vor. Weil aber zu befürchten ist, dass durch einen Belagwechsel die Finanzierung über die Städtebauförderung gefährdet ist, sah man davon ab.
Der Gemeinderat beschloss, die Bushaltestelle am Bahnhof einzurichten, die alte Treppe nutzbar zu machen und auf eine neue Treppe zu verzichten. Die Zufahrt aufs TAZ-Gelände soll über die obere Zufahrt erfolgen, die untere fällt weg. Der Straßenbelag wird Asphalt und kein Pflaster. Die Verschwenkung zur Pfarrer-Schweikl-Straße wird zurückgestellt.

Aus dem Gemeinderat Spiegelau
 
Zum Volksfest gab es eine kurze Nachlese im Gemeinderat. So wunderte sich Karlheinz Roth, dass beim Altennachmittag zur Verteilung der Biermarkerl vier Personen aus der Verwaltung eingeteilt worden sind, aber keine personelle Verstärkung für die Touristinfo möglich sei. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger kritisierte die nachlässige Begrüßung der Gäste durch die TSV-Verantwortlichen als Veranstalter des Volksfestes.
 Manfred Barthelmes aus der Böhmerwaldstraße 11 a und fünf weitere Anlieger der Straße weisen in einem Schreiben darauf hin, dass während eines schwer en Unwetters in der Nacht vom 10. Juli trotz eingebauter Rückstauklappen die zum Teil wohnlich genutzten Kellergeschoße mehrerer Anlieger der Böhmerwald- und Bayerwaldstraße überschwemmt wurden.
Die Anlieger fürchten eine Wertminderung ihrer Gebäude und weniger Lebensqualität und beantragen deshalb die baldmöglichste gründliche Untersuchung der Funktionalität und Kapazität des Abwassersystems durch ein Expertenteam und die nötigen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Überschwemmungen. Der Gemeinderat war dafür, dass ein Kanalbauer das Abwassersystem untersuchen und über seine Beobachtungen dem Gemeinderat und den Anwohnern berichten soll.
 Weil bis zur Sitzung weder Stellungnahmen der Behörden und keine Einwände der Bürger zur Änderung des Flächennutzungsplanes durch Deckblatt Nr. 16 (ehemaliges Hackingergelände) eingegangen sind, - wie Bürgermeister Josef Luksch bekannt gab - wurde dieser Tagesordnungspunkt zurückgestellt. Ebenso verhält es sich mit Tagesordnungspunkt 2.3: Aufstellung des Bebauungsplanes „Solarpark ehem. Hackingersäge“.
 Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf hatte der Gemeinde mitgeteilt, dass der Bau der Abwasseranlage Klingenbrunn-Bahnhof im Förderprogramm 2011 eingeplant sei. Der Bau kostet 915 959 Euro, 663 353 Euro sind zuwendungsfähig. Im Rahmen des Haushaltskonsolidierung hat der Gemeinderat beschlossen, diese Baumaßnahme bis 2014 zu verschieben, weil 250 000 Euro nicht vorfinanziert werden können. Luksch kündigte an, bei einem Termin nach den Sommerferien mit dem Wasserwirtschaftsamt darüber zu reden, welche Finanzierungsmöglichkeiten es gebe. Außerdem solle geklärt werden, ob die Maßnahme auf zwei, drei Jahre gestreckt werden könne und wie lange der Bewilligungszeitraum für die Förderung Gültigkeit habe.
 Zu den Äußerungen von CSU- und FW-Fraktion im Gemeinderat teilte die Rechtsabteilung des Landratsamtes mit, dass es sich bei den Aussagen der CSU- und FW-Fraktion um Meinungsäußerungen politischer Gruppen handele. Aus Sicht des Landratsamtes bestehe seitens der Gemeinde Spieglau keine durch eine gesetzliche Bestimmung gebotene Veranlassung, eine Maßnahme zu ergreifen, zumal eine solche weder von der CSU- noch von der FW-Fraktion erbeten wurde.
 Durch die Gemeinde wurde zur Finanzierung eines Feuerwehrfahrzeuges im Einvernehmen mit der FFW Spiegelau ein Bausparvertrag abgeschlossen. Die Feuerwehr und der Feuerwehrförderverein stellen hierfür 12 000 Euro zur Verfügung. Die FFW Spiegelau bittet darum, schriftlich zu bestätigen, dass dieses Kapital nur zweckgebunden zur Anschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeuges der Feuerwehr Spiegelau verwendet werden darf. Roth konkretisierte: „Das ist kein Misstrauen gegen die Gemeinde. Es soll nur Rechtssicherheit bestehen, denn Gemeinderatsbeschlüsse können jederzeit aufgehoben werden“. Das Gremium kam der Bitte nach. - ul

Wanderung in die Waldwildnis
Nationalpark-Ranger führte Einheimische in die Heimat abseits der Wege
Spiegelau. „Heimat abseits der Wege“ war das Motto einer geführten Wanderung durch die sich neu entwickelnde Waldvielfalt im Nationalpark. Es war der Beginn einer Führungsreihe speziell für die einheimische Bevölkerung. Mit über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Oberkreuzberg machte man sich auf den Weg zu einem besonders schönen Stück Natur, um dem Wachsen und Werden des neuen Waldes nachzuspüren.
Nationalpark-Ranger Günter Sellmayer erzählte von der Geschichte des Bayerischen Waldes, die auch eine Geschichte von intensiver Waldnutzung, von Stürmen, Windbrüchen, Käferkalamitäten und Wiederaufforstung war. Er berichtete von den Säumern, den Glasmachern und den Waldbauern, die ihr Vieh in die Wälder trieben.
Man bekam einen Einblick in das Zusammenspiel von Tier- und Pflanzenwelt, die wichtige Arbeit der Insekten und Pilze im sich natürlich entwickelnden Wald. Am praktischen Beispiel konnte man erfahren, weshalb Totholz und liegende Bäume für den Aufwuchs der jungen Baumsämlinge so wichtig sind. Auch für kritische Fragen war genügend Platz und sie ließen sich an Ort und Stelle besonders gut diskutieren. Das Beeindruckendste war natürlich die Wanderung durch verschiedene Stadien des Waldwachstums. Bereits über fünf Meter hohe Buchen, Fichten und Ebereschen, dazwischen mannshohe Tannen, silberne Baumskelette voll von Wohnhöhlen für Vögel und Insekten, tausende und abertausende junge Bäumchen, die nach oben ins Licht streben, für die Tierwelt wichtige Busch- und Krautpflanzen, eine schier explodierende Natur - und das alles ohne Eingriff des Menschen.
Ein Besuch der alten „Rachel-Diensthütte“, des früheren Forsthauses, rundete die über dreistündige Wanderung ab. Gefragt, wie der Ausflug in die „Waldwildnis“ angekommen sei, kam ohne Zögern die Antwort: „Wann ist die nächste Wanderung?“ - bei


PNP Grafenauer Anzeiger vom 13. August 2011

Was in Spiegelau so alles gebaut werden soll - Grundstücks- und Bauausschuss trifft sich am
18. August
Spiegelau. Zu seiner nächsten Sitzung kommt der Grundstücks- und Bauausschuss am 18. August, um 14.30 Uhr in der Touristinfo zusammen.
Besichtigt werden die Friedhöfe in Spiegelau, in Oberkreuzberg und Klingenbrunn, der Kurweg bei der Kristallglasfabrik, Schäden an den Gartenmauern bei den Anwesen Friedl, Steinweg 3, und Urban, Steinweg 5, die Oberflächenwasserbeseitigung bei den Anwesen Pertler, Peterhansl und Dick in Althütte und die Pflege des gemeinsamen Weges zwischen den Grundstücken Kellner und Zellner in Althütte.
Bauvoranfragen und -anträge: Neubau eines Anwenderzentrums in Spiegelau, Neubau eines Zweifamilien-Wohnhauses mit Garage und Carport durch Bianca de Lattré in Spiegelau, Neubau eines Wohnhauses mit Garage durch Dr. Hoff in Darmstadt, Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage durch Pamela und Stefan Friedl in Spiegelau, Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage durch Alexander Häusler in Sommerau, Abbruch des baufälligen Anwesens Althütte 4 durch Doris Eder, Spiegelau, Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage und Viehunterstellplatz durch Johann Schrönghammer, Spiegelau, Teilabbruch und Anbau an das bestehende Wohnhaus durch Willi Gabriel, Spiegelau, Tektur zum Eingabeplan vom 9.9.2009 durch H. und E. Praus, Spiegelau, Anbau eines Windfangs an das Wohnhaus durch M. u. H. Ranzinger, Spiegelau, Nutzungsänderung Gastronomie in Spielhalle durch Erich Hofbauer, Grafenau, Bau einer Windkraftanlage durch Johann Ranzinger, Spiegelau, Errichtung eines Solarkraftwerks durch Max Hilz, Spiegelau, Anbau einer Garage mit Abstellraum durch Armin Nama, Spiegelau, Neubau von zwei Appartementhäusern durch Tanja Boxleitner-Weiß und Markus Weiß Neuschönau, Anbau eines Wintergartens durch Paula Wawrzek, Spiegelau, Neubau eines Autotuning- und Zerlegebetriebes durch Arthur Müller aus Spiegelau, Ersatzbau Glasatelier durch Karl-Heinz Pauly, Spiegelau, Neubau eines Wohnhauses durch Christine Raith, Spiegelau, Neubau einer Garage mit Unterstelle durch Nicole und Christian Janka, Spiegelau. - red


PNP Grafenauer Anzeiger vom 3. August 2011

Spiegelauer Schulfamilie verabschiedet Reimeier und Seidl
Der Rektor und die Konrektorin gehen in den vorzeitigen Ruhestand - Schulleitung soll Franziska Vogl aus Neuschönau übernehmen - von Franz Stockinger
Spiegelau. Die Schulfamilie Spiegelau hat eine großartige Verabschiedung erlebt unter dem Thema: Auf zu neuen Ufern. Lydia Seidl, Konrektorin und Rektor Karl-Heinz Reimeier hatten sozusagen ihren letzten Schultag zu absolvieren, weil sie nunmehr mit 61 bzw. 62 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand treten. Als Nachfolgerin für den Posten der Schulleitung ist Franziska Vogl aus Neuschönau vorgesehen.
Alle Beiträge an diesem Vormittag, die offiziellen Reden, aber besonders die gelungenen und durchdachten Darbietungen der Schulklassen gefielen den geladenen Gästen, mit Schulrat Werner Grabl, SchADin a. D. Ursula Schwarz, den Persönlichkeiten aus der Geistlichkeit mit Pfarrer Hubert Gerstl, Pfarrer Johann Pöppel, Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriele Neumann-Beiler, den Bürgermeistern Josef Luksch (Spiegelau) und Helmut Vogl (St. Oswald-Riedlhütte) und Karl Feuerecker, Rektor von der Nachbarschule St. Oswald-Riedlhütte. Zum Festakt waren weiter die Elternbeiratsvorsitzende Katrin Friedl, Vertreter vom Bücherei-Team (Lesekatze), die Mittagsbetreuerinnen Andrea Weber und Ulla Schleinkofer gekommen und nicht zuletzt wurden mit Anton Seibold, Bruno Fischer und Franz Stockinger ehemalige Kollegen herzlich willkommen geheißen.
Lehrer Siegfried Stockbauer, der auch die zweieinhalbstündige Veranstaltung moderierte, hatte diese Begrüßung vorgenommen. Zunächst muss man aber vorab ein dickes Lob an die Grundschüler richten, die den verhältnismäßig langen Ablauf niemals störten und sich außerordentlich diszipliniert verhielten. Mit diesem Verhalten leisteten sie damit ein großartiges Geschenk an das scheidende Führungsteam.
Anna Haslbeck eröffnete die Abschiedsfeier mit einem Klavierstück aus „Der Troubadour“ von G. Verdi und darauf folgte der Sketch der Klasse 3c: „Was ist denn heute hier los?“ Die Schülerinnen Lilli Eisch, Julia Krodinger und Mia Peter spielten anschließend „Leit, Leit, ...“, begleitet von Claudia Wolf auf der Harfe,.
Bürgermeister Luksch bedankte sich zunächst bei Lydia Seidl für ihre Lebensleistung als Pädagogin hier in Spiegelau. Gerade die Kleinsten seien ihr ans Herz gewachsen, die sie aufopfernd betreut und unterrichtet habe. Als Initiator der Kulturtage Spiegelau bleibt der Name Karl-Heinz Reimeier unauslöschlich hier in der Gemeinde verankert. Als Geschenke hatte er einen Gutschein für die Therme (Viktoria) in Füssing mitgebracht, denn Lydia liebe das warme Wasser. Karl-Heinz bedachte er mit einem Porträt gemalt von Siegfried Stockbauer, das ihn selber als künftigen Rentner zeigt.
Nach dem „Impromtu“ der Schülerin Marie Frank (Klasse 4a) traten die Klassen 2ab auf mit „Ein Mann der sich Karl-Heinz genannt“ und im Anschluss daran die 1a und 1b mit „Die Lydia geht heut´ auch von Bord“.
Schulrat Werner Grabl: Frau Seidl hat nach dem Abitur 1970 in Zwiesel dann an der Uni Regensburg studiert. Bis 1987 war sie an der Grund- und Hauptschule in Riedlhütte tätig, ehe ihr im gleichen Jahr die Stelle einer Konrektorin in Spiegelau übertragen wurde.“
Zu Karl-Heinz Reimeier: „1970 legst du dein Abitur ab, leistest den Wehrdienst, 1972 beginnst du das Studium an der Universität in Regensburg. 1975 ist erste Lehramtsprüfung. Die zweite Lehramtsprüfung legst du erfolgreich 1978 ab. Dann beginnt deine Lehrertätigkeit in Riedlhütte-St. Oswald. 1993 kommst du nach Innernzell und wirst dort zum Konrektor ernannt. 2003 wirst du Fachberater für Musik und 2005 an die Schule Spiegelau versetzt. 2007 erfolgt hier die Ernennung zum Rektor.“
Für die Zukunft wünschte Grabl beiden eine ruhige Zeit, ganz besonders Gesundheit und Gottes Segen und schloss mit der gerne zitierten Weisheit: „Der größte Luxus, den man sich leisten sollte, ist, keinen Luxus zu haben, sondern Zeit.“ Lehrerin Sylvia Wernsdorfer erhielt im Anschluss daran von Grabl eine Dankurkunde für das 25-jährige Dienstjubiläum überreicht.
Romina Kaufmann (4a) spielte dann auf dem Klavier ein Menuett von J. S. Bach und die Klasse 3a sang „Ich schenk dir einen Regenbogen“.
Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Neumann-Beiler erwiesen sich als perfekte Musikanten, während sie den scheidenden Pädagogen zum Abschied ein Ständchen brachten. Es folgte dann ein Akkordeonstück, gespielt von der Schülerin Lilli Eisch.Zusammen mit den Schülern brachten auch die Mittagsbetreuerinnen Weber und Schleinkofer ihren Dank und ihre Wünsche zum Ausdruck, in Form eines Bildes, worauf alle guten Wünsche abzulesen sind.
In bewegten Worten verabschiedete sich der Elternbeirat mit Katrin Friedl. Sie gab den Initialen beider Pädagogen sinnbetonte Attribute, die so richtig ihre Eigenschaften widerspiegeln. Für Lydia E. Seidl beispielsweise das L: Lehrerin mit Leib und Seele, das E: eloquent, effektiv und energisch, für das S: sympathisch, stark, schlagfertig. Bei Karl-Heinz komme man beim K nicht an kreativ vorbei oder auch kommunikativ. Bei ihm sei die Eigenschaft kinderlieb besonders ausgeprägt. Bei seinem H falle einem herzlich und humorvoll ein. Das R müsse heißen rastlos unterwegs, aber auch für ruhig. Als passendes Ruhestandspräsent überraschte der Elternbeirat dann mit zwei Bänken und mit dem Wunsch, sich auch die Zeit zu nehmen, darauf zu sitzen und zu verweilen. Dazu passend folgte ein gemeinsames Gedicht der 4b: „Wir wünschen euch Zeit!“
Nachdenkliches, aber auch Humorvolles brachte dann Siegfried Stockbauer als Sprecher der Lehrerschaft ein. Wir hätten euch niemals als Vorgesetzte gesehen, von Anfang an war es ein partnerschaftliches Miteinander und zu keiner Zeit hätten die Kollegen die Machtausübung nach Paragrafen verspürt. Witzige Texte zur Melodie „My bonnie is over the ocean“ sang dann die Lehrerschaft begleitet von Neumann-Beiler auf ihrer Mandoline und auf der Gitarre von Otto Öllinger.
Lydia Seidl: „Arthur Schnitzler sagte einmal, ein Abschied schmerzt immer, auch wenn man sich lange schon darauf freut.“ Und der Abschied von den Kindern, ihren Schülern, was ihr am wichtigsten sei, falle ihr richtig schwer. Sie habe aber, wenn sie zurückblicke, das große Glück gehabt, den Beruf, ihren Traumberuf zu ergreifen, nämlich als Lehrerin zu arbeiten. Jedoch könne sie feststellen, dass sie eigentlich nie gearbeitet habe, sie sei lediglich ihrem Hobby nachgegangen nach dem Wort von Konfuzius: „Wenn du liebst, was du tust, wirst du niemals mehr in deinem Leben arbeiten“.
In seiner Abschiedsrede erwähnte Rektor Reimeier zunächst seinen Firmungstag, als er damals nach seinem Berufswunsch gefragt wurde. „Lehrer“, habe er darauf spontan geantwortet. „O mei, da kimmst ja dein´ Lebtag net aus da Schui“, habe sein Firmpate gedroht. Aber heute ist es doch so weit. Rückblickend stellte er fest, dass er immer versucht habe, das Schulgebilde als Ganzes zu sehen. Jeder sei wichtig, jeder sei gleich wichtig, und jeder ist gleich viel wert. Respekt vor dem Anderen sei ganz wichtig und das zu lernen ist praktisch das Wichtigste in der Schule! Bevor er nun in seinen neuen Lebensabschnitt starte, gelte es, Dank abzustatten, beim Elternbeirat, bei der Gemeinde, bei der Geistlichkeit, bei den Kollegen und natürlich der Sekretärin Elli Friedl und beim Hausmeisterehepaar Cornelia und Konrad Graf. Auch die Künstlergruppe mit Susanne Schreiner, Klaus Büchler und Josef Schneck müsse er in seinen Dank miteinbeziehen, da sie ihren Beitrag dahin geleistet hätten, dass die Kinder einen neuen, ganz anderen Zugang in diese Richtung erfahren haben.
Das gelte auch für das Bibliotheksteam. Nicht zu vergessen sei die Mittagsbetreuung oder Franz Baumann für die Beschallung der Mehrzweckhalle seit Jahren. Natürlich bedanke er sich beim Schulamt für die stets gute Zusammenarbeit. Das größte Danke gehe an das Lehrerkollegium. Es war immer mit vollem Einsatz für die Schule da und auch für ihn. Zum Schluss seiner Abschiedsgedanken galt sein Willkommensgruß seiner vorgesehenen Nachfolgerin Fanny Vogl aus Neuschönau mit allen guten Wünschen am neuen Wirkungsort in Spiegelau.
„Ois hod a End“, so resümierte dann in einem Gedicht die Klasse 3c ehe ein Segenslied „Die Zeit mit euch geht nun zu Ende ...“ den Scheidenden mit auf den Weg gegeben wurde.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 18. Juli 2011

Schokotaler waren sein Verhängnis
Spiegelauer Pandurenfest: Obrist Trenck will harte Währung und entführt den Bürgermeister
Von Franz Stockinger und Hermann Haydn
Spiegelau. Trickreich wäre er schon gewesen, Bürgermeister Josef Luksch, der angesichts des bevorstehenden festlichen Einfalls der Panduren im Jahr 2011 den Hohen Rat des Ortes vom Nachtwächter noch zu später Stunde zusammenholen ließ. Leib und Leben stehe auf dem Spiel. Geld und Gold, das der Freiherr voraussichtlich fordere, sei aber nicht mehr in der Kasse. Sich ihm vor die Füße werfen oder kämpfen bis zum letzten Tropfen Blut? Die Spiegelauer versuchten es mit einer List. Aber zur Strafe wurde der Bürgermeister gefesselt und verschleppt.
Die Kinder hatten ihre Freude daran, war die Schatzkiste des Ortes doch mit golden glänzenden, aber süßen Schokotalern gefüllt. Rätin Elke Proßer-Greß dagegen bewies großes Schauspieltalent und trauerte um den verlorenen Ortsvorsteher.
Lange musste die Betroffenheit ja auch nicht währen. In der Neuzeit angekommen ist lediglich die Haushaltslage ähnlich. Die Panduren waren dagegen freundliche Gesellen und Gesellinnen, der Bürgermeister kam nicht in den Pandureneintopf, und nach vorabendlicher Pandurenrast, großem Festzug, Kinderprogramm, Pandurenspiel, Flohmarkt, Fechtvorführung und Feuershow endete das Pandurenfest 2011 am Samstag mit lauter guter Laune.
Die Pandurenrast in Klingenbrunn, erstmalig veranstaltet, war auch schon ein Supererfolg! Die Motorradfreunde Klingenbrunn und die FFW Klingenbrunn waren verantwortlich auch für das Ambiente zum Vorabend des Spiegelauer Pandurenfestes. Die beiden Vereine bewiesen dabei einmal mehr ihr Organisationstalent, wenn es darauf ankommt, ein Fest so richtig in Szene zu setzen. Mit einfachsten Mitteln wurde der Dorfplatz in das Flair der Kaiserzeit Maria Theresias getaucht. Die Dekoration gekonnt auf das Wesentliche beschränkt, mit Gegenständen und Utensilien wie sie damals den Alltag bestimmten, z. B. mit Sitzgelegenheiten auf Strohballen, Decken aus rohem Leinengewebe für ein Zeltdach oder Grillstationen für Spanferkel, Bratkartoffeln und Würsteln am offenen Feuer. Freilich passte alles zusammen: Das Wetter, wie es schöner hätte nicht sein können, ein warmer Sommerabend, dazu dezente Musik ohne Lautsprecher, dafür mit erfahrenen Musikanten, wie Beate und Michael Kordick, Klaus und Florian Süß, oder Otto und Maria Öllinger. Eine elegante Tänzerin aus Regensburg, Lisa Hanninger, führte orientalische Tanzkunst vor, in Ästhetik und Ausdruckskraft voll überzeugend. Die Veranstaltung begann um 19 Uhr. Zum Ende um ca. 23 Uhr haben bestimmt mehr als 600 Besucher die Pandurenrast am Dorfplatz in Klingenbrunn besucht.
Noch größer war der Andrang zum Pandurenlager am Spiegelauer Schulgelände. Der Nachtwächter von Grafenau hatte den Festzug zuvor mit Musik und Reitern zum Festplatz geführt. Fahnenschwenker, Stelzengeherinnen, eine Kutsche, Gaukler und eine bunte Menge an Vereinsabordnungen nutzte das prächtige Sommerwetter, um anschließend mit dunklem Pandurenbier den Durst zu löschen.
Die Kinder hatten am vielfältigen Programm von Schminken und Kasperltheater bis Luftballonschwertern ihre helle Freude. Damit ließen sich dann auch die Szenen nachspielen, die die Profis der Fechtgruppe zuvor zeigten. Das Spiel von der Kontributionsforderung des Freiherren begeisterte die Anwesenden. Der Bürgermeister wurde dennoch verhaftet. Mit Schokolade ließen sich die wilden Gesellen nicht abspeisen, dafür die Kinder, und die großen Besucher mit allerlei Leckerem von Pandurenbraten bis Eintopf zu flotten und zünftigen Klängen der Klingenbrunner Dorfblosn. Feuerig endete das Programm mit Darbietungen der Youngstars Grafenau, die mit dem Feuer spielten, als es dunkel und kühler wurde und heizten den vielen Besuchern noch einmal kräftig ein.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Juli 2011

„Zeit für die Seele“ genommen - Ökumenische Wanderung auf dem Seelensteig
Spiegelau. Vor allem Einheimische waren in großer Zahl gekommen, um sich an der meditativen ökumenischen Wanderung auf dem Seelensteig zu beteiligen. Petrus hatte ein Einsehen und es deutete sich ein sonniger Sommerabend an.
Nach einer herzlichen Begrüßung durch Ranger Günter Sellmayer, Bürgermeister Josef Luksch, Diakonin Gabi Neumann-Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer machte man sich gemeinsam auf den Weg, der das Vergehen, aber im Moment noch mehr das Wachsen und Werden des neuen Waldes in üppigem Grün erleben ließ.
An ausgesuchten Stellen sammelte sich die Gruppe, um sich von geistlichen und meditativen Texten und Liedern zum Nachdenken anregen zu lassen. Es ging um die Zeit und unseren Umgang damit. Am höchsten Punkt des Seelensteiges mit Blick auf die untergehende Abendsonne teilte man miteinander Brot und Wein.
Still und voll Aufmerksamkeit für die Natur ging es auf dem Rundweg weiter. Nach einem gemeinsamen Gebet am Bach wanderte man zurück zum Ausgangspunkt.
Mit einem Segen verabschiedeten Diakonin Neumann-Beiler und Pfarrer Wimmer die Gruppe. Allgemeines Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer: “Das war richtig schön - das nächste Mal sind wir wieder dabei.“ - eb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. Juni 2011

Eine Forderung mit kritischen Untertönen - Spiegelau gegen Rückgang bei Städtebauförderung - Wawrzek kritisiert: Geld war da und wurde liegen gelassen
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Die Aussicht auf weniger Geld ist selten erfreulich. Eigentlich eine klare Sache, dass sich die Kommunen gegen die befürchtete Reduzierung von Bundesmitteln für die Städtebauförderung wenden; so auch in Spiegelau. Einen kritischen Unterton zur entsprechenden Resolution, zu der der Bayerische Gemeindetag aufgerufen hatte, gab es von einigen Gemeinderäten. Spiegelau müsse darauf hoffen, dass man nicht daran erinnert werde, dass vorhandene Mittel leichtfertig verschenkt worden seien, wenn man jetzt zugleich dagegen sei, diese Mittel zu reduzieren.
Erhard Wawrzek wollte sich den Hinweis nicht verkneifen. Als es vor nicht zu langer Zeit darum ging, was an Ortssanierung gemacht werden könnte oder sollte, Kirchplatz oder Kreuzungsbereich, hätte die Gemeinde mit Bürgermeister Josef Luksch voran Geld liegen lassen, das bereits zugesagt gewesen wäre. Sechs Jahre lang sei da ein gutes Angebot nicht abgerufen worden. Eine hohe Förderquote sei auf der Strecke geblieben, weil Unterlagen zu spät oder fehlerhaft abgeliefert worden seien, obwohl es Ratsbeschlüsse gegeben hätte, wie zu verfahren gewesen wäre. Bürgermeister Luksch entgegnete, dass Wünsche und Fördervorgaben der Regierung eben nicht immer zusammen zu bringen gewesen seien und die gereichte Hand, an anderer Stelle als an der Kreuzung zu beginnen, eben auch ausgeschlagen worden sei. Auch Karlheinz Roth erinnerte an die „Mängelliste“ der Regierung, die schließlich den Zugang zu maximalen Mitteln verstellt habe. Zugleich verwies er aber auch darauf, dass es nun nicht darum gehe, was damals war, sondern um eine Resolution für die Zukunft. Die wurde dann auch einstimmig angenommen. Hintergrund: Der Bund beabsichtige, so der Gemeindetag, die Städtebauförderung bei 450 Millionen Euro einzufrieren und damit um etwa 150 Millionen Euro niedriger zu halten als vor 2011. Zwar werde erst bei den Haushaltsberatungen 2012 diese Frage wirklich akut, aber ein Protest an das Bundesbauministerium solle da gleich klare Position beziehen.
Informationen gab es dazu, dass der Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau einer Firma für Autotuning und Zerlegung durch Arthur Müller im Gewerbe- und Industriegebiet Oberkreuzberg Süd-West nach dem Einvernehmen der Verwaltung an das Landratsamt weiter gegeben wurde.
Ein Schreiben des Hoteliers Alois Grobauer aus Oberkreuzberg beschäftigte sich mit dem geplanten Windkraftwerk im Umfeld der Ortschaft. Bei einer insgesamt 200 Meter hohen Anlage dieser Art wäre nach Abstandsflächen und potenziellen Beeinträchtigungen zu fragen. Es müsse die Bevölkerung einbezogen werden, bevor nur ein Investor profitiere. Deshalb fragte er auch nach einem genauen Standort. Bürgermeister Josef Luksch nahm der Anfrage den Wind aus den Segeln: Da eine Flächennutzungsplanänderung im Verfahrensverlauf nötig würde, habe jeder Bürger und jede Fachstelle ohnehin die Gelegenheit, zu so einem Projekt Stellung zu beziehen, die auch im Gremium beraten werden müsse. Er selbst habe aber bei Gesprächen bisher keine negativen Reaktionen aus dem Umfeld gehört. Er bat auch darum, den Ball flach zu halten. So würden Investitionssummen in den Raum gestellt, die deutlich zu hoch gegriffen seien.
Josef Wanninger regte an, so wie in Waldkirchen sich über Regionalplanung mehr Kenntnisse über mögliche Standorte zu schaffen, bevor in einer Tourismusregion jede Anlage als Einzelfall wieder kompliziert durchdiskutiert werden müsse. Feste Definitionen, wo was geht und wo der Wind entsprechend weht, könnte seiner Ansicht nach Planungssicherheit bringen und würde Gegenwind nicht extra von Fall zu Fall aufbauschen. Die Anregung, mit einem Spezialisten der Regierung dazu Kontakt aufzunehmen, wurde aufgegriffen. Im laufenden Fall soll aber dadurch nicht der Eindruck erweckt werden, so Luksch, man bekomme jetzt doch kalte Füße, sondern das soll seinen eingeschlagenen Weg jetzt auch gehen können.
Der TSV Spiegelau muss derzeit für seine Trainings auf einen anderen Platz ausweichen, da der eigene Platz am Trosselgelände saniert wird. Bereits Anfang Juni wandte sich der Verein an die Kommune, da der Sportplatz am Schulgelände „sich in einem äußerst schlechten, um nicht zu sagen katastrophalen Zustand“ befinde. Mähen und Vertikutieren tue Not. Bürgermeister Luksch informierte, dass der Platz gemäht wurde. Es hatte das Problem gegeben, dass nötige Technik gerade zu der Zeit in Reparatur gewesen sei. Auf die Frage Wanningers, wer denn für die Pflege zuständig sei, antwortete Luksch, dass das schon prinzipiell die Kommune sei, dass aber auch der TSV werde mitpflegen müssen. Ein Nutzungsvertrag sei nötig. Josef Wanninger kritisierte, dass der Platz jahrelang vernachlässigt worden sei und nun eher einer Wiese gleiche. Auch die Laufbahn sei in einem der Schulanlage unwürdigen Zustand, so Karlheinz Roth. Luksch entgegnete, seit man keine Hauptschule mehr habe, werde die Anlage eben auch nicht mehr entsprechend intensiv benötigt.
Zum geplanten Beschilderungskonzept der Gemeinde informierte der Bürgermeister, dass die Euregio einer Förderung zugestimmt habe. Drei Angebote wurden zudem eingeholt, wobei das günstigste bei etwa 4000 Euro lag. Vorbehaltlich der Erhebung, ob der Kurbeitrag in diesem Jahr auch die nötige Mehrung erbrächte, erhielt die Verwaltung die Ermächtigung, dann auch den Auftrag zu vergeben, wenn alle noch ausstehenden Vorgaben wie der Zuwendungsbescheid erfüllt sind.
Kleine Teile von ehemaligen Kreisstraßenflächen, die als „Flurrelikte“ noch in der Gemarkung Klingenbrunn vorhanden sind, werden zu kommunalen Flächen umgestuft. Ortsstraßen werden dabei zum Beispiel Zufahrten zu Anwesen, die früher in die Kreiszuständigkeit fielen. Informationen gab es dazu, dass die Winterdienstkostenförderung der Regierung von Niederbayern bestehen bleibt und Spiegelau aus dem Topf 23 790 Euro erwarten kann, den Helga Weinberger zu ihrer Abgeordnetenzeit maßgeblich unterstützt hatte, so Luksch. Ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann, gab es zur Überarbeitung der gemeindlichen Homepage. Eine Hochschule in Potsdam führt ihre Informatikstudenten an die Praxis heran, indem kostenlos Seiten programmiert werden. Lediglich etwa 15 Euro Unterhalt pro Monat fallen dann an und die Vorarbeit der inhaltlichen Konzeption muss selbst erledigt werden. Lediglich die Frage muss noch geklärt werden, dass die Domainadresse weiter im Besitz der Kommune bleibt.
Unter Anfragen sprach Kurt Zettl ein Entwässerungsproblem in Althütte an, wo an tiefster Stelle Hausbesitzern bei stärkerem Regen Gebäudeteile voll liefen. Eine einfache Lösung ist nicht in Sicht, aber ein Versprechen, da zu handeln, sei gegeben worden. Der Bauausschuss soll sich die Sache anschauen. Karlheinz Roth erinnerte daran, dass auch ein Blockheizkraftwerk besichtigt werden sollte. Das soll noch vor den Sommerferien gemacht werden, so Luksch. Kurt Hobelsberger fragte nach, wie es mit der Schlauchpflegeanlage für die Wehren stehe. Bei anstehenden Gesprächen zu Führerscheinkostenregelungen solle auch das thematisiert werden, so Luksch.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 14. Juni 2011

Alternativ-Route als neue Genussvariante - Der 65 Kilometer lange Goldsteig-Qualitätsweg durch den Nationalpark wurde in Spiegelau offiziell eröffnet / Von Olga Behringer
Spiegelau. Wandern ist wieder in - und so wurden die Wanderschuhe geschnürt und die neu angelegte Goldsteig-Alternativroute Nationalpark Bayerischer Wald vergangenen Freitag vom Tourismusverband Ostbayern (TVO) offiziell eröffnet. Innerhalb kurzer Zeit hat sich der Qualitätsweg Goldsteig zu einem sehr beliebten Wanderweg entwickelt und hat sozusagen Leuchtturm-Charakter für die ganze Region.
Das Goldsteig-Wegenetz ist mit der Alternativroute weiter angewachsen und wurde kürzlich mit 65 Kilometern Länge von Bayerisch Eisenstein bis Mauth fertig gestellt. Diese Route ist eine neue Genussvariante zur anspruchsvolleren Gipfeltour über den Großen Falkenstein, Rachel und Lusen.
Zur offiziellen Begehung (zwischendurch mit Bustransfer), traf sich die erste Wandergruppe in Frauenau mit Vorstellung der Gläsernen Gärten durch Landrat Heinz Wölfl und Bürgermeister Herbert Schreiner. Die zweite Gruppe startete in Riedlhütte mit Begrüßung durch Bürgermeister Helmut Vogl und offizieller Übergabe der Goldsteig-Glastaler. Treffpunkt für alle Wanderer war schließlich das Café Würzbauer in Spiegelau. Neben den Tourismusleitern der umliegenden Gemeinden sowie den Bürgermeistern Eduard Schmid (Hohenau), Heinz Vogl (St. Oswald-Riedlhütte) und Josef Luksch (Spiegelau) begrüßte TVO-Geschäftsführer Dr. Michael Braun auch die Landräte Heinz Wölfl und Ludwig Lankl.
Heinz Wölfl erwähnte, dass der Goldsteig den Bayerischen Wald „geadelt“ habe und er sei sich sicher, dass der Bayerische Wald mit den schönsten Wanderwegen ausgestattet sei. Durch gute Vermarktung und massive Werbekampagnen sei nach einer Auswertung der Bayerische Wald zum Wanderland Nummer Eins geworden. Weitere positive Tourismusaspekte seien das „GUTi“ und auch der E-Wald werde sein Übriges tun, die Region auch noch umweltfreundlich weiter voranzubringen. Auch Ludwig Lankl sieht einen enormen Vormarsch des Bayerischen Waldes als Urlaubs- und Wanderland. Das Umwelt-Ticket zählt er zur absoluten Erfolgsgeschichte, das von den Urlaubsgästen gerne angenommen werde. „Das GUTi ist ein Muss für jede Urlaubsregion!“, bekräftigte Lankl. Er sehe allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten bei der Passierbarkeit nach Tschechien, um so ein durchlässiges Netz für den ÖPNV anbieten zu können. Zu einer guten Wander-Infrastruktur gehöre eben auch ein funktionierender ÖPNV.
Bürgermeister Josef Luksch, der den Namen „Goldsteig“ auch von der kulinarischen Seite her kennt und schätzt, glaubt fest daran, dass die Alternativroute bald als Hauptroute anerkannt werde und dass eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Goldsteig ein weiterer Genuss - ein Naturgenuss - werde.
Dr. Michael Braun erklärte, dass sich eine neue Qualität des Wanderns durchsetzt. Er bezeichnete den Goldsteig mit der 660 Kilometer langen Haupttrasse und den 550 Kilometer langen Zuwegen als „Leuchtturmprojekt der Region“. Er merkte an, dass durch diesen Weg auch bei den Gastgebern, den Goldsteig-Ge(h)nuss-Partnern, das Qualitätsbewusstsein mehr und mehr wachse. Sie präsentierten sich als wanderfreundliche Gastgeber und orientierten sich nach dem, was der Wanderer brauche.
Eine Studie der Fachhochschule Westküste brachte zudem Erfreuliches ans Licht: Der Bayerische Wald ist ein Synonym für Natur und Aktivitäten in der Natur. Die Deutschen geben dem Bayerischen Wald gerade für Natururlaub, Wandern, Familienurlaub und Urlaub auf dem Bauernhof die ersten beiden Plätze. „Darauf können wir stolz sein, das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind!“, freute sich Braun. Dies sei aber zugleich auch ein Auftrag, im Sinne einer stetigen Qualitätsverbesserung weiter am Wanderwegenetz zu arbeiten und dazu werden alle gebraucht: die Landkreise, die Gemeinden, Wegepaten, Waldvereine, Nationalpark und Naturparke, Wirte und wanderfreundliche Gastgeber, und auch die Bewohner vor Ort, die dem Wanderer auch einmal den Weg zeigen oder die Wasserflasche auffüllen.
Abschließend galt der Dank von Dr. Braun allen, die dieses Wander-Projekt mit unterstützt und voran gebracht haben und im Hinblick auf die Zukunft sagte er : „Wir sind oben angekommen und wir wollen auch dort bleiben.“

PNP Grafenauer Anzeiger vom 11.Juni 2011
Gemeinderat genehmigt 140-Meter-Windrad - Die ursprünglich vorgesehenen 60 Meter sind nicht wirtschaftlich  / Spiegelau.
Das Einvernehmen hat der Gemeinderat der Errichtung eines Windrades erteilt, das statt 60 Meter Nabenhöhe mittlerweile 140 Meter hoch sein muss, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. „Wir müssen der Windkraft so offen gegenüber sein wie den Solaranlagen“, begründete Bürgermeister Josef Luksch die Zustimmung zur Bauvoranfrage von Johann Ranzinger aus Winkelhof. In einer vorangegangenen Sitzung hat der Gemeinderat der Errichtung einer Windkraftanlage mit 60 Metern Höhe zugestimmt. Der Bauwerber hatte sich weiter eingehend mit der Thematik beschäftigt und war zu dem Ergebnis gekommen, das Windrad mehr als doppelt so hoch bauen zu müssen, weil in höheren Lagen bessere Windverhältnisse herrschen und so mehr Strom erzeugt werden könne. Um alternative Energien geht es auch im Antrag von Max Hilz aus Spiegelau die ehemaligen Hackingersäge-Grundstücke im Flächennutzungsplan so zu ändern, dass aus den „Flächen für Gemeinbedarf“ ein „Sondergebiet Photovoltaik“ wird. Der Gemeinderat stimmte der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes zu, wo ein Solarkraftwerk mit 1500 kWp Leistung auf dem Gelände der ehemaligen Hackingersäge errichtet wird. Bis Ende September soll das Aufstellungsverfahren abgeschlossen sein.
Die Einführung der Nationalpark-Card, die Eintritte zum halben Preis bietet, machte auch eine Änderung der Eintrittspreise für das Naturbad erforderlich. Einstimmig wurde die Satzungsänderung beschlossen. So kostet z.B. der Eintritt für Erwachsene mit Nationalpark-Card 1,30 Euro (statt 2,60 ), für Kinder, Jugendliche und Schwerbeschädigte 85 Cent (statt 1,70 ). Karlheinz Roth störte, dass der Eintritt für Kinder und Jugendliche mit Ferienpass einen Euro kostet und somit für einheimische Kinder 15 Cent teuerer ist als für Urlauberkinder mit Natitonalpark-Card. Der Preis wurde auf 85 Cent korrigiert, ebenso bei der Familienkarte für zwei Erwachsene und zwei Kinder, die auf sechs Euro festgesetzt war. Weil man aber dann billiger kommen würde, wenn man über die Nationalpark-Card Einzeltickets kaufe, wurde sie auf 4,30 Euro reduziert. - ul

PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. Mai 2011

Jetzt können auch Rollis kneippen - Barrierearme Naturkneippanlage an der Spiegelauer Schwarzach eröffnet - Test bei Nässe von oben / Von Hermann Haydn
Spiegelau. Es ist ein erfrischendes Erlebnis, wenn man im berühmten Storchenschritt die Naturkneippanlage in Spiegelau durchschreitet. Was vom Rachel munter und moorig herunter rieselt, das bietet nun auch für Menschen mit Handicap Zugang zu dieser Erfahrung. Unter Führung der Nationalparkverwaltung wurde eine der ältesten Einrichtungen der Gemeinde wieder auf Vordermann gebracht, erweitert und bei der Gelegenheit auch barrierearm gestaltet. Ein sanft fallender Pflasterweg führt nun ebenso in das Wasser der Schwarzach wie die klassischen Zugänge für alle, die hinein steigen können. Natürlich ist es nicht durchgängig möglich, so Landschaftsachitektin Maria Hußlein, jede Ecke der Anlage nun auch mit Rolli zu erreichen. Da setzt die Natur Schranken, etwa durch ein sich veränderndes Bachbett und weichere Uferbereiche. Aber immerhin heißt es auch hier jetzt: Schuhe und Socken runter, Hosenbeine hochgekrempelt und auf zum Wechselbad mit kaltem Wasser und warmer Luft.
Leichter zugänglich werde die Anlage so nun auch für Senioren, sagte der neue Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl. Die Gesellschaft werde ja älter. Auch daran müsse man denken. Wenn das zunächst nicht zu den Kernaufgaben des Nationalparks gehöre, werde doch über die soziale Komponente auch die ökologische erlebbarer. Und schließlich hätte die Sanierung einen direkten Naturbezug, weil der Bachlauf für die Wasserbewohner durchgängiger geworden sei.
Bürgermeister Josef Luksch freute sich über den Neubau, der sehr problemlos verlaufen sei und auch die nötige Wasserentnahme für die Kurparkseen weiter ermögliche. Nicht zuletzt werde die angebrachte „Archimedesschraube“ als Wasserpumpe und kreatives Spielzeug dafür sorgen, dass gerne auch Familien mit Kindern kommen. Die Gemeinde erhalte so wieder einen touristischen Anziehungspunkt vom Nationalpark „gestellt“. Noch nicht selbst den Gang in das kalte Wasser wagen wollte Landrat Ludwig Lankl in Rücksicht auf sein Herz-Kreislauf-System. Aber gerade deshalb betonte er wie wichtig es sei, solche Orte zu haben, wo man neben dem Alltagsstress die Seele in aller Ruhe baumeln lassen könne. Trotz des nasskalten Wetters an Eröffnungstag probierten die Bewohner des Caritas-Wohnheims St. Franziskus die Rampe ins Kneippbecken aus, bevor es mit dann warmen Füßen zum Umtrunk in die Touristinformation ging.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 26. Mai 2011

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Verschiedene Bauangelegenheiten standen in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Spiegelauer Gemeinderates mit auf dem Sitzungsplan.
#  Zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbe- und Industriegebiet Oberkreuzberg Süd-West beschäftigte sich der Rat mit Einwendungen. Der Bund Naturschutz bemängelte die Gefahr von Zersiedelung, sah Probleme beim Wasserrückhalt und möchte den Waldrand geschützt sehen. Die Untere Naturschutzbehörde forderte einen höheren Faktor bei Ausgleichsflächen. Verschiedene weitere Details wie Abbiegespur, Gestaltungselemente, Feuerwehrzufahrt und Löschwasserversorgung gilt es ebenfalls noch zu klären. Laut Bürgermeister Josef Luksch ging es jedoch jeweils nur um geringfügige Änderungen, so dass die Planungsreife fast erreicht sei.
#  Sein Einvernehmen gab der Rat den Anträgen von Max Hilz zur Errichtung von Solaranlagen. Ein Vorbescheid auf dem ehemaligen Hackingergelände wurde auf den Weg gebracht und ebenso der Vorbescheid zur Errichtung von Unterstellhallen mit Solardächern am Lagerplatz Hilz.
#  Nur zur Kenntnis nehmen konnte der Gemeinderat das Schreiben von E-Plus, wo angekündigt wird, einen bestehenden Standort bei Klingenbrunn für UMTS-Technik zusätzlich nutzen zu wollen. Hierzu bestehe keine kommunale Genehmigungspflicht.
#  Ein Holzsteg im Umfeld des Kurwegs bei der ehemaligen KSS aus den frühen 90er Jahren ist schadhaft, teilte der Bauhof mit. Nach teilweisem Bohlenwechsel werde ab 2012 eine größere Reparatur unumgänglich. Der Bauausschuss soll sich ein Bild von der Situation machen.
#  Keine Entscheidung gab es zum Antrag des SC Spiegelau e.V., der einen WC-Container am Langlaufparkplatz in Klingenbrunn aufstellen möchte. Dadurch erübrigte sich zunächst die Diskussion um Optik, Funktionalität und Zuschüsse. Es soll erst mit dem TSV geredet werden, ob es nicht auch Alternativen in deren Gebäude gäbe.
#  Lothar Sommer teilte mit, dass die Müllsammelaktion im April erfolgreich verlaufen sei. Im Oktober werden die Bürger und Vereine wieder aufgerufen, für eine saubere Gemeinde zu sorgen. Der Bürgermeister dankte dafür.
#  Eine Resolution des ZAW Donau-Wald zu einem Gesetzentwurf, zu dem befürchtet wird, dass die Interessen der Bürger nicht gewahrt würden, will auch der Gemeinderat unterstützen.
#  Eine neue Homepage wäre für Spiegelau dringend nötig, so die einhellige Meinung im Gremium. Allerdings sind im Haushalt keine Mittel eingestellt. Erst sollen Inhalte und Konzept erstellt werden, so Karlheinz Roth, bevor man sich über Kosten unterhalten kann. Dem wurde zugestimmt.
#  Nicht abstimmbar war der Vorschlag von Kurt Hobelsberger und Feuerwehrkommandant Josef Kern, sich darüber zu unterhalten, wie mehr Fahrer für die Feuerwehrfahrzeuge akquiriert werden können. Vorgeschlagen wurde eine Unterstützung bei der Führerscheinausbildung oder die Möglichkeit, Bauhofmitarbeiter als Fahrer einsetzen zu können. Um Genaueres herauszubekommen, sollen sich zunächst Verwaltung, Fraktionssprecher und Bauhof zusammen setzen.
#  Die Öffnungszeiten des Tourismusbüros wurden in den nichtöffentlichen Teil verschoben. Zur Breitbandversorgung ging es noch um einen Standortvorschlag. - hpd



PNP Grafenauer Anzeiger vom 25. Mai 2011

Das TAZ liegt gut in der Zeit
Förderverein informiert über Baufortschritt - Inbetriebnahme für 15. Dezember geplant
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Vor knapp zwei Monaten war Spatenstich für das Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks. Was hat sich seither getan? Und wie geht es weiter? Das erfuhren am Montag an die 40 Interessierte bei einem Informationsabend des TAZ-Fördervereins in der Sportgaststätte Trossel von Architekt Klaus Bauer und TAZ-Leiter Dipl. Ing. Michael Fuchs.
„In so einem Technologie-Anwenderzentrum steckt ein großes Potenzial“, sagte Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth einleitend und machte seine Behauptung an neuen Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung fest. Demnach lebten bis 2021 immer weniger Menschen im Bayerischen Wald - mit einer Ausnahme. Im Markt Teisnach, der jetzt schon einen erfolgreichen Technologiecampus der FH Deggendorf betreibt, nimmt die Bevölkerung um 0,9 Prozent zu. Dort Arbeitsplätze zu schaffen, wo sich die Menschen wohlfühlen, das soll laut Karlheinz Roth auch in Spiegelau das Ziel sein.
Die Architektur des dreiteiligen Baukörpers mit Verwaltung, Labors und Schmelzhalle auf einer Gesamtfläche von knapp 2300 Quadratmetern stellte Klaus Bauer vor. Sie sei der Kompromiss zwischen finanzieller Machbarkeit und den Wünschen der FH. Die besondere Vorgabe bei der Planung dieses Forschungs- und Entwicklungszentrums war, dass es immer um Wissenstransfer gehe, der Austausch zwischen Verwaltung und Forschung jederzeit möglich sein müsse: „Keiner arbeitet hier isoliert.“
Der Kopfbau (Verwaltung) hat Erdgeschoß und Obergeschoß mit Option auf den Ausbau eines 2. Stockes. Büros, Seminarräume und die Cafeteria gruppieren sich um eine zentrale Halle. Der mittlere Bau bietet Platz für fünf Labors im Erdgeschoß und darüber das Technikgeschoß. Kernstück der Anlage ist die Schmelzhalle mit einer lichten Höhe von zehn Metern und einer flexiblen Infrastruktur, damit die FH bei Bedarf jederzeit nachrüsten kann. Aus topographischen Gründen muss die Schmelzhalle unterkellert werden.
Der Bau des TAZ liegt gut in der Zeit. Ende der Woche werde, so Bauer, die Bodenplatte für den Kopfbau betoniert, für Ende September sei der Abschluss des ersten Bauabschnittes vorgesehen, für 15. Dezember die Inbetriebnahme der Schmelzhalle.
Das Gerücht, dass es einen Baustopp gegeben habe, konnte der Architekt schnell widerlegen: „Wir waren trotz vorangegangener Bodenuntersuchungen auf Fels gestoßen, der gesprengt werden musste. Dazu mussten natürlich alle Bagger und sonstigen Baugeräte abgezogen werden“.
TAZ-Leiter Fuchs stellte die Hauptforschungsfelder in der Heißglastechnologie vor, die in Spiegelau bestellt werden. Für die Präzisionsblankpresstechnologie ist die aus den USA gelieferte Maschine am Technologiecampus Teisnach „zwischengeparkt“, weil bereits der erste Forschungsauftrag akquiriert werden konnte. Mit dieser Maschine können hochgenaue optische Komponenten und Bauteile hergestellt werden, die in der Lasertechnik und in der abbildenden Optik eingesetzt werden. Wenn ihr festes Dach über dem Kopf fertig ist, zieht sie nach Spiegelau um.
„Diese sehr hohe Genauigkeit im Nanometer-Bereich verlangt natürlich, dass es so gut wie keine negativen Außeneinwirkungen geben darf und das wirkt sich wieder auf die Bauweise aus. So wird in den Labors der Boden von den Wänden abgekoppelt, die Raumtemperatur muss möglichst konstant sein, die Luft wird gefiltert“, verdeutlicht Fuchs.
Eine gute Nachricht hatte er am Montag aktuell von der Uni Bayreuth bekommen: die Bestätigung für die Ausschreibung der Elektrowanne („Minimelter“) in der Schmelzhalle, die in Modultechnik entsteht und sehr flexibel eingesetzt werden kann mit dem Ziel, hochreine Gläser herzustellen.
In der Anlaufphase rechnet Fuchs mit 13 bis 18 Mitarbeitern, die bevorzugt direkt aus der Region kommen sollen. Dass sich die Beschäftigtenzahl schnell verdoppeln kann, beweist die FH-Außenstelle Freyung. Hier sind es schon über 30, gerechnet hatte man nur mit 15. Studenten wird es die erste Zeit nicht am TAZ geben, wohl aber Bachelors, Master und Doktoranden.
Pfarrer Rupert Wimmer interessierte, ob an eine Kantine im TAZ gedacht sei? „Nein, es gibt nur eine Cafeteria, denn die Leute sollen ja das gastronomische Angebot in Spiegelau nutzen“, antwortete Fuchs. Umgekehrt können die Spiegelauer den Multimediaraum im Verwaltungsbau für Veranstaltungen nutzen. Der TAZ-Leiter wurde auch gefragt, wie lange die Forschungsaufträge laufen. „Wir sind auf jeden Fall bis 2014 beschäftigt, so lange läuft schon allein das Projekt an der Uni Bayreuth mit der Firma Füller. Und da es die Glasschmelze und die Verarbeitungsmaschine sonst nirgendwo so gibt wie bei uns, rechnen wir damit, dass wir auch darüber hinaus gut ausgelastet sind.“ „Des woll‘n ma hör‘n“, äußerte sich dazu ein Zuhörer zufrieden.

SAXNDI. . .
...beim Infoabend zum TAZ sprach Bürgermeister Josef Luksch in seiner Eigenschaft als Fördervereins-Kassier Gerüchte an, die zum Bauprojekt die Runde machen. Etwa, dass ein Baustopp verhängt worden sei, dass befürchtet werde, dass zwar die Schmelzhalle gebaut, die Schmelzwanne dann aber nicht geliefert bzw. wegen zu hoher Emmissionswerte nicht betrieben werden dürfe, dass sich die Fa. Füller aus dem Projekt verabschiedet habe... Durch die hieb- und stichfesten Informationen von Architekt und TAZ-Leiter konnten sie entkräftet werden. Gegen die Fakten kommen böse Zungen nicht an.   Ursula Langesee

PNP Grafenauer Anzeiger vom 21. Mai 2011

Kirchlicher Segen für neues TLF
„Maßgeschneidertes“ Fahrzeug für FFW Spiegelau: zum Bedienen reichen drei Männer
Spiegelau. Die Feuerwehr Spiegelau hat ihr neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/24 Tr unter großer Beteiligung der Gemeinde eingeweiht. Das rund 200 000 Euro teuere Fahrzeug ist eine Spezialanfertigung für Spiegelau. Es braucht nur drei Feuerwehrmänner, um es zu bedienen. „Wir haben ja untertags oft das Problem, dass nicht genug Feuerwehrleute da sind. So können wir auch mit einem kleinen Trupp ausrücken und sofort mit dem Löschen beginnen“, freut sich 1. Vorsitzender Kurt Hobelsberger .
Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche begann der Festtag für die Feuerwehr Spiegelau. Pfarrer Rupert Wimmer hatte seine Predigt ganz auf das Feuerwehrwesen abgestimmt und damit viele interessierte Zuhörer gefunden. Der Junge Frauenbundchor begleitete die Messe mit eingängigen Lieder, dazu spielten Diakonin Gabriela Neumann-Beiler Mandoline und Gemeindereferent Otto Öllinger Gitarre. In einem Festzug, angeführt vom neuen, schön geschmückten Tanklöschfahrzeug und der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen unter der Leitung von Mario Schopf, ging es über die Kirchenallee zum Feuerwehrhaus.
Dort begrüßte der Vorsitzende unter den Gästen Landrat Ludwig Lankl, die drei Bürgermeister Josef Luksch, Kurt Zettl und Peter Hinterberger, Gemeinderatskollegen, Bruno Donaubauer und Josef Schreiner von der Verwaltung, Kreisbrandrat Klaus Fehler mit den Kollegen der Landkreis-Inspektion, Kommandant Kurt Kirchner und die Spiegelauer Feuerwehrmannschaft, Ehrenkommandant Erich Süß und Vertretungen der Feuerwehren Klingenbrunn, Oberkreuzberg, Eppenschlag, Neuschönau, Riedlhütte, Reichenberg, Altschönau und von der Partnerfeuerwehr aus dem österreichischen Freinberg. Für deren „längste Anreise“ gab es als Gastgeschenk ein Bierkrügerl .
Die Weihe des Fahrzeuges war ökumenisch, durch Pfarrer Wimmer und Diakonin Neumann-Beiler.
Der Vorsitzende bedankte sich für das unkomplizierte Vorgehen bei der Genehmigung des Fahrzeugkaufs beim Gemeinderat und der Verwaltung und bei der Feuerwehrinspektion bei der Unterstützung . Lankl und Luksch würdigten die Leistungen der Feuerwehr Spiegelau und sind sich sicher, dass das neue TLF hier einen passenden Platz habe.
Besonders überrascht war die ie Feuerwehr von einem Geschenk des Fahrzeugherstellers, überreicht von Cornelia Ziegler-Schildknecht: es zeigt auf einem großen Bild die Mannschaft vor ihrem neuen Fahrzeug. Natürlich wird es einen Ehrenplatz im Feuerwehrhaus bekommen. - red

PNP Grafenauer Anzeiger vom 20. Mai 2011

Ein eindeutiges Ja zur Glas-FH
Freie Wähler Spiegelau weisen Kritik der CSU-Fraktion zurück
Spiegelau. Nächste Runde im Streit der Freien Wähler und CSU in Sachen Glas-FH: FW-Fraktionssprecher Erhard Wawrzek weist die Vorwürfe von CSU-Sprecher Karlheinz Roth zurück, seine Partei hätte in allen entscheidenden Fraktionssitzungen gegen die Glas-FH gestimmt. Roth müsse seine unwahren Behauptungen öffentlich zurücknehmen. Zudem müsse er sich bei den Freien Wählern entschuldigen.
Wawrzek führt als Beweis seiner Aussagen die Sitzungen vom 7. April 2009, vom 9. März 2010 und vom 18. März 2011 an. Die hier gefassten Beschlüsse seien maßgeblich für die Finanzierung und Errichtung der Glas-FH gewesen. Sie seien einstimmig und untere Mitwirkung der Freien Wähler gefasst worden.
Beim Grundsatzbeschluss vom 9. März 2010 hätten die Freien Wähler eingewendet, dass die Realisierung der Glas-FH nicht ohne Zusammenschluss mehrerer Gemeinden oder mit dem Landkreis möglich ist. Letztlich sei der Landkreis dem Vorschlag gefolgt.
Auch den von Roth geäußerten Vorwurf von parteitaktischem Verhalten und einer plötzlichen Wende, weist Wawrzek zurück. Die Freien Wähler hätten von Anfang an ein realistisches Bild mit möglichen Auswirkungen und Risiken gezeichnet und hätten trotzdem eine eindeutige Position eingenommen - nämlich ein eindeutiges Ja zur Glas-FH.
Die Freien Wähler hätten zudem Empfehlungen, Belehrungen und Unterweisungen von Roth nicht nötig.  - pnp

PNP Grafenauer Anzeiger vom 19. Mai 2011

SAXNDI. . .
... da verstand Elke Proßer-Greß die Welt nicht mehr. Spiegelau hätte mit dem Pandurenfest ein traditionsreiches Pfund zum Wuchern, bei Bürgern und Touristen, und es wird ihrer Ansicht nach fast schon mit Wurstigkeit verspielt. Was noch nicht mal am öffentlichen Sitzungsplan stand und von Karlheinz Roth per Antrag (aus der so zu interpretierenden verschämten Beratungszone hinter verschlossenen Türen) herein geholt werden musste in die Aussprache vor Publikum, fand dann eine Atmosphäre aus Wut, Betroffenheit, Resignation und Hilflosigkeit vor. Das Nennen von Ross und Reiter tauchte eher im Unterton auf. Aber auf ein - so die mehr oder weniger offene Einschätzung mancher Räte - - lahmendes Pferd wollte schon fast nicht mehr gesetzt werden. Ein emotionales Hin und Her ohne rechtes Ergebnis und einer Woche Vertagung beantwortete für Elke Proßer-Greß wenigstens die Frage nach dem Theaterspiel auf dem Pandurenfest-Programm: „Wenn wir das im Pandurenfest vorführen, dann haben wir sooo viele Zuschauer ...“ Ob es ein Amüsement oder eine Tragödie wird, steht jetzt ernsthaft zur Frage.    Hermann Haydn

Panduren-Fest droht Blamage zu werden
Beworben, aber kaum Vorbereitungen getroffen - Veranstaltungsausschuss empfiehlt Absage - Morgen Entscheidung / Von Hermann Haydn
Spiegelau. Zweieinhalb Jahrzehnte ritten die Panduren in Spiegelau ein, übernahmen den Ort samt Kasse und plünderten die unzähligen Festbesucher die Bierschänken und Brotzeittheken. So war es Tradition am dritten Juli-Wochenende, so war es beliebt und eingespielt. Aber so ein Fest zu feiern, das verlangt viel Aufwand in der Vorbereitung und Durchführung. Bereits vergangenes Jahr stieß eine „Magerversion“ mit nur einem Festtag und Theaterstück auf herbe Kritik.
Doch diesen Neustart mit Hürden könnte wohl jeder verzeihen, wenn es im zweiten Anlauf wieder rund läuft. Doch heuer steht das Pandurenfest - für das der 16. Juli vorgesehen ist - eher vor einem Aus als vor einer Erweckung aus der Asche. Lange Diskussion und Kopfschütteln im Gemeinderat: Eine Blamage wird es in jedem Fall, so die einhellige Meinung.
Als stellvertretender Leiter des Veranstaltungsausschusses hatte Kurt Zettl nur schlechte Nachrichten dabei. Zwei Mal hatte man sich getroffen, voller guter Ideen und bester Absichten. Aber nachdem sich bis 11. Mai alle Hoffnungen zerschlagen hatten, trotz späten Starts in die Organisation noch Hauptdarsteller, Fechtgruppe oder Feuerschlucker zu akquirieren, wollte der Ausschuss lieber hinwerfen als ein „Gartenfest mit Maskerade am Rande“ zu präsentieren. Heuer aussetzen und nächstes Jahr dafür mit doppelter Kraft, war der Ratschlag. Betroffen die Gesichter im Gremium.
Dabei wäre die Geschichte dahinter zunächst fast der Öffentlichkeit verborgen worden. Karlheinz Roth holte die Debatte per Antrag in die öffentliche Sitzungshälfte. „Enttäuscht und verärgert“ sei er. Jedes Jahr verweise man darauf, dass die Festorganisatoren früh los legen müssten, und es klappe einfach nicht. Jetzt werde es in jedem Fall eine Riesenblamage und die wiederum öffentlich auf den Gemeinderat abgewälzt. Aber wo die entscheidende Verzögerung zu finden sei, daran ließ er auch keinen Zweifel: „Die Einladungen verschickt der Bürgermeister, wer sonst?“ Jetzt habe man die Wahl zwischen Pest und Cholera: Gartenfest oder gar kein Fest.
Ernst Ertl verwies darauf, welche weit reichenden Konsequenzen das haben könnte: „Wir graben uns das letzte Standbein Tourismus auch noch selber ab.“ Denn das Fest ist beliebt, viele Gäste kommen extra deswegen, wie Touristikerin Theresa Resch betonte. Sie ist in die Werbung gegangen. Jetzt steht im Prospekt, was nicht sein könnte. So kann es doch nicht sein, sagen die Besucher zu Recht.
Es darf nicht sein, so Elke Proßer-Greß in einem emotionalen Appell. Gemeinsam müsste es doch noch zu schaffen sein, das Fest auf die Beine zu stellen. Unfair sei es der Touristikerin gegenüber, sie so im Regen stehen zu lassen. Sie vermisse das Gefühl, dass „wir es alle wollen“. Statt dessen scheine es die unterschwellige Überzeugung zu geben, „das Maschkera will eh keiner mehr, es ist schon fast bequem, dass es nicht mehr geht.“
Kurt Hobelsberger machte für sich klar: „Ich könnte es nicht verantworten, einen weiteren Rückschritt zu präsentieren. Dann lieber nicht.“ Der originale Trenck ist zum Termin auf einer Hochzeit persönlich verhindert, ein Ersatzreiter will keine Sprechrolle übernehmen. Und er selbst habe noch nicht mal Befugnisse, irgend etwas selbst zu regeln. Der Bürgermeister dagegen habe keine Zeit. Also lieber heuer einen Strich drunter machen und wenn er einen Beschluss bekäme, selbst Sachen zu entscheiden, wenn es nötig sei, um eine Planung im Laufen zu halten, dann sähe er für 2012 auch wieder die Chance für eine Wiedergeburt.
Zu diesem Moment der Beratung brachte Josef Wanninger die Stimmung auf den Punkt: „Die Entscheidung ist eigentlich gefallen. Sonst wird das ein Fußballspiel ohne Ball.“ Selbst Theresa Resch fügte an, dass die Version 2010 auch schon eher schlechte Werbung war. So verliere es an Wert. Dann lieber zweijährig.
Eine klare Antwort wollten Karlheinz Roth von Bürgermeister Josef Luksch, wie er dazu stehe und welche Chancen er noch sehe. Wie groß das Vertrauen ist, dass Luksch zusammen mit der Verwaltung das Ruder noch herum reißen könnte, beschrieb Erhard Wawrzek: „Ich traue es der Verwaltung nicht zu.“ Auch wenn er einschränkte, dass es wegen der regulären Abläufe im Amt schon ein schweres Stück sei, eine Organisation zu stemmen, die jahrelang von Alfred Resch mit enormem Eifer, eingespielter Routine und Fleiß erledigt wurde. Der Vorschlag von Josef Luksch, er werde zusammen mit der Verwaltung eine Woche intensiv nutzen, um doch noch Programm auf die Beine zu stellen, lief ins Leere. Mit 8:8 Stimmen wurde das abgelehnt. Kurt Hobelsberger will nicht mit machen.
Aber einen Kompromiss für die letzte Chance gab es dennoch. Mit 11:5 Stimmen sollen Bürgermeister und Verwaltung nun doch tun, was noch getan werden könnte. Am morgigen Freitag treffen sich dann die Fraktionssprecher, die drei Bürgermeister und Ausschusssprecher Thomas Robl und sind dann auch ermächtigt, abzusagen oder das Fest „anzublasen“.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 30. April 2011

Die Hintergründe „gescheiterter Gemeindepolitik“
Die Freien Wähler Spiegelau ziehen eine Halbzeitbilanz und sprechen von ihrer Kommune als einem „einzigen Planungsfeld“ / Klingenbrunn.
Die Freien Wähler hatten zu einer Informationsveranstaltung geladen und 35 Interessierte waren in den Landgasthof Regas gekommen. MdL Alexander Muthmann referierte über Landes- und Regionalpolitik und die Gemeinderäte Josef Wanninger, Erhard Wawrzek und 3. Bürgermeister Peter Hinterberger versuchten, die Hintergründe gescheiterter Gemeindepolitik zu erhellen und Planungsvorstellungen der FW für die Zukunft aufzuzeigen.
Eine Halbzeitbilanz zur Wahlperiode zog Peter Hinterberger. Es gibt nicht nur die Halbzeit in der Politik, sondern auch beim Fußball. Er blieb bei diesem Wortspiel, als er erwähnte, dass er im Januar 2010 von der Gemeinde die „Rote Karte“ sah. Ihm sei der Schlüssel abgenommen worden und er dürfe jetzt nur mehr zu den allgemeinen Öffnungszeiten in das Rathaus.
Bis dahin habe er noch drei „Spiele“ geleitet, nämlich erstens die Aufdeckung der Planung des TAZ, die bereits im September 2009 im Rathaus vorgelegen habe. Zweitens habe er die Sicherung der Fördersätze für Spiegelau bewilligt bekommen, die in der Zwischenzeit wieder weggefallen seien, und drittens habe er auch die Planung für den Einfahrtsbereich des TAZ vorangetrieben.
Spiegelau habe sich in den letzten drei Jahren regelrecht zu einem Planungsfeld entwickelt. Gelder werden für diese Planungen ausgegeben, nur dass für eine Weile Ruhe herrsche. Aber eigentlich sei dies eine Aussitzerei auf Kosten der Bürger, so Hinterberger. Konkret erwähnte er den Feststadel in Klingenbrunn, die Hin- und Herschieberei beim Feuerwehrhaus Klingenbrunn und die wenig durchdachten Planungen beim TAZ mit ehemals drei Standorten. Im Gegensatz dazu liege der Fraktion aber bis heute kein Plan über die Gesamtmitte Spiegelau vor.
Unmissverständlich stellte Hinterberger klar: Ohne die Freien Wähler wäre das Projekt TAZ nie zu Stande gekommen, denn nur mit dem Landkreis als Partner werde man erfolgreich sein können und die Initiative, den Landkreis einzubinden, sei allein von den Freien Wählern ausgegangen.
Auf die Anfrage, die Sachlage um die 70 000 Euro Honorarkosten aufzuhellen, die jetzt die Gemeinde an den Architekten bezahlen muss, berichtete Erhard Wawrzek aus der bereits stattgefundenen Gerichtsverhandlung. Die Summe setze sich aus zwei Forderungen zusammen. Dass dem Architekten hierfür eine Abfindung zustehe, war für den Richter unstrittig. Der Architekt habe zunächst der Gemeinde für die Planungskosten Schule eine Rechnung in aufgelisteten Stundensätzen von ca. 10 900 Euro gestellt. Da die Gemeinde diese Rechnung wegen fehlender Gegenzeichnung der angeführten Stunden nicht anerkannte, stellte der Architekt eine neue Rechnung nach HOAI (Honorarverordnung für Architekten und Ingenieure) in Höhe von 25 500 Euro. Vor Gericht sei es jetzt zu einem Vergleich gekommen und der Architekt erhält jetzt 20 000 Euro und zuzüglich 50 000 Euro aus der Honorarforderung von 80 000 Euro (Planung für TAZ), insgesamt also 70 000 Euro.
40 Minuten sprach dann MdL A. Muthmann, der im Landtag für die Freien Wähler als stellvertretender Vorsitzender im Wirtschaftsausschuss arbeitet. Sein besonderes Anliegen sei es, gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern zu erreichen. Zunächst aber richtete er den Fokus auf den Technologiecampus Spiegelau. „Grundsätzlich muss man Ja sagen, doch in Orten wie hier in Spiegelau, die Finanzierung der Gemeinde und dem Landkreis alleine zu übertragen, bedarf noch gezielter Überlegungen und Korrekturen.“ Zur Zeit sei dies ein Ärgernis, für die Freien Wähler jedoch ein politisches Thema, das man hochhalten müsse. Entsprechende Finanzierungsvorschläge bei der Ansiedlung von Industrieflächen für entstehende Betriebe in schwach strukturierten Kommunen könnten hier nützlich sein.
Zum Thema Oppositionspolitik in München. „Unsere Vorgaben mit der Forderung höchstmöglicher wirtschaftlicher Unterstützung, von Arbeits- und Behördenverlagerungen, Verkehrsinfrastruktur, einem klaren Bekenntnis zum Erhalt der Bundeswehrstandorte, und der Stärkung und dem Erhalt von Schulen, sowie dem Ausbau und der Weiterentwicklung von Hochschulstandorten, im Landtag zu beraten und beschließen zu lassen, wurden leider abgelehnt.“
Gemeinderat Wanninger meinte zum Tourismus, dass dies wirtschaftlich eine sehr wichtige Sache sei. Einige Zahlen dazu: Die Gemeinde Spiegelau habe im Jahr 150 000 Übernachtungen und pro Übernachtung müsse man ca. 80 Euro ansetzen. Dafür kann man, wenn alle Faktoren eingerechnet sind, eine Gesamtsumme von bis zu ca. 17 Millionen Euro errechnen, was wirtschaftlich ein enormer Betrag ist. Eine erfreuliche Tatsache sei, dass für viele Urlaubsgäste das Bus- und Bahnangebot im Bayerwald-Ticket-Tarifgebiet kostenlos ist, nicht zuletzt auf Betreiben einer tüchtigen Verkehrsamtsleiterin in Spiegelau. Wanninger plädierte mit Nachdruck auch für eine engere Zusammenarbeit aller Gemeinden auf dem Tourismussektor, denn im Verbund seien dann auch größere Projekte machbar. Falls nämlich eine attraktive Infrastruktur nicht angeboten wird, bleiben die Gäste aus. Deshalb sieht es Wanninger als eine wichtige Zukunftsaufgabe an, Spiegelau als Tourismusgemeinde stärker zu entwickeln, beispielsweise als Langlaufzentrum bekannter zu machen und fest in der Region zu etablieren. - sto

PNP Grafenauer Anzeiger vom 12. April 2011

Sie machen gemeinsame Sache / Via Artis SpiRi in Spiegelau eröffnet - Staatsminister Helmut Brunner lobt Ideenreichtum und Kreativität -Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Zwei gut gelaunte Bürgermeister machen gemeinsame Sache,“ meinte Staatsminister Helmut Brunner nach der Einführung durch Helmut Vogl und Josef Luksch. Und es werde wohl nicht bei der Kunst bleiben, hoffte er, anlässlich des Starts der „längsten Kunstausstellung Bayerns“. Via Artis SpiRi verbindet seit diesem Sonntag zwei Kommunen mit einer gemeinsamen, acht einzelnen Ausstellungen und etwa 50 Veranstaltungen rund um den Themenbereich Kunst, Kultur und Lebensfreude.
Als zentrales Ereignis „bestückte“ die Gruppe Jungwuchs das Schnapsmuseum in Spiegelau mit Bildern und Plastiken. Im Ortsteil Pronfelden gelegen ist dort ein symbolträchtiger Platz zu finden. Denn einstmals gehörte der Geburtsflecken des Bayerwalddichters Paul Friedl noch zu Riedlhütte, bis die Mehrheit der Einwohner zur Gebietsreform 1976 zu Spiegelau tendierte. Luksch und Vogl reichten zu ihrem einleitenden Vortrag ein paar historische Spitzen hin und her, die auch von roten oder schwarzen Mikrofonkabeln bis zu Klärwerksbeiträgen reichen durften. Aber ansonsten betonten sie entgegen der oft eher schmerzlichen Gemeinsamkeiten der Gegenwart - wie die Glaskrise - die dennoch vorhandenen Stärken. Eine davon werde mit Kunst und Kultur in der längsten Ausstellung Bayerns demonstriert. Und Helmut Brunner wurde gebeten, es ruhig mit nach München zum eigentlichen Schirmherren mitzunehmen, zu Ministerpräsident Horst Seehofer, dass man auch ihn gerne hier sehe. Anlässe gebe es in nächster Zeit genug, meinte Helmut Vogl.
Helmut Brunner nahm den Vorschlag gerne an. Mit Bayerns längstem Kunstweg war es ja ohnehin schon geglückt, die Schirmherrschaft übernommen zu bekommen. Ob der Rekord vor der Realität Bestand haben müsste, kümmerte ihn weniger. Etwas ironisch merkte er an, dass mit modernen technischen Mitteln der Wahrheit leicht zu auf den Grund zu gehen wäre.
Entscheidender sei doch, dass die Region einerseits weiter mit Holz, Glas und Natur als Pfunden wuchern könne und zudem mit den Attributen Kreativität und Ideenreichtum sich anschicken könnte, zu einer neuen Technologieregion zu werden. Als Aushängeschild seien Kunst und Kultur als Ausdruck von Erwartungen, Eindrücken und Zielen besonders stark vertreten. Kunst bereichere unser Leben und solle auch geschätzt und gefördert werden. Von Glaskunst spann er den Bogen zu Glas. Beide hätten ihre Zukunft längst nicht hinter sich.
Er verwies darauf, wie in Frauenau Gläserne Gärten entstehen und in Teisnach, Zwiesel und Spiegelau Glaskompetenz neu erwächst und dazu ein Netzwerk. Man solle nicht über die Kosten klagen, sondern sich auf die Zinsen freuen. Man solle auch, und dafür stehe auch das Kunstprojekt, gegen ein landläufig transportiertes „bescheidenes Image“ des Bayerwaldes vielmehr darauf hinweisen, „was wir geschaffen haben“.
Laudator Karl-Heinz Reimeier verwies ebenfalls auf das verbindende Element von Kunst. Bei der Gruppe Jungwuchs ebenso wie interkommunal und von Anbietenden zu Annehmenden. Denn wer da noch sage, es sei nichts los, der habe nur einfach nicht geschaut. Deshalb nahm er den Begriff der „Provinz“ auch genauer unter die Lupe. Mit dem Hinterwaldlerischen konfrontiert entdecke man, dass da die Orte wahre Schätze seien. So wie im Nationalpark die Verjüngung stark und bunt treibe, so tue das auch Jungwuchs teils mit einer aufkeimenden Energie, teils mit starkem Bestand. „Auf dem Dorf“ brauche es da oft besonderen Mut, seinen Weg zu gehen. Aber das Ergebnis sei eine besondere kulturelle Dichte in der Region. Das Schaffen der Gruppe sei weniger ein Abbild von Landschaft und Bewohnern als es mit der Einstellung dazu zu tun habe. So setze man sich über das scheinbar so Provinzielle hinweg und werde Humus für die Freiheit der Gedanken, für gegenseitigen Respekt und für die Erkenntnis, was für ein Glück es ist, hier leben zu dürfen.
Der Auftakt zu Via Artis SpiRi war übrigens nicht die erste Veranstaltung, nachdem bereits vormittags zum Passionssingen geladen war. Aber der Terminplan für die nächsten drei Wochen ist so eng gestrickt, dass etwa 50 Einzelereignisse darin überhaupt unterzubringen waren, indem sie schon „überquellen durften“. Unter dem Internetportal www.via-artis-spiri.de ist es in Gänze zu finden. Bürgermeister Josef Luksch merkte zum Schluss noch an, dass der Name des Kunstereignisses nicht störend eine große Ähnlichkeit zu einer schon länger bestehenden Spezialabfüllung des Spiegelauer Pfarrsektes „Spiri“ habe. Denn einerseits ist der ja auch entsprechend begeisternd und und prickelnd. Andererseits ergab sich so die Möglichkeit, an Künstler und Ehrengäste je ein Fläschchen als Erinnerungsgeschenk zu überreichen. Und so nutzt ein SpiRi dem anderen Spiri durch Gemeinsamkeit.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 8. April 2011

Gemeinsam sind wir stark - Eröffnung der Via Artis SpiRi am Sonntag durch Staatsminister Brunner - Bitte an Bewohner, sich aktiv zu beteiligen
Spiegelau. „Gemeinsam sind wir stark!“. So lautete die Begrüßung der beiden Bürgermeister der Gemeinde St.Oswald-Riedlhütte, Helmut Vogl und der Gemeinde Spiegelau, Josef Luksch beim Zusammentreffen der Initiatoren und Veranstalter der Via Artis SpiRi in der Touristinfo in Riedlhütte.
Anlässlich des Zusammentreffens haben die Gemeindeoberhäupter nochmals auf die Wichtigkeit des zukünftigen gemeinsamen Weges hingewiesen. Ein gutes Beispiel und ein erster Schritt ist die „Via Artis SpiRi“. Alle Bewohner der beiden Gemeinden sind aufgerufen, sich aktiv zu beteiligen. Sei es durch den Besuch der angebotenen Veranstaltungen, durch die Ansprache der Gäste, die in dieser Zeit in der Region Urlaub machen oder durch das Schmücken der eigenen Häuser.
„Unsere Orte haben viel zu bieten, wir müssen es nur unterstützen und positiv nach außen tragen“, so die Meinung von Bürgermeister Helmut Vogl.
Staatsminister Helmut Brunner wird am Sonntag um 19 Uhr im Spiegelauer Schnapsmuseum die offizielle Eröffnung im Rahmen der Vernissage der Künstlergruppe „Jungwuchs“ vornehmen. Er vertritt dabei den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer der als Schirmherr für diese Veranstaltung gewonnen werden konnte. Musikalisch umrahmt wird dieser Abend von Michael Brunnbauer am klassischen Akkordeon und Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Reimeier wird die Laudatio sprechen.
Insgesamt finden im Rahmen der dreiwöchigen „Via Artis SpiRi“ mehr als fünfzig Veranstaltungen statt. Mit einer „Kulturwanderwoche“ starten die beiden Schulen Spiegelau und Riedlhütte um den Schülern die Kunst aus der eigenen Region näher zu bringen. Ein Jazzkonzert mit der Gitarrenjazzcombo „Cordes Sauvages“ im Waldgeschichtlichen Museum in St.Oswald eröffnet am 11. April um 20 Uhr die Woche. Die Gruppe um Ausnahmegitarrist Helmut Nieberle kombiniert die unsterblichen Hits von Django Reinhard
mit eigenem Repertoire und wieder entdeckten Stücken aus Bebop-Zeiten (Reservierungen unter 08552/ 9748890).
Am 13. April findet im Feuerwehrhaus in Guglöd eine Lesung von Willi und Christa Steger sowie eine Buchtaufe von Maria Schmutzer statt. Mit einem musikalischen Hochgenuss im Riedlhütter Pfarrsaal ist am 15. April zu rechnen, denn die Gruppe „Singflut“ tritt erstmals zusammen mit dem Männerchor St.Oswald auf. Der Erlös kommt dem Verein „Bürger helfen Bürgern“ zugute (Vorverkauf über die Touristinfos Spiegelau und Riedlhütte). Ebenso beteiligen sich in dieser Woche der Trachtenverein mit einem Palmbuschenbinden, die Josephshütte mit Glasblasen, Glasscherben Köck mit einem gemütlichen Nachmittag im neu gestalteten „Hüttenzangl“ sowie das Schmuckcafé Wenzl mit vielen Ausstellungen.
Der Samstag ist geprägt von Kulinarik der Glosafleisch GbR bei der Metzgerei Baumann wo den ganzen Tag über Köstlichkeiten angeboten werden und auch von der Premiere der „Stoarieglbühne“ mit dem Stück „Jagdfieber“ um 19.30 Uhr in der Turnhalle Riedlhütte (Vorverkauf ebenfalls über die beiden Touristinfos).
„Für jeden Interessierten ist bei diesem tollen Programm etwas dabei“ lautet die Devise von Josef Luksch, der sich selbst das am Donnerstagvormittag in der Mehrzweckhalle in Spiegelau stattfindende „Dreiländer-Fussballturnier“ der Schüler dick in seinem Kalender angemerkt hat. - eb

PNP Grafenauer Anzeiger vom 7. April 2011
Spiegelau testet E-Bikes - Tourist-Info vermietet vier Elektroräder
Spiegelau. Die Touristinfo will einen Trend aufgreifen und mietet deshalb probehalber für ein halbes Jahr vier E-Bikes an. Sie haben eine Reichweite von 35 bis 90 Kilometer und eine Ladezeit von drei Stunden. Die Elektroräder kosten der Gemeinde 1348 Euro und sollen von Gästen mit Gästekarte für 10 Euro pro Tag gemietet werden können. Standort der Räder ist bei der Touristinformation
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Touristinfoleiterin Theresa Resch dieses neue Angebot - auch mit seinen Tücken - vor. Ein Problem sei, dass es in Spiegelau keinen Fahrradverleih mehr gebe. Wartung, Reparaturen und Reinigung der Räder müssten auch die Mitarbeiter der Touristinfo erledigen. Auf der anderen Seite gebe es im Verbund 300 Kilometer Radwege - und „keine einfachen“, wie Resch betonte. So könnten die Vorzüge von E-Bikes auch wirklich getestet werden.
Karlheinz Roth hält nichts davon, in die Privatwirtschaft einzugreifen. E-Bikes sollten die gewerblichen Gastgeber anbieten. Es sei aber niemand da, der dies übernehmen wolle, bedauerte Resch. Auch Bürgermeister Josef Luksch ist nach wie vor nicht begeistert, aber „einen Versuch soll‘s wert sein“.
Mit drei Gegenstimmen wurde beschlossen, die Elektroräder ein halbes Jahr zu testen. Ein eventuelles Defizit trage die Touristinfo.  - ul

PNP Grafenauer Anzeiger vom 6. April 2011
Aus dem Gemeinderat Spiegelau Wawrzek hatte keinen Vorteil
FH-Grundstück: Klare Aussage der Rechtsabteilung des Landratsamtes
Spiegelau.  Die Rechtsabteilung des Landratsamtes verneint die Frage, ob Erhard Wawrzek als Gemeinderat bei der Abgabe seines Angebotes für ein FH-Grundstück einen Informationsvorsprung gehabt hatte. In dem Schreiben, das bei der jüngsten Gemeinderatssitzung verlesen wurde, heißt es u.a.: „Nach Art. 49 Abs. 1 GO ist von einer persönlichen Beteiligung nur dann auszugehen, wenn der Beschluss einen unmittelbaren Vor- oder Nachteil bringen kann. An dieser Kausalität fehlt es hier. Bei Beschlussfassungen, die sich lediglich mit der Thematik „Fachhochschule“ (ohne Standortentscheidung) befassten, war eine persönliche Beteiligung des Gemeinderatsmitglieds Wawrzek wegen der fehlenden „Unmittelbarkeit eines Vor- und Nachteiles“ nicht anzunehmen.
Die Standortentscheidung selbst erfolgte dann in der Gemeinderatssitzung am 8. Juni 2010, bei der richtigerweise Gemeinderat Wawrzek wegen persönlicher Beteiligung in der Beratung und Abstimmung nicht teilgenommen hatte. Alleine das Anbieten eines Grundstücks, das für die Errichtung einer FH geeignet sein sollte, ohne dass hierfür schon eine Entscheidung gefasst wird, steht jedermann uneingeschränkt zu. Dass ein Gemeinderatsmitglied bei der Angebotsabgabe einen gewissen Informationsvorsprung haben könnte, spielt insofern keine Rolle.“ Der Vorwurf gegen Wawrzek wurde auf der Bürgerversammlung laut.
 Bisher ist das Rathaus von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr und von Montag bis Donnerstag von 13.30 bis 16 Uhr für den Publikumsverkehr geöffnet. Jetzt war die Überlegung, das Rathaus an zwei Nachmittagen für den Publikumsverkehr zu schließen und dafür eine Art Abendsprechstunde einzuführen. Mit 10:5 Stimmen wurde schließlich festgelegt, dass die Verwaltung beraten solle, an welchen zwei Tagen am besten geschlossen sein könnte, dass aber auf jeden Fall das Rathaus an Donnerstagen bis 18 Uhr offen bleibt.
 Um zu sparen, wurde überlegt, die Nachtbeleuchtung, wo immer es geht, abzuschalten. Dazu wurden die Kosten angefragt. Bei einer einmaligen Investition von 12 000 Euro könnten künftig 19 000 Euro Stromkosten gespart werden. Der Gemeinderat war für die Umrüstung.
 Johann Ranzinger von Winkelhof 1 möchte hinter seinem Hof oder auf einem nahe gelegenen Gemeindegrundstück ein Windrad mit einer Nabenhöhe von 65 Metern errichten. Bürgermeister Josef Luksch möchte Zustimmung signalisieren - wegen der aktuellen Atomkraftwerk-Diskussion und auch weil es einen erfolgreichen Zulieferer für Windradteile in der Gemeinde gibt. Bei Josef Wanninger schlagen da zwei Seelen in der Brust. Aus energiepolitischen Gründe ist er dafür, aber: „Wer viel Geld in sein Windrad investiert, wird es nicht ins Loch stellen, sondern dorthin, wo es am meisten einbringt. Und dort machen wir uns durch Windräder die Landschaft kaputt“, befürchtet er. Auch Ernst Ertl zweifelt: „Wie tun wir weiter, wenn wir einmal ein Windrad genehmigt haben? Dann bekommen wir eine Diskussion wie bei den Solarparks.“ Mit deren Gegenstimmen wurde beschlossen, Bereitschaft für die Anlage zu signalisieren.
 Mit 12:3 Stimmen wurde beschlossen, in der Hüttenbergstraße das Schild 250 mit dem Zusatz „Anlieger frei“ nicht mehr aufzustellen. Nach einem Antrag von Max Hilz war es im vergangenen Sommer montiert, auf Grund von Beschwerden mehrerer Vermieter aber wieder entfernt worden. Nun beantragte Hilz erneut die Wiederaufstellung der Verkehrsbeschränkung mit dem Zusatzschild „Zufahrt zu Ferienwohnung für Gäste frei“. Dies lehnte der Gemeinderat ab.
 Die E.ON Bayern hatte mitgeteilt, dass bedingt durch Kabelarbeiten in der Pfarrer-Schweikl-Straße auch die Errichtung einer neuen Straßenlampe und einer neuen Schalteinheit erforderlich wird. Die Kosten belaufen sich auf fast 7000 Euro. Mit dem Hinweis: „Das ist ein Problem der E.ON“, lehnten Bürgermeister Josef Luksch und der Gemeinderat dieses Angebot einstimmig ab.
 Für die unterirdische Errichtung der Infrastruktur für das Telekommunikationsnetz im Gewerbe/Industriegebiet Oberkreuzberg Süd-West verlangt die Deutsche Telekom 470 Euro plus Mehrwertsteuer. Der Gemeinderat stimmte zu.
 Von den Machenschaften des Feuerwehrbeschaffungskartells ist die Gemeinde mit zwei Fahrzeugen betroffen. Sie rechnet aber nicht damit, vom Bund etwas von den vom Bundeskartellamt bislang verhängten 20,5 Mio. Euro Bußgeld abzubekommen. - ul


PNP Grafenauer Anzeiger vom 1.April 2011

TAZ bringt Glas wieder zum Glänzen
Gestern war der Spatenstich für das 5,5-Mio.-Euro-Projekt für Schmelztechnik am Sägewerksgelände /
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Nach einer schwierigen und langwierigen Planungsphase kann es nun endlich losgehen mit dem Technologie-Anwenderzentrum (TAZ) Glas auf dem Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks. Gestern erfolgte der Baubeginn durch einen symbolischen Spatenstich mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft und den Planungs- und Baufirmen. Bereits Ende dieses Jahres sollen die drei Gebäude (Kopfbau, Labore, Schmelzhalle) bezugsfertig sein. Die Gesamtkosten für dieses Projekt belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro, die reinen Baukosten liegen bei 4,3 Mio. Euro.
Staatsminister Helmut Brunner sprach an diesem „wahrlichen Sonnentag“ vom Beginn einer positiven Entwicklung. Nach einem schmerzhaften Strukturwandel würden die früher wichtigsten Produkte der Region, Holz und Glas, wieder eine Renaissance erleben. Mit den Einrichtungen der Fachhochschule Deggendorf in Teisnach (Kaltglastechnologie) und künftig in Spiegelau mit der Schmelztechnik (Heißglastechnologie) würden wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendbare Technologien übersetzt und damit die Innovationsfähigkeit der Unternehmen in der Region gestärkt.
Brunner wünschte Spiegelau eine ähnlich gute Entwicklung wie in Teisnach, dessen Technologiezentrum als erstes im Bayerischen Wald im Oktober 2009 eingeweiht worden war. Dort konnten innerhalb eines Jahres 16 nationale und internationale Forschungsprojekte mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro akquiriert werden. Daraus habe sich eine erstaunliche Wirtschaftsdynamik entwickelt. Im Umfeld des Campus siedeln sich verstärkt Firmen an, die mit der thematischen Ausrichtung des Technologietransferzentrums nicht direkt in Zusammenhang bracht werden können.
Als Lohn für diese Leistung gab es im vergangenen Jahr den Bayerischen Gründerpreis für die Initiative „Technologieregion Bayerischer Wald“. „Manche sprechen sogar schon vom ‘Silicon Valley Bayerischer Wald‘“, sagte der Minister schmunzelnd. Er dankte der Hochschule Deggendorf, die beim Spatenstich mit Präsident Dr. Reinhard Höpfl, Vizepräsident Dr. Peter Sperber, Kanzler Dr. Gregor Biletzki und dem örtlichen TAZ-Leiter Michael Fuchs vertreten war, für das geistige Fundament fürs Anwenderzentrum.
Ministerialdirigent Dr. Wolfgang Zeitler, der für Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch gekommen war, dankte er für die finanzielle Hilfe und bat, Spiegelau die gleiche Unterstützung wie Teisnach und Freyung zukommen zu lassen. Zuletzt galt Brunners Dank dem Landkreis, dem Kreistag und der Gemeinde, die sich trotz schwieriger Ausgangssituation für diese Zukunftsinvestition entschieden haben. „Wir wollen nach dem Wegbrechen der Arbeitsplätze in der traditionellen Glasherstellung auf diesem Weg die jungen Leute in der Region halten und ihnen eine Zukunft eröffnen. Deshalb sind wir bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen“, bestätigte Landrat Ludwig Lankl. Die Finanzierung sei auf 22 Jahre ausgelegt.150 000 Euro pro Jahr trage die Gemeinde, 450 000 Euro der Landkreis.
„Zwickt‘s mi, i glaub‘ i traam“ - mit dieser Liedzeile von Wolfang Ambros verdeutlichte Bürgermeister Josef Luksch, dass er es - mit Hinblick auf die Vorgeschichte - nicht glauben könne, dass sich der erste Teil zu diesem Traum nun erfülle. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben.
Zeitler bemerkte in seiner launigen Rede, dass Bayern wegen seiner Idee mit den Technologieanwenderzentren bundesweit beachtet und beneidet werde. Die Verzahnung von Region und Wissenschaft bringe neue Impulse für einen Werkstoff wie Glas, der zwar als traditionell, aber nicht gerade pfiffig gelte. Er wünschte Spiegelau in puncto Glück bruchsicheres Glas und noch viele weitere Spatenstiche. FH-Präsident Höpfl begrüßte es, dass die Grundlagenforschung so zur Anwendung komme, wie es das Profil der Fachhochschule sein soll. Er dankte Zeitler, der ein Herz für ganz Bayern habe und nicht nur für die Metropolen.
Beim Stehempfang in der Touristinfo stellten die Planer Klaus Bauer und Thomas Häringer das Projekt vor und Luksch warb für eine Mitgliedschaft im TAZ-Förderverein.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 31. März 2011

Die Bautafel steht schon
Heute ist der Spatenstich für das TAZ in Spiegelau
Spiegelau. Auch wenn der eigentliche Bau des neuen Anwenderzentrums für Glastechnologie (TAZ) noch nicht begonnen hat, werden bereits die ersten Zeichen erkennbar, dass sich auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks in Spiegelau in Kürze etwas tun wird.
So wurde auf Initiative des Fördervereins des TAZ Spiegelau die von der Arbeitsgruppe Planung und Architektur (APA) gestaltete Bautafel für das neue TAZ aufgestellt. „Endlich wird auch für die Öffentlichkeit sichtbar, dass hier bald die Bagger rollen werden“, so Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth. Der Spatenstich für das neue Anwenderzentrum ist am heutigen Donnerstag. Mit den Abbrucharbeiten soll dann voraussichtlich in der zweiten Aprilwoche begonnen werden. - kr


PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. März 2011

Spiegelau sagt „Ja“ zum Haushalt
Einstimmig verabschiedet - Striktes Sparen ist weiterhin nötig 7 Von Ursula Langesee
Spiegelau. Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushaltsplan 2011 verabschiedet. Er hat ein Volumen von 9 540 700 Euro (Verwaltungshaushalt: 5 925 500 Euro, Vermögenshaushalt: 3 615 200 Euro). Das bedeutet gegenüber dem Haushalt 2010 eine Steigerung von 3,9 Prozent beim Verwaltungshaushalt, von 28,9 Prozent beim Vermögenshaushalt und beim Gesamthaushalt von 12,1 Prozent. Gegen den Finanzplan 2010 mit 2014 stimmten Peter Hinterberger, Erhard Wawrzek und Josef Wanninger.
Mit der Abstimmung am Montag hat der Gemeinderat eine Punktlandung geschafft. Am 28. März soll die terminliche Vorgabe der Rechtsaufsicht erfüllt sein. Etliche Sitzungen waren der endgültigen Absegnung vorausgegangen, der Konsolidierungszwang machte ein stetes Abwägen zwischen Sparen und Investieren unumgänglich. Denn auch wenn der Schuldenstand im Verlauf dieses Haushaltsjahres von 4 427 000 auf 4 080 000 Euro gesenkt werden kann, bedeutet dies immer noch eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1036 Euro (zum Vergleich: der Landesdurchschnitt liegt bei 644 Euro) - und das ist noch nicht das Ende.
Schuldenberg
wächst weiter

„Die Schulden machen mir am meisten Sorgen, denn sie werden sich noch erheblich erhöhen und können unsere Leistungsfähigkeit gefährden“, bemerkte Kämmerer Bruno Donaubauer. Deshalb appellierte er an das Gremium, den Prozess der Kosteneinsparung voranzutreiben, das Konsolidierungskonzept weiter zu entwickeln. Dazu empfahl er den Rückzug auf die reinen Pflichtaufgaben.
Zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde zählen auch die Einrichtungen Wasser, Kanal und Bestattungswesen, die kostendeckend betrieben werden müssen. Eine Aufgabe, die immer schwerer zu bewältigen ist. Seit 2003 kritisiert das Landratsamt bei der Vorlage der Haushaltspläne regelmäßig diese Posten. Mit Gebührenerhöhungen versucht die Kommune das Defizit in den Griff zu bekommen. Doch die Spirale dreht sich weiter nach unten, denn die Bevölkerung nimmt ab und durch die höheren Gebühren geht der Verbrauch, etwa beim Wasser, kontinuierlich zurück. Beim Wasser liegt die Grundgebühr derzeit bei 44,86 Euro netto, pro Kubikmeter kommen 1,72 Euro netto Verbrauchsgebühr dazu. Das Abwasser schlägt aktuell mit 2,85 Euro pro Kubikmeter zu Buche. Und im Bestattungswesen erwartet die Bürger ab diesem Jahr eine Kostenerhöhung von 30 Prozent.
Erhöht wurden die Grundsteuer-Hebesätze A und B auf 400 v. Hundert, gleich blieb die Gewerbesteuer mit 305 v. Hundert.
Die größten Einnahmeposten im Verwaltungshaushalt: Einkommensteueranteil 950 000 Euro (2009: 1 004 9 07 Euro), Umsatzsteuer 50 000 (50 077 Euro), Schlüsselzuweisung 1 266 000 Euro (1 507 164 Euro), Gewerbesteuer 325 000 Euro ( 607 592 Euro), Grundsteuer A und B 431 200 Euro (320 609 Euro), Kanal 477 000 Euro (354 000 Euro), Wasser 353 600 Euro (195 539 Euro). Nach den Beobachtungen des Kämmerers gehen die Einnahmen aus der Schlüsselzuweisung und der Gewerbesteuer seit dem Jahr 2009 nach unten. Die Gewerbesteuer hat sich im Vergleich zum Haushaltsjahr 2009 fast halbiert. „Sie wird sich bei 325 000 Euro einpendeln“, prognostiziert Donaubauer für die nächsten Jahre.
Bei den Ausgaben sind die größten Posten die Personalkosten mit 1 128 300 Euro (2009: 1 185 594 Euro) - sie machen alleine 19 Prozent aus - und die Kreisumlage mit 1 250 000 Euro (1 178 766 Euro). Weiter wurden aufgelistet: Gewerbesteuerumlage 75 700 Euro (122 527 Euro), Zinsen 224 700 Euro (179 728 Euro), Sachaufwand Schule 343 200 Euro (348 000 Euro), Umlage Abwasserbeseitigung 95 000 Euro (71 800 Euro), ungedeckter Aufwand für Kindergärten 198 600 Euro (148 492 Euro). Was hier auffällt: die Schlüsselzuweisung von 1 266 000 Euro geht fast vollständig für die 1,25 Mio. Euro Kreisumlage drauf.
2 221 500 Euro sind heuer an Investitionen vorgesehen - darunter 750 000 Euro für die Weitergabe der Verbesserungsbeiträge an den Zweckverband Klärwerk Spiegelau, 310 000 Euro für die Erschließung des alten Sägewerksgeländes, 200 000 Euro für die Erschließung des Industriegebiets Oberkreuzberg Süd-West und 150 000 Euro Zuschuss an die Betreibergesellschaft Anwenderzentrum.
Hohe Gebühren
Gift für die Wirtschaft

CSU-Fraktionssprecher Karlheinz Roth wie auch Elke Proßer-Greß für die SPD und Erhard Wawrzek für die Freien Wähler dankten dem Kämmerer für die gute Vorbereitung des Zahlenwerks. Roth relativierte die Aussage, dass die Schlüsselzuweisung fast zur Gänze in die Kreisumlage fließe: „Dafür bekommen wir 450 000 Euro fürs TAZ.“ Er monierte, dass die Sparbeschlüsse zwar schon beim halbierten Sitzungsgeld, aber noch nicht beim zentralen Punkt Personalkosten durchschlagen würden.
„Es ist was Solides rausgekommen“, beurteilte Proßer-Greß den Haushalt. Der Rückgang bei der Pro-Kopf-Verschuldung beweise, dass die Sparbemühungen fruchteten. Als Leitlinie und quasi „Handbuch des Gemeinderates“ wertete sie den Investitionsplan bis 2014. Sie dankte für die sehr konstruktive Arbeit im Vorfeld, die den Gemeinderat zusammengeführt, statt getrennt habe. Wawrzek zollte der qualitativ sehr guten Arbeit Respekt und dankte für die rechtzeitige Vorlage des Haushalts, warnte aber vor den hohen Gebühren: „Die sind Gift für die Wirtschaft.“ Man müsse die Kosten an die Einwohner-Entwicklung anpassen.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 29. März 2011

Ei’trogn, wo sich was zua’trong hat
Starkbieranstich in Spiegelau bringt am Samstag im Schnapsmuseum Verfehltes, Verfrühtes und Verlustiertes zu Tage 7 Von Hermann Haydn
Spiegelau. Der Eintrager bekommt manches zugetragen, was er nicht nachgetragen bekommen soll, wenn er es auch vorträgt. Aber wer, wie Bruno Fischer, es nicht das erste Mal macht, sondern zum achten Mal beim Spiegelauer Starkbierfest die Leviten liest, der erfreut sich einer besonderen Honorabilität: alles sagen zu dürfen, ohne dass einer was sagen darf. Aber auch „mein lieber Herr Gesangsverein“ nahm zwar das Notenblatt, aber sonst keines vor den Mund, und thematisierte beispielsweise die TAZ-Standortsuche mit zartem Klang und messerscharfem Witz.
Die Klingenbrunner Musikanten eröffneten den Samstagabend mit flotten Klängen. Schnell war das Schnapsmuseum mit etwa 100 Zuhörern gefüllt und die Atmosphäre wurde auch deshalb fühlbar hitzig. Für die Kühlung sorgte das Wolferstetter Starkbier.
Mit großer Schwermut und doch der Leichtigkeit, die sich die vormalige Leiterin des Schnapsmuseums, Martina Stöckl, wohl erwartet hätte, begann der Ei‘troga Bruno Fischer den schwierigsten Teil seiner Fastenrede. Denn Martina Stöckl mussten die Spiegelauer erst wenige Tage vorher zu Grabe tragen. Die Frage, ob dennoch die Veranstaltung stattfinden solle, war im Raum gestanden, aber mit genau der Zuversicht verneint worden, mit der sie ihr schweres Leiden mit Lebensmut und Humor angenommen habe.
Fischer erinnerte an eine Begebenheit, als Stöckl einem Urlauber den Weg zur Gaststätte Trossel beschrieben hatte, mit vielen Worten bayerischer Färbung und einem halben Spiegelau-Reiseführer kostenlos, gewürzt mit Sehenswürdigkeiten und Lebensart. Und mit der Überzeugung, dass sie zwar ihr Menschenmöglichstes getan habe, bis hin zur Erwähnung des Zwölfer-Zuges, der Tankgelegenheit und vermutet unerfüllter Kinderwünsche des Wegsuchenden, aber dennoch bilanzierte: „Der find‘t ja eh ned hi!“
Wohl hin gefunden habe dagegen der Bürgermeister jeweils zu seinen Terminen. Allerdings stellte sich bei ihm die Frage des „Wann“ dafür umso dringender. Denn während er die Verspätung hochgradig kultiviert habe, sei ihm eine neue Variante schon umso peinlicher gewesen. Etwa auf der Flucht vor telefonischen Presseanfragen sei er schon mal zu früh aufgetaucht und habe damit seine später (rechtzeitig) gekommenen Kollegen in die eigene, aber fälschliche Verwunderung gestürzt, dass sie selbst dann ja noch viel später dran sein müssten. Und zu einer Nationalpark-Ausschusssitzung war er gleich einen ganzen Monat zu früh dran, abzüglich der halben Stunde, die er gemeint hatte, zu spät dran zu sein. Aber damit war der Bürgermeister auch schon erlöst von der Predigt, weil er nach unbestätigten Hintergrundinformationen dafür den Ball an seine Frau Margrita weiter gegeben hatte. Irgendjemand hatte dem Eintrager nämlich gesteckt, dass die zur Marketingwaffe ihrer Bank in Schöfweg wider Willen geworden sei, als sie sich mal zu einem Rock durchgerungen hatte, dessen Reißverschluss nicht den Sicherheitsanforderungen entsprach, wenn es darum ging, Formulare aus einem tiefen Regal zu holen. Platzen, Rutschen und Schauen sei quasi eins gewesen bei dem gerade beratenen Bankkunden. Aber immerhin habe der erst gar nicht mehr überlegt, ob er nicht doch sein Konto bei der Konkurrenz eröffnen solle, so erfreut sei er über den Spezial-Service gewesen.
Dass nicht nur Spiegelau Geschichten liefert, sondern auch das Umland, das bekamen Kreistouristiker Ernst Kandlbinder und Wirtschaftschef Ralph Heinrich zu spüren. Der eine sei ja schon so „E-Bike-geschädigt“, dass er mit den breiteren Abmessungen eines normalen Fahrzeugs dafür nicht mehr zurecht komme und die Außenspiegel an einer zu schmalen Garageneinfahrt mechanisch ein- und knarzend abgeklappt habe. Heinrich habe dagegen einen zu langen (wichtigen) Titel und zu viel Kraft und Energie, so dass sich die Mitarbeiter schon per geheimem Augenbrauenzwinkern Zeichen gäben, wo gerade von ihm Aktivismus-Gefahr im Anzug sei. Beide Augenlider senken bedeute dazu: Er ist weg. Aber dann müsse man dafür schon mal einen Kreisbeamten zu Dienstschluss extra wecken.
Von Einem, der - das Bierflascherl in der Hand - fragte, ob das noch vom Fass sei, oder „ob des schon leer ist“, erzählte der Eintrager, vom Roth Karl Heinz, der im Teisnacher TAZ eine diplomatische verquere Situation dadurch gerettet habe, dass er für die dortige leicht errötende Bürgermeisterin noch zwei Eier dabei hatte - auch wenn die vom Klaus Büchler und aus Glas waren. Er berichtete auch davon, wie der junge Schwarze in Österreich zum Jungsozialisten mutierte und darüber, wie der Pfarrer Wimmer als Schneewittchen sich für die sieben Frauenbundzwerginnen zur ökumenischen Verlustierung extra lang und steif gemacht hatte.
Dass man sich in Spiegelauer Regierungskreisen über den liberalen Muthmann ehrlich freue, wenn er zu Besuch komme, weil man mit den eigenen Freien größere Probleme habe, verhehlte der Eintrager nicht. Auch ohne falschen Doktortitel könne der Landtagsabgeordnete darauf hoffen, dass die TAZ („Trottel aktiv im Zukunftsrat“) doch noch als Batman des Bayerwaldes und Mut(h)-Mann in Ranger-Kluft zu seiner Alleinherrschaft im vereinten tschechisch, österreichisch und bayerischen Raum führen könnte; und sich die Spiegelauer so auch endlich den Riedel vorknöpfen könnten.
Bis dahin müsse weiter der Erich Bachmann als Klärwärter oft Unerfreuliches schöpfen, nicht nur in seiner Arbeit, sondern als Wortakrobat der Trivialliteratur, der am Hamburger Auszieh-Tisch nach seiner Viessmann-Brille sucht und den Pfarrer aus der Sacre Coeur kommen lässt. Aber vielleicht lag es ja auch nur daran, wie der Gesangsverein später noch kolportierte, dass in Spiegelau die Sitzungen bisweilen halt bis in die Nacht hinein gehen, wenn „Hüttnbazi, Wammerl und Kuhhandler“ für die große politische TAZ-Standpunkt-Gaudi sorgen. Der Eintrager hat es gehört, gesammelt und weiter erzählt. Und spätestens nach zwei Halben Starkbier nimmt es ihm eh keiner mehr krumm.

PNP Grafenauer Anzeiger vom 24. März 2011

So wird das TAZ Spiegelau aussehen - Kreistag gibt grünes Licht für Finanzierung und Architekten-Entwürfe
Von Peter Püschel
Freyung-Grafenau. Jetzt wird es schnell gehen: Schon im April soll mit dem Bau des Technologieanwenderzentrums Glas (TAZ) auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks in Spiegelau begonnen werden. Bei nur zwei Gegenstimmen hat der Kreistag die Finanzierung abgesegnet und die Architekten-Entwürfe gebilligt.
Wie Siegfried Wilhelm als Geschäftsführer der Betriebs-GmbH TAZ Spiegelau informierte, soll der Bau über die Auszahlung eines so genannten Gesellschafterdarlehens finanziert werden: Der Landkreis als Gesellschafter der GmbH stellt die benötigten Finanzmittel in Form eines Kredites zur Verfügung. Der Kapitaldienst für dieses Darlehen ist aus den jährlich zur Verfügung stehenden Eigenmitteln in Höhe von 600 000 Euro zu erbringen. Maximal 450 000 Euro davon trägt der Landkreis, 150 000 Euro die Gemeinde Spiegelau als zweiter Gesellschafter. Der Gemeinderat Spiegelau hat diesem Konstrukt bereits vor der Kreistagssitzung zugestimmt.
Man geht davon aus, dass von den jährlich zur Verfügung stehenden Eigenmitteln der GmbH 200 000 Euro für den laufenden Betrieb aufgebracht werden müssen. 400 000 Euro stehen also für den Schuldendienst zur Verfügung. Rein rechnerisch wird die Rückzahlung dieses Darlehens dann 22 Jahre dauern. Geschäftsführer Wilhelm geht aber davon aus, dass sich die Betriebsverluste nach fünf Jahren vermindern, wenn die Betriebs-GmbH Erlöse aus dem Projekt erzielen wird: Die dann fälligen Mietzahlungen der Hochschule Deggendorf dürften den Schuldendienst mittelfristig abdecken.
Wie Thomas Häringer vom Planungsbüro APA Bauer aufzeigte, steht die Detailplanung. Der Abbruch der Spiegelauer Bibliothek steht kurz bevor, dann kann es sofort losgehen. Erst Ende letzter Woche ist die Ausschreibung abgeschlossen worden, an der sich neun Firmen beteiligt haben. Den Zuschlag als Generalunternehmer erhielt die Firma Bachl mit einem Auftragsvolumen von netto 4,364 Millionen Euro.
Die Planung sieht drei untereinander verbundene Gebäude vor: Einen Kopfbau für Verwaltung, Büros und Konferenzräume, der bereits im September bezugsfertig sein wird; einen Bau für die Labore, die im Oktober fertig sein sollen; und die Schmelzhalle, die dann im Dezember in Betrieb gehen wird.
„Eine sehr erfreuliche Entwicklung“, stellte Häringer fest, „das Kostenbudget wurde bei der Ausschreibung eingehalten, das Projekt läuft wie angedacht.“
Der Aufsichtsrat hat ein Kostenbudget von 5,5 Millionen Euro genehmigt, teilte Geschäftsführer Siegfried Wilhelm mit.
Wie Campus-Leiter Michael Fuchs vor dem Kreistag sagte, konnten bereits einige Forschungsaufträge für das TAZ Spiegelau gesetzt werden. Die Kooperation mit der Uni Bayreuth und der Firma Füller ist besiegelt, Kooperationen mit anderen Firmen sowie mit dem „Netzwerk Glas“ seien im Entstehen.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 16. März 2011

Meditativer Abendgottesdienst
Spiegelau. Am Sonntag, 20. Februar, lädt um 19 Uhr die Evang.-Luth. Kirchengemeinde zu „Balsam für die Seele“, einem Abendgottesdienst in die Martin-Luther-Kirche, Spiegelau ein. „Unsere Grenzen _ wenn der Hahn zweimal kräht“ ist das Thema dieses Abends, der mit besinnlichen Texten, Musik und Stille zur Einkehr, Ruhe und Umkehr einlädt. Den Gottesdienst gestalten Diakonin Neumann-Beiler und der Organist Michael Dietz. - eb

Spiegelau ringt um seinen Haushalt
Der Weg für die Haushaltssatzung 2011 scheint frei - Spagat zwischen Sparen und Investieren wird nicht einfach - Von Hermann Haydn
Spiegelau. Spiegelau ist heuer flott unterwegs, was die Vorarbeiten zur Haushaltssatzung angeht. Bis 28. März soll die terminliche Vorgabe der Rechtsaufsicht erfüllt sein. Nach einer selbst auferlegten Pflicht, relevante Anträge bis 9. März der Verwaltung vorzulegen, wurde auch in der Sitzung vom Montag weiter an den Details gefeilt, um Spar- und Investitionspolitik auf einen grünen Nenner zu bringen.
Zwar gab es längere Sachdiskussionen zu verschiedenen Punkten, im Wesentlichen zeichnet sich aber mittlerweile ein relativ „störungsfreier“ Endspurt im Zahlenwerk an. Gemeinderat Erhard Wawrzek hatte angeregt, 100 000 Euro noch in den Haushalt einzustellen, um für die Vermarktung der erwarteten TAZ-Forschungskapazitäten und auch der Ansiedlungsflächen noch zusätzlichen Schwung zu erzeugen. Nach Gesprächen mit einem Firmeninhaber der Branche sei er aber überzeugt, dass in den verschiedenen Glasbereichen genug Anknüpfungspunkte vorhanden wären, um das TAZ zu einem großen Erfolg zu machen. Bürgermeister Josef Luksch erklärte dazu, dass der Geschäftsführer durchaus speziell dafür vorgesehen sei, Kontakte zu Firmen zu suchen und Akquise zu betreiben. Es sei aber durchaus eine Überlegung wert, etwa über Provisionsregelungen zusätzlich Kompetenzen in der Branche einzubinden. Da aber ohnehin der Haushaltsentwurf unter einem zeitlichen und Konsolidierungszwang stehe, sah er es als zielführender, erst mit der TAZ-Betreiber-GmbH hier Notwendigkeiten zur kommunalen Unterstützung zu besprechen und dann gegebenenfalls über einen Nachtragshaushalt oder erst in 2012 entsprechende Mittel zu eröffnen. Der Antrag, 100 000 Euro vorsorglich einzustellen wurde mit 6:5 knapp abgelehnt, die zweite Variante, nach einer Information zu reagieren dann einstimmig angenommen.
Der Bürger braucht Planungssicherheit
15 000 Euro sparen könnte sich Spiegelau, wenn die Planung zum Kanal in der Schwarzachstraße als unwirtschaftlich abgesagt würde, so ein Antrag der CSU-Fraktion. Luksch nannte das durchaus überlegenswert. Allerdings könne man da verschieben, aber nicht auf ewig. Denn der Bürger brauche die Klarheit, was da dann passieren soll. Mit dem Beschluss pro Kanal wäre es für sie nicht mehr nötig gewesen, Fördermöglichkeiten zu Drei-Kammer-Kläranlagen weiter zu verfolgen. Man dürfte sie so jetzt auch nicht hängen lassen. Die Planung alleine bringe aber ohnehin auch nichts, wenn gleichzeitig der Bau später nicht finanzierbar wäre, wandte Thomas Robl ein. Der Rat beschloss, in 2011 tatsächlich erst die 15 000 Euro raus zu nehmen, die politische Richtung aber dennoch beizubehalten. In 2012 und 2013 sollen dann je 7 500 Euro Planungskosten veranschlagt werden.
Wie sieht es mit Ansätzen zur Breitbandversorgung aus, wollte ebenfalls die CSU-Fraktion wissen. 30 000 Euro sollten eingestellt werden. Josef Luksch verwies darauf, dass es einen Vortrag zur neuen LTE-Technik gegeben hatte. Kämmerer Bruno Donaubauer hatte den verfolgt und berichtete, dass die Anbieter politisch dazu vergattert worden seien, zunächst die „weißen Flecken“ der Funkverbindung zu schließen, bevor als Filetstücke die Ballungsräume erschlossen werden dürfen. Das schnelle Internet gäbe es dann sogar ohne kommunale Ausgaben. Problem allerdings: In Tschechien werden die fraglichen Frequenzen noch für Fernsehen verwendet. Es könnte zum Hemmschuh dafür werden, dass diesseits des Grenzkamms LTE in Kürze zu haben sein könnte. 5 000 Euro wurden in den Haushalt eingestellt, um sich fachlich kompetente Beratung holen zu können.
Ein offenes Problem ist die Schwarzachstraße nicht nur wegen ihres baulichen Zustandes. Hier sollten 50 000 Euro eingeplant werden, so der CSU-Antrag, da auch die Firma Hilz bereits damit drohe, ansonsten Firma und 60 Arbeitsplätze zu verlagern. Allerdings ging es auch in nichtöffentlicher Sitzung um eine Problematik dazu. Deshalb wurde die Entscheidung dazu vertagt.
Gerüchte zum Büchereiumzug
Kommt die Bücherei im Schulhaus doch teurer als angesetzt? Verschiedene Gerüchte waren durch die Kommune gegeistert, so Luksch. 3 000 Euro für eine Trenntüre und Umzugsaufwand seien weiterhin nötig. 1000 Euro seien als Puffer für Eventualitäten vorgesehen. Kurt Zettl betonte, dass die CSU-Fraktion hier auch nicht als Bremser aufstehen habe wollen, sondern die Informationen für einen fundierten Beschluss eingefordert habe. Mit 7:4 Stimmen wurde der Ansatz genehmigt.
Angefragt wurde seites der CSU-Fraktion auch zu den Kosten des Abbruchs des alten Leichenhauses: „Wäre hier eine höhere Eigenleistung denkbar?“ Josef Luksch bezweifelte dies ebenso wie Kurt Hobelsberger und Ludwig Schopf und weitere Räte, da die Problematik mit Entsorgungsnachweis, Trennung und Verkehrssicherungspflicht komplizierter sei, als auf den ersten Blick zu sehen. Es bleibt also beim bisherigen Ansatz von 30 000 Euro und dabei dass in künftigen Finanzplanungen Geld eingestellt werden soll für einen Neubau. Bei der Vergabe könne ohnehin noch geschaut werden, ob einzelne Gewerke nicht doch über Bauhofregie zu machen wäre.
Könnte man sich 25 000 Euro erst mal sparen, die für die Sanierung der Quelle Ochsenkopf nötig sind. „Man könnte,“ so der Bürgermeister, wenn man andererseits riskiert, eine gute Schüttung im Wald aufzugeben und vielleicht dann in trockenen Sommern auch mal Fernwasserpreise zahlen zu müssen. Kurt Zettl betonte, dass auch die CSU-Fraktion sie nicht aufgeben wolle, aber eine Verschiebung sei eben doch denkbar. Mit 7:4 Stimmen wurde der Ansatz beibehalten.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 8. März 2011

AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT
Abgesegnet werden konnte zur letzten Sitzung des Spiegelauer Gemeinderates der Antrag des BRK zur Montage einer Antenne für Gleichwellenfunk an der Schule in Spiegelau. Bürgermeister Luksch konnte beruhigen, dass es dabei um einen Bedarfsfunk für die Bergwacht gehe und auch die Polizei als Masteigentümer einverstanden sei, dass noch eine Antenne montiert wird. Man sei zwar etwas überrascht von der Technik, wo doch alles sich dem Digitalfunk zuwende, aber das sei nicht kommunale Frage.
Unter „Informationen“ ging es um einen verstopften Kanal, der in der vergangenen Sitzung moniert worden war. Bei einem Regenüberlaufbecken sei es zu Problemen gekommen. Eine Spülung habe übergangsweise das Problem beseitigt. Scherbenbrüche wurden festgestellt und der Verursacher müsse noch gefunden werden.
Karlheinz Roth fragte an, ob Beschlüsse zur Konsolidierung schon umgesetzt worden seien. Ihm sei nichts bekannt. Man solle da dran bleiben.
Bürger monierten, dass die Flutlichtanlage der Nachtloipe zu Unzeiten und zu lange brenne. Man solle doch darauf achten, dass Sparbemühungen hier nicht ein Gegensignal gesetzt bekämen. Früher schaltete ein Anlieger nach Bedarf ein und aus, so Luksch. Nun macht es eine Zeitschaltuhr, der es ja eher egal sei, ob es schon länger hell sei. Ein Dämmerungssschalter könnte zusätzlich angebracht werden, so Wawrzek, oder eine „menschliche“ Lösung wäre wieder eine Überlegung wert, so Luksch. Auch ein Wechsel der Lichtzeiten mit Abstimmung zur Nachtloipe Riedlhütte wäre überlegenswert.
Einen großen Dank des Gremiums gab es an Kurt Hobelsberger für die Bemühungen zum Bayern 1-Winterfestival. - hpd


PNP Grafenauer Anzeiger vom 4. März 2011
SAXNDI. . .
...es wäre ein Leichtes, sich jetzt köstlich über den „Büchereistreit“ von Spiegelau auszulassen.
Aber so unsinnig dies passend zur Faschingszeit anmuten mag, so unsinnig ist es genau genommen gar nicht. Denn dass etwas weiter geht, das ist den Büchereimachern schon zu verdanken. Das sieht auch die CSU-Fraktion so. Dass dennoch eine Entscheidung vom Rat abgesegnet sein soll, mag auch verständlich sein. Dass irgendwo dazwischen terminlich etwas nicht ganz rund gelaufen ist, und es deshalb ganz unaufgeregt akzeptiert werden könnte, dass Faktum und Beschluss noch zusammen zu bringen sind, sollte deshalb die Beteiligten nicht unglücklich machen. Einen Zankapfel vom Baum zu brechen ist die Geschichte nicht wert. Die Diskussion ist formal gesehen in Ordnung. Das Ergebnis ist das Gleiche. Das sollte zählen.    Hermann Haydn


Rathaus und Pfarrbüro über Fasching geschlossen
Spiegelau. Wie die Gemeindeverwaltung Spiegelau mitteilt, ist das Rathaus am Faschingsdienstag, 8. März, ganztags geschlossen. Die Touristinformation ist jedoch vormittags von 8 bis 12 Uhr erreichbar.
Das Pfarrbüro Spiegelau ist von Rosenmontag bis einschließlich Aschermittwoch, 7. bis 9. März, geschlossen. In dringenden Notfällen ist Pfarrer Rupert Wimmer am Handy unter 0170-1166047 erreichbar. - red

Bücher sollen umziehen: CSU fehlt der Beschluss
Randthema zum neuen Büchereistandort in Spiegelau sorgt für Unmut und Kopfschütteln im Gemeinderat - von Hermann Haydn
Spiegelau. Es war eigentlich eine Randnotiz und sorgte doch für Unmut im Gremium. Elke Proßer-Greß verkündete in den letzten beiden Sitzungen die frohe Nachricht, dass es mit der Gemeindebücherei gut weiter gehen kann, weil ein neuer Standort in der Schule gefunden wurde. Das alte Gebäude am Sägewerksgelände muss ja dem TAZ weichen. Alles in kommunal geordnete Verhältnisse bringen wollte dazu die CSU-Fraktion, vertreten durch Sprecher Karlheinz Roth. Aber der Antrag, den Umzug auch per Beschluss abzusegnen, geriet nun zum Zankapfel zwischen Elke Proßer-Greß und der CSU-Fraktion.
Gar nicht dagegen sein wollte die CSU-Fraktion, so Karlheinz Roth, ein Antrag für die nächste Sitzung sei ja auch entsprechend formuliert worden. Aber anschauen und absegnen hätte man das eben auch noch wollen, statt beim Schaffen von Fakten - wenn auch akzeptierten - nur zusehen zu können. Die Frage, ob die Räume geeignet und Kosten zu befürchten seien, müsse nun mal das ganze Gremium interessieren.
Das sah auch die Mehrheit des Gremiums so. Mit 9:4 Stimmen wurde die Dringlichkeit befürwortet, die Beratung zu diesem Punkt noch auf den Plan zu setzen. Bürgermeister Josef Luksch versuchte die Wogen zu glätten, bat darum, „nicht päpstlicher als der Papst“ an die Sache ran zu gehen. Und auch Ernst Ertl bemängelte, man mache sich mit einer solchen 20-Minuten-Diskussion nur lächerlich.
Denn statt den CSU-Vorstoß als formalrechtliche Maßnahme abzuhaken, schaltete Elke Proßer-Greß nun auf stur. Dann müsse auch formalrechtlich akzeptiert werden, dass das Umzugsteam bis zum Beschluss die Bücher ruhen lasse, sagte sie.
Das Ergebnis der Beratung: Die CSU-Fraktion wird noch besichtigen, der Beschluss soll noch voraussichtlich einheitlich erfolgen, der Umzug möge, so die politisch vorauseilende Bitte des Bürgermeisters, weiter gehen. Schließlich soll nicht noch der TAZ-Spatenstich zum Opfer der Rand-Diskussion werden.
Die eigentlichen Themen der Sitzung waren weitere Vorinformationen zum Haushaltsplan 2011 mit Vorausschau auf die kommenden Jahre, E-Bikes und eine Antenne für die Bergwacht.
Informationen zur Haushaltsplanung
Kämmerer Bruno Donaubauer erläuterte die aktuellsten Zahlen. Das Landratsamt verlangte ja eine frühe Vorlage zur Genehmigung. Bürgermeister Luksch brachte den Antrag ein, dass Änderungswünsche von den Räten bis zum 9. März eingebracht werden müssten, um dann noch der Verwaltung Zeit zu geben, entsprechend diese mit allen Folgen einzuflechten. Dem stimmten die Räte auch zu. Abgelehnt wurde dagegen ein Antrag zur Geschäftsordnung von Luksch, der es vermeiden wollte, dass von Erhard Wawrzek über Fragen zu laufenden Prozessen öffentlich diskutiert würde. Wawrzek hatte die Frage eingebracht, ob ein Posten von 50 000 Euro im Haushalt nicht zu niedrig angesetzt sei. Eine Beratung dazu erfolgte nichtöffentlich.
Wawrzek fragte zudem nach, wie es mit der Summe der Weitergabe von Verbesserungsbeiträgen zur Kläranlage stehe. 600 000 Euro erschienen ihm da zu wenig. Nach eigenen Berechnungen müssten noch über 800 000 Euro an die Bürger zusammen kommen. Auch Karlheinz Roth bat darum, durch Zahlen im Haushalt dem Bürger nichts vorzumachen. Bürgermeister Luksch verwies darauf, dass die Zahl als Durchlaufposten für den Haushalt zunächst nicht relevant sei. Die Werte, die er in öffentlichen Diskussionen verwende, bezögen sich in der Regel auf griffigere Schätzungen zu nachvollziehbaren Haushalten und Hausgrößen. Für den Bürger bleibe es so oder so aber bei den Größenordnungen, die immer veröffentlicht worden seien.
Erhard Wawrzek fragte zudem an, ob eine Fahrzeugersatzbeschaffung nicht auch daran gekoppelt werden sollte, wie sich der Personalstand entwickelt, um Beschäftigte und vorgehaltene Technik sinnvoll abzustimmen. Auch Roth erinnerte daran, dass es als sinnvoll erachtet worden sei, ein Gesamtkonzept für das Personal aufzustellen. Der Bürgermeister verwies aber darauf, dass es ohnehin rechtlich nicht möglich sei, Investitionen und Personalfragen zu koppeln. Das lasse der Tarifvertrag nicht zu.
Ist der Zuschuss zur Betreibergesellschaft für das TAZ noch korrekt, wollte Wawrzek wissen. Schließlich sei der Baukostenindex um zehn Prozent gestiegen. Josef Luksch teilte mit, Bau, Zeitplan, Kosten sollten termingerecht eingehalten werden. Es gäbe sogar Signale, dass vielleicht nach der Ausschreibung noch ein positives Ergebnis zu den ersten Schätzungen erwarten wäre. Das Fell solle man aber erst verteilen, wenn der Bär erlegt ist.
Roth fragte nach den Vorteilen der gemeinsamen „Schlauchpflege“, nachdem der Haushalt ja unter Sparaspekten entstehe, hier aber eher investiert werde. Luksch nannte es zunächst einen ideellen und technischen Vorteil, da so Synergien und Kooperationen die Ortsteilwehren näher zusammen bringe. So werde ein guter Boden für eine gemeinsame Materialbewirtschaftung gelegt und auf lange Sicht auch wirtschaftlich gedacht.
E-Bike dreht noch Diskussionsrunde
Breiteren Diskussionsraum nahm die Frage ein, ob sich die Kommune nach einem neuen Angebot des TVO nicht doch für E-Bikes begeistern könnte, nachdem das bereits einmal abgelehnt worden war. Nach Bürgermeister Luksch könnte es bei dem „Nein“ bleiben, denn Probleme mit dem Vorhalten eines Service und den Vermietzeiten ließen sich nicht aus der Welt schaffen. Die Frage, ob ein Tourismusort nicht dennoch Wege finden sollte, einen eventuellen Trend nicht wortwörtlich vorbei fahren zu lassen, wie es Erhard Wawrzek, Peter Hinterberger, Elke Proßer-Greß und Josef Wanninger befürworteten, soll nun doch noch einmal vertiefter aufgegriffen werden. Tourismusleiterin Theresa Resch soll noch einmal Stellung beziehen und Wege aufzeichnen. Die Ablehnung wurde deshalb mit 10:3 Stimmen vertagt.



PNP Grafenauer Anzeiger vom 28. Februar 2011

Trotz dieser Attacke - PNP holt Bronze
2000 Besucher beim BR-Winterfestival in Spiegelau - Sparkasse wird Sieger beim Gaudi-Biathlon
Von Andreas Nigl
Spiegelau. Es dürfte mit die „entscheidende Szene“ gewesen sein. BR-Moderator Uwe Erdelt greift nach rechts. Dort liegt PNP-Mann Daniel Feucht. Erdelt rüttelt an dessen Lasergewehr - Fehlschuss. Trotz dieser Attacke wird das PNP-Team am Ende doch noch Dritter. Den Sieg jedoch holt ungefährdet die Sparkasse.
Der Bayerische Rundfunk war am Samstag zum zweiten Mal mit seinem „Winterfestival “ auf dem ehemaligen Sägewerksgelände in Spiegelau zu Gast. Geboten wurde wieder eine Riesen-Gaudi für die laut Organisator Kurt Hobelsberger gut 2000 Besucher - beim Biathlon stand dann auch weniger der pure Wettkampf, denn der Spaß im Vordergrund. Da machte es dann auch wenig, dass manche Lasergewehre „Fehlzündungen“ hatten - Schnee in den Laufspitzen und die Kälte machten oft das Zielen zum Lotteriespiel.
Dabei sein war alles - das hatte auch Landrat Ludwig Lankl betont - und angekündigt im nächsten Jahr - „austrainiert“ - wieder dabei sein zu wollen. Helmut Vogl, Bürgermeister von St. Oswald Riedlhütte, hatte seine liebe Mühe, mit Schneeschuhen den ersten steilen Anstieg zu erklimmen („mit den Langlaufskiern wär ich schneller gewesen“). Sein Amtskollege Josef Luksch - ebenfalls auf Schneeschuhen unterwegs - nahm schlauerweise die Abkürzung, die nur für Damen freigegeben war. Die Strafe folgte irgendwie auf dem Fuß - das Team schied im Vorlauf aus. Ausgeschieden war auch das Team um Pfarrer Rupert Wimmer - dessen Auftritt ließ auf sich warten. Geplant war, dass er direkt nach dem Abendgottesdienst per Chauffeur am Wettkampfort eintrifft. Was er dann auch tat - aber mit gut 15 Minuten Verspätung. Gerade noch rechtzeitig - BR-Moderatorin Ulla Müller wollte schon ohne den Geistlichen starten. Aber auch mit Wimmer reichte es nicht ins Finale.
Dorthin schafften es das Team der Sparkasse, die PNP, die Leichtathletik-Gemeinschaft Passau und das BR-Team. Letztlich kam es dann so wie oben beschrieben. Die Sparkassenmänner um Marktbereichsleiter Klaus Pleintinger machten das Rennen, die jungen Läufer der LG Passau holten Silber, die PNP Bronze, und Uwe Erdelt stolzierte abgeschlagen, aber fröhlich winkend, ins Ziel.
Danach stand Party auf dem Programm. Christian Springer alias „Fonsi“ nahm die Politik auf die Schippe und die „Troglauer Buam“ brachten die alte Halle zum Beben, was angesichts der knackigen Temperaturen bei vielen Besuchern für wohlige Wärme sorgte.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 18. Februar 2011

Wird am falschen Eck gespart?
Spiegelauer Kurpark soll nur noch zwei Mal gemäht werden - Hobelsberger: Kann sich das ein Tourismusort leisten?/ Von Hermann Haydn
Spiegelau. Spiegelau muss eisern sparen. Die geforderte Haushaltskonsolidierung darf auch vor kleineren Beträgen nicht Halt machen. Aber da die meisten kommunalen Ausgaben ohnehin kein Luxus sind, kann es auch schnell sehr weh tun, wenn man überall den Rotstift ansetzen muss. Wird dann eventuell mehr Schaden als Nutzen produziert? Das wollte Kurt Hobelsberger zur jüngsten Sitzung wissen.
Grund der Kritik: Der Kurpark sollte laut Beschluss nur noch zwei Mal pro Jahr gemäht werden. Der beauftragte Unternehmer teilte nun mit, dass das sowohl arbeitstechnisch wie auch finanziell nicht vernünftig durchführbar sei und schmiss deshalb hin. Für einen Fremdenverkehrsort sei das nun ein Schuss in den Ofen, so Gemeinderat Kurt Hobelsberger. Wer wolle denn noch hier den Urlaub und den Park genießen, wenn auch bei zwei Mäh-Intervallen die Brennnesseln unter den Sitzbänken wucherten? Unter dem Strich werde so nicht wirklich gespart. Die Kommune soll dennoch bei ihrem Sparkurs bleiben und alternative Angebote suchen, so der einstimmige Beschluss des Gemeinderates.
Ebenfalls einstimmig fiel dann auch das Votum gegen den Antrag aus, sich an einem Wettbewerb zu beteiligen, der unter dem Motto „Grüne Erlebnis(t)räume“ Leistungen bei der Erhaltung und Anlage von grünen Oasen im Siedlungsbereich honorieren soll. Auch die bürgerschaftliche Selbsthilfe wäre dabei ein Aspekt.
Da der Kurpark nicht so gepflegt werden könne, wie es sinnvoll sei, und sich der Wettbewerb vorwiegend auf städtische Bereiche beziehe, wo nicht - wie in Spiegelau - die Natur ohnehin vor der Haustüre liege, sei eine Teilnahme nicht wirklich sinnvoll, urteilte Bürgermeister Josef Luksch. Hauptschulleiter Karl Feuerecker aus Riedlhütte berichtete zu den Möglichkeiten und Problemen eines Mittelschulverbundes Schönberg-Riedlhütte. Im Zweierpakt könnte den Wünschen aus Schönberg und Riedlhütte leichter entsprochen werden, dass jeder Partner so lange wie möglich selbst für seine Schulhäuser und Schülertransporte zuständig bleibt, auch wenn ein Mittelschulverbund gegründet wird.
Gemeinderat Karlheinz Roth wollte aber gerne wissen, ob nicht irgendwann die Transportkosten zwischen den Standorten teurer zu kommen drohten als eventuelle Gastschulbeiträge. Zu befürchten sei, dass für wenige Schüler eine eigene Linie eingerichtet werden müsse, wenn Zweige und Züge das unumgänglich machten. Zum jetzigen Zeitpunkt kann aber noch nicht mehr gesagt werden, weil das künftige Übertrittsverhalten und die Kurswahl noch nicht abzuschätzen sind. Der Gemeinderat stimmte schließlich doch einheitlich für die Schulverbundsbildung, einen Kooperationsvertrag und Sprengeländerungen.
Zur Haushaltskonsolidierung wurde dem Gemeinderat auch eine frühzeitige Haushaltsplanung vom Landratsamt auferlegt. Der beschäftigte sich mit der Vorstellung des Haushaltsplanentwurfs quasi in „erster Lesung“. Aber auch hier ist es noch zu unsicher, sich über Zahlen zu unterhalten. Wie Kämmerer Bruno Donaubauer anmerkte, kann es bei verschiedenen Posten noch größere Schwankungen geben. Zivildienstschule, Umsatzsteuer, Zuschuss-Eingänge und Grundstücksverkäufe seien nicht voraussagbar. Erhard Wawrzek bemängelte ferner, dass er verschiedene Ansätze als zu niedrig einschätze. Ihm ging es um ein laufendes Verfahren zum Sägewerksgelände, Straßenunterhalt, Ausbuchungen von Kasseneinnahmeresten und Ausgaben für das TAZ. Hier könnten schnell größere Summen auflaufen, welche die erhoffte freie Finanzspanne von derzeit 92 000 Euro auffressen und die Neuverschuldung bei einer geplanten Kreditneuaufnahme von etwa 832 700 Euro weiter in die Höhe treiben könnte.
Auch einem geschenkten Gaul muss man ins Maul schauen. Die Touristikgemeinschaft hatte angeboten, 2500 Euro zu übernehmen, wenn Spiegelau noch heuer mit einem Beschilderungskonzept startet. Die Schätzungen gehen von 25 000 Euro Gesamtbedarf aus, um etwa an den Ortseingängen besser auf Ziele und Veranstaltungen hinweisen zu können. Roth regte an, zu schauen, ob bei den Kurtaxen nicht Mittel frei gemacht werden könnten, die hier Verwendund finden würden. Auch in Zusammenarbeit mit der Euregio könnte man Unterstützung finden, schlug Wawrzek vor. Zusammen mit Tourismusleiterin Theresa Resch soll besprochen werden, was sinnvoll sei.
Weg von den Finanzen: Der scheidende Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner startete in Spiegelau seine „Abschiedstour“. In der Tradition, jährlich einmal zu Entwicklungen Stellung zu nehmen, berichtete er auch über Borkenkäfermanagement und Totholzflächen, über Jubiläen und Einrichtungen und hatte nach 13 Jahren eigener Zuständigkeit auch seine Botschaft wieder dabei: „Der Nationalpark ist Ihre Angelegenheit.“ Traurig war er darüber, dass er mit dem Hackinger-Gelände eine „Baustelle“ nicht erledigen habe können. Bürgermeister Luksch bedankte sich mit den Räten bei einem „Moderator der Interessen“ und stets unbeirrtem Kämpfer für die Nationalparkidee.


PNP Grafenauer Anzeiger vom 11. Februar 2011

Große Chance für Spiegelau und die Region
Informationsfahrt des Glas-FH-Fördervereins Spiegelau nach Teisnach - Schon über 80 Mitglieder
Spiegelau/Teisnach. Die Informationsfahrt des Fördervereins des Technologieanwenderzentrums Glas in Spiegelau zum benachbarten Technologiecampus nach Teisnach wurde zum vollen Erfolg. Mehr als 40 Menschen aus Spiegelau und der Region waren der Einladung zur Teilnahme gefolgt, darunter auch Diakonin Gabi Neumann - Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer. „Binnen weniger Tage war der Bus voll“, zeigte sich auch Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth zufrieden angesichts der großen Resonanz.
Bereits auf der Fahrt nach Teisnach informierte der Vorsitzende die Teilnehmer über wichtige Eckdaten der Marktgemeinde Teisnach, wie die im Vergleich zur Gemeinde Spiegelau deutlich höheren Gewerbesteuereinnahmen und der Firma Rohde und Schwarz mit über 1100 Beschäftigten allein im Werk Teisnach.
In Teisnach wurde die Gruppe dann von der 1. Bürgermeisterin der Marktgemeinde Teisnach Rita Röhrl, den Leiter der Technologiezentren Professor Dr. Peter Sperber sowie dem Vorsitzenden des Fördervereins des Technologiecampus in Teisnach Klaus Tremmel empfangen. In ihren einführenden Worten ging Rita Röhl vor allem auf die Erfolgsgeschichte des Technologiecampus in Teisnach ein. So haben sich seit der Eröffnung des Technologiezentrums im Oktober 2009 bis zum heutigen Tage bereits über 200 neue Arbeitsplätze im umliegenden Campusgelände angesiedelt. Hinzu kommen noch die 25 Mitarbeiter im Technologiezentrum. Daneben sei auch im weiteren Umfeld des Technologiecampus eine regelgerechte Sogwirkung entstanden. So wurden in den letzten Monaten auch bereits länger bestehende Gewerbeflächen an Firmen verkauft, die zwar nicht immer eine unmittelbare fachliche Nähe zum Technologiecampus aufweisen könnten, sich jedoch ebenfalls in direkter Nähe ansiedeln wollten. Ähnlich optimistisch zeigt sich Röhl auch in Sachen Technologieanwenderzentrum Glas in Spiegelau: „Ich bin überzeugt, dass auch das TAZ in Spiegelau Erfolg haben wird“, so Röhrl.
Als eine große Chance für Spiegelau und die gesamte Region bezeichnete auch Prof. Dr. Sperber den Beschluss der Bayerischen Staatsregierung, auch in Spiegelau ein Technologieanwenderzentrum einzurichten. Im Weiteren ging Dr. Sperber auf die technischen Merkmale des Technologiecampus Teisnach und dessen Finanzierung ein. So sei es erforderlich, jährlich eine Million Euro an Einnahmen über Forschungsaufträge zu erzielen. „Bereits im ersten Jahr haben wir über 3,5 Millionen Euro eingenommen“, so Sperber. Lobende Worte fand Prof. Dr. Sperber aber auch für den Förderverein: „Ihr seid zwar der Förderverein, den es am Kürzesten gibt, aber gleichzeitig auch der, der die meisten Mitglieder hat“, so Sperber. Dies lasse auch auf eine breite Unterstützung des Technologieanwenderzentrums in der Bevölkerung schließen.
Im Anschluss an die Vorträge fand eine Führung von Herrn Prof. Dr. Sperber durch die einzelnen Räumlichkeiten des Technologiecampus statt. Neben dem Verwaltungsbereich hatten die Teilnehmer auch Gelegenheit zur Besichtigung des Forschungsbereichs, wo Messungen und Versuchsreihen mit höchster Präzision und Genauigkeit (im Nanometerbereich) durchgeführt werden. Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth bei den Gastgebern für den netten Empfang und überreichte als Gastgeschenk Unikate aus der gläsernen Ostereiersammlung des Glaskünstlers Klaus Büchler. Gleichzeitig bot Roth für die nächsten Monate und die folgenden Jahre eine enge Zusammenarbeit an und lud die Gastgeber aus Teisnach bereits jetzt zu einem Besuch in das neue Technologieanwenderzentrum nach Spiegelau ein.  - kr

PNP Grafenauer Anzeiger vom 11. Februar 2011

Winterfestival geht in die zweite Runde / Am 26. Februar gastiert Bayern 1 wieder in Spiegelau - Promi-Biathlon mit acht Teams als Höhepunkt
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Das Bayern 1-Winterfestival erlebt am 26. Februar auf dem alten Sägewerksgelände eine Neuauflage. Bei der Pressekonferenz stellten gestern Organisationsleiter Gemeinderat Kurt Hobelsberger und die Bayern 1-Projektleiter Reinhold Fest und Sabrina Eutermoser das Programm für den leicht sportlichen, aber vor allem unterhaltsamen Samstag vor.
3000 Besucher waren im vergangenen Jahr bei dem Spektaktel an der Sortierhalle dabei. „Heuer sollen es noch mehr werden. Am schönsten wäre es, wenn es um 17 Uhr heißen würden: ‘Spiegelau bitte großräumig umfahren!‘, sagte Hobelsberger. Von Seiten der Organisatoren werde alles getan, um Spiegelau an diesem Tag zum großen Anziehungspunkt für die ganze Familie werden zu lassen.
Weil der Prominenten-Biathlon letztes Jahr so gut angekommen ist, steht er heuer im Mittelpunkt. Acht Teams mit jeweils vier Wettkämpfern gehen ab 17 Uhr an den Start und versuchen - jeweils zwei mit Langlaufskiern und zwei mit Schneeschuhen - den 400 Meter langen Kurs an der Sortierhalle so schnell wie möglich zu absolvieren und mit dem Lasergewehr an der Schießanlage fünf Mal grünes Licht zu geben.
Mitmachen wird Vorjahressieger Bayern 1, die natürlich ihren Titel verteidigen wollen, Landkreis-Bürgermeister, bei denen bislang nur Helmut Vogl von St. Oswald-Riedlhütte fest gesetzt ist (siehe auch „SAXNDI“), die Geistlichkeit mit Pfarrer Rupert Wimmer und Gemeindereferent Otto Öllinger, die Sparkasse, die Oberpfälzer Kultrocker „Troglauer Buam“, die „Bayerischen Fenstertandler“ von der Bayerwald-Fensterfabrik, die Passauer Neue Presse und die Crossläufer der Leichtathletik Gemeinschaft Passau. Damit es so richtig spannend wird, gibt es einen Vor- und einen Finallauf.
Die Laser-Schussanlagen können auch von den Besuchern ausprobiert werden und zwischen den Promi-Biathlon-Durchgängen wird es ein Gaudirennen für jedermann geben. Dann sucht Bayern 1-Moderatorin Ulla Müller Herausforderer. Sportliche und lustige Leistungen werden mit Preisen belohnt. Die gibt es auch für Glückspilze, denn der Skiclub Spiegelau als Veranstalter lädt erstmals zum Mitmachen bei einer Tombola ein, die mit hochkarätigen Hauptpreisen - einem Roller, einem Fahrrad und einer Skiausrüstung - bestückt ist. Für einen Lospreis von zwei Euro ist man vielleicht dabei.
Das Winterfestival an sich ist bei freiem Eintritt zu genießen. Ulla Müller und Uwe Erdelt führen ab 16 Uhr durch das Programm und kündigen ab etwa 19.30 Uhr die „Troglauer Buam“ mit ihrer „Heavy Volxmusik“ wie dem Titel „Haberfeldtreiber“ an und den Komödianten Christian Springer alias „Fonsi“.
Schirmherr Landrat Ludwig Lankl, der letztes Jahr mit Frauenaus Bürgermeister Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo Bojko und Christoph Eder vom Inline-Nationalteam Zweiter wurde, muss sich heuer wegen seines schweren Herzinfarkts noch schonen. Aber er fühlt sich angesichts der sehr weit fortgeschrittenen Organisation „schon auf der Zielgeraden“.„Das Programm verspricht viel gemeinsame Action. Die Region verräumt ihre Kirchtürme und präsentiert sich. Ich freue mich sehr, dass Bayern 1 wieder zu uns kommt. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Und bei einem dritten Winterfestival im nächsten Jahr könnten wir dann schon unser Technologie-Anwenderzentrum auf dem Sägewerksgelände präsentieren“, blickt er voraus.
Wie Bayern 1-Projektleiter Reinhold Fest bestätigt, war es tatsächlich der gute Durchschnitt, der den Radiosender bewogen habe, auch 2011 wieder nach Spiegelau zu kommen. „Der Landrat steht dahinter, große Firmen, Hoteliers, Nachbar-Bürgermeister und so viele Ehrenamtliche, die alle dazu geholfen haben, dass es eine schöne Sache wird.“
Als „ungeheuere Werbung für uns“ wertete Bürgermeister Josef Luksch bei der Pressekonferenz das Winterfestival. Sehr viele verschiedene Kräfte würden zusammen arbeiten und zeigen, was die Region könne. Das sei ein klares Signal nach außen. Er dankte Hobelsberger und allen, die sich um die Organisation kümmerten.
Dieser sagte ein herzliches Vergelt‘s Gott allen, die ihn unterstützen - den Hoteliers vom Tannenhof, Grobauer und Würzbauer, die das Bayern 1-Team ohne Kosten für die Gemeinde einquartieren, dem Bauhof, der FFW Spiegelau für die Verkehrs- und Parkplatzregelung, die Rettungshundestaffel Zwiesel für den Wachdienst, dem Skiclub, dem Sicherheitsdienst und den vielen ehrenamtlichen Helfern. „Letztes Jahr war‘s super. Heuer wird‘s über-super“, ist Hobelsberger überzeugt.

SAXNDI. . .
...bei aller Freude darüber, dass sich die Organisation des Bayern 1-Winterfestivals so gut anlasse, der Schnee stimme und einfach alles passe, habe er doch ein Problem-Team, bekannte Kurt Hobelsberger bei der Pressekonferenz. Das seien die Bürgermeister. „Der eine (Luksch) tut sich hart beim Bergauflaufen, der andere (Hinterberger) hat zwei neue Knie gekommen. Wenn der eine schießt und der andere rennt, dann könnte es gehen. Aber das ist vermutlich Wettbewerbsverzerrung“, haderte er mit seinen Kandidaten. Das Reglement braucht er nicht mehr bemühen, denn als Luksch hörte, dass der Landrat nicht mitlaufen könne, kam ihm das sehr gelegen: „Ich kann auch nicht fahren, ich muss mich um meinen Gast kümmern. Ich kann doch den Schirmherrn nicht stehen lassen. Das wäre ja sehr unhöflich.“   Ursula Langesee


PNP Grafenauer Anzeiger vom 27. Januar 201
TAZ-Förderverein fährt nach Teisnach
Am 7. Februar Besichtigung des Technologiecampus - Kostenlose Teilnahme
Spiegelau/Teisnach. Der Förderverein des Technologieanwenderzentrums (TAZ) Spiegelau unternimmt am Montag, 7. Februar, eine Informationsfahrt zum Technologiecampus (TC) Teisnach (Landkreis Regen).
“Mit der Fahrt wollen wir allen Bügerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, sich vor Ort über das Modell der Technologiecampi in der Region zu informieren. Durch den praktischen Einblick in die wissenschaftliche Arbeit soll noch transparenter werden, was in Kürze auch in Spiegelau entstehen wird”, sagt Förderverein-Vorsitzender Karlheinz Roth.
Das Programm: 16 Uhr Treffpunkt am alten Sportplatz in Spiegelau, 17 Uhr Ankunft in Teisnach, Empfang durch Bürgermeisterin Rita Röhrl und Professor Dr. Peter Sperber; einführender Vortrag zum TC Teisnach mit Führung; anschließend kleiner Imbiss mit der Möglichkeit zu Gesprächen. Um ca. 20 Uhr ist die Abfahrt von Teisnach um ca. 21 Uhr die Ankunft in Spiegelau. Die Fahrt wird vollständig vom Förderverein finanziert und ist daher für die Teilnehmer kostenlos. Mit dabei sein können alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, auch wenn sie nicht in Spiegelau wohnen. ”Ich denke, dass sich vor allem von der Nachbargemeinde St. Oswald-Riedlhütte auch viele dafür interessieren dürften”, so Roth.
Bei der Anmeldung bis spätestens 4. Februar gilt das Windhundprinzip: die Schnellsten sind dabei. Anmeldung bei Karlheinz Roth, Tel.  08553/1216 oder Elke Proßer-Greß, Tel.  08553/2741. - red

Grafenauer Anzeiger vom 4. Februar 2011

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Im Zusammenhang mit dem Jahresbericht der Feuerwehr Klingenbrunn, der dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme vorlag, bedankte sich Bürgermeister Josef Luksch ausdrücklich dafür, dass die Einsatzkräfte nach dem Unfalltod des 48-jährigen Lkw-Fahrers Ende Januar einen Priester geholt hätten. „Das bedeutet mir sehr viel, denn es beweist, dass der Satz ‘Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr nicht nur ein Fahnenspruch ist.“
Der Jahresabschluss 2009 der Wasserversorgungsanlage wurde vom Bayer. Kommunalen Prüfungsverband erstellt. Er wird mit einer Bilanzsumme von 2 558 527 Euro und einem Jahresverlust von 46 157 Euro festgestellt. Mit zwei Gegenstimmen wurde der Jahresabschluss gebilligt. Gemeinderat Erhard Wawrzek kritisierte den hohen Wasserpreis von 1,70 Euro (früher 1,10 Euro) als „nicht gerechtfertigt“ und „belastend für Tourismusbetriebe“. Der Preis sollte sich bei 1,40 Euro einpendeln. Dazu entgegnete Luksch, dass zum Abbau des Defizits ein Vier-Jahres-Kalkulationszeitraum angenommen wurde. Wenn die Verluste schneller aufgeholt werden als geplant, kann der Zeitraum verkürzt und die Preise gesenkt werden. Auch Gemeinderat Karlheinz Roth sagte, dass es keine Alternative zur Anhebung des Wasserpreises gegeben habe, sonst wäre der Haushalt nicht genehmigt worden. „Wir müssen kostendeckend arbeiten und hatten nur einen Deckungsgrad von etwas über 50 Prozent“, brachte er eine Zahl. Er erhofft sich von der Globalberechnung , dass sie verlässlicheres Zahlenmaterial liefert als die Haushaltsansätze, von denen die Gemeinde bislang ausgehen musste. Luksch gab auch zu bedenken, dass seit 2003 die Wasserversorgung mit 900 000 Euro aus anderen Steuern gedeckt worden sei. „Da hat sich auch keiner bedankt, dass es, entgegen den Anregungen des Landratsamtes, so lange günstiges Wasser gab.“
Mit 4:9 Stimmen hat es der Gemeinderat abgelehnt, Mitglied im Förderverein Eissport Regen zu werden. Der Bürgermeister argumentierte, dass man wegen der angespannten finanziellen Lage nicht eine Einrichtung fördern könne, die außerhalb des Landkreises liege. Roth wandte ein, dass viele erfolgreiche Vereine aus der Gemeinde und dem Landkreis FRG in Regen trainieren würden und deshalb ein symbolischer Betrag von 50 Euro, den man im Haushalt nicht groß merken würde, angebracht sei. Dem entgegnete Josef Apfelbacher, dass z.B. die Eisstockschützen ohnehin pro Saison von Oktober bis März 500 Euro für eine Trainingsbahn zahlen müssten, die sie einmal wöchentlich benutzen könnten. Bei einem Turnier seien zusätzlich Start- und Hallengebühr fällig.
Wegen der verbesserten Anbindung des ÖPNV von Oberkreuzberg nach Spiegelau bat das Landratsamt die Gemeinde um die Überweisung der vereinbarten Kostenbeteiligung in Höhe von 1310 Euro. Diese wurde mit einer Gegenstimme genehmigt und bis 2012 festgelegt. Man war sich einig, dass Gäste und auch immer mehr Einheimische dieses Angebot sehr gut annehmen würden. Günter Schmid regte an, den Fahrplan auf sinnlose Fahrten zu überprüfen.
Der Bebauungsplanentwurf für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg wurde mit einer Gegenstimme genehmigt. Er sieht möglichst große Baufenster und so wenige Vorschriften wie möglich vor, um so viele Interessenten wie möglich anzusprechen.
Die Textpassage in der Neujahrsansprache von Bürgermeister Luksch, wo er vor Menschen warnt, die vorsätzlich Neid und Missgunst schüren, um eigene persönliche Zwecke, vielleicht sogar Grundstücksgeschäfte, zu verwirklichen, lasse auf seine Person schließen, bemerkte Gemeinderat Erhard Wawrzek . Er hatte der Gemeinde im August für das FH Technologiezentrum Spiegelau ein voll erschlossenes Grundstück in Beiwald zum Garantiepreis von 291 630 Euro angeboten. Er fühle sich angegriffen, seine Ehre und die seiner Familie verletzt und wolle dazu eine Stellungnahme des Bürgermeisters. Luksch bemerkte dazu lediglich, dass keine anwesende Person damit gemeint sei.
 - ul

Grafenauer Anzeiger vom 20. Januar 2011

Haushalt in drei Monaten / Spiegelau muss vor dem April liefern
Spiegelau. Eine erste Information zum Vermögenshaushalt 2011 lieferte Bürgermeister Luksch bereits in der ersten Sitzung des Jahres. Der Auflage der Rechtsaufsicht, dass bis Ende März die Haushaltsplanung stehen müsse, soll mit weiteren vier Sitzungen rechtzeitig nachgekommen werden.
Deshalb gab es schon die ersten Daten zu Kosten von Kopieren und Toner über Ersatzgerätschaften bis zum Zuschuss an das Anwenderzentrum und Planungsleistungen. Am 31. Januar soll der Vorentwurf des Verwaltungshaushaltes folgen. Dann geht es im Februar und März in die Beratungsphase, um am 29. März bei der Rechtsaufsicht vorstellig werden zu können.
Karlheinz Roth fragte nach, welche Posten der vorgelegten Information in der Planung des Vorjahres noch nicht gelistet gewesen seien. Man müsse angesichts der selbst verordneten Sparpolitik darauf achten, dass ein Plus im Bedarf von 150 000 Euro nicht gleich dazu passen könne. Es wäre gut, da vorher schon genauer Bescheid zu wissen. Günter Schmid regte an, zu schauen, was verzichtbar sei, da für die tiefen Löcher, die der Winter in die Straßen gerissen habe, Geld primär eingesetzt werden solle. Bürgermeister Luksch erwiderte, dass diese Aufwendungen in den Verwaltungshaushalt gehörten und dort auch zu diskutieren sein werden. - hpd

Grafenauer Anzeiger vom 19. Januar 2011
Kritik wegen offener Rechnungen und Auftragsvergaben
Rechnungsprüfungsausschuss Spiegelau mahnt „Eintreibung“ offener Forderungen in Höhe von 884 000 Euro an - die Entlastung wurde vertagt  /
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Das wunderbar „beamtendeutsche“ Wort Kasseneinnahmereste (KER) versteckt gewissermaßen jede klare Aussage hinter sich selbst. Denn die darin enthaltene „Einnahme“ ist eben nicht gemeint, sondern der Rest, der statt dessen gerade nicht eingegangen ist. Offene Posten würde man dazu in der Wirtschaft eher sagen, oder unbezahlte Rechnungen. Eigentlich stellt das nur einen buchhalterischen Posten dar, der dann im nächsten Jahr erst mit einem Plus auf den Haushaltslisten erscheint. Aber in Spiegelau fehlt eine so hohe Summe, dass der Kassenprüfungsausschuss die Belastung und das Risiko daraus als Beanstandung in seinem Bericht aufführte.
Erhard Wawrzek gab den am Montag für die Jahre 2008 und 2009 ab. Dabei seien die KER mittlerweile auf 884 000 Euro angewachsen. Nachbarkommunen hätten da Vergleichsbeträge von 4 000 bis etwa 50 000 Euro offen. Von 2006 an sei in den drei Folgejahren der Betrag von 697 000 Euro um 40 000, dann 50 000 und schließlich nochmals etwa 90 000 Euro angewachsen. Etwa 66 800 Euro davon würden als uneinbringlich angesehen und sollten deshalb auch ausgebucht werden. Aber bei den restlichen Summen müsse die Kommune konsequenter darauf achten, wann was (vielleicht gerade noch rechtzeitig) zu holen sei. Dabei gehe es weniger um die große Masse an Anträgen zu Stundungen, wo wirklich Bürger in Notlagen kleinere Beträge offen lassen müssen. Vielmehr gebe es einige wenige Personen, deren Ausstände hoch seien, die aber ihrer geäußerten Zahlungsunfähigkeit gegenüber einen Lebensstil an den Tag legten, der gewisse Geldflüsse doch vermuten lasse.
Zwar sei ein Teil der Schulden vor der Kommune darauf zurück zu führen, dass mit der Klärwerksabrechnung einige Stundungen berechtigt ausgesprochen worden seien, so Bürgermeister Josef Luksch, aber es sei schon bekannt, dass es ein paar „berühmte Schuldner“ gebe. Josef Wanninger nannte es einen legitimen Vorgang, jeden Bürger gleich zu behandeln. Da dürfe man nicht weg schauen, wenn Summen immer größer und zugleich ein exklusiver Lebensstil gepflegt würden. Auch Karlheinz Roth kritisierte, dass dann Sparbemühungen um 10 000 Euro in die Leere liefen, wenn hier andererseits Zinsbelastungen für die Kommune akzeptiert wurden. Der Beschluss, von Mahnung bis Vollstreckungsbescheid und eidesstattlicher Erklärung alle Möglichkeiten zur Eintreibung anwenden zu wollen, wurde einstimmig angenommen. In einem halben Jahr soll auf Antrag Josef Wanningers ein Zwischenbericht erfolgen.
Geprüft wurden durch den Ausschuss auch stichpunktartig weitere Haushaltsposten der beiden Jahre. Neben begründbaren Über- und Unterschreitungen der Haushaltsführung kritisierte die Rechnungsprüfung Auftragsvergaben, die eigentlich nicht mehr im Verfügungsbereich des Bürgermeisters gelegen hätten, wofür dennoch aber der Beschluss des Gemeinderates gefehlt hätte. Dabei ging es um eine Sportplatzbeleuchtung für 21 500 Euro, ein Reinigungsgerät für das Naturfreibad für 21 900 Euro, eine Kostenüberschreitung für eine Ordnungsmaßnahme am Sägewerksgelände, die mit 29 200 Euro zu Buche geschlagen habe und eine Kostenmehrung zur Erschließung Klingenbrunn-West, die fast 125 000 Euro betragen hatte.
Bürgermeister Josef Luksch verwies darauf, dass der Gemeinderat zumindest informiert worden sei, als durch Massenmehrungen während der Bauphase höhere Rechnungsbeträge anfielen. Der Unterwasserreiniger sei eilig beschafft worden, da er sonst nicht mehr zu bekommen gewesen wäre. Hier sei tatsächlich vergessen worden, dann den Beschluss dafür einzuholen. Beim Sportplatz habe sich da und dort noch eine Summe nach der anderen ergeben, als dies für die sinnvolle Ausstattung nötig geworden war. Über die Endrechnung sei er schließlich selbst etwas erstaunt gewesen.
Eigentlich sei der Ärger und die Kritik an gut 195 000 Euro unbeschlossener Ausgaben auch vermeidbar gewesen, so Wawrzek. Dort, wo Ausgaben unvermeidbar und begründbar gewesen seien, wäre der Rat wohl auch dahinter gestanden. So müsse man aber im Gremium und auch vor der Rechtsaufsicht erst bekunden, dass da etwas nicht formal korrekt war. Das betonte auch Karlheinz Roth, der nicht nach nötig oder sinnvoll fragen wollte. Ein Gremium, das mit Sparpolitik und Haushaltsdisziplin extrem konfrontiert sei, müsse aber auch das gemeinsam tragen können, indem es auch rechtzeitig und umfassend eingeweiht sei. In nichtöffentlicher Sitzung ging es dann deshalb auch um vertrauliche Details, weshalb und an wen Überschreitungen zu zahlen gewesen seien. Eine Entlastung für die Jahresrechnungen 2008 und 2009 könnte also frühestens in der nächsten öffentlichen Sitzung erteilt werden.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Dezember 2010

Bibelausstellung lockt 600 Besucher an
Wegen des großen Erfolgs wird sie in der Fasten- und Osterzeit 2011 in Grafenau fortgesetzt
Spiegelau. Das hatten sich Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und Pfarrer Rupert Wimmer nicht träumen lassen: der Andrang auf die ökumenische Bibelausstellung in der Werktagskapelle war so groß, dass sie zwei Mal um eine Woche verlängert werden müsste. Zusätzlich zu den täglichen Öffnungszeiten fanden 25 Führungen statt. Bis 3. Dezember waren 600 Besucher gezählt worden.
Die Ausstellungsstücke erzählten von der Entstehung der Bibel (Papyrusrollen, echtes Pergament, Torarolle, Zeittafel), von den einzelnen Büchern der Heiligen Schrift und dem langen Weg, den es brauchte, bis daraus eine Bibel entstand. Die lateinische Vulgata, eine echte Luther-Bibel aus dem Jahr 1712, die kleinste deutschsprachige Bibel und das kleinste Buch der Welt mit einem biblischen Text waren zu bestaunen.
Über die erste deutschsprachige Übersetzung der Heiligen Schrift aus den hebräischen und griechischen Urtexten durch Dr. Mar-tin Luther, die Auseinandersetzungen um den „richtigen“ Bibeltext bis zur Schaffung der für evangelische und katholische Christen gleichermaßen gültigen Einheitsübersetzung konnte man sich anhand der Schautafeln und vieler Exponate informieren. Man erfuhr, dass das Bibel-Lesen lange Zeit für Laien verboten war und weshalb Mose bei vielen Darstellungen Hörner hat.
Jeder Ausstellungstag wurde mit einer ökumenischen Vesper beschlossen. Ein biblischer Filmabend diente der Ergänzung und
Vertiefung und regte Diskussionen an. Für die Kinder war ein eigener Bereich eingerichtet. Diese konnten sich anhand der Gleichnisse vom „verlorenen Schaf“ und dem vom „guten Hirten“ spielerisch dem Thema Bibel nähern und ta-ten das mit großem Eifer.
Im reichlich gefüllten Gästebuch konnte man nur Lobendes über die Bibelausstellung lesen.
Weil die Präsentation eine so positive Resonanz erfuhr, wird sie in der Fasten- und Osterzeit 2011 in Grafenau zu sehen sein - dann betreut von Pfarrerin Sonja Schuster und Dekan Kajetan Steinbeißer.


Leben und Sterben werden teurer  -  Spiegelauer bekommen drei neue Satzungen
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Eigentlich war es klar, dass sich die Spiegelauer Bürger darauf einstellen müssen, mehr für Wasser, Kanal und Bestattungswesen bezahlen zu müssen, um Unterdeckungen der vergangenen Jahre aufzuholen und teilweise auch nachzuzahlen. Nun fand die Sitzung statt, bei der es um die nötigen Veränderungen ging.
Lieber einmal mit großen Schmerzen als jedes Jahr wieder etwas an der Kostenschraube nachgedreht, so stellte sich die Beschlusslage schließlich dar. Bei den Wassergebühren wurde noch geringfügig nachgearbeitet. Die Zählergebühr steigt auf brutto 48 Euro jährlich. Dafür gibt es mit vier Cent weniger und so 1,84 Euro je Kubikmeter Wasser eine leichte Entlastung für Großabnehmern wie Hotels oder Gewerbe. Einstimmig erging hier der Beschluss, der ab 1. Januar gilt.
Seiner Ansicht nach zu hohe Kosten bei den Betriebsausgaben im Personalbereich bemängelte Erhard Wawrzek als Bemessungsgrundlage für die Satzungsänderung zur Abwasserentsorgung. Eine hochmoderne Anlage dürfte das eigentlich nicht nötig haben, so seine Einschätzung. Elke Proßer-Greß stimmte ihm da teilweise zu. Es solle die Anfrage an den Zweckverband ergehen, das zu prüfen. Wegen der Dringlichkeit wurde aber dennoch dem Antrag bei einer Gegenstimme von Wawrzek gefolgt, den Preis hier auf 2,85 Euro je Kubikmeter ab 1. Januar zu erhöhen.
Wenig Begeisterung erntete auch die Notwendigkeit, die Friedhofsgebühren auf kostendeckende Beträge zu erhöhen, die um 30 Prozent über den jetzigen Ansätzen liegen. Bürgermeister Josef Luksch betonte, dass sich die Gemeinde eben vier Friedhöfe samt allem Aufwand darum herum leiste. Das koste so viel, wie jetzt veranschlagt, und es sei noch nicht einmal eingerechnet, dass beispielsweise der alte Spiegelauer Friedhof eine neue Aussegnungshalle brauchen werde. Peter Hinterberger bemängelte, dass trotz steigender Kosten es keine Verbesserungen gäbe. Immerhin könnte ein Antrag aus einer Bürgerversammlung Bewegung auf der Kostenseite bringen, wenn die teure Entsorgung von Abfällen aus dem Friedhofsbetrieb eingespart würde.
Karlheinz Roth regte an, dass dann, wenn sich durch einen Container freien Friedhof wieder Kostensenkungen ergäben, die zwischenzeitlich teurer belasteten Bürger auch nachträglich die günstigeren Tarife erhalten müssten. Das soll, so Luksch, unproblematisch möglich gemacht werden. Erhard Wawrzek befürchtete, dass angesichts günstiger Bestattungsmöglichkeiten in Tschechien eine „Abwanderung“ zu Lasten der örtlichen Friedhöfe stattfinden könnte. Er fragte auch an, warum eine Urnenbestattung über die Kommune teurer sei als im Trauerwald. Das liege an den Urnen, die klassisch wesentlich länger Bestand hätten und nach Auslaufen der 20 Jahre Ruhezeit eventuell auch wieder umgebettet werden müssten, während die Urnen des Trauerwaldes aus zerfallendem Material bestünden und nach etwa zehn Jahren den Gang allen Irdischen mitgegangen seien. Auch zur Friedhofssatzung rang sich der Gemeinderat durch, den Bürger zur Kasse zu bitten, wobei Peter Hinterberger und Günter Schmid ihre Zustimmung versagten.
In den weiteren Anfragen ging es um einen Christbaum für Spiegelau, der mittwochs darauf aufgestellt wurde und um Mittel für eine Verbesserung der Situation an den Loipeneinstiegen. Hier seien 5000 Euro in den Haushalt eingestellt gewesen, erinnerte sich Roth. Luksch muss dazu erst das Haushaltswerk wälzen lassen, um Genaueres beziffern zu können. Josef Wanninger verwies darauf, dass eventuell neue Hinweistafeln angedacht waren.


Grafenauer Anzeiger vom 2. Dezember 2010

Manche Klingenbrunner sehen ihr Dorf zu kurz gekommen/Kritik im Rahmen der Bürgerver-
sammlung - Josef Luksch spricht über die Lage der Gemeinde und hört sich die Anliegen an
Von Franz Stockinger
Klingenbrunn. Spiegelau muss sparen. Die Bürger werden aufgelaufene Defizite und Kosten bei den kostenrechnenden Einrichtungen zahlen müssen und das TAZ soll eine Einrichtung mit Strahlkraft weit über Spiegelau hinaus werden. Über diese und weitere Themen der Gemeindepolitik berichtete Bürgermeister Josef Luksch in drei Bürgerversammlungen in Oberkreuzberg, Klingenbrunn und Spiegelau. Im nördlichen Ortsteil musste er aber auch Kritik einstecken. Klingenbrunn komme bisweilen zu kurz, so der Eindruck einiger Bürger.
Aus der Reihe der Wortmeldungen wurde die Notwendigkeit der Ansiedlung des TAZ durchaus sehr positiv beurteilt. Kritischer ging es dann bei der Erhöhung der Gebühren von Wasser und Kanal zur Sache und Ferdinand Macht sen. merkte an, dass in anderen Gemeinden die Bürger dafür wesentlich weniger bezahlen würden. Hugo Auerbeck fürchtete, dass die Erhöhung der Zahlungen noch kein Ende hat und viele Leute sich von Existenzangst bedroht sehen. Thomas Hilz äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Infrastruktur am Gewerbegebiet Oberkreuzberg noch immer nicht ausgebaut ist, keine Straße, kein Strom-, Wasser- oder Kanalanschluss, die Voraussetzung für die Ansiedlung eines Betriebes. Diese Maßnahmen umzusetzen, wären seiner Meinung nach wichtiger gewesen als der Ankauf eines Löschfahrzeuges für 195 000 Euro. Weil Josef Kaufmann die Erhöhung der Gebühren bei Wasser und Kanal ebenfalls bemängelte, erklärte Bürgermeister Josef Luksch, dass seit 2003 ein Minus von 900 000 Euro angefallen sei, weil die Gemeinde die Gebühren nicht kostendeckend eingezogen habe. Franz Platzer erfuhr, dass eine Sanierung der Straße zum Bahnhof Klingenbrunn, die mehr als überfällig erachtet wurde, 300 000 Euro kosten würde. Armin Wolf und Rainer Pöhlmann ergänzten die Notwendigkeit dieses Straßenausbaues ganz massiv und so wurde dieses Anliegen als Antrag an die Gemeindeverwaltung weitergegeben.
Wann die Abwasserentsorgung auch im Ortsteil Klingenbrunn-Bahnhof beginne, konnte der Bürgermeister dem Fragesteller Rainer Pöhlmann nicht sagen. Franz Stern tat seinem Unmut kund und äußerte sein Unverständnis, warum man sich in Spiegelau mit dem Naturbad auf ein vorhersehbares Minusgeschäft eingelassen habe, zumal sich die Entstehungskosten obendrein noch verdoppelt hätten. Er forderte die Schließung des Bades in Spiegelau. Die Zuschussgelder für dieses Projekt seien aber noch zehn Jahre gebunden und bei einer Schließung müssten diese Zuschüsse zurückgezahlt werden, konterte der Bürgermeister.
Josef Kern brachte ein als Anliegen, die Anlage für den Druckausgleich bei der Wasserversorgung sei nicht richtig eingestellt, da es hier zu sehr großen Schwankungen komme. Der Bürgermeister will hier Abhilfe schaffen.
Einen breiten Raum nahm die Diskussion um eine Benachteiligung des Ortsteils Klingenbrunn ein, wenn es um Veranstaltungen gehe oder um eine geplante Veranstaltungshalle. Es würden zwar Zusagen gemacht, aber dann passiere in der Folgezeit nichts. Klingenbrunner Vereine können auch nicht auf die gemeindliche Infrastruktur wie Gerätschaft und Arbeitsleistungen des Bauhofes zurückgreifen. Diese Unterschiede stoßen den Klingenbrunnern sauer auf. Josef Kern, Thomas Hilz und Klaus Süß brachten diese Einwände. Klaus Süß fragte weiter nach, wie es um den Ausbau des Klingenbrunner Feuerwehrgerätehauses bestellt sei. Hier sei ein Verfahren beim Verwaltungsgericht Regensburg anhängig, dessen Ausgang man abwarten müsse, so die Information dazu.
Mehr Sorgfalt solle man den gemeindlichen Liegenschaften widmen - auch im Hinblick auf den Fremdenverkehr - meinte Hugo Auerbeck und erinnerte an den Zweizeiler vor dem alten Feuerwehrhaus, der in den Sommermonaten besser gepflegt werden sollte. Eine wichtige Frage wurde dann noch gegen Ende der Diskussion von Josef Kern gestellt. Auf seine Frage nach der Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde erhielt er die Antwort, sie betrage zum jetzigen Zeitpunkt 1312 Euro. Diese Summe könne sich jedoch verringern, wenn die Rückzahlung der Mehrwertsteuer aus den Ausgaben für das Naturbad eingerechnet wird. Josef Wanninger hatte am Ende für die Bahnhöfler in Klingenbrunn noch Erfreuliches zu berichten. Mit dem neuen Fahrplan im Winter fahren die Igelbusse auch zum Klingenbrunner Bahnhof. Bürgermeister Josef Luksch dankte allen für die rege Diskussion, die fast von allen sehr fair geführt wurde.


Grafenauer Anzeiger vom 26. November 2010
Bibelausstellung in der Werktagskapelle verlängert
Spiegelau. Nun kann man doch noch länger die ökumenische Bibelausstellung in Spiegelau besuchen, dies teilten Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi Neumann-Beiler mit. Am Samstag, 27. November, ist die Ausstellung jetzt nochmals von 14 bis 17 Uhr und nach der Messe ab 18 Uhr geöffnet. Auch eine Führung durch die Bibelausstellung wird um 16 Uhr angeboten.
Am 1. Adventssonntag, 28. November, wird die Ausstellung nach der Messe bis 16 Uhr geöffnet sein. In dieser Zeit findet auch der Adventsverkauf von Plätzchen, Gestecken usw. statt. Um 11 Uhr wird Hermann Beiler durch die Bibelausstellung führen.
Bis zum 3. Dezember ist ein Besuch noch möglich, wenn man sich vorher im Pfarrbüro, Tel. 08553/1252 anmeldet. - red

Himmlische Harfenklänge
Abschluss der Spiegelauer Kulturtage mit dem „Trio Harfenale“
Spiegelau. Bis hinauf auf die Empore drängten sich die Besucher des Abschlusskonzertes der Spiegelauer Kulturtage in der bis auf den letzten Platz besetzten Martin-Luther-Kirche. Nach einer Begrüßung durch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und Rektor Karl-Heinz Reimeier war Roland Pongratz an der Reihe. Dieser entführte das Publikum auf eine musikalische Weltreise mit einem der ältesten Instrumente der Menschheit - der Harfe. Seit über 6000 Jahren ist dieses Instrument schon bekannt.
Bernadette Schaufler, Maria Gistl und Roland Pongratz machten sich auf die Reise nach Südtirol, in den Nordwesten Europas und nach Böhmen. Wer von uns wusste vorher schon etwas über die Unterschiede der verschiedenen Harfen mit und ohne Pedale?
Pongratz erzählte unter anderem, dass im 19. Jh. ehemalige gut ausgebildete Militärmusiker nach ihrer Entlassung in ihre Heimatorte zurückkehrten und mit ihrem musikalischen Wissen und Können dort die „Volksmusik“ oft auf ein sehr hohes Niveau brachten.
bh


Grafenauer Anzeiger vom 24. November 2010

Die Reise nach Afrika und die Bibel in 100 Facetten
Kinderbuchautorin Proschek war im Rahmen der Spiegelauer Kulturtage in der Grundschule zu Gast - Bibelausstellung eröffnet
Spiegelau. Zwei Tage lang war Kinderbuchautorin Heidrun Proschek im Rahmen der Spiegelauer Kulturtage in den dritten Klassen der Grundschule Spiegelau zu Gast, um ihnen aus ihrem Buch „Kommt mit nach Afrika“ vorzulesen.
Dabei ging es ihr nicht nur ums Vorlesen der lehrreichen Geschichten, sondern sehr viel auch um den Künstler Heinz Theuerjahr selbst, dessen Leben im Künstlerdorf Waldhäuser, sein Arbeiten und vor allem um seine Reisen nach Afrika und Ägypten.
Heidrun Proschek, die selbst einmal mit dabei war, konnte aus eigenem Erleben erzählen, das spürte man, und diese Begeisterung sprang über auf die Kinder. Überraschend für die Autorin war das Vorwissen einiger Kinder, die Heinz Theuerjahr oder den Skulpturengarten in Waldhäuser bereits kannten. Und dann wurden Fragen über Fragen gestellt, die von Heidrun Proschek geduldig bis zuletzt beantwortet wurden.
Vom allenthalben beklagten Desinteresse an Religion war am Samstag Abend nichts zu spüren. Die Werktagskapelle der Spiegelauer Pfarrkirche konnte kaum die vielen Menschen fassen, die zur Eröffnung der Bibelausstellung im Rahmen der Kulturtage gekommen waren. Eigens aus Grafenau war Pfarrerin Sonja Schuster gekommen. Bürgermeister Josef Luksch, der vorherige Pfarrer Hubert Gerstl, Konrektorin Lydia Seidl und viele weitere Interessierte freuten sich über die freundliche Begrüßung durch Pfarrer Rupert Wimmer.
Diakonin Gabriela Neumann-Beiler führte in die Thematik der Ausstellung ein und sorgte als Mitglied der „Oekumenian.Harmonists“ (Beate Rolli-Kordick, Gitarre, Claudia Wolf, Harfe und Blockflöte, Pater Boby Joseph, Percussion, Otto Öllinger, Gitarre) für die passende musikalische Umrahmung. Die „himmlischen Harfenklänge“, wie es ein Zuhörer formulierte, passten natürlich ganz besonders zu diesem Anlass.
Pfarrer Wimmer zeigte, dass die Bibel nicht nur lateinisch, griechisch oder hebräisch kraftvoll und beeindruckend wirkt, sondern auch in bayrisch. Dazu trug er die Geschichte von David und Goliath vor. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied konnte man sich dann der Ausstellung widmen. Bald wurde betrachtet, geblättert, verglichen, diskutiert. Genauso wie es sich die Veranstalter vorgestellt hatten.
Die aufwendig gestaltete Ausstellung führt in sieben Stationen durch die Geschichte der Bibel - von den Anfängen in Ägypten und Palästina bis hin zur Computerbibel.
Über 100 Exponate zeigen die Vielfalt des am häufigsten gedruckten Buches der Welt. Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie schön Bibeln sein können, sondern regt auch zum Lesen und diskutieren an. Nützliche Tipps erleichtern den Zugang zur Heiligen Schrift. Eine gemütlich eingerichtete Kinderecke lockt mit Kinderbibeln, Bibelgeschichten und Buttons mit Szenen aus der Bibel. Inhalte der Bibel werden mit bebilderten Plakaten veranschaulicht. Ein eigens gedrucktes 48-seitiges Begleitheft fasst den Inhalt der Ausstellung zusammen. Auf Lehrer wartet ein ganzer Ordner mit Unterrichtshilfen.
Die Bibelausstellung ist noch bis zum 26. November täglich von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Führungen für Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich. - rei/bh

Grafenauer Anzeiger vom 19. November 2010
Ein zauberhafter Märchenwald
Zweite Station der Spiegelauer Kulturtage fand in der vollbesetzten Grundschulaula statt
Spiegelau. Nur kurz war die Einführung in eine weitere Attraktion der Spiegelauer Kulturtage von Karl-Heinz Reimeier. In der voll besetzten Aula der Grundschule Spiegelau wartete man schon aufmerksam und gespannt auf die Märchenwelt des Manfred Wöhlke. Susanne Zuda, Karl-Heinz Reimeier und Christa Steger ließen den Märchenwald für die kleinen und großen Zuhörer lebendig werden.
Susanne Zuda, die auch die Illustrationen für das Buch „Märchenwald“ geschaffen hatte, erzählte von dem gierigen Raben aus Cham und wie dieser recht schmerzhaft von seiner Gier geheilt wurde. Es folgte die Geschichte des grünen Frosches, der vor lauter Eifersucht erst zu spät merkte, was er an seiner lieben Frau mit dem schönen weißen Bauch hatte.
Karl-Heinz Reimeier klärte das Publikum darüber auf, woher der Begriff „Schürzenjäger“ eigentlich kommt und dass es mit einem Jäger aus der hiesigen Gegend und einer teuflischen Jungfrau zusammenhängt. Es folgte die traurige Geschichte des Schmetterlings, der immer verliebt sein wollte und erst lernen musste, dass verliebt sein noch keine Liebe ist.
Christa Steger berichtete vom „Ochsensepp“ aus Viechtach, über den die Leute schon sagten, der „Sepperl sei ein Depperl“, weil dieser nicht erwachsen werden wollte. Die Pflichten der Erwachsenen waren ihm zu viel - dafür verzichtete er gern auf die Vorteile des Erwachsenseins. Aber weil er im Kern ein guter Kerl war, zeigte er sich im Moment größter Gefahr doch recht mutig und wurde rechtschaffen und heiratete seine Traumfrau.
Den Märchenreigen rundete schließlich Susanne Zuda mit der Geschichte von der unsichtbaren Jungfrau ab. Bei dieser Geschichte konnte man lernen, dass es manchmal von Nutzen ist, nicht aufzufallen. Allerdings wenn es dann darauf ankommt ist die absolute Präsenz dann doch gefragt. Im Fall der unsichtbaren Jungfrau war das der Moment, als der „Mann Ihres Lebens“ vor ihr stand.
Die Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten stellten Beate Rolli-Kordick und Michael Kordick mit wunderbar einfühlsamer Musik her. Als das letzte Stück verklungen war, war noch Gelegenheit für gute Gespräche, die rege genutzt wurde.
   Hermann Beiler



Grafenauer Anzeiger vom 17. November 2010
Spiegelau dreht am Lichtschalter
Kürzere Einschaltzeiten von Straßenlampen
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Zum Jahreswechsel wird es ernst in Spiegelau mit dem Sparpaket zur Haushaltskonsolidierung. Mit der Sitzung am Montag wurden zwei bereits beschlossene Punkte zur Umsetzung freigegeben. Die Sitzungsgelder sinken von 15 auf 10 Euro und die Straßenlampen werden, wo möglich, von 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens abgeschaltet.
Auch die Räte wollen gemeinsam etwas dazu beitragen, dass wieder Luft im Haushalt bleibt. Künftig tagen sie immer montags und ab Januar zu neuen Konditionen. Statt 15 Euro erhalten sie für Treffen von Rat und Ausschüssen nur noch 10 Euro Entschädigung. Erhard Wawrzek wandte dazu allerdings kritisch an, dass gleichzeitig ein Antrag über eine Höhergruppierung zur Diskussion anstehe, was dazu überhaupt nicht ins Bild passe. Ebenfalls über den Sparbeschluss hinaus gehen möchte Kurt Hobelsberger, der beantragte, auch über die Bezüge der Bürgermeister müsse zu reden sein. Josef Luksch bat darum, den Antrag zahlenmäßig zu konkretisieren und bei einer späteren Sitzung als Punkt aufzunehmen. Die Aufforderung, die Sitzung nun nicht mit einem Thema zu zerreden, das nicht auf der Tagesordnung stehe, wurde einstimmig angenommen, ebenso die Satzungsänderung, die die Sitzungsgelder reduziert.
Verändert wurde die ursprüngliche Absicht, jede zweite Straßenlampe in der Gemeinde auszuschalten, um so Stromgeld zu sparen. Nach Beratungen im Grundstücks- und Bauausschuss und nach Rückfragen beim Energieversorger wurde es als zweckmäßiger angesehen, die Leuchtdauer in Zeiten zu verkürzen, wo die ohnehin nicht unbedingt benötigt würde. Die Abschaltung einzelner Lampen brächte auch technische Probleme wie erhöhte Korrosion, weil sie nicht mehr erwärmt und so auch getrocknet würden. Zudem erspare man sich so die Diskussionen, warum vor einem Haus Licht brenne und vor einem anderen nicht. Zwischen 1 Uhr nachts und 5 Uhr morgens werden im neuen Jahr die Straßenlampen aber dennoch weiter brennen, wo sie aus Sicherheitsgründen für nötig erachtet werden. Spiegelau erfinde so das Rad auch nicht neu, so Josef Luksch. Auch andere Kommunen praktizierten das bereits so. Der Anfrage, ob nicht auch schon ein früherer Abschaltzeitpunkt überlegenswert wäre, wurde abgelehnt, da man sich zumindest nach den Sperrzeiten richten solle. Die Ersparnis könnte bei etwa 20 000 Euro jährlich liegen. Noch nicht bekannt ist, was die Umrüstung kosten wird.
Der Bürger Andreas Weber hatte bei der Bürgerversammlung am 17. September eine Prüfung beantragt, ob ein Grundstücksangebot eines Gemeinderatsmitglieds zur Diskussion um des Standort rechtmäßig gewesen sei, oder ob nicht Wissen aus dem Gremium dem Angebot entgegen stehen hätte müssen. Erhard Wawrzek verließ zu diesem Tagesordnungspunkt den Sitzungsraum. Sowohl Bürgermeister Josef Luksch wie auch Karlheinz Roth fügten zu diesem Antrag an, es sei nicht im Kompetenz- und Aufgabenbereich des Gremiums angesiedelt, diese Frage zu klären. Eine Chronologie der Sitzungen soll die Verwaltung an die Rechtsaufsicht weiter leiten, um dazu eine Klärung zu erbitten.
Laut Regierung von Niederbayern sollten die Kommunen sollten ihren ungefähren Finanzbedarf Bedarf für die nächsten Jahre mitteilen. Was es wann aber tatsächlich an Förderung gebe, könne derzeit nicht gesagt werden, so Luksch. Es fanden sich aber relativ einfach für Abbrucharbeiten am Sägewerksgelände und für Kreuzungsgestaltung bis zu Kirchplatzsanierung und Kriegerdenkmal größere Summen, die so weiter geleitet werden. Zu warten wäre aber auch, ob nicht über Stadtumbau West auch Mittel zu erhalten wären.

AUS DEM SPIEGELAUER GEMEINDERAT
Spiegelau. Die Kindergartenbedarfsplanung der Gemeinde Spiegelau wurde den Räten bekannt gegeben. Danach besteht für 123 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren Bedarf, unter drei Jahren sind es 20 Plätze. Die Mittagsbetreuung an der Grundschule deckt den Bedarf an Hortplätzen und für junge Schüler ab. Drei Plätze werden für Tagespflege benötigt und acht Gastkinder werden außerhalb der Kommune betreut. Das ist aber dennoch eine flexible Planung, die sich jeweils an verändernden Gegebenheiten anpassen kann, so Bürgermeister Luksch.
Ein Bauantrag wurde noch als eilig in die Sitzung des vergangenen Montags aufgenommen. In der ehemaligen Norma soll ein Restaurant erweitert und ein Spielsalon angefügt werden. Am Gebäude in einem Mischgebiet ändert sich baulich nichts Wesentliches. Dem stimmte der Rat zu.
Eine Quelle am Ochsenkopf bereitet derzeit Probleme. Auf Anfrage berichtete Josef Luksch, dass die Quellen dort je nach Regenfällen unterschiedlich Wasser lieferten. Eine Quelle versagte aber fast ganz ihren Dienst. Bei Nachsuche und Arbeiten an der Schüttung stellte sich das eigene Gerät als ungeeignet und ein Minibagger als zu klein heraus. Ein angemieteter Kettenbagger setzte der Problemgeschichte noch eins drauf, weil er der beteiligten Firma beim Liefern vom Tieflader kippte. Glücklicher Weise stellte sich der Schaden als nicht so hoch heraus und verletzt wurde auch niemand. Mittlerweile ist aber gegraben worden und die Schüttung stellte sich als zu wenig tief und vor Eintrag geschützt heraus. Es soll nun mit Ingenieursunterstützung geschaut werden, ob sich die Wassermenge stabilisieren und weiter ertragreich nutzen lässt. Die Kosten für die Quelluntersuchung und eventuelle Sanierung ist noch nicht zu beziffern, so der Bürgermeister.
Probleme bereitet auch eine Eisstockanlage im Bereich Mühlberg, die gemäht werden müsste oder auch grundsätzlich saniert werden müsste. Da die Nässe am Platz es nicht zuließ, maschinell vorzugehen, soll nun eventuell mit Balkenmäher oder Freischneider gearbeitet werden, bevor der Schnee kommt. Und eine Straßenlampe in der „Perlkurve“, in Spiegelau ortsauswärts in Richtung Beiwald, kam noch zur Sprache, die mal ein paar Tage geht und dann mal wieder nicht. Auch hier muss mit dem Versorger Kontakt aufgenommen werden. - hpd

Grafenauer Anzeiger vom 15. November 2010
Die vierten Spiegelauer Kulturtage sind eröffnet
Vernissage von Siegfried Stockbauer in der Tourist-Info zum Auftakt
Spiegelau. Mit einer Vernissage „Aquarell & Pastell“ von Siegfried Stockbauer wurden am Freitag um 17 Uhr in der Tourist-Information die IV. Kulturtage eröffnet.
Pünktlich konnte Michael Brunnbauer mit seinem Akkordeon vom lauten Gespräch und Gemurmel der über 70 Besucher zur Eröffnungsrede des Bürgermeisters überleiten. Josef Luksch begrüßte die Geistlichkeit in Person von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler, die auch die besten Grüße von Pfarrer Rupert Wimmer überbrachte, der bei der Vorbereitung des katholischen Pfarrfamilienfestes gebraucht wurde. Auch seinen Bürgermeisterkollegen Helmut Vogl aus Riedlhütte konnte er begrüßen. Besonders freute er sich über die vielen Spiegelauer und Riedlhütter Bürgerinnen und Bürger, unter denen auch jede Menge Künstler waren.
In seiner Einführung lobte Bürgermeister Luksch die Initiatoren der Spiegelauer Kulturtage und bedankte sich besonders bei Karl-Heinz Reimeier und den vielen Organisatoren und Mithelfern für deren Arbeit und Engagement. „Ihn freue es“, sagte er, “dass nicht nur die Große Musik, vertreten durch die „Opernwerkstatt Papageno“, sondern auch die Kleine Musik in Gestalt des Gesangvereins vertreten sei“. Für besonders wichtig erachte er es auch, dass es viel um Bücher ginge. Vorlesen, Bibliotheksnacht und nicht zuletzt die Bibelausstellung in der Werktagskapelle der Spiegelauer Pfarrkirche seien Schmankerl für Buchfreunde und Neugierige.
Nach einem besondern musikalischen Genuss, den Michael Brunnbauer dem Publikum mit „In the mood“ (bekannt durch Glenn Miller) bereitete, begann Karl-Heinz Reimeier mit seiner Laudatio auf den ausstellenden Künstler Siegfried Stockbauer. Er führte die Zuhörerinnen und Zuhörer mit seinen Worten nach Haslach, in das Haus des Künstlers. Dort ging es, zumindest vor dem geistigen Auge, in das Arbeitszimmer des Künstlers und Lehrers. Bilder über Bilder, Aquarelle, Pastellbilder, Landschaften, Städte füllen den Raum.
Aquarell und Pastell sind die Haupttechniken des Künstlers. Techniken, mit denen er ganz ohne Heimattümelei und Sepperltum seine Bayerische Heimat abbildet. Die ganze Kraft der Natur kann man in seinen Bildern finden. Momentaufnahmen aus dem Leben, die Gesichter von Kindern und Freunden zeigen, dass er nicht nur Landschaftsmaler ist, sondern sich auf vielen malerisch-zeichnerischen Gebieten sicher bewegt. Viele Buchillustrationen, die gar nicht einfache künstlerische Gestaltung von Lieder- und Notenmappen gehören zu seinem Metier. So still wie der Mensch Stockbauer nach außen wirkt, so laut sind seine Werke. Hier hält er sich überhaupt nicht zurück, sondern öffnet sich dem Betrachter.
Mit einem Dank des Laudators an den Künstler Siegfried Stockbauer und einem wunderbaren Musettewalzer von Michael Brunnbauer ging die Veranstaltung zum „gemütlichen Teil“ über und man konnte sich in Ruhe den ausgestellten Werken zuwenden und auch das eine oder andere gute Gespräch führen.
   Hermann Beiler


Grafenauer Anzeiger vom 8. November 2010

Singflut riss Zuhörer von den Stühlen
Chor begeistert mit seinen Musical-, Film- und Kinohits 950 Gäste in der Mehrzweckhalle Spiegelau
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Was sind schon „Wetten, dass...?“ , „Best of Musikantenstadl“ oder das „Supertalent“, wenn der Chor Singflut zu einem Konzert einlädt? Bestenfalls Nebendarsteller! Denn dem Sog der Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Sepp Scholz konnte am Samstagabend weit über die Grenzen von Spiegelau und Riedlhütte hinaus kaum jemand widerstehen.
950 Gäste fluteten die Mehrzweckhalle bis zum letzten Winkel und der Chor schaffte es sogar, sie alle gleichzeitig von den Stühlen zu reißen - nicht für die ohnehin schon obligaten stehenden Ovationen, sondern zum Spielen eines „Gewitters“ mit Händereiben, Fingerschnipsen, Schenkelklopfen und Hochspringen (Donner) als Prolog zum Lied „Over the rainbow“.
Fast drei Stunden schwappten die Stimmen von Singflut im Raum - plätschernd, fließend, gewaltig tosend. So facettenreich sich Wasser seinen Weg bahnt, so voller Abwechslung war auch das Programm mit Auszügen aus bekannten Musicals, Film- und Kinohits und der Abend floss nur so dahin.
Einen sehr großen Anteil daran hatte Fredi Resch in seiner Doppelrolle als Moderator mit Frack und Zylinder à la Hans-Joachim Kulenkampff und als Seine Kaiserliche Hoheit, Franz von Österreich. In dieser Funktion kam er nicht einmal ins Straucheln, als er neben den weltlichen „Hoheiten“ wie MdL Alexander Muthmann, stv. Landrat Helmut Behringer und den Bürgermeistern Josef Luksch und Helmut Vogl auch sehr viele geistliche Würdenträger wie Dekan Kajetan Steinbeißer, Pfarrer a.D. Hubert Gerstl, die Pfarrer Rupert Wimmer, Johann Pöppel, Markus Krell, Pater Bobby und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler begrüßen durfte.
Trotz geballter Geistlichkeit im Publikum wurde es nur anfangs ein bisschen spirituell, nach den lustigen „Sicherheitshinweisen“ via Stummfilm, der Chorleiter Sepp Scholz und Bass Stephan Gaisbauer auch als begnadete Schauspieler zeigte. Weil an „Gottes Segen“ wirklich alles gelegen ist, stand dieser Liedtitel am Anfang. Resch widmete es all jenen, die eine schwere Zeit durchleben, damit sie wieder Mut, Kraft und Hoffnung schöpfen können. Von dem Gospelsänger und Komponisten Andrae Crouch stammte das Stück „Soon and very soon“, von Lorenz Maierhofer das Spiritual „I‘ve got peace like a river“, das er in einer faszinierenden Chorbearbeitung musikalisch und textlich erweitert hatte. Den Gesang visualisierten stimmungsvolle Bilder von Fotograf Andreas Weber aus Spiegelau.
Ein treuer und zuverlässiger musikalischer Begleiter des Chores ist Balboos Jazz-Quartett mit Christian Balboo Bojko am Bass, Klaus Schwankl am Schlagzeug, Roman Wirthl am Piano und Christian Henna Hynar an Saxophon und Klarinette. Die „Boy-Group“ brachte zwischendurch auch eigene Jazz-Beiträge.
Perfekt harmonierende Stimmen, die sich folgsam vom Chorleiter vom kaum hörbaren Pianissimo bis zum plötzlich los brechenden „Donnerhall“ dirigieren lassen und trotz dieser meisterlichen Leistung locker und leicht wirken - das zeichnet den Gesang von Singflut aus. Ein gutes Beispiel für seine Klasse lieferte der Chor bei „It‘s raining men“ von den Weather-Girls, das gerade durch seine große Bekanntheit und als allgegenwärtiger Volksfest- und Partyhit für jeden mitsingbar erscheint.
Heftig umjubelt und beklatscht wurden das Solo von Katrin Loibl und das Duett von Corinna Zettl und Dominik Hilpert. Loibl sang als Kaiserin Sissi von Österreich „Ich gehör‘ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“, in dem sie gegen die andauernde Unterdrückung durch ihre Schwiegermutter und deren Hofdamen rebelliert und legte dann mit ihrem „Franzl“ (Fredi Resch) einen Walzer aufs Parkett. Hilpert und Zettl interpretierten als Vampir Graf von Krolock und dessen Opfer Sarah den Titel „Totale Finsternis“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“.
Zum Ende des offiziellen Programms lobte Chorleiter Scholz seine „Flutis“: „Ich bin stolz auf Euere Leistung.“ Das fanden auch die Zuhörer. Denn erst nach den schwungvollen Beiträgen „Waterloo“ und „Who put the bomb?“ verzog sich die Singflut. Mit dem selbst komponierten Singflut-Wiegenlied rollte sie im Kerzenschein ganz sanft zurück...

SAXNDI. . .
... die Darbietungen von „Singflut“ begeistern auch langjährige Chorleiter. „Die sind nicht zu toppen“, heißt es aus dem berufenen Munde von Franz Stockinger ganz generell und Pfarrer a.D. Hubert Gerstl schwärmt vor allem von ihren a-capella-Gesängen, in denen sich die reine Sangeskunst zeige. Was ist das Erfolgsrezept? Wer kann mühelos eine Halle mit 950 Besuchern füllen? Es sind sicher das Charisma und Können von Chorleiter Sepp Scholz, aber auch die Disziplin, die Treue und der Zusammenhalt seiner Sängerinnen und Sänger. Singflut ist eine Familie im besten Sinne, die auf die Erfahrung der „Alten“ ebenso setzt wie auf die Ideen der „Jungen“, die die harte Probenzeit ebenso zu bewältigen weiß, wie sie das Feiern und gemeinsame Ausflüge genießen kann und die nicht nur sich, sondern vielen anderen mit ihrem Gesang Freude zu bereiten vermag.
Ursula Langesee

Ein Kulturtag für die Bibliotheksnacht
Kulturelle Veranstaltungsreihe in Spiegelau von 12. bis 21. November
Spiegelau. Am Freitag, 12. November, beginnen zum vierten Mal die „Spiegelauer Kulturtage“ mit acht Veranstaltungen für Jung und Alt bis Sonntag, 21. November.
Die Vernissage zur Ausstellung „Aquarell & Pastell“ von Siegfried Stockbauer steht am Anfang der Kulturtage am kommenden Freitag um 18 Uhr in der Touristinformation. Bürgermeister Josef Luksch eröffnet die Präsentation, Kreisheimatpfleger und Schulleiter Heinz Reimeier hält die Laudatio, Michael Brunnbauer unterhält mit klassischen Akkordeonstücken. Der Eintritt ist frei.
Eine schulinterne Veranstaltung ist die Autorenlesung für die Drittklässler der Grundschule. Heidrun Proschek liest aus ihrem Buch „Kommt mit nach Afrika“ und erzählt von dem Künstler Heinz Theuerjahr.
Eine Autorenlesung für alle gibt es am Dienstag, 16. November, ab 19.30 Uhr in der Aula der Grundschule. Illustratorin Susanne Zuda und Karl-Heinz Reimeier rezitieren aus dem Buch „Märchenwald“ von Michael Wöhlcke. Beate und Michael Kordick begleiten die Lesung auf Gitarre und Steirischer Harmonika. Um einen Unkostenbeitrag wird gebeten.
Am Freitag, 19. November, gastiert die Opernwerkstatt „PAPAGENO“ aus Wien an der Grundschule. Die Schüler aller Klassen werden aktiv in diese Oper mit einbezogen. Und auch die Eltern sind herzlich eingeladen, bei den Aufführungen dabei zu sein. In der Mehrzweckhalle sind die 1. und 2. Klasse von 8 bis 9 Uhr aktiv, die 3. und 4. Klassse von 10 bis 11 Uhr.
Um 19 Uhr wird in der Aula der Grundschule zur Sitzweil mit dem Männergesangsverein Spiegelau unter der Leitung von Josef Kreutner, den Eib’mschläger Sängern und Karl-Heinz Reimeier eingeladen. Der Eintritt ist frei, ein Unkostenbeitrag ist erwünscht.
Am Samstag, 20. November, um 18 Uhr wird die ökumenische Bibelausstellung in der Werktagskapelle Spiegelau eröffnet. Von der Kinder- bis zur Lutherbibel, über alte und neue Bibeln, bis hin zu Blindenbibeln und Bibeln für den Alltag werden die Besucher mit der Geschichte und Bedeutung der Heiligen Schrift vertraut gemacht und erhalten unter der Leitung von Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler Tipps zum richtigen Bibellesen. Der Eintritt ist frei.
Eine kulinarisch-kulturelle Veranstaltung der Bücherei Spiegelau findet am selben Abend um 19 Uhr statt. Die Bibliotheksnacht „Newereiß’n“ steht unter dem Motto „Essn - dringa - lesn und…überraschn lossn!“ Erwin Scholz liest ausgesuchte Texte von bayerischen Klassikern bis zu regionalen Krimis. Nebenher bietet Ingo Lagerbauer den Besuchern bayerische Spezialitäten an. Ort ist das „La Visita“ von Familie Döringer. Der Eintrittspreis „mit Essn und Dringa“ liegt bei 23,90 Euro. Eine Anmeldung ist unter Tel. 08553/ 2741 erforderlich.
Am Sonntag, 21. November, findet das Kulturtage-Abschlusskonzert mit dem TRIO HARFENALE unter der Leitung von Roland Pongratz statt. Es steht unter dem Motto „Von der Volksmusik bis zu Klassik - ein musikalischer Hochgenuss“ und beginnt um 17 Uhr in der Martin-Luther-Kirche Spiegelau. Im Eintritt von 5 Euro ist ein Freigetränk enthalten. - red


Grafenauer Anzeiger vom 9. Oktober 2010

Spiegelau stopft die Lücke
Kreditbegrenzung durch Mehreinnahmen kompensiert  
Von Hermann Haydn
Spiegelau. In einer „Blitzsitzung“ von nur einer halben Stunde öffentlicher Beratungen verabschiedete der Spiegelauer Gemeinderat die Vorlage eines Nachtragshaushaltes. Damit kommt das Gremium einer Auflage der Rechtsaufsicht entgegen, die die Begrenzung der Kreditaufnahme um 217 800 Euro im laufenden Haushaltsjahr vorsah.
Das Landratsamt hatte der Kommune strenge Auflagen als Grundlage der Genehmigungsfähigkeit ihres Haushaltes gesetzt. Weitere Sparpotenziale nutzen oder die Einnahmesituation verbessern, das war die Alternative zu der Summe, die nicht mehr zusätzlich als Kredit genommen werden durfte. Karlheinz Roth merkte dazu an, dass der Kommune ja nicht viele Möglichkeiten blieben. Vorgeschlagen wurde von Bürgermeister Luksch, die erwarteten Einnahmen aus dem Verkauf eines Hauses in Gemeindebesitz mit 75 000 Euro zu veranschlagen, bei der Prüfung von Planungskosten zur Wasserversorgung wurde festgestellt, dass bereits geleistete Abschlagszahlungen in Höhe von 50 000 Euro noch nicht im Haushalt berücksichtigt waren und der größte kalkulatorische Posten findet sich darin, dass heuer beim Industriegebiet Oberkreuzberg ohnehin nicht mehr zu erwarten wäre, dass die gesamte eingestellte Summe von 300 000 Euro verbaut würde, was auch 125 000 Euro für 2010 „locker machte“.
Daraus ergibt sich eine Einnahme von 250 000 Euro für einen Nachtragshaushalt, der die Kreditbegrenzung um 32 200 Euro übersteigt. Der Vorlage zur Genehmigung stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.
Den Räten steht weiterhin eine sitzungsreiche Zeit bevor. Da die Rechtsaufsicht auch fordert, dass bis 15. Dezember ein Konsolidierungsplan vorliegen müsse, sind im Oktober und November weitere vier Termine zu den Fragen angesetzt, die das Landratsamt beantwortet haben möchte: Welche Investitionen sind wirklich unumgänglich und wie können Zins und Tilgung realisiert werden? Wo gibt es Optimierungsmöglichkeiten bei Personalfragen? Eine sozialverträgliche Senkung der Kosten dürfe kein Tabu sein. Wiederbesetzungs- und Beförderungssperren werden zu prüfen sein oder auch niedrigere Besoldungsgruppen. Bereitschaftsdienste und Überstunden sollen vermieden werden und kommunale Einrichtungen daraufhin geprüft werden, ob nicht Vergaben an Dritte günstiger kämen.
Auf den Prüfstand gestellt werden müssen defizitäre Einrichtungen wie Schwimmbäder oder kulturelle Einrichtungen, es geht um „disponible Ausgaben“, bei denen der Rat ohnehin schon kräftig zugedreht hat; alles was nicht gesetzliche Pflicht ist, wie Zuschüsse oder Erstattungen sollten auf Reduzierbarkeit geprüft werden.
Bereits voll erfüllt wird mit den nächsten Haushalten die Kostendeckung bei Kanal, Wasser und Bestattungswesen. Auch bei den Einnahmen wurde im Grundsteuerbereich der Hahn aufgedreht. Weitere Erhöhungen, etwa bei der Gewerbesteuer, könnten zudem Überlegungen wert werden. Zu prüfen sei auch, ob kommunales Eigentum veräußert werden kann, oder ob durch Umschuldungen die Kredite günstiger gestaltet werden könnten. Jede ungeplante Einnahme oder Minderausgabe sollte dem Konsolidierungszweck dienen und zudem ist für den gesamten Finanzplanungszeitraum eine tabellarische Darstellung zu dokumentieren.
Die im Schreiben der Rechtsaufsicht genannten Gründe dafür sprechen von einer Lücke im Nachweis der dauerhaften Leistungsfähigkeit. Die fehlende freie Finanzspanne im Jahr 2010 und die weiter steigende Schuldenentwicklung mache einen strikten Konsolidierungskurs nötig. Allerdings billigt die Rechtsaufsicht auch zu, dass bereits viele Bemühungen gestartet wurden und weitere Einschränkungen es unmöglich zu machen drohten, dass selbst die Pflichtaufgaben nicht mehr zu erfüllen wären. Ferner wurde es zur Auflage gemacht, für eine frühzeitige Transparenz Haushaltsplanung und Satzung für 2011 bis zum 31. März 2011 vorzulegen.
Einen kleinen Konsolidierungspunkt für das laufende Jahr stellte Kurt Hobelsberger fest, als er nachfragte, ob der Christkindlmarkt heuer dann definitiv abgesagt wäre. Das wurde von Josef Luksch bejaht, allerdings merkte Elke Proßer-Greß an, es könnte sich ja auch ein alternativer Organisator aus Vereinen oder Öffentlichkeit melden, der sich da einbringen könnte. Der Platz würde von der Kommune jedenfalls gerne zur Verfügung gestellt, so Luksch.
Dagegen könnten aus einer Anfrage von Thomas Robl auch wieder neue Löcher entstehen, die sich in Dächern kommunaler Liegenschaften fänden. In einem Fall müssen aber nur die Fenster neu abgedichtet werden. Indirekt profitieren wird Spiegelau aber vom Tourismustrend, der zum Vergleichsjahreszeitraum bei den Übernachtungen um 8,6 und bei den Ankünften um 18,6 zugelegt habe, so die Information.
Von der öffentlichen Beratung abgesetzt wurde der Punkt Städtebauförderung. Hier verlangt die Regierung von Niederbayern seit Mai 2010 einen fehlenden Beschluss zum Entwicklungskonzept. Dazu gab es in nichtöffentlicher Sitzung einen Gesprächspunkt.

Klaus Büchler und Wieland Prechtl: Zwei Künstler auf gleicher Wellenlänge
Beeindruckende Symbiose von Glasobjekten und Landschaftsbildern
Freyung.
Schon am übervollen Parkplatz vor dem Schloss Wolfstein war das große Interesse an der Ausstellung er erkennen. In der Galerie selbst drängte sich das Who-Is-Who aus Kunst- und Kultur-, Gesellschafts- und Politikszene des Landkreises dicht an dicht. Der arrivierte Glaskünstler Klaus Büchler aus Spiegelau und der Bayreuther Maler Wieland Prechtl haben ihre Werke zu einer in sich schlüssigen Ausstellung komponiert. Dazu passte auch der musikalische Rahmen, mit dem Michael Brunnbauer aus Spiegelau am klassischen Akkordeon die Vernissage ebenso virtuos wie die Aussteller abrundete.
Die Kulturreferentin des Landkreises und Galeriechefin Marina Reitmaier-Ranzinger hielt die Laudatio auf Wieland Prechtl. Der Maler großartiger Landschaften kommt aus Bayreuth, zählt als Autodidakt zu den bekanntesten Künstlern Oberfrankens, und ist im „normalen“ Leben Bibliothekar. Wie kommt jemand aus Bayreuth zu uns in den Bayerischen Wald, so die Frage der Laudatorin. Klaus Büchler sei das verbindende Element. Prechtl habe Büchlers Glasobjekte vor Jahren in einer Ausstellung des Nationalparks kennen gelernt, und war davon sehr beeindruckt. Er besuchte ihn im Atelier, die beiden sprachen offensichtlich die gleiche Sprache.
So entstand der Wunsch, gemeinsam eine Ausstellung zu veranstalten, wie das 2004 das erste Mal geschehen ist. „land - schaf(t)t - glas“ heißt diese Ausstellung mit Landschaften und Glasobjekten. Beides sind wichtige Werbeträger, nicht wegzudenkende, charakteristische Elemente unserer Region. Das Glas in seiner Bedeutung vom Wirtschaftsgut zum Kulturgut gewandelt, die Landschaft als einzigartiges Alleinstellungsmerkmal des Bayerischen Waldes.
Prechtls Landschaften zeigen ein ganz anderes Landschaftsbild: Gletscher, Eisgebilde, Vulkanausbrüche, Lavaströme, karge unbewohnte Landschaften ohne Pflanzen, Tiere oder Menschen. Naturgewalten voller Wucht, ein vermeintliches Chaos. Nicht von Menschenhand geordnet, das Spiel von Farben und Formen in Wechselwirkung von Himmel und Erde, Wind und Wolken, Wasser und Land, voller Dynamik und Bewegung und auch voll innerer Ruhe. Die Urwelten wurden zu seinem Thema, so wie die Welt einmal ausgesehen haben könnte, bevor der Mensch in die Weltgestaltung eingegriffen hat.
Die Bilder von Wieland Prechtl entstehen in nacheinander aufgetragenen Schichten. Er verwendet Kreide, Acryl-, Öl- und Aquarellfarben, in die er Substanzen wie Erde, Steinmehl, Sand, Asche, Papier und sogar Schieferplatten mischt. So erhalten seine Traumlandschaften dreidimensionale Strukturen.
Karl-Heinz Reimeier sprach die Laudatio auf Klaus Büchler und spannte den Bogen vom filigranen Blauregen, der durch das Fenster in Büchlers Galerie zu dessen Glaskunst wuchert, hin zu dessen kunstvollen Glasobjekten. Dies symbolisiere die Verbindung von Natur und Glas. Bei Büchler sind nicht nur Quarz, Holz oder Pottasche als ursprünglichen Rohmaterialien zur Glasherstellung von Bedeutung. Genau so wichtig ist die Heimat des Glaskünstlers, der seine Wurzeln hier im Bayerischen Wald hat. „Der Klaus gehört als Mensch genau dahin, wo er herkommt“, so Reimeier. Er hat in sehr jungen Jahren den Norden Deutschlands aufgesucht, um in Lübeck seine Fähigkeiten als Glasschleifer umzusetzen. Das Bayerwaldgewächs ist mit neuen Eindrücken, neuen Erfahrungen und vielen neuen Ideen und Vorhaben zurück gekommen.
All das sind hervorragende Voraussetzungen, um sich dem zwingenden Druck der Produktion zu entziehen, und darüber hinaus eigene Kreativität zu entwickeln. Meisterhafte Kunst erfordert nicht nur das Umsetzen von Ideen und das nötige handwerkliche Können. Voraussetzung ist vor allem, dass man sich an Glas als feinfühligem Material heranwagt.
Die Glasobjekte - Kugeln, Stäbe, Linsen, Scheiben - werden aus des Meisters Hand lebendig. „Ihm werden die Ideen nie ausgehen“, so Reimeier. Dazu gehe er zu frei und zu entspannt an die Arbeit. Klaus Büchler beherrscht diesen künstlerischen Kraftakt perfekt, so Reimeier.
Die Ausstellung „land - schaf(f)t - glas“ ist noch bis 7. November täglich - außer Montag - von 10:00 - 17:00 Uhr geöffnet. - rn

Grafenauer Anzeiger vom 6. Oktober 2010

Die Gipfel-Premiere von Pfarrer Wimmer
Messe auf dem Rachel - auch Pater Boby Joseph und Pfarrer Gerd Brandstetter erstmals dabei
Spiegelau. Einmal mehr zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art wurde auch in diesem Jahr wieder die Rachel-Bergmesse, die traditionell immer am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit stattfindet.
Herrliches Herbstwetter mit angenehmen Temperaturen, bzw. pünktlich zum Gottesdienstbeginn um 12 Uhr „Sonnenschein pur“, das waren die äußeren Bedingungen für die diesjährige Bergmesse, die gleich in mehrfacher Hinsicht einige Premieren erlebte. Erstmals in seinem Amt als Vorsitzender der ausrichtenden Sektion Spiegelau konnte dabei Josef Meininger die zahlreichen Gottesdienstbesucher auf dem Spiegelauer Hausberg willkommen heißen.
Meininger dankte aber auch der Bergwacht für die Unterstützung bei der Durchführung der Rachelmesse und lobte gleichzeitig auch „seine“ fleißigen Helfer im Hintergrund, ohne die dieses Erlebnis auf dem Berg hier nicht möglich wäre.
Besonders freute sich Meininger aber, dass heuer erstmals mit Pfarrer Rupert Wimmer wieder der Ortspfarrer von Spiegelau die Messe auf dem 1453 Meter hohen Berggipfel zelebrierte, was für diesen ebenfalls eine Premiere bedeutete. Unterstützung bei der Messfeier erhielt Pfarrer Wimmer dabei und damit war die dritte Premiere perfekt, von Pater Boby Joseph und von Pfarrer Gerd Brandstetter, der ja in Spiegelau und Umgebung ebenfalls kein Unbekannter ist.
Pfarrer Wimmer ging beim Gottesdienst, der musikalisch von der Klingenbrunner Dorfblos`n, sowie den Sängern des Männergesangverein Spiegelau umrahmt wurde, besonders auf die sich nunmehr zum 20. Mal jährende Wiedervereinigung Deutschlands ein und fand dabei ganz besondere Worte zum Thema „Gemeinsamkeiten“. Nachdem, wie bereits erwähnt diesmal auch Pfarrer Gerd Brandstetter auf dem Gipfel mit dabei war, war es natürlich eine Selbstverständlichkeit, dass ihm der Erlös der Kollekte für sein Projekt mit Straßenkindern „Guarabina“ in Brasilien überlassen wurde, was dieser natürlich gerne annahm.
Mit einem gemütlichen Beisammensein am Rachel-Waldschmidthaus klang dann in den Nachmittagsstunden die diesjährige „Rachel-Kirwa“ aus - bei der Sektion Spiegelau steht aber am Freitag, den 15. Oktober schon ein weiterer Termin an. Dann nämlich sind sowohl Mitglieder, als auch Einheimische und Feriengäste recht herzlich eingeladen zur Lesung mit Josef Fendl um 19.30 Uhr in der Aula der Grundschule in Spiegelau. - re


Ein neuer Mann für die Wirtschaft
Kurt Hobelsberger folgt Erhard Wawrzek nach, der sein Amt niederlegt
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Was könnte es Schöneres geben, als mit dem neuen Posten als Wirtschaftsreferent auch gleich eine Firmenansiedlung bekannt geben zu können. Kurt Hobelsberger wurde anlässlich der vergangenen Sitzung vom Gemeinderat als Ersatz für Erhard Wawrzek in diesen Posten gehoben. Er will die „neue Aufbruchstimmung“ nutzen, um im Zug der Ansiedlung der Glas-FH möglichst viele Firmen in die Gemeinde zu holen. Ein Erfolg sei bereits zu vermelden; die Firma „Sun Solar“ wolle ihren Hauptsitz mit zehn bis 15 Arbeitsplätzen in Spiegelau aufschlagen.
Zuvor war Kurt Hobelsberger als einziger Kandidat angenommen - und die Satzung entsprechend geändert worden. Er habe zwar einige Zeit überlegt, ob er das machen solle, so Hobelsberger, aber er wolle sich so der Verantwortung stellen, bei einem Prozess lenkend dabei zu sein, den er so einschätzte: „Ihr werdet Euch noch wundern.“
Innerhalb von nur zwei Jahren werde sich so viel tun, was man sich gar nicht denken könnte. Schon jetzt gebe es als Ergebnis der TAZ-Gründung Firmenanfragen, die in diesem Umfeld aktiv werden möchten. So seien für die kommunalen Kassen Einnahmen aus Millionenumsätzen zu erwarten, wenn die Photovoltaik-Firma „Sun Solar“ nun hier ihre Zentrale ansiedele, und auch sonst stünde die Aussicht gut, dass „unsere Kinder“ hier wieder Arbeit vor Ort fänden. Gleichzeitig kritisierte Hobelsberger die Amtsniederlegung von Erhard Wawrzek, der es sich so zu einfach gemacht habe.
Leicht gestörte Befindlichkeiten gab es auch im weiteren Umfeld der TAZ-Termine. Bürgermeister Luksch holte es anfangs der Sitzung nach zu betonen, dass Räte, die nicht zur Fördervereinsgründung gekommen waren, aus verschiedenen Gründen entschuldigt waren, was er vergessen habe, bereits an diesem Abend zu erwähnen. Dagegen regte Fördervereinsvorsitzender Karlheinz Roth an, auch wenn viele Räte nicht bei der Versammlung waren, bitte er dennoch um Unterstützung durch Beitritt. Kritik gab es dazu auch von Kurt Hobelsberger, der den Hinweis vermisst hatte, dass 300 Euro Erlös von der Bürgerversammlung über die Feuerwehr zur Vereinsgründung nicht ausreichend erwähnt und entsprechend öffentlich gewürdigt worden sei.
Bereits am heutigen Mittwoch geht mit der nächsten Sitzung in eine weitere Zielgerade in Richtung TAZ-Gründung. Denn mit Schreiben der Rechtsaufsicht wurde grünes Licht für die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan 2010 gegeben, wenn auch mit erheblichen Auflagen. So muss die Kommune bis zum 15. Dezember ein Konsolidierungskonzept vorlegen, das voraussichtlich weitere Einschnitte etwa in Personalfragen unumgänglich machen wird. Kann die Einnahmesituation nicht deutlich verbessert werden, dann geht es an die Prüfung aller „disponiblen Ausgabenpositionen“. Welche Auswirkungen die Kreditbegrenzung zeigen wird, muss sich dann jeweils bei kommunalen Vorhaben einzeln erweisen, um die „prekäre Haushaltslage“ und den erwartbaren weiteren Schuldenanstieg bis 2013 nicht aus dem Ruder laufen zu lassen.Nicht durchringen konnte sich der Gemeinderat zu einem „Nein“ zum Antrag der Bergwacht, am Oberkreuzberger Aussichtsturm eine Antenne aufstellen zu wollen. Hotelier Alois Grobauer hatte dagegen massiven Protest angedroht. Es solle zunächst geprüft werden, ob nicht andere Standorte auch geeignet wären. Verbauen wollte man sich die Option aber auch noch nicht.
Die Einrichtung einer Webcam in Klingenbrunn wurde aus Kostengründen abgelehnt. Sie hätte etwa 5200 Euro für Technik und Montage gekostet und dazu einen Telefonanschluss benötigt. Es soll aber bei Privat angefragt werden, ob nicht eine Lösung an einem Haus und mit Kostenbeteiligung an Strom und einer vorhandenen Flatrate möglich wäre, um dann nur die Kameratechnik selbst anschaffen zu müssen.
Die Entscheidung, ob sich Spiegelau weiter an den Kosten der TVO-Marketingumlage beteiligt, wurde verschoben. Ein Informationsbesuch von Alexander Anetsberger stehe demnächst an. Dann könne besser beratschlagt werden.
Anregungen gab es von Josef Apfelbacher: Warum seien Tempo-30-Schilder nicht über die gesamte Reutecker-Straße verteilt worden, obwohl es auch in nicht begrenzten Bereichen noch entsprechend Kinder gebe. Die Schilder hätten nicht für mehr Strecke gereicht, so die Antwort, da sie nach jeder Einmündung aufgehoben würden. Es sollen also noch mehr aufgestellt werden. Kurt Hobelsberger trug zur Plakatierverordnung an, die nicht eingehalten werde. Das gebe kein schönes Bild und verursache Arbeit und Kosten. Die Verwaltung solle da besser darauf achten. Ebenso merkte er an, dass im Schulumgriff drei Hundebesitzer regelmäßig für Verschmutzungen sorgten, in die Kinder dann unweigerlich treten würden. Bürgermeister Luksch versprach, die darauf hinzuweisen, wenn Namen bekannt seien.


Grafenauer Anzeiger vom 2. Oktober 2010

Alte Grammofone erzählen ihm Geschichten
Hermann Beiler hat ein außergewöhnliches Hobby: Er sammelt alte Abspielgeräte und restauriert sie dann
Von Bernadette Schweihoff
Spiegelau. Auf dem Tisch liegen goldene, bebilderte Mini-Blechdosen von 1920, gefüllt mit kleinen Abspielnadeln aus Stahl. Gegenüber steht ein altes Grammofon mit einem türkisfarbenen Trichter. Hermann Beiler sucht sich aus seinem selbst zusammengestellten Liederkatalog eine von 540 Schellackplatten aus: Max Hansen. Im Katalog ist genau vermerkt, wo er sie findet. Vorsichtig setzt er eine neue Abspielnadel ein, legt die Platte auf, kurbelt kurz und kräftig bis der Motor in Schwung kommt und setzt den Grammofon-Arm mit der Nadel exakt auf die Plattenrille. Es knistert. Aus dem Trichter ertönt das Lied: „War‘n sie schon mal in mich verliebt?“
Verliebt ist Beiler ganz sicher in seine Grammofone. 15 Stück hat er mittlerweile im ganzen Haus verteilt stehen. Immer wenn er auf einer Sammlermesse oder einem Flohmarkt ist, kann er einfach nicht widerstehen. „Wenn ich sie kaufe, sind sie meistens kaputt, oder nicht mehr voll funktionsfähig“, erzählt er kopfschüttelnd. Zu Hause werde das erstandene Liebhaberobjekt in alle seine Einzelteile zerlegt, gereinigt, mit neuen Metallfedern ausgestattet und wieder zusammen gebaut. Das Wissen dazu habe er sich über Jahre hinweg selbst angeeignet.
Bücher über Grammofone gäbe es nur wenige. Aber umso größer sei der Austausch mit anderen Sammlern aus den USA und England. Da werde viel geschrieben und telefoniert. „Denen kann man dann auch vertrauen“, erklärt der Sammler.
Ein qualitativ gutes Grammofon könne man nur als Experte erkennen. „Man muss die Geschichte des Grammofons kennen“, erläutert Beiler. Vor zwanzig Jahren wurden Grammofone wieder schick und deshalb in Indien neu produziert. „Die haben aber keine gute Qualität“, erklärt er. Das merke man schon an der Schalldose. Die Klangqualität sei noch lange nicht so gut wie bei den Alten. Ein funktionstüchtiges und gutes Koffergrammofon bekomme man ab 300 Euro.
Der gebürtige Münchner sei schon mit 12 Jahren einmal in der Woche im deutschen Museum gewesen. Geschichte habe ihn schon immer fasziniert. Damals habe man als Schüler noch eine Jahreskarte von der Stadt geschenkt bekommen. Besonders begeistert habe ihn die Zeit von 1870 bis 1930, das Mechanische, die Ingenieursleistung und die Geschichte der Menschen zur damaligen Zeit.
„Der Beginn der industriellen Revolution in Deutschland, die tiefgreifende und dauerhafte Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, das war einfach eine spannende Zeit“, so Beiler. Die Musiker nahmen sich dieser Themen an. „Plötzlich konnte man Stimmen konservieren und wieder anhören. Das war gigantisch für diese Zeit“, so Beiler. Die Künstler seien zunächst misstrauisch gewesen, da sie glaubten dass ihnen Einnahmen entgehen, da die Schallplatte beliebig oft abgespielt werden konnte. Aber als die damalige „GEMA“ erfunden wurde und sie Geld für die Vervielfältigung bekamen, seien alle Musiker und Kabarettisten mit Begeisterung dabei gewesen.
„Da wurden sogar Regierende provoziert“, erklärt er. Musiker wie Richard Tauber seien damals Popstars gewesen, hätten Millionen Platten verkauft. „Er wurde sogar nach einer Vorstellung von Hitlers Schlägertrupp zusammengeschlagen und musste in das Ausland fliehen.“
Jeden Tag hört er eine Platte. Jeden Tag eine neue Geschichte. Abgespielt wird immer an einem anderen Gerät. Aber auch draußen wird Musik gehört, mit seinem tragbaren Grammofon. „Da bleiben dann auch schon mal Leute am Gartenzaun stehen und lauschen der Musik“, so der Sozialpädagoge. Das praktische daran sei auch, dass er keinen Strom benötige. „So ein Grammofon ist einfach ein unvergleichliches Hör- und Geschichtenerlebnis.“


Grafenauer Anzeiger vom 1. Oktober 2010
Verzwickter Anbau ans Feuerwehrhaus
Streit ist vor dem Verwaltungsgericht - Klingenbrunner Anwohner fürchtet Lärm - Wohin mit den Parkplätzen?
Von Hermann Haydn
Klingenbrunn. Wenn dem Recht genüge getan ist, ist es längst noch nicht recht. Und „gerichtet“ ist die Sache deswegen auch noch nicht. In Klingenbrunn soll an das Feuerwehrhaus angebaut werden. Eine Baugenehmigung gäbe es auch. Aber auch einen Rechtsstreit von Anwohnern wegen befürchteten Lärms bei Einsätzen und Übungen. Aber wenn weniger Fahrzeuge zum Haus hin fahren könnten, dann müsste es doch auch leiser werden, so der Tipp des Landratsamtes, wie in der Rechtssache vor dem Verwaltungsgericht Regensburg pro Anbau argumentiert werden könnte.
Vor dem Immissionsschutzgesetz könnte das Projekt dann vielleicht besser bestehen, wenn fünf Stellplätze verlagert würden. Weniger Abstellmöglichkeit ist gleich weniger An- und Abfahrmöglichkeit, also rechnerisch weniger Lärm für Anwohner oder benachbarte Hotelgäste. In der Realität sähe es aber so aus, dass es dann, wenn es brennt, ohnehin die nächstmögliche Stellfläche genutzt wird, die unabhängig von der Ausweisung im Bebauungsplan doch hier wäre, da dort Dorfplatz und Durchfahrtsweg ohnehin vorhanden seien. Für die Klageführenden wäre es ein reiner Papyrussieg, wenn Stellflächen weniger eingezeichnet, aber dennoch nutzbar wären. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage von Karlheinz Roth: „Der Dorfplatz ist eine öffentliche Fläche mit privater Durchfahrt. Eine Sperrung könnte nicht durchgesetzt werden.“
Zudem befindet sich auf einem benachbarten Hotel eine Sirene mit Bestandsschutz. Es sei fraglich, ob ein Gast, der durch sie geweckt wurde, sich noch extra daran stören würde, wenn dann Verkehr und Blaulicht auch noch dazu kämen, so Luksch. Kurt Zettl fragte an, ob die Verlegung denn überhaupt Wirkung auf das Verfahren haben könnte. Er habe den Eindruck, dass das Gericht signalisiert habe, es werde auch so nicht einfach werden, die Genehmigung des Landkreises durch zu bekommen. Da solle sich der Kreis auch zuerst darum kümmern, schließlich habe die Kommune ja seine Genehmigung, so Günther Nama.
Ludwig Schopf nannte das Projekt Anbau „von Anfang an als Fehlplanung, weil der Platz einfach nicht passt“. Man solle doch noch einmal überlegen, ob ein Neubau an anderer Stelle nicht sinnvoller wäre, da auch der Anbau bereits so viel koste, dass ein neues Haus schon zu guten Teilen drin wäre. Und das alte wäre dann vielleicht auch anderweitig nutzbar.
Dennoch stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für die vorgeschlagene Vorgehensweise des Kreises, Plätze und rechnerischen Lärm zu reduzieren. Dagegen stimmten Karlheinz Roth, Kurt Zettl, Günther Nama und Ludwig Schopf.


Premiere bei der Bergmesse auf dem Rachel
S
piegelau. Auch heuer findet am Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober, 12 Uhr, die Bergmesse auf dem Rachel statt. Den Gottesdienst zelebriert heuer erstmals der Spiegelauer Ortspfarrer Wimmer. Wie der Wald-Verein Spiegelau mitteilt, findet die Messe bei jeder Witterung statt und wird musikalisch von der Klingenbrunner Dorfblos’n um Kufner, sowie den Sängern des Männergesangvereins Spiegelau musikalisch umrahmt. Damit alle Bergmessenbesucher es rechtzeitig auf den Gipfel schaffen, verkehren ab 9 Uhr ab dem P + R Parkplatz in Spiegelau zusätzlich zu den Igelbussen sogenannte „Verstärkerbusse“. - re


Luksch bleibt an der Spitze der Spiegelau-SPD
Auf der Jahreshauptversammlung bestätigt - Erich Bachmann und Walter Eisch Stellvertreter
Spiegelau.
Nach zwei Jahren war es wieder Zeit für den SPD- Ortsverband, die Vorstandschaft zu wählen. Dazu traf man sich im Gasthof „Palmberger Hof“. Bürgermeister Josef Luksch wurde in seiner Funktion als Vorsitzender bestätigt.
Neben den Mitgliedern aus Spiegelau, Klingenbrunn und Oberkreuzberg freute sich der 1. Vorsitzende Josef Luksch auch die SPD-Kreisvorsitzende Rita Hagl, den Juso-Kreisvorsitzenden Stephan Köberl und den Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes Hermann Eisch begrüßen zu können.
Im Anschluss an die Begrüßung fanden die Wahlen der Vorstandschaft statt. In ihren Ämtern bestätigt wurden der 1. Vorsitzende Josef Luksch, der stellvertretende Vorsitzende Erich Bachmann, Schriftführer Andreas Schmid und Kassier Johann Süß. Als neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Walter Eisch in die Vorstandschaft gewählt.
Nach Abschluss der Wahlen gab der stellvertretende Vorsitzende Erich Bachmann einen Überblick über die Aktivitäten des Ortsverbandes im Jahre 2009. Wie in den zurückliegenden Jahren, nahm auch dieses Jahr die SPD wieder an der Aktion „Spiegelau - Eine saubere Gemeinde“ im April und Oktober teil. Auf große Resonanz stieß das letzte Schafkopfrennen, das auch heuer wieder stattfinden wird.
Einer der Höhepunkte des letzten Jahres war der 95. Geburtstag des Mitglieds Karl-Heinz Hoppe, der darüber hinaus auch seine 80- jährige Mitgliedschaft in der SPD feiern konnte. „Eine für heutige Verhältnisse unvorstellbare Mitgliedsdauer. Der SPD Ortsverband Spiegelau ist stolz darauf, Herrn Hoppe als Mitglied in seinen Reihen zu haben und wünscht ihm weiterhin beste Gesundheit“.
Auch der Ehrenvorsitzende Hermann Eisch konnte seine 50-jährige Mitgliedschaft feiern. Auch ihm gratulierte Bachmann.
Ein besonderer Besuch wurde dem Ortsverband im Juni 2010 zuteil. Die Jusos des Landkreises Freyung-Grafenau, mit ihren Vorsitzenden Stephan Köberl und Anna Hagl , hielten ihren Stammtisch im Gasthaus „Weber“ in Langdorf ab, an dem viele Interessierte und auch die Vorstandschaft des Ortsverbandes Spiegelau mit seinem 1. Vorsitzenden Luksch teilnahmen.
Danach wurden die Mitglieder vom 1. Vorsitzenden Luksch über die Aktivitäten des letzten Jahres in der Gemeinde Spiegelau informiert. Vor allem jedoch das Projekt Glas-FH stieß auf reges Interesse, über das der 1. Bürgermeister gerne Auskunft gab. -


Grafenauer Anzeiger vom 25. September 2010

Bei der Lesung spielten Platten die erste Geige
Musik von Grammofonen untermalt die Worte von Reimeier in der evangelischen Martin-Luther Kirche
Spiegelau. „Das Grammofon wurde ursprünglich nicht entwickelt, um Musik wiederzugeben. Man wollte ein Diktiergerät erfinden. Bald darauf erkannte man dann die Möglichkeit zur Wiedergabe von Musik“, erzählt Hermann Beiler am Donnerstag Abend bei der Lyrik-Lesung „Wenn Worte sich von den Gedanken lösen“ mit Karl-Heinz Reimeier in der voll besetzten Evangelischen Martin-Luther Kirche. Und legt seine erste Schellackplatte von 1904 auf.
Diese Schellackplatte ist härter als die Abspielnadel aus Stahl, deshalb muss diese auch nach jeder Wiedergabeseite gewechselt werden. Damit der Motor sich dreht, wird mit Schwung gekurbelt und die Nadel vorsichtig auf die Platte gesetzt. Routine, Feinmotorik und -gefühl für das Instrument stecken dahinter. Es knistert und die Hirtamadl-Polka spielt.
Karl-Heinz Reimeier sitzt auf seinem von einer Künstlerin gestalteten Stuhl, der mit seinem Namen in goldener Schrift versehenen ist. Vor ihm der dazugehörende Tisch mit seinen Manuskripten und Inspirationsstücken von seinem Freund, dem Glaskünstler Klaus Büchler. „Man kann immer wieder das Selbe in die Hand nehmen und doch kommen immer wieder neue Gedanken“, erzählt Reimeier. Er nimmt ein halbrundes Glasobjekt und trägt ein Gedicht vor, indem der unterspülte Stein irgendwann die wahre Seite seines Gesichts zeigen wird. Hermann Beiler legt die nächste Schellackplatte auf.
Wie selbstverständlich wechselt das eingespielte Team zwischen Musik und vorgetragener Lyrik. Die Gedichte sind passend zu den Musikinhalten ausgesucht. Zur „Hirtamadl Polka“ gibt es bayrischen Dialekt, passend zu Louis Armstrong eine total verrückte Welt in Kalifornien, bis hin zu einem Liebesgedicht zu dem Lied „Kann denn Liebe Sünde sein“. „Das ist mir heute so gegen vier Uhr noch eingefallen. Das war ganz spontan“, erklärt Reimeier.
Zu guter Letzt spielte das berühmte Lied eines jungen Wachpostens (Lili Marleen). Das mit folgendem Gedicht beendet wurde: „Wenn sich Finger mögen, mögen sich Hände. Wenn sich Hände mögen, mögen sich Menschen. Und wenn sich Menschen mögen?“ Der Lyriker lässt das Fragezeichen offen im Raum stehen und erntete zusammen mit Hermann Beiler großen Applaus.
Die Evangelische Diakonin Gabriela Neumann-Beiler bedankte sich mit dem katholischen Ortspfarrer Rupert Wimmer bei den Künstlern und den Gästen. „Es war eine einzigartige Veranstaltung. Was Vergleichbares erlebt man selten“, äußerte er sich.  - coc


Grafenauer Anzeiger vom 22. September 2010

SAXNDI. . .
. . . rufen derzeit viele Spiegelauer entrüstet. Und es war auch mehrfach zur Bürgerversammlung zu hören: Eine „schlechte Presse“ müsse man dauernd einstecken. Nun müsste man allerdings den Begriff etwas genauer betrachten. Ist die Presse schlecht, weil etwas bewusst schlecht geredet werden soll? Derart angreifbar würde man es als Lokaljournalist sicher nicht lange durchhalten. Oder ist die Presse schlecht, weil sie durch Berichterstattung auch einmal Finger in schmerzende Wunden legt? Ist denn die Presse dann automatisch immer schlecht, die nicht übersehen will, dass es auch Probleme und Diskussionsbedarf gibt?
Gemeinderat Josef Wanninger brachte es etwas nüchterner auf den Punkt: Es war auch wertvoll für den jetzigen Stand der Dinge, dass auch über die Schwierigkeiten (öffentlich) gesprochen worden ist. Manchmal tut ein Schubs schon weh, er bringt aber auch Bewegung. Und über die Art und Weise, wie gesprochen worden ist, hat sicher nicht nur die „schlechte Presse“ den Kopf geschüttelt, sondern auch die Sitzungs-Zuhörer gegen halb ein Uhr nachts und die Sitzungs-verhinderten Räte um acht Uhr morgens. Sollte da die Presse denn dann besser sein als die vorgefundene Situation? Soll sie sich den umgekehrten Vorwurf einhandeln, zu weich gespült eine schlechte, da blinde Presse zu sein? So lange es nicht eine Frage der Unsachlichkeit, sondern nur eine Frage des jeweiligen Standorts ist, ob die Presse recht oder schlecht ist, ist das für die Presse auch völlig in Ordnung.
   Hermann Haydn

TAZ und Fuchs: Glas-FH hat einen Namen und einen Chef
Mit Spannung erwartete Bürgerversammlung zum Technologie-Anwenderzentrum verläuft ruhig - Haushalt scheint reif für Genehmigung  
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Vier Neuigkeiten könnte man als Resümee der Bürgerversammlung in Spiegelau ziehen: Ein befürchteter größerer Unmut blieb aus. Das Spiegelauer Technologie-Anwenderzentrum soll „TAZ“ heißen. Ein Chef dafür wurde mit Michael Fuchs vorgestellt. Und die Spiegelauer Finanzen können grünes Licht von der Rechtsaufsicht erwarten. Ansonsten waren für den Zuhörer die Zwischentöne fast interessanter als die Beiträge selbst.
Die Szenerie in der Spiegelauer Mehrzweckhalle hatte am Freitag ein wenig die Anmutung der berühmten Filmpredigt von Don Camillo in der von Hochwasser überfluteten Kirche. Es hallte etwas. Die Worte waren mit Bedacht gewählt, als Bürgermeister Josef Luksch zur mit Spannung erwarteten Bürgerversammlung zur Einführung ansetzte. Es sei viel diskutiert worden, man habe schlechte Presse geerntet, es habe am Selbstvertrauen genagt, dass binnen einen Jahres zwar viel geredet und geschrieben, aber auch hart gerungen werden musste, bis jetzt doch ein tragfähiges Konzept für die Spiegelauer FH-Außenstelle erstellt worden sei. Aus tiefer kommunaler Not gab es für knapp 150 Zuhörer aus Spiegelau und auch aus der Nachbargemeinde St. Oswald/Riedlhütte doch das Licht am Ende des Tunnels. Hoffnung und Zuversicht sei nun höher zu bewerten als das abgelieferte kommunalpolitische Bild es vermuten ließe. Und wenn man schon zur Förderpolitik des Freistaates sagen könne, andere bekämen doch deutlich mehr, so lege es doch „in erster Linie an uns“, zu zeigen, dass der als etwas langsam verschriene „Waidler“ aus eigener Kraft handeln könne und jetzt ein größerer Grundstein für eine bessere Zusammenarbeit gelegt worden sei.
Zwar gibt es trotz beabsichtigten Einzugstermins im Oktober 2010 noch keinen Stein auf dem anderen, aber immerhin schon einen Namen: TAZ, Technologie-Anwenderzentrum sollen Einrichtung und dazugehörige Betreiber-GmbH einmal heißen. Einen Leiter gibt es auch schon. Die Begeisterung der Öffentlichkeit sollte dazu nun ebenfalls eingeholt werden.
Rede und Antwort stehen sollten am Podium neben dem Hausherren und Landrat Ludwig Lankl auch Professor Peter Sperber, der künftige Spiegelauer Geschäftsführer Michael Fuchs sowie - in Vertretung für die nach Kieferoparation verhinderte Teisnacher Bürgermeisterin - der zweite Bürgermeister Markus Hauf.
Zurück noch einmal zum Anfang. Bürgermeister Luksch ging es darum, nicht die Probleme zu übersehen, aber die Visionen und Chancen in den Vordergrund zu stellen. Dabei verwies er darauf, dass die FH natürlich eine Engelsgeduld hätte haben müssen, dass der Landrat sie wie ein Freund nicht im Stich hatte lassen dürfen, dass die Räte auch alle Aspekte intensiv hatten ausleuchten müssen. Es ging ihm darum, eine Basis jetzt gefunden zu haben, auf der gedeihlich weiter aufgebaut werden könnte. Die sei nun auch in der Bevölkerung noch zu suchen.
Ludwig Lankl nahm den Ball auf. Wenn auch das Jahr geprägt gewesen sei von Auseinandersetzungen, es komme doch darauf an, nach Krisenszenarios wie bei Knaus-Tabbert und dem Ende der Glashütten jetzt die neuen Chancen zu sehen und zu ergreifen.Er freue sich, dass auf Kreisebene nun Einigkeit erwartbar wäre, nachdem auch die Freien Wähler signalisiert hatten, der Beschlusslage pro FH-Anwenderzentrum ihre Zustimmung zu geben.
Peter Sperber beleuchtete die Situation der FH-Außenstellen, speziell in Teisnach, und welche Entwicklungstrends sich daraus auch für Spiegelau ablesen ließen. Ein Indikator: Eine Maschine für hochpräzise Glaspresstechnologie - etwa für Linsen in Digitalkameras - ist bereits gekauft, wird noch in Teisnach „geparkt“ und soll samt Auftraggebern schon versehen dann in Spiegelau in einen der Forschungsbereiche neben Heißglastechnologien und Analytik umziehen. Das sei dann ein Beitrag dazu, dass sich der Bayerische Wald insgesamt mit seinen Technologiezentren zu einem Markenbegriff für Forschung und angewandte Lösungen entwickelt, der deutschlandweit und darüber hinaus als einzigartig anerkannt würde. Studenten im letzten Studienjahr und anerkannte Fachleute würden hier zum Magneten für Firmenaufträge und dann auch Firmenansiedlungen, wie Teisnach eindrucksvoll belege.
Hier in Spiegelau hat es mittlerweile immerhin schon einen Ansprechpartner. Michael Fuchs kommt aus der Glasbranche, war beim Pressen von Linsen schon beteiligt und sagt: „Ich habe noch nie erlebt, dass in einer Region so viel Gas gegeben wird (siehe Kasten).“
Wie Gas gegeben wird, das berichtete Markus Hauf, wenn auch Teisnach mit etwa 10 Millionen Euro Plus am kommunalen Konto den Tank auch erst einmal deutlich voller hatte als Spiegelau und mit einem Industriepartner des Ortes „rechnen konnte“. Aber auch dort sei nicht alles rund gelaufen. Was dagegen vorhanden war, das war die besonders hohe Einigkeit über Fraktionen hinweg, dass das Projekt in jedem Fall als Chance ergriffen werden müsse. Heute habe die Marktgemeinde fast so viel Schulden wie zuvor Haben, dafür aber auch Dynamik bei neuen Gewerbeaussichten, die 13 Millionen Investitionen bei ihrer FH auch wieder finanziellen Rücklauf erwarten ließen.
Die Vorreden hatten mit ihrer durchwegs positiven Grundstimmung dann auch den Effekt, dass zwar zur Fragerunde des Publikums auch die Bedenken wieder vorgetragen wurden, die die Gemeinderatsdiskussionen bestimmt hatten: Kosten für die Bebaubarmachung des Geländes, Abriss der Sägewerksgebäude, Volksfestplatz, Standortfragen, Spielräume in künftigen Haushalten, Belastung für den Bürger durch Grundsteuer und kostendeckende Einrichtungen, Verschuldung und befürchtete Lähmung ...; es blieb aber dennoch durchwegs sehr ruhig im Saal, ohne dass ein öffentlicher Unwille zu deutlich am Podium angebrandet wäre. Bürgermeister Josef Luksch beantwortete auch alle kommunalen Fragen beruhigend und nach aktuellem Sachstand. „So ausreichend beantwortet?“ Das „Ja“ konnte Josef Luksch praktisch durchgehend aus dem Publikum als abgehakt vermerken.
Ludwig Lankl bat darum, jetzt keine weiteren Störfeuer mehr zu entzünden. Ein Ja für den Haushalt werde es von der Rechtsaufsicht wohl geben und der TAZ-Gründung sowie dem Rückhalt auf Kreisebene stehe dann erst mal nichts mehr im Wege. Es sei eine große Herausforderung. Es gebe aber auch große Chancen.


Dem Herrgott ganz nah
Waldhäuser. „Sonne, Mond und Sterne - ein ewiger Kreislauf“, unter diesem Motto luden die Evang.-Luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath. Pfarrgemeinde Spiegelau und der Nationalpark am letzten Sonntag zu einer meditativen Lusenwanderung ein. Und die Veranstalter hatten nicht zu viel versprochen. Bei Sonnenschein ging es am Lusenparkplatz los, über die Arche und Himmelsleiter zum Lusengipfel. Auf diesem Weg beantwortete Ranger Günter Sellmayer viele Fragen zu Natur und Geschichte des Nationalparks. Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabi Neumann-Beiler luden die Teilnehmer immer wieder ein, an ausgesuchten Plätzen zur Ruhe zu kommen. Hier konnte man die vorgetragenen Gedanken, Gebete, biblischen Texte und Gedanken auf sich wirken lassen.Gemeinsam sang man am Lusengipfel der Sonnengesang von Franz von Assisi und dann kam der Sonnenuntergang - beeindruckend und schön. Am Lusenschutzhaus bei Mondschein wurde dann noch das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ angestimmt.Am Parkplatz nach dem Segensgebet trennte sich bei sternenklarer Nacht eine große Schar von Wanderern zufrieden. -

Grafenauer Anzeiger vom 16. September 2010

SAXNDI. . .
. . .man muss das Bild einfach bemühen: Eine Kumuluswolke vor blauem Himmel ist eine schöne Sache. Man kann die Schönwetterphase sehen. Man kann jedoch auch ein aufsteigendes Gewitter befürchten. In Spiegelau gibt es derzeit zwei politische Lager, die da oder dorthin tendieren. Und jede Sichtweise mag auch berechtigt sein. Ob sich die drohende Wolke einfach wieder verzieht, kann erhofft werden. Ob sie sich in künftigen Zeiten aber immer mehr kumulieren könnte, sollte auch nicht übersehen werden. Die Wolke ist da, egal, ob bereits unwetterrelevant, oder erst später oder vielleicht gar nicht. Da hatten die FWler, die „furchtsamen Wettervorhersager“ durchaus recht. SPD steht da debattentechnisch eher für „sehr positive Deutung“. Und CSU für „Chancen sind unübertrefflich“. Die Hochs und Tiefs werden natürlich politisch gewollt unterschiedlich gewertet. Es ist derzeit wohl nur so viel klar: Wetterprognosen bestätigen sich erst durch ihr Eintreten. Eine Frage bleibt: Wer wird am Ende Strahlemann und wer begossener Pudel sein?    Hermann Haydn 


Muss mit der Rechnung gerechnet werden?
Rechnungsprüfung in Spiegelau brachte keine Klarheit zu Auswirkungen auf kommende Haushalte
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Mit Spannung erwartet, mit großer Entrüstung durchgeführt, mit wenig Klarheit beendet; so könnte man die Sitzung des Gemeinderates von Spiegelau am Montag kurz beschreiben. Der Bericht der öffentlichen Rechnungsprüfung hatte angestanden, nachdem die Freien Wähler moniert hatten, offene Rechnungen an die Gemeinde seien vor den Haushaltsbeschlüssen dem Ratsgremium nicht ausreichend bekannt gemacht worden. Dies hatte zu einer Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Josef Luksch geführt und zu der Frage, wie mit zwei gegenläufigen Beschlüssen zum Sägewerksgelände umgegangen werden soll. Zu Fragen der Rechnungen und der dienstrechtlichen Würdigung gab es keine Klärung, aber eine emotionale Diskussion. Die weitere Vorgehensweise wurde wegen vertragsinhaltlicher Interna nichtöffentlich behandelt.
Der Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Erhard Wawrzek, monierte anschließend, er habe seinen Bericht nicht in entsprechender Form abgeben können, da dieser immer wieder durch Zwischenkommentare unterbrochen worden war. Es war dabei um die Frage gegangen, ob der Kommune offene Rechnungen vorgelegen haben, die die Diskussion um Haushalt und Finanzplanung in maßgeblicher Weise beeinflussen hätten können.
Denn die Kenntnis darüber, dass für entgangene Leistungen von einem Architekturbüro etwa 86 000 Euro an Schadensersatz gefordert wurden, habe Bürgermeister Josef Luksch aus Sicht der Freien Wähler bewusst erst nach dem Ja zum Haushaltsentwurf und zur Finanzplanung gebracht. So seien erst nichtöffentlich und damit zu spät weitere eventuell sehr schmerzliche Wahrheiten auf den Tisch gelegt worden. Es könne aber nicht angehen, so Erhard Wawrzek, dass dadurch Entscheidungen ermöglicht würden, die sonst vielleicht anders gefallen wären.
Das Argument von Josef Luksch, einerseits seien die Rechnungen ja nicht haushaltsrelevant, da sie nicht im Jahr 2010 eingestellt werden und andererseits auch erst rechtlich zu prüfen, ob die Summen überhaupt berechtigt seien, hält Wawrzek aus zwei Blickwinkeln nicht für schlagkräftig. Einerseits sei in jedem Fall mit dem schlimmsten Szenario zu rechnen, bevor man mit schöneren Zahlen politische Entscheidungen durchdrücke. Und andererseits halte er die Summe des Planungsbüros durchaus für realistisch. Es habe einen Auftrag gehabt, der auch nicht revidiert worden sei und Leistungen seien erbracht worden, die nach vorliegenden Vertragsbestandteilen den Ausgleich für den entgangenen Gewinn als rechtlich berechtigt erscheinen ließen. Wie auch immer, so die Position der Freien Wähler: Wenn ein Haushalt und eine Investitionsplanung schon mit extrem heißer Nadel gestrickt seien, dann dürfe man einfach nicht verschweigen, dass da noch das eine oder andere an Belastungen kommen könne. Wawrzek erinnerte daran, dass sogar der Planer darauf hingewiesen habe, dass es in Spiegelau widersprüchliche Beschlusslagen zu Umbau oder Abriss der Sägewerksgebäude gebe. Warum aber solle der nun auf Geld verzichten? Es gehe ja noch nicht einmal darum, zu kritisieren, dass die Beschlüsse auch vollzogen worden sind, um im Rahmen der städtebaulichen Förderung weiter verfahren zu können. Aber jetzt die rechtliche Prüfung der Rechtmäßigkeit von Rechnungen als Instrument zu nutzen, um über eine zeitliche Schiene die aktuellere Haushaltsdiskussion nicht zu belasten, das sieht er als politisch doch sehr bedenklich.
Umgekehrt wird auch ins Feld geführt, solche Zahlenkonstrukte würden von den Freien Wählern deshalb jetzt eingesetzt, um weitere Störfeuer gegen die Absicht der Gemeinde zu fahren, das FH-Anwenderzentrum zu verwirklichen. Deshalb brachte auch Karl-Heinz Roth mit einem Antrag zur Geschäftsordnung die Ansicht ein, der Bericht Wawrzeks führe von der Tagesordnung weg. Josef Luksch bemerkte dazu, dass die Kritik sei so angelegt sei, dass die gemeinsame Grundrichtung doch wieder beschädigt werden sollte.
Der Haushaltsbeschluss sei aber dadurch nicht gefährdet und er selbst menschlich enttäuscht. Elke Proßer-Greß fügte an, es werde zu verwirrend weit ausgeholt. Wichtig sei doch, die veränderte Beschlusslage auch gemeinsam zu tragen, statt ein negatives Bild von Spiegelau weiter abzugeben.
Die eigentlichen Fakten werden erst durch die abschließende rechtliche Bewertung bei der Rechtsaufsicht im Landratsamt und durch ein eventuell mehrjähriges Verfahren zwischen Gemeinde und Planer zu klären sein. Wie derzeit aus informierten Kreisen zu erfahren war, scheint sich das Bild zu bestätigen, dass der Haushalt für Spiegelau genehmigt wird, aber eine Kreditbeschränkung und Maßnahmen zur Konsolidierung für längere Zeit beachtet werden müssen. Unklar ist ja auch, ob nicht anderweitige Einnahmeverbesserungen wieder Spielräume eröffnen. Unbeantwortet bleibt dennoch die Frage der Freien Wähler, mit welchen Rechnungen man hätte rechnen müssen: mit ihrem Eindruck nach bewusst geschönten Zahlen oder mit denen, die im belastendsten Szenario auch auf die Zukunft der Kommune zukommen könnten.
Auf Kreisebene wollen sich die Freien Wähler mit Fraktionssprecher Alexander Muthmann in der Kreisausschusssitzung hinter die Position der Kommune stellen und das Projekt FH-Außenstelle mittragen, so einen Presseerklärung nach einer Besichtigung des Geländes zusammen mit der Fraktion der Christlichen Wählergemeinschaft Grafenau. Über den Standort und das Ja sei nicht mehr zu diskutieren. Allerdings mahnten FW und CWG auch durchaus kritisch eine größere Beteiligung des Kreises an. „Eine solch große und weitreichende Maßnahme, für die der Landkreis vermutlich in den nächsten 25 Jahren weit mehr als 10 Millionen Euro aufbringen muss, braucht von Anfang an professionelle Begleitung. Dies konnte man bisher nicht feststellen“, so MdL Muthmann. Planungsgruppen und Businesspläne sucht man bisher beim gesamten Projekt vergeblich. Dies könnte nach Meinung der Fraktionen noch zu ungeahnten Kosten und Verzögerungen der Maßnahmen führen.
Der jetzt den Kreisräten vorgelegte Vertragsentwurf für eine Betreibergesellschaft bedarf sicher in verschiedenen Positionen noch intensiver Absprachen. „Grundsätzlich ist aber dies der richtige und unbedingt sofort erforderlich Schritt, um den weiteren Fortgang der Planung auf den richtigen Weg zu bringen“, äußert Kreisrat Franz Brunner. Es werden dazu die Vorstellungen der Fraktionen in die Diskussionen des Kreisausschusses und des Kreistages eingebracht, ist das Resümee der Kreisräte. Bürgermeister Ritzinger erklärt weiter: „Die durch den Kreistag in der letzten Sitzung beschlossenen Beteiligung des Landkreises muss auf alle Fälle vor allen weiteren Entscheidungen festgeschrieben werden, um die Gefahr für den Landkreis und der Kommunen vor zusätzlichen Kosten zu minimieren.“


Wanderung in den Sonnenuntergang
Grafenau/Spiegelau. Die katholische Kirchengemeinde Spiegelau und die evang.-luth. Kirchengemeinde Grafenau laden am 19. September um 17 Uhr mit Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler sowie Ranger Günter Sellmeyer zu einer Wanderung zum Sonnenuntergang am Lusen ein. Treffpunkt ist am Lusenparkplatz. - eb



Grafenauer Anzeiger vom 3. September 2010

SAXNDI. . .
. . . es gibt noch einige kleinere, offene Baustellen neben jener, mit der in Spiegelau eine Glas-FH errichtet werden soll: Noch nicht genehmigter Haushalt der Kommune, Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Bürgermeister Josef Luksch, Sondersitzung des Rechnungsprüfungsausschusses, noch offene Abstimmung im Kreistag bezüglich der Beteiligung an der Betreibergesellschaft. Jetzt hat sich stellvertretender Landrat Helmut Behringer zu Wort gemeldet, um der Sache Nachdruck zu verleihen. Innerhalb von sechs Wochen müsse eine Einigung her, sonst ist die FH möglicherweise futsch, der 4. Oktober sei der entscheidende Termin. Das ist sein gutes Recht, ja sogar die Pflicht, als stellvertretender Landrat. Nur wäre es ratsam, die kleineren Baustellen abzuschließen, ehe man die große anpackt.   Andreas Nigl


Glas-FH: Behringer mahnt Eile an
Stellvertretender Landrat legt Zeitplan vor - „Ein Konsens muss in den nächsten sechs Wochen stehen“
Spiegelau. „Sollten die dafür zuständigen Kommunalpolitiker in den nächsten sechs Wochen keine Einigung erzielen, besteht unverändert die Gefahr, dass das Projekt Glas-FH an anderer Stelle, aber nicht bei uns in Freyung-Grafenau realisiert werden könnte“. Mit diesen Worten hat sich jetzt stellvertretender Landrat Helmut Behringer in die Diskussion eingeschaltet. Sein Ziel: Nachdruck in die Angelegenheit zu bringen.
Nach der Verabschiedung des Haushaltsplanes 2010 der Gemeinde Spiegelau am 19. August hatte Behringer in der letzten Woche Bürgermeister Josef Luksch zu einem Gespräch ins Landratsamt gebeten. Der Haushaltsplan wird derzeit von der Rechtsaufsicht am Landratsamt geprüft. Dies schließt auch die Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinde mit ein und die Prüfung der in Zusammenhang mit der Haushaltsplanerstellung gegen Bürgermeister Luksch erhobenen Dienstaufsichtsbeschwerde.
Hierzu fordert das Landratsamt eine Stellungnahme des Bürgermeisters. Ebenso sind die Ergebnisse der nächsten Sitzung des Rechnungsprüfungsausschuss der Gemeinde Spiegelau in dieser Sache zu berücksichtigen. Ob dies eine längere Bearbeitungszeit bei der Rechtsaufsichtsbehörde verursachen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Die Verwaltung prüft aktuell auch die von der Gemeinde vorgelegten Unterlagen zum Projekt Technologieanwenderzentrum Glas Spiegelau.
Die angestrebte Konstellation zur Errichtung und zum Betrieb des Technologieanwenderzentrums Glas in Spiegelau stelle sich nach dem Gespräch des stellvertretenden Landrats mit dem Spiegelauer Bürgermeister wie folgt dar:
Der Spiegelauer Gemeinderat hat nach umfangreichen Voruntersuchungen und Diskussionen einen mehrheitlichen Standortbeschluss gefasst. Dabei wurde das Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerkes Spiegelau festgelegt.
Die Gemeinde ist im Besitz dieses Areals und will den für die Errichtung des Anwenderzentrums notwendigen Grundstücksanteil an den zukünftigen Vermieter zu Markt-preisen veräußern.
Im Rahmen einer notwendigen öffentlichen Ausschreibung durch eine noch zu gründende gemeinsame Betriebs GmbH (Gemeinde Spiegelau und Landkreis Freyung-Grafenau) soll ein geeigneter Investor gefunden werden, der auf diesem, von ihm zu erwerbenden Grundstück, ein Gebäude errichtet, welches den Anforderungen des Technologieanwenderzentrums Glas Spiegelau gerecht wird und von der gemeinsamen Betriebs GmbH für eine Dauer von zirka 25 Jahren angemietet wird.
Die Betriebs GmbH vermietet dieses Gebäude nach Fertigstellung an das staatliche Anwenderzentrum der Fachhochschule Deggendorf. Mit der Erstellung eines Raumprogrammes und eines Raumbuches für zwei Varianten (Optimalversion und Sparversion) soll von der gemeinsamen Betriebs GmbH ein geeignetes Architekturbüro beauftragt werden. Die Betriebs GmbH entscheidet, welche Version in die Ausschreibung einfließen wird.
Von einem örtlichen Notariat wurde ein Entwurf einer Satzung für eine gemeinsame Betriebs GmbH erarbeitet, welcher aktuell in der, für das Beteiligungsmanagement des Landkreises zuständigen Abteilung am Landratsamt geprüft wird. Hier soll auch die Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden koordiniert werden.
Die Prüfungsergebnisse der Verwaltung hinsichtlich des vorgelegten Haushaltsplanes und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit Spiegelaus und des vorliegenden Entwurfes für eine GmbH-Satzung werde in die Vorbereitung der nächsten Kreisausschusssitzung am 21. September einfließen.
„Bei dieser Sitzung wird der Kreisausschuss über die Ausgestaltung der GmbH-Satzung und die gesamte Projektgestaltung beraten und damit die abschließende Entscheidung zur Gründung einer gemeinsamen Betriebs GmbH durch den Kreistag am 4. Oktober vorbereiten“, sagt Behringer.
Damit könnte kurz nach der Kreistagssitzung im Oktober bereits eine erste Aufsichtsratssitzung der neuen Betriebs GmbH stattfinden. Die notwendigen Beschlüsse für eine Ausschreibung könnten dann möglichst zeitnah herbeigeführt werden.
Wenn die zuständigen politischen Entscheidungsgremien Gemeinderat und Kreistag und dort, wo notwendig, auch die Rechtsaufsichtsbehörden diesen Umsetzungsvorschlägen zu-stimmen, „dann sind wir ab dem 5. Oktober operativ voll handlungsfähig“, so Behringer. Ob unter Berücksichtigung der notwendigen Ausschreibungsfristen dann noch heuer die „Bagger rollen“ können, ist auch stark von der Witterung im Spätherbst abhängig.
Entscheidend, so Helmut Behringer, sei aber jetzt, dass sowohl der Spiegelauer Gemeinderat, als auch der Kreistag das vorliegende Umsetzungskonzept in seinen Eckpunkten zeitlich und inhaltlich bestätigen und bis Anfang Oktober die notwendigen Beschlüsse erfolgen.
„Sollten die dafür zuständigen Kommunalpolitiker in den nächsten sechs Wochen keine Einigung erzielen, besteht unverändert die Gefahr, dass dieses Projekt an anderer Stelle, aber nicht bei uns in Freyung-Grafenau realisiert werden könnte. Eine große Chance für die ehemalige Glasmacherregion im nördlichen Landkreis wäre damit vertan - dafür will ich dann nicht mitverantwortlich gemacht werden“, betont Behringer und begründet hiermit auch sein besonderes Engagement für eine rasche Umsetzung dieses Projektes.
Er bedauert in diesem Zusammenhang auch, dass in der öffentlichen Diskussion den Chancen, die sich aus diesem Projekt ergeben, viel zu wenig Aufmerksamkeit eingeräumt wird. Behringer will sich deshalb dafür einsetzen, dass alle politisch Verantwortlichen hier die realistisch möglichen Vorteile für die Region noch stärker in die öffentliche Darstellung mit einfließen lassen. - red



Grafenauer Anzeiger vom 24. August 2010

Glas-FH - noch heuer rollen die Bagger
Interview des Grafenauer Anzeigers mit Spiegelaus Bürgermeister Josef Luksch
Spiegelau. Die Glas-FH in Spiegelau scheint in trockenen Tüchern. Die Gemeinde hat es nach mehreren Anläufen geschafft, einen Haushalt aufzustellen, der den eigenen Finanzierungsanteil sichert. Wir haben uns mit Bürgermeister Josef Luksch über die höhere Belastung für die Bürger, den Zeitplan und etwaige Gründe unterhalten, warum die Sache dennoch scheitern könnte.
  Gratulation. Was lange währt, wird endlich gut. Ist Ihnen jetzt ein Stein vom Herzen gefallen, dass die FH in trockenen Tüchern ist?
 Danke für die guten Wünsche. Ich bin nicht abergläubisch, aber die Gratulation nehme ich erst bei der Einweihung für die Gemeinde, für die ganze Region entgegen. Der Gemeinderat hat sich seine Entscheidung zur Standortwahl und die finanziellen Entscheidungen zur Gestaltung des Haushaltsplanes und zur Gestaltung der Finanzplanung sicher nicht leicht gemacht.
Mein Dank gilt allen Gemeinderäten, die durch - teilweise auch emotional geführte - Diskussionsbeiträge viele Facetten dieser Problematik deutlich gemacht haben, die durch Kooperation über Parteigrenzen hinweg diesen Weg erst ermöglichten. Mein Dank gilt den Kreisräten des Kreistages des Landkreises Freyung-Grafenau, allen voran Landrat Lankl, die durch den Beteiligungsbeschluss des Landkreises diese Zukunftsinitiative für unsere Region überhaupt durchführbar gemacht haben.
 Denn alleine konnten wir es nicht schaffen. Der berühmte Stein, der mir vom Herzen fallen soll, wird aber erst dann fallen, wenn eine erste Firma die Nähe des Anwenderzentrums sucht und sich in unserer Region ansiedelt.
 Ich bin auch nicht blind oder taub gegenüber den Sorgen eines Teiles unserer Bevölkerung, die das Risiko eines Anwenderzentrums sehr hoch bewertet und hohe Gebühren und Steuern befürchtet.
Aber noch mal zur Erklärung: Die Anpassung der Gebühren bei den kostenrechnenden Einrichtungen wie Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und Friedhöfe ist eine Anpassung, die mit dem Anwenderzentrum nichts zu tun hat. Diese Kostendeckungspflicht ergibt sich aus dem Kommunalen Abgabengesetz. Seit dem Jahre 2003 haben wir von unseren Bürgern nicht diejenigen Kosten erhoben, zu denen wir gesetzlich verpflichtet gewesen wären, sondern diese Defizite durch andere Steuermittel ausgeglichen. Hier müssen wir wie alle anderen Gemeinden handeln und in Zeiten knapperer Einnahmen der Kommunen unsere finanziellen Kräfte konzentrieren.
Sehr wohl mit dem Anwenderzentrum zu tun hat aber die Anhebung der Hebesätze für die Grundsteuer. Dies ist ein Opfer, das alle Liegenschaftsbesitzer in der Gemeinde trifft.
Ich bin sicher, dass das System der Anwenderzentren funktioniert. Dann werden aber auch alle Liegenschaften in der Gemeinde ihre Verkehrswerte erheblich steigern können.
Es geht schnell weiter. Diese Woche gibt es Gespräche mit dem Notariat Saumweber in Grafenau zur Erstellung eines GmbH-Vertragsentwurfes für die Betreibergesellschaft bestehend aus Landkreis und Gemeinde.
 Außerdem gibt es Gespräche mit Fachbüros, die eine Ausschreibung eines PPP-Projektes (Private,öffentliche Partnerschaft) erstellen können und dies in der Vergangenheit schon bewiesen haben.Gleichzeitig wird ein „Raumbuch“ erstellt, in dem festgelegt wird, wie welche Räume aussehen und ausgestattet sein sollen. Natürlich werden Landkreis und Gemeinde hier auf einen wirtschaftlichen und sparsamen Einsatz öffentlicher Mittel drängen.
Diese Bauleistung soll so ausgeschrieben werden, dass ein privater Investor das Gebäude erstellt und die Betreibergesellschaft dieses Gebäude anmietet und an das Anwenderzentrum weitervermietet. Nach fünf Jahren übernimmt das Anwenderzentrum die Betriebskosten und einen Großteil der Mietzahlungen.Die Ausschreibung soll schnellstmöglich erfolgen, ebenso wie die Vergabe. Baubeginn auf dem Gelände des ehemaligen Staatlichen Sägewerks ist so schnell wie möglich. Auf alle Fälle noch 2010.
 Wer das Gebäude errichten wird, kann ich heute noch nicht sagen. Dies wird die Ausschreibung ergeben.
  Das FH-Gebäude kommt, doch wie schaut es mit dem Campus drumherum aus? Das soll ja quasi in Privatinitiative, von ansiedlungswilligen Firmen gebaut werden. Gibt es da schon Interessenten?
Der Campus, also das Feld,ist der Bereich der beackert werden muss. Natürlich brauchen ansiedlungswillige Firmen Räume in denen sie sich gewerblich betätigen können. Es gibt derzeit Gespräche mit zwei Investmentfirmen aus dem niederbayerischen Raum, die Industrielle Gebäude auf eigene Kosten und auf eigene Rechnung errichten und anbieten wollen. Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es sein, Firmenkontakte herzustellen. Kernpunkt einer Betreibergesellschaft muss es auch sein aggressive Werbung für unsere Wirtschaftsregion zu betreiben.
Klar ist aber auch, dass weder Gemeinde noch Landkreis Geld dafür haben einen Campus zu errichten oder finanziell zu unterstützen. Aber diese Dinge laufen auch in Teisnach schon privat.
  In einem früherem Interview mit dem Grafenauer Anzeiger, in dem es auch um die Ansiedlung der Glas-FH ging, haben Sie auch Kritik an der Bayerischen Staatsregierung geübt. Die würde quasi den von der Glaskrise betroffenen Kommunen ein FH-Geschenk machen, aber diese dann in Sachen Finanzierung im Stich lassen. Ganz nach dem Motto: Da habt ihr die Sache, jetzt schauts, wie ihr damit fertig werdet. Ist diese Kritik noch aktuell?
Die damalige Kritik stand unter dem Vorzeichen, dass eine Kommune für fünf Jahre je 600 000 Euro alleine schultern hätte müssen. Dazu wäre keine Kommune in unserer Region fähig gewesen. Auch 150 000 Euro pro Jahr - Laufzeit fünf Jahre - sind für die Gemeinde Spiegelau ein sehr harter Brocken. Die Kritik ging auch dahin, dass der Ballungsraum Nürnberg-Fürth nach der Quelle-Pleite besonders von der Förderung des Freistaates profitieren sollte. Diese Förderungszusage in Höhe von 105 Millionen Euro besteht nach Kabinettsbeschluss weiter. Ein sehr kleiner Teil dieser Gelder hätte uns viele Sorgen erspart.
Es gibt aber über das Gespräch mit dem Herrn Ministerpräsidenten im August letzten Jahres hinaus in der Bayerischen Staatskanzlei auch eine Initiative der örtliche CSU-Fraktion im Gemeinderat, die den Herrn Ministerpräsidenten um weitere finanzielle Unterstützung bittet.
Ist diese Kritik noch aktuell? Hilfe ist notwendig. Darüber sind wir uns einig. Fünf Millionen Euro für fünf Jahre sind gut. Darüber sind wir uns einig. Haben wir im Frankenland und im Bayerischen Wald dieselben infrastrukturellen Voraussetzungen? Wohl kaum. Darüber sind wir uns auch einig.
Das Anwenderzentrum ist ein Geschenk - und nur wenige wissen, mit welchen politischen Problemen zu kämpfen war, bis diese Gelder aus dem Staatshaushalt freigeschaufelt werden konnten. Nehmen wir alle dieses Geschenk an. Versuchen wir trotz aller finanziellen Schwierigkeiten dieses Geschenk zum Erfolg zu führen. Für die Gemeinde, für die Region.
Das Interview führte Andreas Nigl


Grafenauer Anzeiger vom 21. August 2010

Der Spiegelauer Haushalt ist beschlossen - Mehrheit spricht sich für Sparen, höhere Belastung, Konsolidierungskurs und Anwenderzentrum aus - FW lehnt geschlossen ab
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Im vorerst jüngsten Anlauf des Spiegelauer Gemeinderates zu einem genehmigungsfähigen Haushalt und Investitionsplan ging es am Donnerstag nun überraschend schnell, bis die Abstimmung als positives Signal dafür gesetzt wurde, dass die Räte das eingeschlagene Spar- und Konsolidierungspaket nutzen wollen, um die Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu sichern und als wichtigste Investitionen Anwenderzentrum und Gewerbegebiet zu stemmen. Kritik und Gegenstimmen gab es von den Freien Wählern, die die Mehrbelastung der Bürger über Wasser, Kanal, Bestattungswesen und Grundsteuer als zu hoch ansehen und vor einer Lähmung in der Zukunft warnen.
Bürgermeister Josef Luksch bedankte sich ausdrücklich bei Karlheinz Roth und Elke Proßer-Greß für die Zusammenarbeit in den vergangenen Tagen, um am Montag den Kreisfraktionsführern und am Donnerstag dem eigenen Rat einen gangbaren Weg zu zeigen.
Als ein wesentliches Element daraus ergab sich, für das Anwenderzentrum die Gründung einer Betreiber-GmbH, die es ermöglicht, das kommunale Zahlenwerk nun anders aufzustellen.
So belasten die Aufwendungen für das Anwenderzentrum im Planungszeitraum 2011 bis 2013 dann nicht mehr den Verwaltungshaushalt, sondern finden als Zuschuss für die Betriebs-GmbH ihren Niederschlag im Vermögenshaushalt, wo über Fälligkeiten und Zinsgegebenheiten kameralistisch effektiver gestaltet werden kann, wenn es um die Genehmigungsfähigkeit vor der Rechtsaufsicht geht.
Auf lange Sicht wird sich dadurch aber auch eine weitere Erhöhung des Schuldenstands der Kommune ergeben. Zum 31.12.2010 wird die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 1 300 Euro liegen, wobei Vergleichsgemeinden statistisch hier bei etwa 643 Euro lägen. Das entspricht einem Schuldenstand in Spiegelau von 5 246 000 Euro und wird bis 2013 voraussichtlich um weitere 2,1 Millionen Euro steigen.
Dennoch soll nach dem laufenden und kommenden Jahr, in denen zwischenzeitlich die Kosten für kommunale Schulden mit neuen Schulden bezahlt werden müssen die freien Finanzspannen in 2012 und 2013 wieder ganz leicht ins Positive rücken. Allerdings wird der Spielraum der Kommune dennoch denkbar eng ausfallen und noch weiteren Faktoren unterworfen sein, die jetzt noch nicht absehbar sein können. So soll über einen geplanten Hausverkauf Geld als Einnahme fließen, wobei der schwierige Immobilienmarkt da derzeit die Hoffnungen etwas zu trüben scheint.
Zudem wandte Erhard Wawrzek ein, dass eine in 2011 „durchgeschleuste Million“, die durch Zuwendungen „bezahlt“ sei, nicht wirklich die ganze Summe abdecke, sondern die negative Finanzspanne von 143 000 Euro auf bis zu 205 000 erhöhe, was die nächsten Jahre bereits wieder mit belaste. Ebenso sei in 2010 schon mehr ausgegeben worden, als man sich eigentlich genehmigen habe wollen.
Nicht noch einmal die ganze Diskussion aufrollen wollte Bürgermeister Luksch lassen. Es habe genug Gespräche gegeben, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Selbst wenn es sehr knapp aussehe, sei der Haushalt doch auf Nachhaltigkeit gemünzt, um FH und Gewerbegebiet möglich zu machen. Verständnis für die Sorgen hatte auch Karlheinz Roth. Allerdings kritisierte er auch, wenn die Haushaltsdebatten mit kurzfristigen Investitionswünschen wieder verkompliziert würden. Ab 2014 sei zu hoffen, dass die Möglichkeiten der Konsolidierung wieder besser aussähen. Dann könne man auch wieder mit höherer Liquidität rechnen. Es sei kein besonders guter Haushalt, aber ein Werk, auf das man dennoch stolz sein könne. Es ergebe sich so die Möglichkeit, Ziele zu verwirklichen.
Elke Proßer-Greß sah es auch als positives Signal gegenüber Professor Sperber, dem Kreis und die Bürger, dass die Arbeit nun doch gefruchtet habe, selbst wenn ein schwieriger Konsolidierungskurs damit weiter unumgänglich werde. Auch Luksch fügte dazu an, dass man die Bereitschaft der Bürger nicht unterschätzen solle, dass die auch mit hoher Belastung dennoch hinter den Projekten der Zukunft stünden. Eine Bürgerversammlung am 17. September wird dazu Klärung bringen.
Ludwig Schopf und seine Kollegen von den Freien Wählern wollten unisono dem Haushaltsentwurf nicht zustimmen, da die Belastung für den Bürger zu sprunghaft und zu hoch anstiegen. Peter Hinterberger kritisierte, dass mit diesem Haushalt auf lange Sicht alles Weitere blockiert würde, auch die älteren Anträge, die noch einzubringen versucht worden waren und wo dadurch hohe Fördermöglichkeiten verschenkt würden.
Bürgermeister Luksch verwies aber nochmals darauf, dass die Erhöhungen bei den kostendeckenden Einrichtungen ohnehin unumgänglich gewesen seien und nicht ursächlich mit der FH zusammen hingen. Im Vorbericht von Kämmerer Bruno Donaubauer war durchaus eine große Besorgtheit darüber herauszulesen, dass einige Faktoren der Haushaltsgestaltung auch große Risiken bergen würden. Die Gemeinde solle sich in jedem Fall auf die reinen Pflichtaufgaben zurück ziehen.
Mit den Stimmen von SPD und CSU und gegen die Stimmen der anwesenden FW-Fraktion mit Schopf, Hinterberger und Wawrzek wurden schließlich Haushalt 2010 und Finanzplanung bis 2013 gebilligt.
Im Zusammeenhang mit der FH-Ansiedlung existieren noch zwei kreisrelevante Anträge. Gerhard Drexler fordert, dass der Landkreis eine Dachorganisation für Wissenschaft, Forschung und Existenzgründung schafft und damit die Trägerschaft für das IGZ Waldkirchen, die Technologie-Transfer-Zentren und Technologiecampis Freyung, Spiegelau und ggf. Grafenau übernimmt. Die Freien Wähler beantragten über Alexander Muthmann, dass nicht bis zur nächsten regulären Sitzung des Kreistags gewartet werden dürfe, bis das Thema Glas-FH wieder auf den Tisch komme und dann möglicherweise alle wichtigen Entscheidungen schon gefallen seien. „Der Kreistag als maßgeblicher Mitfinanzier des Gesamtprojektes muss rechtzeitig über die Entwicklungen informiert werden“.


Grafenauer Anzeiger vom 20. August 2010
Glas-FH: Auch Grafenau stünde bereit - Lindner-Gebäude wäre eine Option
Grafenau. SPD-Stadtrat Martin Hartmann brachte mit seiner Anfrage den Stein ins Rollen. Er wollte wissen, ob die Stadt Grafenau in Sachen Ansiedlung Glas-FH denn nicht tätig werden könne, sollte es in Spiegelau nichts daraus werden. „Der Standort sollt nicht in den Landkreis Zwiesel abwandern“.
Am 16. September findet ein Treffen mit Verantwortlichen der FH statt, so Bürgermeister Peter. Auf Nachfrage des Grafenauer Anzeigers betonte er, dass man das Lindner-Gebäude in der Reismühle anbieten werde. Es gehe in erster Linie um den Bereich Logistik-FH, der ja in Grafenau verwirklicht werden solle. „Es wäre aber durchaus denkbar, dass das Glas da einziehen könnte“. Die geschlossene Firma Lindner hat ja mit Glas zu tun gehabt. Für Spiegelau ergibt sich daraus eventuell ein weiterer Konkurrenzfaktor. Denn wenn die Haushaltsklärung nicht den entscheidenden Schritt vorweisen kann, stünden auch noch weitere zwei Kommunen nach Informationen des Grafenauer Anzeigers für Gespräche parat. - an/hpd



Grafenauer Anzeiger vom 14. August 2010

FH-Standort: Schaut Spiegelau in die Röhre?
Zwei Bewerber stehen Gewehr bei Fuß  /
Von Hermann Haydn
Spiegelau. „Noch ein Jahr länger, und es ist Feierabend.“ Professor Peter Sperber lässt keinen Zweifel offen. Auf die Spiegelauer Sitzung von Donnerstag angesprochen, zeigte er völliges Unverständnis dafür, dass nun neuerlich eine Verzögerung in Kauf genommen werden sollte. Mittlerweile sickerte durch, dass zwei Alternativstandorte ihren Hut in den Ring geworfen hätten.
Man hätte alternativ auch einen Blick nach Teisnach werfen können, wo mittlerweile schon 13 Millionen Euro in den Standort investiert worden seien, ohne dass Ausschreibungsvorgaben die Sache wesentlich verkompliziert hätten. Und selbst dort, wo eine europaweite Ausschreibung nötig geworden wäre, sei dies auf sechs Wochen zu bewerkstelligen, so Sperber.
Über das Ergebnis der Beratungen in Spiegelau, das genau genommen erneut kein wirkliches Ergebnis erzielen hatte können, war er am Freitag noch nicht informiert, aber dennoch, nach dem Anruf des Grafenauer Anzeigers, sehr irritiert. Am kommenden Montag sei ein Gespräch mit Landrat Ludwig Lankl vor Ort geplant. Aber statt um Nägel mit Köpfen könne es da eher um die Frage gehen, ob damit der Zug nun endgültig abgefahren sei? Professor Peter Sperber zog als Fazit, dass es mangels klarer Haushaltslage in Spiegelau eigentlich schon so weit wäre, dass zwei Alternativstandorte, die brennend darauf warten würden, hier zuschlagen zu dürfen, jetzt schon die besseren Karten hätten. Es wird sich also zeigen müssen, ob am Montag noch ein Spiegelauer Trumpf gespielt werden kann oder die Partie für den Glasmacherort in Sachen FH-Anwenderzentrum verloren ist?

SAXNDI. . .
. . .„die Hausaufgaben nicht gemacht!“ Das ist eine der meistgebrauchten Redensarten, die derzeit im Spiegelauer Gremium benutzt werden.
Am Montag kommt der Professor und fragt in Theorie und Praxis ab. Seit der Bekanntgabe, dass Spiegelau einen Standort erhalten könnte, ist abzüglich großer Ferien ein Schuljahr vergangen. Spiegelau freute sich, Spiegelau sorgte sich, Spiegelau bastelte sich eine komplizierte Gleichung mit vielen Unbekannten. Aber statt am Lösungsansatz parallel ebenso viel Mühe zu investieren, hat der Schüler Spiegelau selbst noch nicht einmal eine Kreidezeichnung vom FH-Gebäude auf der Schiefertafel dabei. Hätte Nachhilfelehrer Max Hilz nicht die wenigen bekannten Informationen zusammengekratzt, um das Ergebnis wenigstens einmal visuell aufzulösen, dann gäbe es wohl noch nicht einmal überschlagsmäßig das berühmte „Hauseck“. Die angewandte Wirtschaftswissenschaft rechnet es vielleicht am kommenden Montag endgültig vor: Wenn ein Fahrgast sich am Weg zum Bahnhof zu sehr vertrödelt bei der Frage, wo er eigentlich hin will, und nach der Abfahrt noch auf den Zug aufspringen möchte, dann kann es durchaus sein, dass er dabei als schmerzliche Lehre ins Leere greift und sich beim Sturz ins Gleisbett eine blutige Nase holt.
    Hermann Haydn

Spiegelauer Haushalt - ein Schritt zurück
Statt Haushaltssatzung nur Haushaltsberatung - statt Defizitdeckung Anwenderzentrum in Gefahr
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Vor einer Woche sah es fast schon nach grünem Licht aus, für Haushalt und für FH-Anwenderzentrum mit „Hilz-light-Modell“ Aber statt Haushaltssatzung und Haushaltsplan sowie Finanzplanung bis 2013 an diesem Donnerstag zu beschließen, ging es erst mal von der Zielvorgabe einen deutlichen Schritt weg.
Aufgegeben hatte zuvor bereits Erhard Wawrzek, nämlich sein Amt als Wirtschaftsreferent. Es gebe keine Ansatzpunkte mehr, an denen er seine Bemühungen noch produktiv einbringen könne. Seine Sorge, dass große finanzielle Probleme missachtet und statt dessen ihm eine Bereicherungsabsicht unterstellt werde, weil er ein alternatives Grundstück für die FH angeboten hatte, das in Familienbesitz wäre, hatte ihn zu diesem Schritt bewogen.
Wie diese finanziellen Unwägbarkeiten aussehen könnten, das machte die FW-Fraktion mit Erhard Wawrzek dann auch gleich selbst wieder klar. Ein Antrag zur Haushaltsdebatte brachte eine neue Wunschliste wieder ins Gespräch, die von Loipeneinstiegsgebäude über Gewerbegebietsplanung und Beschilderungskonzept, von Bahnhofsumgriff bis Feuerwehrwesen eines ganz schmerzlich klar machte: Wenn ein Haushalt derart knapp gestrickt ist, wie es der Spiegelauer sein muss, um die wichtigsten Vorhaben realisierbar zu machen, dann bleiben dafür vielleicht auch Vorhaben außen vor, die für Tourismusentwicklung oder Bürger aber auch extreme Prioritäten hätten.
Bereits vor dieser Eingabe betrug das Defizit in der freien Finanzspanne der Planungsjahre 2010 bis 2013 ohnehin gerundet 114 000, 306 000, 150 000 und nochmals annähernd 150 000 Euro und nicht, wie noch bei einem Besuch bei der Rechtsaufsicht eine Größenordnung, die angesichts einer komplizierten Haushaltslage gerade noch „erträglich“ gewesen wäre, wie Karlheinz Roth ernüchternd feststellen musste. Unter anderem liegt das auch daran, dass die Erhöhung bei Gewerbesteuersätzen zunächst eine attraktive Einkommensverbesserung vermuten lässt, die aber wegen Umlagepflichtigkeit nur zu einem kleineren Teil auch in Spiegelau hängen bliebe.
Der Vorstoß der Freien Wähler stellt dazu eine weitere schmerzliche Komponente in den Raum: Die Finanzplanung kann nicht außer acht lassen, was zusätzlich noch benötigt wird. Offen ist beispielsweise weiterhin die Frage, ob es reichen wird, für den Abriss des alten Sägewerks jetzt Summen einzuplanen, die nach anderweitigen Schätzungen auch deutlich höher ausfallen können? Oder: Wo steckt der Gewerbecampus in der Finanzplanung?
Statt, wie von Karlheinz Roth mehrfach angemahnt, sich darüber gezielt den Kopf zu zerbrechen, welche Potenziale aktueller Haushalt und kommender Investitionszeitraum konkret aufmachen können, wurde dann aber zunächst heftig darüber diskutiert, ob es für die Hilz-Variante nun eine Ausschreibung nach Europäischem Recht brauche. Darüber herrschte schließlich Einigkeit. Bürgermeister Luksch soll einen Architekten beauftragen, hierfür tätig zu werden. Problematisch an der eingeschobenen Thematik: „Hausaufgaben nicht gemacht!“ Die Wertung von Karlheinz Roth spricht es klar aus, das hätte längst passieren müssen. Da fehle einfach seit Monaten die klare Zielvorgabe.
„Wenn wir nichts zusammen bringen,“ dann müsse man eben auch einmal einen Punkt machen, so Josef Wanninger, der keinen Hehl aus seiner kritischen Haltung dazu macht, dass eine FH-Außenstelle die Kommune auf lange Sicht ansonsten komplett zu lähmen drohe. Neben den Finanzen könnte die Aussage nun einen weiteren Aspekt auf der Zeitschiene erhalten haben. Eine europäische Ausschreibung könnte bis zu eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen, so die Einschätzung von Erhard Wawrzek. Wird Professor Sperber darauf jetzt noch warten können? Das fragte Ernst Ertl dazu nach und erneuerte seine Rücktrittsankündigung, falls die FH doch wieder zu scheitern drohe.
Es war kurz nach 20 Uhr, als Karlheinz Roth die Sitzungswelt nicht mehr verstand. Wenn das Gremium so weiter mache, dann wäre es besser, nach Hause zu gehen, oder auf ein Bier mit Bürgern ins Wirtshaus und dabei die FH abzuhaken. Zu dieser Zeit war die Diskussion gerade in die Kurve einer erneuten Grundsatzdiskussion zu kostendeckenden Einrichtungen eingebogen. Ein Hintergrund dazu dürfte ein Flugblatt gewesen sein, das die Touristikgemeinschaft mit Vorsitzendem Alois Grobauer vor der Sitzung verteilt hatte. Darin wird kritisiert, dass einseitig Bürger, Industrie und Gewerbe derart geschröpft würden, um andererseits die FH zu realisieren. Dennoch rang sich das Gremium bei Gegenstimmen von Hinterberger, Wawrzek und Wanninger dazu durch, dass die geplanten Anhebungen auf 1,80 Euro für Wasser plus Grundgebühr und 3,00 Euro beim Kanal durchgezogen werden sollen.
Karlheinz Roths Verwirrung bezüglich der Zielrichtung konnte dies dennoch nicht überwinden. Denn ein weitergehender Vorschlag zur Deckung der Fehlbeträge war immer noch nicht in Sicht, sondern im Gegenteil, durch die FW-Anträge war das Problem weiter verschärft worden. Geld für das Loipeneinstiegsgebäude einzuplanen wurde zwar abgelehnt, ebenso das Beschilderungskonzept, die Straße nach Klingenbrunn-Bahnhof muss noch weiter geflickt werden, für den Bahnhof wurden mit knapper Mehrheit 10 000 Euro veranschlagt und weitergehende An- oder Ersatzbauten am Feuerwehrhaus Klingenbrunn auf die längere Bank verschoben. Dafür wurde der Bedarf für ein neues Leichenhaus gesehen und in 2011 und 2012 eingestellt, für Breitbandfunk jedoch darauf verzichtet und über Freibaddefizit und Ausgaben für Feste weiter diskutiert.
Gegen 23 Uhr war das Problem das Alte: Die freie Finanzspanne wurde im Minus nicht kleiner, sondern eher größer. Ein wesentlicher Sparfaktor, den Bürgermeister Luksch mit seiner „Ur-Sparliste“ einzubringen angekündigt hatte, stellte sich für Karlheinz Roth als „Luftnummer“ heraus. Die Sitzung wurde für eine Fraktionsführerbesprechung unterbrochen - und anschließend gegen 23.20 Uhr formlos zur nichtöffentlichen erklärt, und die Presse samt dem letzten Zuhörer zum Verlassen des Raumes aufgefordert. Am kommenden Donnerstag geht es an selber Stelle im Sitzungsprogramm weiter.



Das 25. Pandurenfest stand auf dem Prüfstand
Nur wenige Kritikpunkte bei Pannensitzung: Karges Ambiente, säumige Bedienungen und versteckte Bar  -
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zum ersten Mal haben das 25. Pandurenfest nicht die Gemeindeverwaltung veranstaltet, sondern Spiegelauer Vereine, koordiniert von den Gemeinderäten Kurt Hobelsberger, Erich Bachmann, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger und dem Pandurenfest-Organisator der ersten Stunde, Fredi Resch. Deshalb kam das Pandurenfest bei einer Pannensitzung in der Gaststätte Trossel eineinhalb Wochen später auf den Prüfstand. Hobelsberger als Impresario hatte dazu Vertreter aller am Fest Beteiligter eingeladen.
Am Anfang standen Lob und Dank. Die komplett neue Mannschaft habe gut zusammen gearbeitet, alles sei Hand in Hand gegangen. Die Mithilfe durch den Bauhof habe „super geklappt“. Viele Komplimente hatte Hobelsberger zum schönen, bunten Festzug gehört und zum Programm am Festplatz mit den Darbietungen der Feuerartisten von „Ameno Signum“ und dem Theaterstück, das „Festspielleiter“ Hinterberger hervorragend auf die Bühne gebracht habe „Ein großes Kompliment an die Schauspieler und alle, die dabei waren. Das hat super eingeschlagen.“ Die Vereine seien mit dem Verkauf überwiegend zufrieden gewesen. Was fehlte, war der Umsatz nach 22 Uhr, als der Regen einsetzte. „Wir hatten dennoch ein Riesenglück mit dem Wetter, es hätte schon viel früher schlecht sein können und uns das ganze Programm durcheinander werfen können“, bemerkte Hobelsberger.
Er dankte dem Gemeinderat und Bürgermeister Josef Luksch für das Vertrauen, das größte Fest der Gemeinde organisieren zu dürfen. Die Endabrechnung liege zwar noch nicht vor, aber er könne schon jetzt sagen, dass es mit den Finanzen positiv ausschaue. Hobelsberger machte auch klar, dass er mit seinen bewährten Mitstreitern gerne wieder das nächste Pandurenfest veranstalten würde.
Aber noch ist nicht sicher, ob es nicht überhaupt den Sparplänen der Gemeinde zum Opfer fällt. Auf jeden Fall wird es eintägig bleiben und seinen Stammplatz am dritten Samstag im Juli haben. „Dieser Termin ist seit dem Bestehen des Pandurenfestes fix, deshalb hoffe ich, dass wir im Gemeinderat durchsetzen können, dass dann keine andere Veranstaltung in der Gemeinde abgehalten wird.“
Kritikpunkte waren, dass die Bedienungen hauptsächlich die Mitte, aber wenig die Randbereiche abgedeckt hätten, dass die Bar zu versteckt am Waldrand lag, dass zu wenige für den Markerlverkauf eingeteilt waren, als nach dem Festzug der große Ansturm kam, dass es für den Kuchenverkauf nach dem Festzug zu spät war, dass überhaupt der Überblick über das reiche Speisenangebot fehlte. Das soll beim nächsten Mal mit einer allgemeinen Speisekarte, die auf den Tischen ausliegt, besser werden.
Bemängelt wurde auch, dass in der Mehrzweckhalle keine zweite Schänke eingerichtet worden war und deshalb der Bierfluss bei dem starken Regen versiegte. „Dafür ging der Wein umso besser. Wir haben 1,5 Hektoliter verkauft“, wandte Hobelsberger ein. Die Pandurenreiter, vertreten durch Gerhard Neumann, wünschen sich künftig, dass die Pferde vielleicht gegenüber dem Feuerwehrhaus stehen können. Denn viele Kinder hätten die Tiere im hinteren Teil des Geländes nicht gefunden.
Apropos Gelände: das fanden viele zu karg, zu wenig auf alt getrimmt. Mit Jute, mit denen die Buden verkleidet werden, und Strohballen soll nächstes Mal der historische Anstrich besser gelingen. Außerdem mit vielen Wimpelleinen, die über den gesamten Platz gespannt werden und dann wie ein Zeltdach wirken.
Bemängelt wurde auch die sehr spärliche Beflaggung entlang der Hauptstraße beim Festzug. Da sollen künftig wieder mehr Pandurenfahnen die Fassaden schmücken. „Der ganze Ort muss sich präsentieren“, sagte Fredi Resch. Und das nicht nur zum eigentlichen Pandurenfest, sondern das ganze Jahr über. „So könnte jede Wirtschaft ein spezielles Pandurengericht das ganze Jahr über anbieten und die Brauerei Stangl das Pandurenbier mit speziellem Etikett abfüllen“, schlug er vor.


Grafenauer Anzeiger vom 29. Juli 2010

SAXNDI. . .
...nach dem Vergleich mit der geplatzten Weißwurst vor ein paar Tagen nun die Frage, ob Gewitter immer abregnen müssen. In Spiegelau ziehen die dunklen Wolken, die sich aus verschiedenen Problemtümpeln hochgetürmt haben, schon seit längerem herum. Ein kleiner Guss hier und ein Rumoren dort, konnte die geladenen Gemüter bisher nicht wirklich entspannen. Eine wirkliche Explosion hat es aber auch nicht gegeben. Aber seit es den Haushaltsplanungen dauerhaft nass rein geht, stellt sich die Frage immer drängender, ob es die Zukunft nicht unweigerlich noch heftig zu verhageln droht. Eine Sitzung kann da gerade ganz unglücklich in die Zeit fallen, wo die emotionale Ladung am höchsten ist. Dann tun Blitz und Donner selten gut.Vielleicht reißt es ja nun an einer Ecke Ende der Woche auf, wenn der „Blitzableiter“ funktionierender Haushalt aufgestellt wird. Irgendwo muss der neue politische Sonnenschein auch für Spiegelau einsatzbar sein, um die anhaltend schlechte Großwetterlage wieder zu entspannen.  - Hermann Haydn

Spiegelauer Haushalt hat weiter keine Basis
Sparen und Investieren lassen auf Jahre zu große Lücke zur Genehmigungsfähigkeit klaffen - Weitere Beratungen nötig
Von Hermann Haydn
Spiegelau. In Haushaltsfragen hatte Spiegelau keine gute Woche. Erst wurde bei einem Termin am Landratsamt durch die Rechtsaufsicht klar gestellt, dass die vorgelegten Planungen bis 2013 rechtlich so nie durchgehen könnten, auch nachdem der Gemeinderat und eine Fraktionsführerversammlung sich zu Sparvorschlägen und Einnahmeverbesserungen unterhalten hatten. Am Dienstag sollte dazu eigentlich weiter nachgearbeitet werden, aber statt Zahlen gab es zunächst Gegenwind für den Bürgermeister mit heftiger Grundsatzdebatte und der Vorgabe, für eine vertiefte Beratung erst klareres Zahlenmaterial zu liefern.
Nachdem Josef Luksch die Berichterstattung im Grafenauer Anzeiger bemängelt hatte, es entstehe der Vorwurf, dass das Gremium den Grundsatz der Vertraulichkeit zu wenig beachte, kehrte eine kritisches Vorrede von Karlheinz Roth die Aussage eher ins Gegenteil. Man sei ja schon fast dankbar dafür, wesentliche Fakten als Gremium wenigstens aus den Medien zu erfahren. Bevor es überhaupt zum ersten und einzigen Tagesordnungspunkt der Sitzung, der Haushaltsberatung für 2010 und Finanzplanung bis 2013 gehen konnte, listete er Punkte auf, an denen zumindest seine CSU-Fraktion erheblichen Informationsmangel sehe.
So sei weiter offen, ob alle Standort- und Realisierungsvarianten zur FH-Außenstelle wirklich auf dem Tisch gelegen und beraten worden seien. Bürgermeister Luksch hatte in einer Reaktion auf das „Saxndi“ zur Standortfrage von vergangener Woche angemerkt, es seien doch seit Januar 18 Sitzungen dazu anberaumt gewesen, also eine 14-tägige Informationsdichte. Dazu führte Roth jedoch an, dass es auch immer eine Frage sei, ob die Informationen dort auch aktuell, wesentlich und umfassend seien. Zu Fragen von Investitionsvarianten über die Firmen Hilz oder Wawrzek bestünden jedoch große Lücken. Dagegen sei von Bürgermeisterseite her zumindest ersterer förmlich vor den Kopf gestoßen worden.
Dieses Auftreten nach außen bemängelte Roth auch in verschiedenen anderen Punkten von der in ihrer Öffentlichkeitswirkung missglückten Acht-Uhr-Sitzung über fehlende Fraktionsführersitzungen bis zum Mangel an Engagement in verschiedenen Fragen. Es fehle weiter ein Gesamtkonzept für die Finanzkonsolidierung.
Wie schmerzhaft nötig das sei, sei dem Gemeinderat erst jetzt über die Rechtsaufsicht wirklich klar gemacht worden und die Zahlen, die als Liste vorgelegt wurden, dazu nicht zielführend. Die bedrohliche Lage mit völliger Überschuldung werde noch klarer bei den negativen Finanzspannen der kommenden Jahre, die ohne erkennbares Gegensteuern eingeplant wurden. Er persönlich habe den Auftritt der Kommune im Landratsamt als „größte Blamage“ empfunden. Schon jetzt sei wieder mehr ausgegeben worden, als die Planung überhaupt vorsehe. Der Bürgermeister stehe in der Pflicht, aber er habe keine Antworten. Dazu käme die Frage, was mit „Stadtumbau West“ seit Jahren schief laufe, so dass auch nach den Erfolg versprechenden Rettungsversuchen von Hinterberger und Zettl in deren Vertretungszeit für Luksch nun doch das Aus für 80 Prozent Förderung wahrscheinlich werde.
Seine Quintessenz aus für ihn vielen offenen, politischen Baustellen lautete schließlich (aus Zitaten zusammen getragen): Die vertrauensvolle Kooperation im Gremium ist über die Fraktionen hinweg beschädigt. „Uns fehlt der Motor da vorne.“ „Wir stochern nur im Nebel.“ An den Bürgermeister: „Sie arbeiten nicht mit uns zusammen.“ Die Rede ist von handwerklichen Fehlern in der täglichen, politischen Arbeit und davon, dass Luksch nun primär in der Pflicht sei. Man könne nicht mehr dem Gemeinderat die Schuld zuschieben, wenn aktuell die Gefahr bestehe, dass „irgendwann nur einer die Zeche zahlt, der Bürger.“
Bürgermeister Luksch verwies darauf, dass doch in zahlreichen Finanzausschusssitzungen Sparvorschläge kontrovers diskutiert worden seien. Und auch Günther Schmid machte darauf aufmerksam, dass die Räte eigentlich alle Details kennen müssten. Er betrachtete es eher als eine Frage des „Wir“.,
Wie bedrohlich die Situation sei, sei doch erst durch die Rechtsaufsicht klar gemacht worden, so Roth. Er verwehrte sich deshalb dagegen, der Gemeinderat stehe hier in der Verantwortung, wenn ihm auf dem Weg zu einer schwarzen Null im Haushalt und abwägbaren Risiken die Beratungsvorgaben fehlten, die der Bürgermeister zunächst mit Hilfe seiner Verwaltung vorlegen müsste.
In die gleiche Kerbe schlug auch Erhard Wawrzek. Bei der Rechtsaufsicht sei eine unzureichende Planung nochmals eingereicht worden. Erst die habe das klare Stoppschild für den laufenden Haushalt aufgestellt, der schon einem Offenbarungseid der Kommune nahe komme. Man sei die mit Abstand am schlechtesten beurteilte Gemeinde im Landkreis. „Ein Fuchzgerl da und eines dort“ reiche eben nicht als Sparbemühung. Spiegelau sei ein „Sanierungsfall“.
Allerdings ergänzte auch er in einem anschließenden Gespräch, dass er nicht so schwarz sähe, wie es sich gerade darstelle, wenn wirklich die Bereitschaft bestehe, dass jeder seinen Beitrag leiste. Dann könne über Haushaltseckdaten so gesprochen werden, dass ein genehmigungsfähiger Plan möglich würde. Allerdings sprach er auch davon, dass man vielleicht nur noch „eine letzte Patrone habe“, die man nicht verpulvern dürfe. Auch er kritisierte dazu recht offen die Amtsführung von Josef Luksch.
Kurt Zettl erinnerte daran, dass immer neue Vorschläge zur FH nicht vom Rat eingebracht worden seien, sondern der sich eher nachträglich damit beschäftigen durfte. Dabei sei die Außenstelle noch nicht mal die Hürde, die den Haushalt nicht genehmigungswürdig mache.
Einen Teil der Schuld an der Finanzmisere sprach Günter Schmid auch dem Landratsamt zu, das zu lange zugeschaut habe und jetzt noch Prügel zwischen die Beine werfe. Dem widersprach Roth, der die Juristin Judith Wunder als überaus bemüht beurteilte, um der Kommune Hilfestellung zu bieten. Mit den vorgelegten Zahlen seien ihr aber die Hände gebunden. Bürgermeister Luksch mahnte an, es sollten doch dann auch aus dem Gremium weitergehende Vorschläge zur Konsolidierung eingebracht werden. Aber auch Josef Wanninger forderte, die richtungsweisenden Varianten müssten erst mal Bürgermeister und Verwaltung vorlegen, wo die entsprechenden Zahlen ja bekannt seien. Etwa dazu, wo der laufende Haushalt aktuell stehe, was an Projekten gespart werden könnte, wie weit die Distanz zu einer „roten Null“ überhaupt reiche.
Davor, wieder die Beratungen zu schieben, warnte Günter Schmid. Man mache es sich als Rat zu einfach, jetzt wieder dagegen zu sein. Dennoch setzte sich schließlich einstimmig die Überzeugung durch, dass Bürgermeister und Verwaltung das Zahlenmaterial klärend überarbeiten und neu vorlegen müssen, um dem Rat die nötigen Vorinformationen zu bieten. Bis dahin werden auch zu den Standortvarianten neue Daten erwartet. Zum einzigen Tagesordnungspunkt des Dienstags kommt es also erst wirklich im Laufe der Woche.


Grafenauer Anzeiger vom 22. Juli 2010

Kommt die FH jetzt doch in die KSS?
Standortdebatte: Bei internen Spiegelauer Gesprächen ist wieder die Glasfabrik der Favorit
Von Hermann Haydn Spiegelau. Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern: der neue Standort für die FH-Außenstelle könnte schon wieder der alte sein und der ganz alte jetzt wieder der neue. Bereits einmal, und das wiederum vor der Schule in Spiegelau, war die KSS als Heimat für die Außenstelle im Gespräch. Damals scheiterten konkretere Pläne an den Kostenvorstellungen des Eigentümers Georg Riedel und wohl auch daran, dass die Kommune - vorzugsweise die SPD-Fraktion - lieber selbst besitzen, statt langfristig mieten wollte.
Nun ist wieder Fahrt in die Geschichte gekommen. Es wird gemunkelt, dass die Firma Riedel bei den Konditionen nachgebessert haben soll.
Am Dienstag trafen sich Bürgermeister Josef Luksch und die stellvertretenden Bürgermeister, Fraktionsvorsitzende und laut Einladung „interessierte Räte“ , um dieses Angebot und weitere Sachfragen um den Haushalt der Gemeinde zu beraten. Bürgermeister Luksch bestätigte auf Anfrage des Grafenauer Anzeigers, dass das Angebot „sehr interessant“ sein soll. Es würde so auch zum Teil den äußerst angespannten Haushaltsplan entlasten, der wegen weggebrochener Einnahmen aber immer noch nicht problemlos sei. Zu favorisieren sei die jetzt wieder ins Spiel gekommene Lösung zudem, da dort auch dem enormen Zeitdruck entgegen gekommen würde, um FH-Anwenderzentrum und Campus in kürzerer Zeit unter ein bereits vorhandenes Dach zu bringen. Platz wäre genug vorhanden, von der FH gebe es positive Signale und von Riedel die Bereitschaft zur Investition, wo für einen entsprechenden Betrieb noch Umbaumaßnahmen nötig seien. Nächste Woche soll es nach Insiderinformationen weitere Gespräche im Landratsamt geben und anschließend gleich zwei Gemeinderatssitzungen, in denen die Diskussion zu Haushalt, FH und Zukunft der Kommune dann auch öffentlich fortgesetzt werden soll.

 
Grafenauer Anzeiger vom 20. Juli 2010

Segen für Einsatzfahrzeug
„Helfer vor Ort“ bauten Fahrzeug um - 184 Fälle in einem Jahr
Spiegelau.
Ein besonderer und bedeutender Tag war die Segnung des Einsatzfahrzeuges durch Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler für die Mitglieder des BRK Spiegelau. Die Geistlichen wünschten auch den Einsatzkräften, die rund um die Uhr ehrenamtlich unterwegs sind, um in Not geratenen Mitmenschen zu helfen, Gottes Segen und allzeit gute und unfallfreie Fahrt.
Am BRK-Haus hatten die Geistlichen einen beeindruckenden Feldgottesdienst zelebriert, den der Kirchenchor Oberkreuzberg unter der Leitung von Markus Bayer feierlich umrahmte. Zum Fahrzeug gratulierten neben den Bürgermeistern Josef Luksch und Peter Hinterberger und einigen Gemeinderäten auch stv. Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes, Alfons Hellauer, und 1. Kreisbereitschaftsleiter Ludwig Hüttinger sowie der Leiter des Rettungsdienstes im Kreisverband, Gerhard Hilgart und Schatzmeister Michael Süß.
Durch die Inbetriebnahme des Fahrzeuges wurde ein weiterer Meilenstein in der erst kurzen Geschichte der „Helfer vor Ort“ Spiegelau gelegt. Das Fahrzeug, das in einer Vielzahl von freiwilligen Arbeitsstunden zum Einsatzfahrzeug umgebaut und mit Funk und Sondersignaleinrichtung ausgestattet worden war, ist ein wichtiges Element, um schnellstmöglich zum Patienten zu gelangen und eine rasche, fachgerechte Erstversorgung bis zum Eintreffen des regulären Rettungsdienstes übernehmen zu können. Wie wichtig die Einrichtung ist, zeigen die vielen Einsätze, die bereits gefahren wurden. In einem Jahr waren dies in Spiegelau und Riedlhütte 184.
Finanziert wurde das Fahrzeug sowie die gesamte, notwendige Ausrüstung ausschließlich aus Zuteilungen der Gemeinde Spiegelau, der Stockbauer-Stiftung Spiegelau sowie aus Spenden ortsansässiger Firmen und der Bevölkerung . Auch der BRK-Kreisverband unterstützt die „Helfer vor Ort“ finanziell und mit Material.   - bü


Grafenauer Anzeiger vom 19. Juli 2010

„Ein Fest für die Spiegelauer“
Neuerungen zum 25. Pandurenfest kamen sehr gut an - Über 1100 Besucher - Großes Lob für buntes Programm
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zum 25. Pandurenfest am Samstag hielt selbst das Abkommen mit dem Wettergott. Kaum hatten die Feuerschlucker von „Ameno Signum“ ihre letzte glühende Salve in den Nachthimmel geblasen, setzte der Regen ein und die meisten der - nach dem Markerlverkauf - gezählten 1165 Besucher verließen das „Lager“ vor der Mehrzweckhalle. Einige hundert feierten indes noch in der Halle bis kurz nach Mitternacht den schönen Erfolg des „neuen“ Pandurenfestes.
Erstmals konzentrierte sich das Fest auf einen Tag und auf einen Ort außerhalb des Zentrums. Es wurde auch nicht mehr von der Gemeindeverwaltung ausgerichtet, sondern von Gemeinderäten um Hauptorganistor Kurt Hobelsberger und von Vereinen. Obwohl er selbst nur von der Ferne, von einer Messe in Friedrichshafen, übers Handy das Geschehen in Spiegelau mitverfolgen konnte, ist Hobelsberger absolut zufrieden: „Es war super. Ich habe nur Lob gehört - über den Festzug, die Musik, das gute Bier, das große Angebot bei den Verkaufsständen. Vor allem freut es mich, dass die Gemeinderäte so gut zusammen gearbeitet haben. Es war ein Fest für die Spiegelauer.“ Dafür dankte er vor allem Erich Bachmann, Peter Hinterberger und Fredi Resch von der Verwaltung, der 21 Mal das Pandurenfest organisiert hatte und dafür von Staatsminister Helmut Brunner mit Urkunde und einem Bild von Josef Schneck aus Riedlhütte geehrt wurde.
Neu war auch das Bühnenstück, bei dem das Warten auf die Panduren dargestellt wird. Es lebte noch etwas von der Improvisation, kam aber wohl deshalb bei den Zuschauern gut an, ebenso die Feuershow von „Ameno Signum“.
Sie waren dabei:
Schirmherr Staatsminister Helmut Brunner, Landrat Ludwig Lankl, aus Spiegelau: Feuerwehr, SC Edelweiß, Frauenbund, Gemeinderat, Schulkinder, Schware Panduren, Aktivsport, Männergesangsverein, Gemeindeverwaltung, Sparkasse, spätmittelalterliche Künstlergruppe Ameno Signum, Blaskapelle Schönbrunn, Böllerschützen Klingenbrunn, Dorfblosn Klingenbrunn, Gymnastikgruppe Oberkreuzberg, vier Pferdegespanne, zehn Pandurenreiter. Beim Spiel: Bürgerwehr Grafenau, Horst Boxleitner, Gerd Neumann, Josef Luksch, Anja Thamm mit Felix und Elena, Peter Hinterberger, Thomas Robl, Josef Wanninger, Karlheinz Roth, Pfarrer Rupert Wimmer, Michael Kordick, Ilse Friedl, Melanie Schreindl.

Grafenauer Anzeiger vom 13. Juli 2010

An der Glasstraße brennt wieder ein Glasofen
Schaubläserei in Hotel-Anbau geschaffen - Festredner loben Engagement für Traditionshandwerk
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Glashüttenfeste in der Kristallglasfabrik Spiegelau waren legendär. Sie waren Unterhaltung und Information zugleich, wenn die Glasmacher ihre handwerklichen Künste beim Glas schinden zeigten, Gäste selbst eine Kugel formen ließen und „Promis“ in Glas porträtiert wurden. Mit dem Aus für die Glasfabrik verschwanden auch diese Feste. Eine kleine Version davon erlebt jetzt wie Phönix aus der (Glas)asche seine Auferstehung. In einem Anbau des Hotels Würzbauer wurde das Glasmacher-Stüberl mit dem Glasofen und dem umgebenden Glasgarten eingeweiht und eröffnet.
Die Festredner - Landrat Ludwig Lankl, Bürgermeister Josef Luksch, Stephan Baron von Poschinger aus Frauenau und auch die Geistlichen Pfarrer Rupert Wimmer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler bedankten sich bei den Betreibern Klaus und Petra Würzbauer, dass sie, nachdem der Ofen in Spiegelau aus war, „hinter dem Ofen“ hervorgekommen seien und die Tradition des Glasmachens an der Glasstraße wieder beleben. Für die fast täglichen Vorführungen wurde ein Meister seines Fachs engagiert: Helmut Raml war 38 Jahre lang Glasbläser in der KSS und verstand sich beim „Schinden“ besonders darauf, filigrane Weihwasserkessel und Deko-Körbchen aus dem zerbrechlichen Material zu ziehen.
Der Besuch am ersten Wochenende war dann auch trotz der großen Hitze relativ gut. „Helmut Raml hat sehr viele Glaskugeln geblasen, auch einige Gäste, darunter Kinder, haben sich daran versucht. Viel bewundert wurde auch der Glasgarten mit seinen Exponaten“, zieht Gemeinderat Kurt Hobelsberger zufrieden Bilanz. Er hatte sich für die Einrichtung eines Glasmacher-Stüberls stark gemacht und als erfahrener Organisator die Einweihungsfeier und den Tag der offenen Tür gemanagt.

Meditative Wanderung zum Rachel
Ökumenischer Berggottesdienst an der Kapelle
Spiegelau. Die evang.-luth. Kirchengemeinde Grafenau, die kath. Pfarrgemeinde Spiegelau und der Nationalpark Bayerischer Wald luden zu einer meditativen Wanderung über die Racheldiensthütte zur Rachelkapelle und zurück ein.
Auf dem Weg zum Rachelsee erläuterte Ranger Günter Sellmayer die Nationalparkidee, erklärte Pflanzen und die Zusammenhänge von Werden und Vergehen. Mit meditativen Geschichten, Gebete und Gedichten stimmte auch Diakonin Gabriela Neumann-Beiler die Teilnehmer auf die Wanderung ein.
An der Rachelkapelle angekommen, feierten die Wanderer unter der Leitung von Diakonin Neumann-Beiler und Gemeindereferent Otto Öllinger einen ökumenischen Berggottesdienst. Im Mittelpunkt der Predigt stellte Diakonin Neumann-Beiler das Kreuz, unter dem sich alle Christinnen und Christen wiederfinden. Am Beispiel des Hl. Franz von Assisi machte sie Mut sich wieder ganz neu auf Jesus einzulassen. Er ruft uns zu seiner Nachfolge.
Die Lieder wurden von Amelie Sellmayer auf der Querflöte mit Otto Öllinger auf der Gitarre begleitet.
Auch am Rückweg machte die Gruppe noch mehrmals meditative Rast bis zur Racheldiensthütte, dort wurde zum Schluss noch ein gemütlicher Kaffeeplausch gehalten. - eb



Grafenauer Anzeiger vom 2. Juli 2010

Damoklesschwert der Rechtsaufsicht schwebt überm Haushalt
Gemeinderat Spiegelau verabschiedet Haushaltssatzung knapp mit sieben zu sechs Stimmen - Grund- und Gewerbesteuern nicht erhöht  
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Der Spiegelauer Haushaltsplan für das laufende Jahr ist mit extrem heißer Nadel gestrickt, um große Investitionsvorhaben wie die FH-Außenstelle und die Erschließung eines Gewerbegebiets stemmen zu können. Trotzdem erfüllt er nicht die Vorgaben der Rechtsaufsicht am Landratsamt, denn diese verlangt die Kostendeckung bei Wasser, Kanal, Bestattungswesen und Einnahmeverbesserungen durch erhöhte Steuersätze. Dazu konnten sich die Spiegelauer Räte aber nicht durchringen. Nach langer und konfrontativer Beratung gingen Satzung und Planung zum Haushalt mit knapper Mehrheit von sieben zu sechs Stimmen durch. Die Finanzplanung bis 2013 wurde dagegen zur weiteren Beratung verschoben.
Die Eckdaten: Der Verwaltungshaushalt schließt mit 5 674 300 Euro und der Vermögenshaushalt mit 4 425 200 Euro. Die Kreditaufnahmen werden sich auf 2,52 Mio. Euro belaufen.
Spiegelau sitzt in der Zwickmühle. Einerseits bricht die Einnahmenseite bei Steuern und Umlagen immer mehr weg. Andererseits kommen mit FH-Außenstelle und Gewerbegebietsausweisung zwei riesige Posten auf die kommunalen Finanzen zu, welche die Handlungsfähigkeit nicht nur die nächsten Jahre, sondern bis zu zwei Jahrzehnten einzuschränken droht.
Der Finanzausschuss suchte nach Einsparpotenzialen. Die Vorschläge gingen von weniger Frei-Getränkemarken auf Festen und Seniorentag über Auflösung des Standesamtes bis weniger Ehrungen, weniger Werbung für den Tourismus, weniger Loipenpflege, Mieterhöhung bei der Hausmeisterwohnung, Rasenpflege am Sportplatz und zur Verbandsumlage beim Klärwerk. Diese „Sparliste“ wurde mit acht zu fünf Stimmen abgesegnet.
Zwar stünden nun Kostenschätzungen im Raum, so Erhard Wawrzek, die bei der FH-Außenstelle 3,7 Millionen Euro veranschlagten oder beim Gewerbegebiet etwa eine Million, dennoch fehlten die nötigen Informationen für das Ratsgremium, wie es dann mit Betrieb, Businessplan, Abriss und Erschließung am Campusgelände oder Wertausgleich für das Sägewerksareal weiter gehe. Seiner Ansicht nach sei selbst die Glasbranche skeptisch, ob man mit dem Anwenderzentrum wirklich Erfolg habe. Er schätzte zudem, dass bis zu 2,5 Millionen Euro weitere Kosten für das Gelände noch gar nicht einkalkuliert seien.
Wawrzek gehe davon aus, dass durch das jetzige Vorgehen auch der Kreis eine noch weit höhere Belastung schlucken müsse als die jetzt zugesagte Unterstützung. Immerhin mussten für die Jahresplanung 2011 bis 13 dann weitere 450 000 Euro angesetzt werden, die voraussichtlich für erste Abriss- und Erschließungskosten am Sägewerksgelände anfallen werden. Dadurch werden die nächsten Haushaltsplanungen noch komplizierter.
Denn absehbar sei, so Kämmerer Bruno Donaubauer, dass ab 2011 Schulden gemacht werden müssen, um alte Schulden zu bedienen. Kämmerer Bruno Donaubauer sagte, dass sich bis 2013 die Schulden von derzeit 3,1 Millionen Euro auf annähernd sieben Millionen mehr als verdoppeln würden. Für die Planung 2010 müsste den Bürgern und der Wirtschaft ohnehin tiefer in die Tasche gegriffen werden, als zunächst vorgesehen war. Darin sah Ludwig Schopf das größte Problem: Wie soll es den Bürgern erklärt werden, dass Wasser, Kanal und Bestattungswesen erneut erheblich steigen werden? Da werde zwangsläufig die FH wie eine Strafe gesehen. Und auch Erhard Wawrzek merkte an, dass dann erhöhte Steuersätze es vielleicht gleich wieder unnötig machen würden, sich überhaupt über neue Gewerbeflächen zu unterhalten.
Elke Proßer-Greß bemängelte zur Vorgabe der Rechtsaufsicht, dass es eigentlich momentan noch keine zwingende Not hätte, sofort eine erhebliche Anhebung etwa bei Wasser auf 2,09 Euro plus Grundgebühr und bei Abwasser auf 3,12 Euro je Kubikmeter durchzudrücken. So eine Haltung sah Josef Wanninger als naiv an. Das Landratsamt wolle eben helfen und nicht dabei zusehen, wie Spiegelau wirtschaftlich „absäuft“.
Es soll aber versucht werden, ob es nicht doch auch anders ginge, so der Beschluss der Mehrheit. Bürgermeister Luksch soll zumindest die Basis für weitere Verhandlungen mit der Rechtsaufsicht schaffen, dass der Haushalt 2010 doch noch genehmigt werden kann.
Für den Haushalt stimmten die Räte von der SPD-Fraktion Josef Luksch, Kurt Hobelsberger, Josef Apfelbacher, Elke Proßer-Greß, Ernst Ertl, Georg Friedl sowie von der CSU-Fraktion Alois Loibl. Gegen den Haushaltsplan stimmten von der CSU-Fraktion Kurt Zettl, Thomas Robl und die Räte der FW-Fraktion Peter Hinterberger, Ludwig Schopf,Erhard Wawrzek und Josef Wanninger. Erhard Wawrzek hatte zuvor die namentliche Abstimmung beantragt.



Grafenauer Anzeiger vom 17. Mai 2010

Grundschüler begeistert von der Ökumene
Fast 40 Kinder aus Grafenau und Spiegelau waren beim Kirchentag in München
Grafenau/Spiegelau. Fast 40 katholische und evangelische Kinder aus der Reinhold-Koeppel-Grundschule Grafenau und der Grundschule Spiegelau waren am Freitag beim 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München, der gestern zu Ende ging. Ihre geistlichen Begleiter waren Dekan Kajetan Steinbeißer und Diakonin Gabriela Neumann-Beiler und die Mitarbeiter Stefanie Uhrmann, Alexandra Kraus, Carolin Schopf, Björn Strahberger und Katharina Schloßnagel .
Trotz Nieselregens ließen sich die Kinder ihre gute Stimmung nicht nehmen. Schon im Bus lernten sie sich näher kennen und beim Bibelquiz, das Dekan Steinbeißer gestaltete und Liedern und einer Geschichte mit Diakonin Neumann-Beiler, stimmten sie sich auf den Tag ein.
Am Sebastianiplatz in München wurde es den Kindern bei „Bibelhits für Kids“ mit Bewegungsspielen, Tänzen und Liedern gleich warm. Dabei wurden Geschichten aus dem Alten Testament kindgemäß umgesetzt. Steinbeißer zeigte der Gruppe einige wichtige Sehenwürdigkeiten der Landeshauptstadt. Man spürte überall die Begeisterung und die Freude, die der ÖKT mit sich brachte. Die Kinder staunten über Gaukler, Musikgruppen und die vielen Angebote, die ihnen auf dem Weg zum Circus Krone begegneten. Dort durften sie Jonglieren, Einradfahren und vieles mehr. Zum Abschluss gab es ein Musikkonzert in der Manege. Dann ging’s zum Wittelsbacher-Gymnasium zur Podiumsdiskussion zum Thema „Bewahrung der Schöpfung kennt keine Grenzen“. Besonders gespannt waren die Kinder auf den Moderator Willi Weitzel von „Willi will’s wissen“. Auf dem Podium erschienen auch Professor Dr. Ottmar Edenhofer, Nationalparkchef Karl Friedrich Sinner und Dr. Marcel Huber, um nur einige zu nennen. Im Religionsunterricht hatten sich die Kinder mit dem Thema auseinandergesetzt und Fragen für die Diskussion vorbereitet.
Voller Eindrücke ging es von München heim. So manches Kind trällerte noch beim Ausstieg in Grafenau das ÖKT-Lied „Damit ihr Hoffnung habt!“ - eb

„Nordic Team Klingenbrunn“ gegründet
Robert Gsödl 1. Vorsitzender des neuen Wintersportvereins - Bereits 30 Mitglieder
Klingenbrunn. In Klingenbrunn wurde jetzt ein „Nordic Team“ gegründet. Zur Versammlung waren fast alle Klingenbrunner Vereinsvorstände und etwa 40 interessierte Zuhörer gekommen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Robert Gsödl gewählt.
„Wo sonst wäre ein Wintersportverein besser aufgehoben als in Klingenbrunn, wo optimale Bedingungen für das Skilanglaufen vorhanden sind und Klingenbrunn in der Presse als ‘Kältepol‘ von sich überregional reden machte?“, begann Josef Wanninger, Sportreferent der Gemeinde Spiegelau, seine Begrüßung.
3. Bürgermeister Peter Hinterberger, der die Versammlung leitete, betonte, dass ein Wintersportverein das aktive Vereinsleben in Klingenbrunn noch bereichern werde. Wichtig sei es seiner Auffassung nach, dass in Klingenbrunn das Langlaufen und die guten Loipenbedingungen noch mehr beworben werden müssten. Für ein attraktives Loipenzentrum sei ein Funktionsgebäude mit Toiletten und Wärmeraum zwingende Voraussetzung. Hierzu gelte es möglichst schnell Lösungen zu finden. „Gut vorbereitet“ bezeichnete Hinterberger den Satzungsentwurf für den neuen Wintersportverein, der den Namen „Nordic Team Klingenbrunn“ tragen soll. So war man schnell mit dem Satzungsentwurf durch, der anschließend von 15 Gründungsmitgliedern unterschrieben wurde.
In die Vorstandschaft wurden gewählt: 1. Vorsitzender Robert Gsödl, 2. Vorsitzender Thomas Hilz, Kassier Andrea Nilsen-Betz, Schriftführer Konrad Binder, Sportwart Josef Erhard, Beisitzer Josef Wanninger und Joachim Betz, Kassenprüfer Peter Hinterberger und Adolf Kerndl.
In seiner Antrittsrede betonte Gsödl, dass ihm der sportliche Erfolg der jungen Langläufer, aber auch ein intaktes Vereinsleben sehr wichtig seien. Ziel des neuen Vereins sollte es sein, dass möglichst viele Kinder Freude am Langlaufen entwickeln. Dazu werde man in nächster Zeit entsprechende Trainingsangebote machen und im Winter Skikurse anbieten. Auch wenn man derzeit als „Skilanglaufverein“ starte, sei man für eine Ausweitung des Angebotes offen. So wäre durchaus eine Sparte Nordic-Walking denkbar. Besonders erfreut zeigte sich Gsödl, dass bis zum Ende der Gründungsversammlung bereits 30 Mitglieder dem Verein beigetreten waren. - jw


Grafenauer Anzeiger vom 13. Mai 2010

Wir lassen Spiegelau nicht im Stich - Kreisausschuss beschließt: Landkreis beteiligt sich an GmbH zur Gründung des Technologiezentrums Glas / Von Peter Püschel
Freyung-Grafenau. Die Vorgabe ist klar: Der Freistaat wäre bereit, in Spiegelau oder näherer Umgebung ein weiteres Technologietransferzentrum der Hochschule Deggendorf mit der naheliegenden Fachrichtung Glas einzurichten und dafür 5 Millionen Euro fließen zu lassen. Voraussetzung dafür aber ist: Die Kommune muss die Kosten für die Unterbringung tragen. Und da ist Spiegelau hoffnungslos überfordert. Der Kreisausschuss hat jetzt einstimmig beschlossen, Spiegelau zu unterstützen.
„Wir fordern viel von der Partnergemeinde“, so der designierte Leiter dieses Glas-Technologiezentrums, Prof. Dr. Peter Sperber, vor dem Kreisausschuss: „Räume samt Betriebskosten müssen die ersten fünf Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt werden“. Alternativen? Ausgeschlossen! „Wenn das nicht klappt, wird’s nichts mit der FH-Außenstelle.“
Dabei sind sich alle Kommunalpolitiker einig, dass sich die Region diese Chance nicht entgehen lassen darf. Das Technologietransferzentrum in Teisnach „brummt“, wie Prof. Sperber es ausdrückte, „und auch Freyung läuft sehr gut, die direkten Industriekontakte sind sogar besser als in Teisnach.“ Für Spiegelau sieht der Wissenschaftler ebenfalls sehr gute Voraussetzungen von Firmenseite: „Es gibt bereits Unternehmen, die interessiert sind, hier zu investieren.“
Es ist geplant, das Technologietransferzentrum auf dem Gelände der ehemaligen KSS unterzubringen. Hier ist bereits seit zwei Jahren die Firma Füller in Zusammenarbeit mit der Uni Bayreuth tätig. „Füller würde auf dem KSS-Gelände sofort 5 Millionen investieren und Fertigung und Produktion in den Bayerischen Wald verlagern“, verriet Landrat Ludwig Lankl.
Auch eine weitere Firma aus Mainz wäre sofort in ähnlicher Größenordnung dabei. Allerdings: sofort! „Die wollen heuer schon hier produzieren - oder sie kommen nicht“, so Prof. Sperber, der deshalb aufs Tempo drückt: „Wir haben bereits die ersten Großgeräte-Anträge gestellt, mit Lieferzeit September - ich möchte im Oktober einziehen.“
Für Spiegelau ist als wissenschaftliches Thema die so genannte „heiße Glastechnologie“ mit den Schwerpunkten Schmelztechnik, Glas-Heißformtechnik und Analyse vorgesehen. Das Besondere: Neben der Hochschule Deggendorf wäre auch die Uni Bayreuth dabei.
„Ohne die Glaskrise wäre das nicht möglich geworden“, so Landrat Lankl, „da ist Gigantisches gearbeitet worden - diese Taube sollten wir nicht mehr aus der Hand geben. Da geht es nicht nur um Wissenschaft und Forschung, es geht um Arbeitsplätze im Landkreis. Wenn wir da jetzt nicht selber anpacken, dann ...“
Den Kreisräten war klar, dass sie gar keine Alternative haben, als wieder Geld in die Hand zu nehmen. Ähnlich wie für das Technologietransferzentrum Freyung soll eine Betreiber-GmbH gegründet werden. Doch: Während der Landkreis in Freyung mit 75 000 Euro jährlich im Boot sitzt, dürfte das für Spiegelau bei weitem nicht reichen, wie Bürgermeister Josef Luksch erklärte. „IT- und Büroräume wie in Freyung sind finanziell leichter zur Verfügung zu stellen als die benötigten Spezial-Räume für Glastechnik.“
Der Vorteil: Energie, Medien und EDV-Versorgung sind vor Ort vorhanden. Und der Markt Schönberg würde sich im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit beteiligen. Nur: Das reicht nicht. Die Rede ist von Investitionen in Höhe von bis zu 6 Millionen Euro. Wobei das Ziel sei, keinen Neubau auf die grüne Wiese zu stellen, um Industriebrachen innerhalb des Ortes zu vermeiden.
Genaue Zahlen wurden in öffentlicher Kreisausschuss-Sitzung nicht genannt. Aber es muss davon ausgegangen, dass sich der Landkreis-Anteil an einer GmbH auf über 135 000 Euro belaufen würde, fast doppelt so viel wie im Fall Freyung. „Aber das ist die letzte Chance für die alte Glasregion“, so Bürgermeister Luksch, der natürlich hofft, dass sich das Zentrum in fünf Jahren selber trägt.
Alternative Finanzierungsmöglichkeiten? Gerhard Drexler regte an, nach Unternehmen zu suchen, die bereit sind, Risikokapital zu investieren. Heinrich Lenz will noch einmal auf die Staatsregierung zugehen: „Wenn das Strukturhilfe sein soll, müssen wir nachverhandeln - man kann doch nicht verlangen, Kommunen pleite gehen zu lassen.“
Zumindest auf den Landkreis wird sich Spiegelau verlassen können - die entsprechende Absichtserklärung wurde einstimmig verabschiedet. Aber jetzt müssen genaue Zahlen auf den Tisch. Und es muss schnell gehen.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Mai 2010

Bewegender Abschied von Bauunternehmer Max Hilz
Pfarrer Johann Pöppel: „Ihm blieb nichts Menschliches fremd“
Klingenbrunn. Die Trauergemeinde füllte die Pfarrkirche Maria, Hilfe der Christen in Klingenbrunn bis auf den letzten Platz. Seine Familie, seine Freunde, „seine“ Klingenbrunner und viele weitere Menschen, die ihn kannten und schätzten, waren zusammengekommen, um Max Hilz die letzte Ehre zu erweisen. Er war am 28. April im 82. Lebensjahr verstorben.
In Klingenbrunn kam er am 17. September 1928 als Sohn von Maria Hilz, geb. Genosko, und dem staatlichen Forstbeamten Max Hilz zur Welt. Hier verbrachte er seine Kindheit. Von hier ging er als Zwölfjähriger fort nach Passau auf die Oberrealschule, später zum Arbeitsdienst und schließlich als 16-Jähriger an die Ostfront, wo er ein Jahr später in sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Karelien Zwangsarbeit leisten musste. Nach Klingenbrunn kehrte Max Hilz zurück, holte seinen Schulabschluss nach und begründete eine der größten ostbayerischen Bauunternehmen der Nachkriegszeit. Auch wenn er seinen Wohnsitz inzwischen auf die List nach Spiegelau verlegt hatte, war er „seinen“ Klingenbrunnern treu geblieben. Oft besuchte er Freunde und Bekannte und verbrachte so viele Stunden im freundschaftlichen Gespräch.
Vermutlich wollte er auch am Morgen des 28. April - wie üblich - aufbrechen, um zum Frühstücken zu fahren. Aber sein Herrgott hatte etwas anderes mit ihm vor. Er holte ihn heim zu sich. Den toten Körper fand man noch beim Auto liegend.
„Wohin gehen wir? Immer nach Hause!“ Mit diesem Zitat des christlichen Dichters Novalis begann Pfarrer Johann Pöppel seine Ansprache. Er erinnerte an das Leben des verstorbenen Max Hilz: „Er ging durch viele Höhen, aber auch durch Tiefen. Nichts Menschliches blieb ihm fremd.“ Er sprach von seiner großen Energie, dem starken Willen und dem Fleiß, aber auch von seiner Menschlichkeit. Auch sein großes Hobby, das Fliegen, fand Erwähnung. Schließlich erinnerte Pöppel auch daran, wie sehr der Verstorbene seine Eltern geliebt habe. Er erzählte, wie sehr er sich gerade im Alter als großer Freund der Kinder zeigte. Immer hatte er etwas Süßes für jedes Kind im Auto. Er spendete aber auch großzügig für unsere Kindergärten. Je älter er wurde, umso bescheidener und liebenswürdiger wurde er. Trotz aller Wirren und Herausforderungen seines von harter Arbeit geprägten Lebens hatte Max Hilz nie den Glauben an Gott aufgegeben. Trotz aller Niederschläge ließ er sich nicht verbittern, stand immer wieder auf und verlor nie seinen Humor.
Der Trauerzug war so lang, dass die ersten bereits den Friedhof erreichten, als die letzten Trauernden sich bei der Kirche gerade in Bewegung setzten. Denen, die den verstorbenen Max Hilz auf seinem letzten Weg begleiteten, stand die Trauer ins Gesicht geschrieben. Die Vereine, in denen Max Hilz über Jahrzehnte Mitglied war, würdigten sein Leben und sein Engagement. Mit dem Wusch, dass Gott seine Seele gnädig aufnehmen wolle, verabschiedeten sich die Trauernden von dem Verstorbenen.
Hermann Beiler

Erwin Scholz ist Pfarrgemeinderats-Chef
Er wurde auf der konstituierenden Sitzung in Spiegelau/Riedlhütte gewählt
Spiegelau/Riedlhütte. Bei der konstituierenden Sitzung des Pfarrgemeinderates der Pfarrei Spiegelau-Riedlhütte wurde Erwin Scholz aus Spiegelau als neuer Vorsitzender gewählt und übernimmt somit das Amt von Elisabeth Neumann-Harwalik, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl als Pfarrgemeinderat zur Verfügung stellen konnte.
Unterstützt wird Erwin Scholz von der ersten Stellvertreterin Ramona Schwankl, Riedlhütte, und von der zweiten Stellvertreterin Marita Baumgartner, Riedlhütte. Als Schriftführerin wurde erneut Elke Proßer-Greß aus Spiegelau gewählt.
Anschließend wurden die Ausschüsse gebildet und die Hauptverantwortlichen und Mitglieder benannt: Feste und Feiern (Manfred Halser), Mission/Gerechtigkeit/Frieden (Annegret Kieslinger), Jugend (Maximilian Waldhauser), Öffentlichkeitsarbeit (Angelika Proßer), Liturgie (Pfarrer Rupert Wimmer). Als Bildungsbeauftragte stellte sich Maria Öllinger zur Verfügung. Der Ausschuss „Caritas“ wird in einer der kommenden Sitzungen besetzt.
Am 16. Mai wird sich der neue Pfarrgemeinderat, der nun aus neun gewählten und vier berufenen Mitgliedern besteht, in den beiden Kirchen in Riedlhütte und Spiegelau vorstellen. - ap


Besuch vom Bischof Hans-Martin Weiss in der Region
Grafenau. Im Rahmen seiner Visitationstätigkeit besuchte Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss aus Regensburg vor kurzem die Grundschule in Grafenau.
Die Schulleiterin Christl Weiß informierte den Regionalbischof über die Situation der Schule und insbesondere über den Evangelischen Religionsunterricht. Anschließend besuchte Weiss die Religionsklasse von Diakonin Gabriela Neumann-Beiler. Er stellte sich bereitwillig den interessierten Fragen der Schüler nach seiner Tätigkeit und nach seinen persönlichen Interessen.
Am Nachmittag diskutierte er im evangelischen Gemeindehaus in Grafenau mit Pfarrerinnen, Pfarrern und Religionslehrkräften der Region die Situation des evangelischen Religionsunterrichtes an den verschiedenen Schularten im südlichen Bayrischen Wald. Die Situation ist geprägt durch kleine Schülerzahlen, kombinierte Klassen und Einsatz der Lehrkräfte an mehreren Schulen, aber auch durch großes Engagement der kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dr. Weiss nahm die verschiedenen Erfahrungsberichte sehr interessiert zu Kenntnis und versprach Abhilfe bei manchen Problemen. Schulbeauftragter Pfarrer Dieter Martin dankte Regionalbischof Dr. Weiss für sein Interesse am Religionsunterricht der Region und wünschte eine gute Heimreise.
Regionalbischof Dr. Weiss leitet den Kirchenkreis Regensburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern mit zirka 300 000 evangelischen Christen in Niederbayern, in der Oberpfalz und im nördlichen Oberbayern.  - eb


Grafenauer Anzeiger vom 7. Mai 2010

SAXNDI. . .
. . .vor der Abstimmung zur Kurbetragserhöhung im Spiegelauer Gemeinderat gab es keinen Diskussionsbedarf. Bürgermeister Josef Luksch blickte wartend auf Wortmeldungen in die Runde. Kaum war die Satzung mit 12:0 Stimmen beschlossen, bemerkte Gemeinderat Karlheinz Roth, dass durchaus noch Gesprächsbedarf bestanden hätte, die Vorgehensweise nicht in Ordnung sei und mit den Vermietern offener umgegangen werden müsse. „Wenn ich zuerst die Vermieter frage, dann herrscht Unmut im Gemeinderat, wenn das Thema zuerst in nichtöffentlicher Sitzung behandelt wird, ist es auch nicht recht“, erklärte Luksch die Zwickmühle. Josef Wanninger verkürzte das Gespräch, in dem er die Sache auf den Punkt brachte. „Das ist eine ganz wichtige Geschichte für den Tourismus. Da brauchen wir nicht mehr reden, wir sind auf dem richtigen Weg.“   Ursula Langesee


Grafenauer Anzeiger vom 6. Mai 2010

Stockbauer-Stiftung vergibt Ehrenpreise
Waltraud Madl für soziales, Tobias Schreindl für sportliches Engagement gewürdigt - Schecks für 53 759 Euro verteilt   /
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Sportler Tobias Schreindl und Waltraud Madl, Gründerin und Vorsitzende von „Bürger helfen Bürgern“, sind die beiden ersten Träger der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer-Ehrenamtspreise. Sie wurden bei einer Feierstunde am Dienstag Abend in der Grundschulaula mit der Familienmusik Wolf von Bürgermeister und Stiftungsvorsitzendem Josef Luksch mit den von Glaskünstler Klaus Büchler gefertigten Glasstelen und Urkunden ausgezeichnet.
Die Laudatio auf den 22-jährigen Tobias Schreindl hielt der Sportreferent des Gemeinderates und stv. Stiftungsvorsitzender Josef Wanninger. Schreindl wurde als Preisträger mit einstimmigem Urteil ausgewählt, weil er alle Voraussetzungen optimal erfüllt. Er stammt aus der Gemeinde, ist überregional erfolgreich und durch seine Fairness, seinen Ehrgeiz und Fleiß ein Vorbild für andere Sportler und die Jugend generell.
Wanninger erinnerte an Tobias‘ Anfänge beim SC Spiegelau, wo er Laufen und Langlaufen noch gleichermaßen trainierte. Dann merkte er, dass er ohne Ski schneller sein kann, und bleibt seitdem beharrlich auf der Erfolgsspur. Jetzt ist der Student der FH Deggendorf bei der LG Passau und trainiert dort u.a. bei dem bekannten Olympia-Fackelträger Günther Zahn.
„Tobias hat fast alle niederbayerischen Titel vom 800-Meter- bis zum 10 000-Meter-Lauf, vom Cross- bis zum Berglauf gewonnen“, beschränkte sich der 2. Stiftungsvorsitzende wegen der Fülle der Siege auf eine Zusammenfassung.  Er ist mehrfacher Bayerischer Meister, aber seine bisher beste Saison war die vergangene. Da erreichte er im Halbmarathon mit der Herren- und Juniorenmannschaft den 2. Deutschen Meistertitel.
Um die Leistungen des ambitionierten Läufers besser einschätzen zu können, nannte Wanninger ein paar Zahlen. „Tobias‘ Bestzeit auf einer Halbmarathonstrecke mit 21,1 Kilometern waren eine Stunde, acht Minuten, 5000 Meter schafft er in 15 Minuten. Er läuft 100 bis 150 Kilometer an sechs Tagen in der Woche als Training.“
Schon allein durch diese Trainingsdisziplin, durch seinen Verzicht auf Alkohol, Nikotin und ungesundes Essen sei der junge Sportler ein Vorbild für die Jugend. Wanninger wünschte ihm, dass er seinem Motto „Ein Vogel fliegt, ein Fisch schwimmt und ich laufe“ noch lange treu bleiben könne.
Die Förderung unschuldig in Not geratener Menschen ist der Dr.-Ludwig- und Johanna-Stockbauer -Stiftung ein besonderes Anliegen. Der Verein „Bürger helfen Bürgern“, den Waltraud Madl ins Leben gerufen hat und leitet, sei ein sehr aktuelles und vorbildliches Signal, wie die Hilfe für Mitmenschen gelebt werden könne, betonte Stiftungsvorsitzender Luksch in seiner Laudatio auf die zweite Preisträgerin.
Er erinnerte daran, wie ihm Madl zum ersten Mal ihre „soziale Idee“ vorstellte. Eine Lebensmittelausgabe für Bedürftige hielt sie - gerade im Hinblick auf die Arbeitsplatzsituation in der Glasindustrie - für dringend notwendig. Sie hatte Helfer, suchte aber einen Raum. Den konnte ihr Luksch im Keller der Zivildienstschule zur Verfügung stellen und war ein zweites Mal überrascht: der desolate Raum war innerhalb einer Woche vollständig saniert. „War ich am Anfang noch etwas skeptisch, diese ‘Woman-Power‘ hat mich doch sehr beeindruckt“, gab der Bürgermeister zu.
Die Lebensmittelausgabe läuft an. Am Anfang werden 20 Familien und Einzelpersonen versorgt, inzwischen sind es fast 90. Ein Verein wird gegründet, um Spendenquittungen ausstellen zu können. Viele Menschen arbeiten unter der Woche ehrenamtlich, holen Ware ab, räumen Ware in die Kühl- und Gefrierschränke, kaufen aus Spenden zusätzlich Lebensmittel. Alles um Gottes Lohn. „Und hinter allem steht ein Motor: Frau Waltraud Madl“, dankte Luksch und überreichte ihr Stele, Urkunde und einen Scheck über 50 Euro mit der „Auflage“, ihn bei einem Abendessen mit ihrem Mann einzulösen.
Der Ehrenamtspreis wurde geschaffen, um den Namen des großen Gönner- und Stifter-Ehepaares Stockbauer in der Gemeinde in Erinnerung zu halten. Das Ehepaar hatte fast sein ganzes Leben in Spiegelau verbracht. Dr. Ludwig Stockbauer arbeitete hier seit 1949 als Zahnarzt. Als er im Januar 2007 in Passau verstarb, hat er beinahe sein ganzes Nettovermögen von 2,556 Millionen Euro der Gemeinde Spiegelau über eine Stiftung hinterlassen. 75 Prozent der Erträge werden jedes Jahr ausgeschüttet - an Feuerwehren, Sportvereine, Kindergärten, Seniorenclubs, Schützenvereine, Wohlfahrtsverbände, Frauenbund, gemeindliche Einrichtungen, Schulen und unschuldig in Not geratene Bürger in der Gemeinde. Die Höhe der Zuwendung ist abhängig von der Zahl der Mitglieder (in Vereinen) bzw. der Kinder (in Kindergärten) und Anträgen auf finanzielle Unterstützung.
Heuer wurden 53 759 Euro verteilt. Vor der Übergabe der Schecks sagte Stiftungsvorsitzender Luksch, dass das Geld „Hilfe zur Selbsthilfe“ bedeute. „Es soll nicht dazu verleiten, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, sondern noch besser und engagierter im Sinne des Stifter-Ehepaares zu werden.“ Er dankte Anita Süß für die viele Arbeit, die sie für die Stiftung zu erledigen habe.
Es bekamen: FFW Spiegelau 1627 Euro, FFW Klingenbrunn 2086 Euro, FFW Oberkreuzberg 1661 Euro, TSV Spiegelau 2799 Euro, TSV Klingenbrunn 2176 Euro, SpVgg Oberkreuzberg 3492 Euro, Aktiv-Sport 1194 Euro, Skiclub 2010 Euro, Schützen Klingenbrunn 1000 Euro, Schützen Oberkreuzberg 1000 Euro, EC Edelweiß 608 Euro, Tennisclub 1044 Euro, EC Beiwald 800 Euro, Kindergarten Spiegelau 5000 Euro, Kindergarten Klingenbrunn 8127 Euro, Kindergarten Oberkreuzberg 3000 Euro, die Altenclubs Hofmann, Angerer, Klingenbrunn und Oberkreuzberg je 200 Euro, Frauenbund Klingenbrunn 200 Euro, Bücherei 2825 Euro, Gemeinde zur Mittagsbetreuung 1600 Euro, Gemeinde zum Aufbau einer Jugendblaskapelle 2110 Euro, Grundschule für Projektwoche 1200 Euro, Gesunde Schule 600 Euro, Bürger helfen Bürgern 2000 Euro, Caritas-Wohnheim 2800 Euro, VdK Spiegelau und Oberkreuzberg je 200 Euro, Helfer vor Ort 1000 Euro, unschuldig in Not Geratene 592 Euro.


Grafenauer Anzeiger vom 17. April 2010

Neues Konzept für das Mehrzweckhaus
Spiegelauer Räte berieten zu zwei Standortvarianten und müssen noch Fördermöglichkeiten abwarten /Von Hermann Haydn
Spiegelau. Das Planungsbüro Heinrich Scholz legte dem Gemeinderat zwei Standortvarianten für ein in Klingenbrunn geplantes Mehrzweckgebäude (Feuerwehr, Gemeindeleben und Loipenbedarf) vor. Dabei könnten die hohen Kosten jedoch zum Problem werden.
Auf 940 572 Euro schätzt das Planungsbüro die Kosten alleine für zwei Unterstellflächen für Feuerwehrfahrzeuge, Funktionsbereiche, einen Trakt für Ausbildungszwecke und Veranstaltungen sowie einen dritten Gebäudeteil, in der für die vorbeiführende Loipe ein Wärmeraum, Umkleidemöglichkeiten oder Toiletten untergebracht wären. Zwei Standorte wurden vorgeschlagen, die in der Nähe des Sportplatzes oder an der Staatsstraße Richtung Frauenau liegen könnten. Nicht im Preis eingerechnet ist, dass bereits der Grunderwerb hohe Kosten aufwirft, und zusätzliche Aufwendungen für Leitungsarbeiten oder geländebedingt anfallen würden. Als geeignet mit kleineren Einschränkungen wurden beide Standorte bewertet. Allerdings seien die aktuellen Förderaussichten eher als gering einzuschätzen. Angesichts der angespannten Haushaltslage müsse das Projekt auf weitere Möglichkeiten in Einsparung und Mittelbeschaffung noch genauer abgeklopft werden, so die Beratung, weshalb die Verwaltung den Auftrag bekam, bis zum 30. Juni gangbare Wege zu eruieren.
Bürgermeister Luksch teilte mit, dass eine Wanderverbindung zwischen Frauenau und Spiegelau bei Flanitz neu angelegt wurde und so eine bisherige Trassenführung mit Brücke auf Privatgrund entwidmet werden kann. Dem stimmte das Gremium zu. Abgelehnt wurde dagegen ein verkehrsberuhigter Bereich im Max-Peinkofer-Weg. Nach einer Besichtigung durch Straßenbaubehörde und Polizei wäre die Problematik nicht so zwingend und könnte mit Maßnahmen wie einer zusätzlichen Spielplatzabsicherung sinnvoll etwas getan werden. Kritisiert wurde, dass die Grundstückszäune teilweise zu nahe an der Straße stünden, und so die Sicht nähmen, während ein verkehrsberuhigter Bereich gerade über Verengungen auch Verlangsamungen des Verkehrs bewirken sollten. Neben eventuell nötiger aufwendiger baulicher Veränderung war ein Argument gegen den verkehrsberuhigten Bereich, dass dann dort auch nicht mehr geparkt werden dürfte, was die Anwohner auch bedenken müssten, wenn etwa mal Besuch nicht auf den Grundstückseinfahrten Platz hätte.
Weitere Informationen sollen eingeholt werden, wie der Eingangsbereich des Natur-Freibades so gestaltet werden kann, dass der geregelte Eintritt besser überwacht würde. Verengungen mit Pflanztrögen wurden als weniger effektiv beurteilt, allerdings würde eine Edelstahllösung mit Drehflügel auch netto 8000 Euro kosten.
Gegen die Stimmen von Kurt Zettl, Peter Hinterberger und Erhard Wawrzek wurde beschlossen, die Abwassergebühr je Kubikmeter um 20 Cent auf 2,25 Euro ab 1. Juli anzuheben. Gewartet soll dagegen noch werden bei den Friedhofsgebühren. Auch hier verlangt das Landratsamt eigentlich Kostendeckung.
Es soll aber noch geprüft werden, ob dies nicht auch durch Einsparungspotenziale erreicht werden könnte. Bürgermeister Luksch appellierte an die Bürger, bei den Abfällen besser darauf zu achten, dass Biomüll nicht durch unbedachtes Wegwerfen und Vermischen zu teurem Sondermüll gemacht wird.
Abgesegnet wurde ein Vertrag mit der E.ON Bayern AG, um die Wartung von 703 Straßenlampen in der Kommune auch weiterhin gesichert zu halten. Pro Jahr wird künftig dafür pro Lampe statt bisher 15 Euro knapp 23 Euro für ein „sorglos Licht-Paket“ aufzubringen sein. Darin enthalten sind dann turnusmäßige Lampenwechsel, Rostvorsorge, Reinigung, kurze Reparaturfristen und auch die Kosten, falls ein Autofahrer sich unbedacht an der Laterne per Delle verewigt und als Fahrerflüchtiger nicht zu seinem Schaden steht.
Abgewartet wird noch bei der Auftragsvergabe zu einer Beratung in Sachen Breitbandversorgung der Gemeinde Spiegelau. Ein Berater einer alternativen Firma wird demnächst einen Vortrag im Gremium halten.
Elektrobikes möchte die Gemeinde vorerst nicht anschaffen, um den Biketourismus im Bayerwald so zu fördern. Einerseits soll noch nach tatsächlichem Bedarf gefragt werden, andererseits wurde es als zweifelhaft angesehen, ob die Kommune dann nicht auch Skiverleih oder andere Aktivitäten anbieten solle. Es sei eher eine Aufgabe der Wirtschaft, solch einen Bedarf zu erkennen und mit Angebot zu reagieren.


Grafenauer Anzeiger vom 16. April 2010
SAXNDI. . .
. . . es ist ein Dilemma. Einerseits soll ja ein Haushalt möglichst schnell aufgestellt werden, damit die Kommune Planungssicherheit hat. Andererseits ist es peinlich, wenn man seine Planlosigkeit dadurch zeigt, indem man Zahlen auf den Tisch zwingt, die nicht belastbar sind. Darüber braucht man nicht debattieren.
So gesehen ist das, was jetzt in Spiegelau passiert ist, ein Offenbarungs-Eid. Ein Hilfeschrei - „allein packen wir die FH-Ansiedlung nie und nimmer“. Schon gar nicht wenn man bedenkt, dass das Zahlenkonstrukt auch ohne die eingeplanten FH-Millionen wohl kaum die Genehmigung der Rechtsaufsicht im Landratsamt bekommen würde.   Hermann Haydn

Haushalt scheitert schon vor der Beratung
Spiegelaus Bürgermeister nimmt Zahlenwerk per Geschäftsordnungsantrag aus der Diskussion
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Die Spiegelauer Verwaltung steht vor einem großen Dilemma: Einerseits soll der Haushaltsplan politisch gewünscht frühzeitig auf dem Tisch liegen. Andererseits sind zu viele Zahlen derzeit unklar, zu viele Wünsche nach gegenwärtigem Stand unfinanzierbar. Das klare Bekenntnis am Dienstag: Es wurde viel bedrucktes Papier produziert, wohl wissend, dass der Plan so nie und nimmer genehmigungsfähig sein würde. Gigantische Kreditaufnahmen und Spitzenwerte bei der Pro-Kopf-Verschuldung sowie eine finanztechnische Lähmung auf lange Sicht wären die Folge. Das Ergebnis war ebenso stringent: Mit einem Antrag zur Geschäftsordnung wurde die weitere Beratung auf kommende Sitzungen verschoben.
Elke Proßer-Greß fasste die Situation haushaltstechnisch so zusammen: „Bisher haben wir nur ein Luftschloss.“ Und auch Ernst Ertl zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir sind schon ein seltsames Gremium.“ Wie oft und wie lange habe man diskutiert über den Vorlagezeitpunkt. Und jetzt, wo der Haushaltsplan da ist, müsse man ihn eben doch wieder zurück stellen. Viel Papier für nichts, viele Überstunden in der Verwaltung und „alles für die Katz“.
Vorausgegangen war eine relativ konfuse Diskussion um gestiegene Personalkosten, gesunkene Einwohnerzahlen, Überstunden und Resturlaubsansprüche, die in belastender Zahl vor sich her geschoben würden, Seitenvermerke auf Verteilerschlüssel zu Klärwerkskosten im Zweckverband mit Riedlhütte und Möglichkeiten der Liegenschaftsveräußerung. Besonders Gemeinderat Erhard Wawrzek versuchte dabei an Kostenstellen in der Haushaltsplanung anzusetzen, wo seiner Meinung nach Dinge in der Vergangenheit aus dem Ruder gelaufen seien oder weiter einen genehmigungsfähigen Haushalt zu belasten drohten.
Dem hielt Bürgermeister Josef Luksch entgegen, dass manche Zahlen überbewertet seien, weil beispielsweise zwei Angestellte in Altersteilzeit oder Freistellungsphase natürlich übergangsweise mehr Personal als eigentlich nötig bedeuten würden, dass nach dem langen Winter der Bauhof Überstunden nachvollziehbar „gebunkert“ habe oder dass nicht zuletzt wegen des Drangs zu einem frühen Haushaltsplan die Verwaltung viele Extraschichten zu schieben hatte. Zudem seien bei kritisierten Beschlüssen der Gemeinderat ja selbst die entscheidende Kraft und müsse eigentlich selbst wissen, was gut geheißen wurde, statt es anschließend als Kritikpunkt wieder einzubringen.
Die eigentliche Problemlage stelle sich ohnehin anders dar, so Josef Wanninger. Der vorgelegte Plan ist bereits vor der Weitergabe rechtlich als Makulatur zu sehen. Das grundsätzlichste Zahlenwerk kam schon gar nicht per Beamer an die Wand oder öffentlich auf den Tisch. Aber bei einer nötigen Neuverschuldung in Höhe von schätzungsweise fünf Millionen Euro und gleichzeitig weg brechenden Einnahmen in Höhe von einer halben Million führt ohnehin kein Weg zu einem Plan mit Fundament. Wanninger dazu: Man muss sich auf die Ausgaben konzentrieren. Eine derart hohe Belastung müsse vermieden werden, damit man nicht „in die Schuldenfalle rein rauscht“. Selbst ohne den dicksten Brocken für eine FH-Außenstelle bliebe im derzeitigen Haushaltsplan noch ein Loch von 1,8 Millionen Euro ungedeckter Ausgaben. Auch da befürchtet Kämmerer Bruno Donaubauer, dass die Zinsbelastung auf Dauer zu einem unüberschaubaren Problem anwachsen könnte. Auf die Frage von Kurt Zettl, wo denn dann die Verwaltung ansetzen würde, musste Donaubauer den Ball zurück geben: Die Verwaltung könne ja nicht dem Ratsgremium Empfehlungen geben, wo es den Rotstift für Investitionen ansetzen solle.
Genau diese politische Dimension wurde jedoch bei der Beratung nur indirekt berührt. Die Bewertung, ob die Vision FH in der gegenwärtigen Form nur ein Luftschloss ist oder auch die zuvor stattgefundene Beratung zu Feuerwehr- und Mehrzweckgebäude mit Loipenhaus (mit ebenfalls einer Investitionssumme von weit über einer Million Euro) macht derzeit viele Finanzfragen auf, ohne dass finanztechnische Antworten parat lägen. Auch hier konnte nur beraten werden was wünschenswert wäre. Auch zu dieser Haushaltsplansparte konnte Bürgermeister Luksch nur resümieren: „Der Plan, der jetzt vorliegt, den schicken sie uns zurück.“ Gemeint ist dabei die nötige Genehmigung im Landratsamt. Günther Schmid wandte dazu ein, dass dort selbst der Grundstückserwerb schon für die Haushaltsplanung eine nicht zu nehmende Hürde darstelle.
Die Zwickmühle ist groß. Zuvor wurde auch über Anpassungen bei den Kostenbeiträgen zu Abwassergebühren und Friedhofswesen diskutiert. Dabei ging es beispielsweise bei den Kanalgebühren um 20 Cent je Kubikmeter mehr, die zwar etwa 17 000 Euro Einnahmen erbrächten, die aber im Gegenzug von den Mehrausgaben für die Kleinkläranlage Althütte bereits wieder aufgefressen sind. So bleibt trotz der im Gremium schwer errungener Erhöhung der Kostendeckungsquotient wieder nur bei etwa 77 Prozent. Die Friedhöfe nehmen nur 71 Prozent ihrer Kosten ein. Auch hier wurde eine vom Landkreis angemahnte Entscheidung über das Kalenderjahr hinaus mit dem Hinweis vertagt, man könne ja noch an Einsparungspotenzialen arbeiten.
Das Ergebnis insgesamt bleibt aktuell aber gleich, egal ob an Details noch gefeilt werden könnte: Der Haushaltsplan hat sich als wohl strittig aber dennoch faktisch als „indiskutabel“ erwiesen. Die Zurückstellung für eine spätere Beratung auf konkreterer Datenlage war im Moment unausweichlich.


Grafenauer Anzeiger vom 6. April 2010

SAXNDI. . .
. . .jetzt geht es also auch dem Pandurenfest an den Kragen. Es wird verkürzt - auf einen Tag. Es wird konzentriert - um die Mehrzweckhalle. Auch das Grafenauer Säumerfest stand in der Debatte: Blech- oder Marschmusik, ein Tag oder ein Wochenende? Haus im Wald oder nur Grafenau?
Ist Weniger mehr? Oder Mehr weniger? Die Antwort kann nur die Praxis liefern. Dass aber Säumer- und Pandurenfest Markenzeichen sind, ist sicher. Und deshalb darf man sie auch nicht sterben lassen.    Andreas Nigl

Weniger Zeit für die Spiegelauer Panduren
Zum 25. Jubiläum wird nur am 17.Juli an der Mehrzweckhalle gefeiert - Festzug und historisches Lager  - Von Ursula Langesee
Spiegelau. Zu ihrem 25. Pandurenfest in diesem Jahr warten die Spiegelauer mit einem Novum auf: erstmals ist das große Historienspiel nur an einem Tag, nämlich am Samstag, 17. Juli, dafür dauert es auf dem Festplatz bei der Mehrzweckhalle bis Mitternacht.
Lange Zeit war ohnehin nicht klar, ob das traditionelle Fest heuer überhaupt stattfinden kann. Wegen der Diskussion um den FH-Standort stand es lange im Feuer. Denn kommt die Fachhochschule aufs Gelände des früheren Staatlichen Sägewerks, dann ist dieser Platz, auf den letztes Jahr erstmals mit dem Pandurenfest ausgewichen wurde, wieder passé. „Dieses Risiko wollten wir nicht eingehen. Es hängt ja doch zu viel Planung und Arbeit dran. Aber wenn wir das Fest heuer ganz ausfallen lassen, besteht die Gefahr, dass es in Vergessenheit gerät“, erklärt Gemeinderat Kurt Hobelsberger. Er hat auf Wunsch des Gemeinderates in Vertretung für den erkrankten, langjährigen Pandurenfest-Organisator Alfred Resch die Durchführung des Festes in die Hand genommen.
Man einigte sich darauf, das Pandurenlager an der Mehrzweckhalle, das bisher immer am Samstagabend vor dem Pandurenfest stattfand, und den historischen Festzug vom Sonntag zusammen zu legen. So beginnt das Jubiläum am Samstag, 17. Juli, um 14.30 Uhr mit einem Standkonzert der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen bei der Sparkasse. Um 15 Uhr setzt sich von dort aus der historische Festzug mit der Blaskapelle Schönbrunn am Lusen und der Dorfblosn Klingenbrunn in Richtung Festplatz an der Mehrzweckhalle in Bewegung. Dort eröffnet Bürgermeister Josef Luksch das Fest zu den Salutschüssen der Hessensteinschützen Klingenbrunn.
Unter dem Motto „ Wir warten auf die Panduren“ beginnt das zwanglose Lagerleben mit den Auftritten historischer Gruppen wie Stelzengänger, Gaukler, Trommler und einem „Feuershowspectaculum“. Für Kinder gibt es ein spezielles Beschäftigungsangebot der Jungen Frauen des Frauenbundes im Pandurenzelt. Um das leibliche Wohl mit Zwiebelfleisch und Schwammerlsuppe, Gulaschsuppe überm Feuer, Käse, Fisch, Pizza, Pandurenbraten, Bratwürsten, Currywurst, Leberkäse, Kuchen, Kaffee, Bier und Wein kümmern sich der Männergesangsverein, der Frauenbund, Aktivsport 2000, der TSV, das BRK und der EC Edelweiß. Um dem Jahr 1742 optisch einigermaßen gerecht zu werden, trimmen sie ihre Buden und Verkaufswägen mit Jute auf historisch.
Höhepunkt des Abends ist um 19.30 Uhr die Bühnenaufführung mit den Panduren, dem Hohen Rat der Gemeinde und der Bürgerwehr Grafenau. 3. Bürgermeister Peter Hinterberger, selbst ein begeisterter Laiendarsteller, organisiert die etwa dreiviertelstündige Szene. Unterstützung bekommt er von Bühnenautor Eberhard Kreuzer aus Zwiesel, der auch das Grafenauer Brudersbrunn-Freilichtspiel geschrieben hat. „Wir spielen die spannungsgeladene Stimmung, bevor die Panduren in den Ort einfallen und natürlich ihr Auftauchen mit Ross und Reiter - da muss sich richtig was rühren“, kündigt Hinterberger an.
Die Panduren um ihren Anführer Freiherr Franz von der Trenck mimen die Spiegelauer selbst. In den letzten Jahren haben sie eine eigene 18-köpfige Truppe der wilden Reitergesellen aufgebaut, unterstützt vom Pandurenverein aus Waldmünchen. Die Freunde aus der Oberpfalz können heuer nicht dabei sein, weil sie an diesem dritten Juli-Wochenende den Auftakt für ihr eigenes Pandurenfestspiel begehen. „Das ist schade, aber die Verbindung wird dadurch nicht abreißen“, verspricht Hobelsberger.
Nach der Aufführung geht es mit der Klingenbrunner Dorfblosn bis Mitternacht weiter. Dann ist Zapfenstreich für Musik, Bier und Wein - aber sicher noch nicht für so manches angeregte Gespräch an den Tischen. Übrigens: bei schlechtem Wetter wird in die Mehrzweckhalle ausgewichen.


Grafenauer Anzeiger vom 27. März 2010

Hotelier beantragt höhere Kurtaxe
Spiegelauer Gemeinderat lehnt Gebühr für Loipenbenutzung als nicht praktikabel ab
Von Hermann Haydn
Spiegelau. Eigentlich scheint es auf den ersten Blick eher paradox, wenn ein Hotelier wie Max Stadler als Betreiber der „Residence Hochriegel“ in Klingenbrunn bei der Kommune beantragt, der Kurbeitrag möge erhöht werden. Wenn aber damit touristische Marketingmaßnahmen finanziert würden, schlösse sich doch wieder ein logischer Kreis.
Das kostenlose Bayerwald-Ticket solle damit gegenfinanziert werden, so die Absicht von Max Stadler. Allerdings stand ein Punkt auf dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung vom vergangenen Dienstag, der ebenfalls in diesem Themenkreis Beratungen erforderte. Deshalb wurde dieser Antrag zunächst zurück gestellt.
Max Stadler fragte aber zusätzlich an, ob denn nicht die Loipen im Gemeindebereich ebenfalls mit einer Art Eintritt belegt werden sollten, wie es am Bretterschachten mittlerweile üblich sei. Schließlich führen ja auch Gäste von außerhalb darauf. Ein finanzieller Ausgleich für die Pflegekosten sei da berechtigt. Josef Wanninger merkte dazu an, dass die Situation dort ganz anders sei. Während in den tieferen Lagen die Loipen nicht mehr gingen, habe Bodenmais dort über ein bis zwei Monate mehr Aufwand zu tragen. Allerdings habe es wegen des Kostenumlagemodells mit Parkgebühren und Tageskurkarte auch viele unschöne Szenen gegeben. Der Kassier sei schon „ein armer Hund“, der die Verärgerung der Langläufer abbekomme. Man mache sich zum einen sehr unbeliebt mit solchen Ansätzen. Zudem müsste man mit zusätzlichen Personalkosten rechnen.
Peter Hinterberger sagte, dass erst einmal die Loipeninfrastruktur auf einen besseren Stand gebracht werden müsse, bevor man über Gebühren reden könne. Ludwig Schopf fügte an, die Gäste dürften sich nicht doppelt abkassiert fühlen. Während am Bretterschachten mit einem zentralen Einstieg die Kassenfrage überschaubar sei, hätte man im Spiegelauer Loipennetz ohnehin keine richtige Stelle zum Kassieren. Der Antrag wurde dann auch einstimmig abgelehnt.
Einem zweiten Antrag gab der Rat dagegen seine Zustimmung. An der Tourist-Info fehle das Kreuz als wichtiges christliches Symbol, so Max Stadler. Bürgermeister Josef Luksch führte dazu an, dass die Gelegenheit genutzt werden könnte, statt dessen ein Wegkreuz oder Marterl im Umfeld zu platzieren, das von Totenbrettern flankiert werden könnte. Auf ihnen solle an verstorbene, verdiente Bürger der Gemeinde ehrend erinnert werden. Verschoben wurde dagegen auch der Antrag, an der Nachtloipe in Klingenbrunn zwei Web-Cams anzubringen, um Region und Angebot entsprechend zu vermarkten. Die Kosten hierfür wurden auf etwa 4000 Euro geschätzt. An und für sich positiv bewerteten die Räte die Idee, wenn auch zwei Kameras von Josef Wanninger als zu viel erachtet wurden. Bürgermeister Luksch soll weitere Angebote einholen lassen und den Standort auf Machbarkeit prüfen. Dem wurde bei einer Gegenstimme von Karlheinz Roth zugestimmt.
In einem Schreiben hatte das Landratsamt die Gemeinde aufgerufen, eventuell wieder Ortsteile in den Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ zu entsenden. Luksch war etwas zögerlich, weil er wegen größerer anstehender Aufgaben den Zeitpunkt für unglücklich hielt. Das Gremium dagegen argumentierte, dass der Wettbewerb gerade mit wenig Mitteln viel erreichen könne. Bewertungskriterien wie „Aufbruch durch Zusammenhalt“ würden direkt auch positive Effekte mit sich bringen - von der Kommunikation im Dorf, über den Blumenschmuck bis zur Pflege der Fassaden. Zudem werde man sich auch wieder besser bewusst, was für schöne Orte man ja ohnehin habe, statt nur die Problem-Ecken zu sehen, so Elke Proßer-Greß. So sei beispielsweise Althütte ein regelrechtes Kleinod, an dem man gar nicht viel ändern müsse. Bürgermeister Luksch soll also doch das Gespräch zu den Dorfgemeinschaften und Vereinen suchen, um eventuell einen Ortsteil ins Rennen zu schicken.


Grafenauer Anzeiger vom 23. März 2010

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
Problemlos passierten die Bauanträge von Michael Hobelsberger auf Einbau eines Schlacht- und Kühlhauses in einen bestehenden Stadel und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gewerbegebiet Oberkreuzberg Süd-West die Beratungen.
Ein Gehweg an der Oberkreuzberger Kastanienallee, dessen Kostenschätzung bei 30 000 Euro liegt, soll erst nach einer Besichtigung vom Bauausschuss und den Anwohnern beraten werden. Wenn er auch für die Schulwegsicherheit als sinnvoll erachtet werde, müsse man sich doch über weitere Konsequenzen wie Ausbaubeiträge, Grundstückserwerb, Baumbestand oder Räumpflicht klar werden. Bei Gegenstimmen von Roth und Zettl wurde dem stattgegeben.
Abgelehnt wurde, an der Kirche in Oberkreuzberg eine Toilette zu errichten. In einem ähnlich gelagerten Fall wurde das bereits aus Kostengründen verneint. Bei einer Mauer an der Fuchsensteinstraße muss geschaut werden, auf welchem Grund sie sich befindet und ob die Straße ursächlich ist für deren Neigung. Zur Reutecker Straße soll geprüft werden, was die Sanierung kosten würde, bevor ein Förderantrag zu stellen ist.
Abgelehnt wurde eine „Hundeloipe“ im Gemeindegebiet. Die Zielrichtung gehe ohnehin in Richtung weniger, aber qualitativ hochwertiger Angebote. Da der Gast in der Region auch für Schlittenhundegespanne Strecken finde, solle das genügen. Jede Gemeinde könne hier eben nicht alles bieten, so Bürgermeister Josef Luksch und der Platz wäre auch kaum vorhanden, ergänzte Kurt Hobelsberger.
Im Weiteren ging es auch um Ruhebänke, DSL-Versorgung sowie um Geschwindigkeitsbegrenzungen und Hundekot im Kurpark. Hier könne man fast nur an die Vernunft appellieren, so der Bürgermeister. Ein Streit könnte zur Frage entstehen, wer an der Schulstraße welche Ausbaubeiträge bezahlen musste oder sich ungerecht behandelt sieht.
Die kostenlose Nutzung der Mehrzweckhalle soll für Breitensport weiter möglich bleiben. Nur Erhard Wawrzek stimmte dagegen.
Ein älteres Thema ist die Straße von Spiegelau nach Klingenbrunn, wo auf Höhe der Frauenauer Straße 5 keine Geschwindigkeitsbegrenzung eingerichtet ist, obwohl dort Kinder zum Schulbus müssen. Bei Messungen der Polizei ergab sich, dass dort Geschwindigkeiten zwischen 47 und 82 km/h gefahren wurden, weshalb das Landratsamt derzeit keine Veranlassung sieht, hier etwas zu verändern. Ludwig Schopf merkte dazu an, dass die Autofahrer freilich langsamer unterwegs seien, wenn die Polizei dort sichtbar stehe und Günther Schmid kritisierte, dass dort kein Entgegenkommen auf einer Staatsstraße möglich sei, obwohl an anderer Stelle sogar Bundesstraßen wie bei Eberhardsreuth zu Gunsten der Schulwegssicherheit Geschwindigkeits-
begrenzungen erhalten könnten. Die Kommune will mit einem Schreiben ihre Sorge an das Landratsamt mitteilen.
Eine kostengünstige Verbesserung wird es für die Anbindung an das Nahverkehrsnetz an Oberkreuzberg geben, teilte Luksch mit. Mit etwa 1300 Euro werden zwei Linien „zustiegsfähig“. Josef Wanninger regte eine bessere Kennzeichnung der Linien an, die im ÖPNV-Konzept mit den Igelbussen verbunden sind. - hpd


Grafenauer Anzeiger vom 26. Februar 2010

AUS DEM GEMEINDERAT SPIEGELAU
 
Bürgermeister Josef Luksch informierte den Gemeinderat darüber, dass das Landratsamt auf Antrag der Gemeinde die Kosten für den Bau eines Gehweges in Oberkreuzberg entlang der Kastanienallee in Richtung Baugebiet Braungarten ermittelt habe. Für den Gehweg mit einer Länge von 180 Metern und einer Breite von 1,20 Meter ist mit Kosten von rund 300 000 Euro zu rechnen.

  Die Regierung von Niederbayern hat für Landschaftspflegemaßnahmen in der Mühlberger Senke einen Zuschuss von 4525 Euro gewährt. Bei Aufwendungen von 5656 Euro beträgt der Fördersatz 80 Prozent.

 Einstimmig war der Gemeinderat dafür, die Grundstücke mit den Flurnummern 408 und 410/3 sowie weitere Grundstücke der Gemarkung Oberkreuzberg zur Ausweisung von Gewerbeflächen aus dem Landschaftsschutzgebiet Bayerischer Wald zu nehmen.

 Deutlich mehr Zuwendung als ursprünglich in Aussicht gestellt wurde, gibt es für das Klärwerk Spiegelau vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf - nämlich 860 362 statt 575 437 Euro. „Ich bin sehr dankbar dafür, das entlastet die Bürger“, kommentierte Luksch die spürbar höhere Zahlung.

 Nach dem Jahresbericht von Josef Kern, Kommandant der Feuerwehr Klingenbrunn, ist der Personalstand ausreichend und die Feuerwehr gut ausgestattet. Trotzdem seien einige Anschaffungen und Umbauten notwendig. Luksch erwähnte exemplarisch die Diesel-Abgasabsauganlage. Zur Zeit würden die Kosten dafür ermittelt und sollen Mitte März vorliegen.

 Der Bürgermeister gab bekannt, dass der EC Edelweiß am 5. März im Gasthaus Weber seinen Aufstieg feiere. Eine Einladung liegt jetzt bereits zu 10 Jahre Balboos Music Garden vor. Dieses Jubiläum wird von 15. bis 17. Oktober in der Grundschule Spiegelau begangen. - ul



Wegen FH: Haushalt verzögert sich

Bis 31. Mai soll Zahlenwerk vorliegen - Wohin kommt die Funk- Antenne? Von Ursula Langesee
Spiegelau. Die Vorlage der Haushaltssatzung verzögert sich um zwei Monate. Statt bis 31. März soll das Zahlenwerk jetzt spätestens bis 31. Mai im Gemeinderat auf den Tisch.
Bürgermeister Josef Luksch hatte bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend die Verlängerung vorgeschlagen, weil noch nicht sicher sei, was die Ansiedlung der FH-Außenstelle in Spiegelau koste. Einen Nachtragshaushalt möchte er vermeiden. Kämmerer Bruno Donaubauer bestätigte, dass die übrigen Vorarbeiten zum Haushalt zu 90 Prozent abgeschlossen seien. Die Verlängerung der Laufzeit schmeckte Gemeinderat Erhard Wawrzek als Verfechter eines so früh wie möglich vorliegenden Haushaltsplans gar nicht: „Wir brauchen zumindest ein Grundgerüst, denn ganz ohne Haushalt ist es unheimlich schwierig. Ich fürchte, dass wir auch bis Mai keine konkreten Zahlen haben und um einen Nachtragshaushalt nicht umhin kommen.“ Dazu ergänzte Donaubauer, dass die Aufstellung des Haushaltsplans nicht nur eine zeitliche Frage sei: „Wir haben jetzt schon eine nicht unbedeutende Neuverschuldung drin, wenn die FH-Kosten in einem Nachtragshaushalt dazu kommen, dann haben wir eine Doppelverschuldung.“
Josef Wanninger möchte Zahlen sehen, um zu wissen, „wo wir uns hin bewegen“. Luksch bat die Mitglieder des Finanzausschusses, die Zahlen an ihre Fraktionskollegen weiter zu geben.
Unverständnis im Gemeinderat erntete die Absicht des Landratsamtes, der Deutschen Plakatwerbung GmbH mit Sitz in Koblenz die Baugenehmigung für eine fast zwölf Quadratmeter große Werbetafel an der Hauptstraße zwischen dem Mietshaus Ebner und der VR-Bank zu erteilen.
Der Gemeinderat hatte bereits bei seiner Sitzung im April 2009 dieses Ansinnen aus „gestalterischen Gründen“ einmütig abgelehnt. Dieser Entscheidung folgte das Landratsamt am 15. Oktober und verweigerte die Baugenehmigung. Darauf reichte der Antragsteller Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht ein. Nach einem Urteil des Gerichts beabsichtigt das Landratsamt, der Klage abzuhelfen und den Bau zu genehmigen. Dafür wird das gemeindliche Einvernehmen rechtsaufsichtlich ersetzt. Bevor dies geschieht, wurde der Gemeinde Gelegenheit gegeben, die Einvernehmensverweigerung zu überdenken.
„Ich verstehe die Welt nicht mehr. Vor fünf Jahren wurde es dem TSV Preying verboten, Bandenwerbung entlang der B 85 zu machen und jetzt erlaubt man eine riesige Werbetafel neben der Straße“, schimpfte Peter Hinterberger. „Das ist nicht nachvollziehbar, wir sollten zu unserem Beschluss stehen“, forderte Karlheinz Roth. Seine Kollegen schlossen sich an und mit 13:0 Stimmen wurde die Ablehnung vom April 2009 bekräftigt.
Zwar wird jetzt für den Rettungsdienst der Digitalfunk in Bayern eingeführt, in einigen Gegenden funktioniert er aber für Handfunkgeräte nicht. Dazu gehört auch das Kerngebiet des Bayerischen Waldes vom Dreisessel bis Waldmünchen. Dieses Gebiet wird mit einem Gleichwellennetz ausgestattet. Dafür müssen an bestimmten Stellen Antennen angebracht werden.
In der Gemeinde wäre nach einem Schreiben von Bergwacht-Regionalleiter Manfred Falkner auf dem Aussichtsturm in Oberkreuzberg der geeignete Platz. Dieser Standort würde auch die Ostseite des Lusen abdecken. Die ca. einen Meter hohe Antenne könnte voraussichtlich - von außen nicht sichtbar - unter dem Dach angebracht werden. Der Schaltkasten würde im Innenraum des Turmes Platz finden.
Der Gemeinderat war grundsätzlich dafür, die Bergwacht dabei zu unterstützen, schnell und wirkungsvoll Hilfe leisten zu können. Allerdings hielt Luksch den Turm für nicht so geeignet, weil er Vandalismus am öffentlich zugänglichen Schaltkasten befürchtet. Günter Schmid wies darauf hin, dass die Kabelverlegung wegen der vielen Felsen am Turm schwierig werden könnte.
Als Alternativen schlug der Bürgermeister den Wasserhochbehälter in Oberkreuzberg und die Forstamtsquelle in Klingenbrunn vor. Jetzt soll überprüft werden, ob diese Alternativen auch technisch geeignet sind. Der gesamte Gemeinderat war für diese Lösung.



Grafenauer Anzeiger vom 8. Februar 2010

Dem Landrat fehlte das richtige Zielwasser / Schirmherr beim Bayern1-Winterfestival braucht lange für fünf Treffer beim Promi-Biathlon - 3000 Gäste im Sägewerk
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Vielleicht waren es die grünen und roten Lämpchen am Schießstand, die den „schwarzen“ Landrat Ludwig Lankl irritierten, vielleicht waren Wasser und Spezi nicht das richtige Zielwasser: auf jeden Fall haben Lankls mangelnde Schießkünste seinem Team mit Frauenaus Bürgermeister Herbert Schreiner, Musiker Christian Balboo Bojko und Christoph Eder vom Inline-Nationalteam beim Prominenten-Biathlon im Rahmen des Bayern 1-Winterfestivals im alten Sägewerk den Sieg gekostet.
Sieger wurde das Bayern 1-Team mit Moderator Uwe Erdelt, Franz Baumgartner, Maximilian Berg und Nicolas Foltin, die komplett in Skikleidung aus den 30-er Jahren aus dem Kostümfundus des Bayerischen Fernsehens antraten. Sie schafften es am schnellsten, in Schneeschuhen oder auf Langlaufskiern die ca. 400 Meter lange Strecke an der Sortierhalle mit Steigung und Abfahrt zu absolvieren und dann mit dem Lasergewehr fünf grüne Lämpchen zum Leuchten zu bringen.
Auf Platz drei landete das Team 3 mit Pfarrer Rupert Wimmer, Bürgermeister Helmut Vogl von St. Oswald-Riedlhütte, 3. Bürgermeister Peter Hinterberger von Spiegelau und Tobias Schreindl, niederbayerischer Meister im Crosslauf.
Der Promi-Lauf war der Höhepunkt des Bayern1-Winterfestivals, zu dem am Samstag gut 3000 Besucher gekommen sind. Für sie alle war es eine Riesengaudi, Pfarrer Wimmer mit wehenden Ohrenklappen beim Schneeschuhsprint zu erleben oder Schirmherr Lankls verzweifelten Hechtsprung ins Ziel.
Auch beim Geschicklichkeitsparcours mit Wassertransport am Feuerwehrhelm und Skistangen-Speerwerfen hatte Bayern 1 die Nase vorn. Spaßtelefonist Bernhard Ziegler füllte den Maßkrug schneller als zum Beispiel der Spiegelauer Gemeinderat Josef Wanninger.
Die Vereinsgemeinschaft aus Feuerwehr Spiegelau mit Kurt Hobelsberger und Skiclub Spiegelau mit Hans Achatz hat das Winterfestival organisiert und bekam dafür viel Lob von den Radiomachern. Alles lief nach dem Startschuss der Böllerschützen Klingenbrunn perfekt, es gab keine Unfälle, keine Pannen. Vor dem Promi-Biathlon waren die Langlaufsprints mit über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Schüler-, Jugend- und Herrenklassen (darüber berichten wir in der morgigen Ausgabe). Die Waldbahn hatte extra ihren Zwei-Stunden-Takt bis 24 Uhr ausgeweitet und viele nutzten dieses Angebot, ohne Auto das Winterfestival genießen zu können. Sogar aus Amberg reisten Gäste für ein paar Stunden Unterhaltung an. Nach den sportlichen Höhepunkten ging es mit dem Kabarettisten Toni Lauerer und der Bayern 1-Band auf der Bühne in der Sortierhalle bis Mitternacht weiter. Bei optimalem Sound von Franz und Alex Baumann bot die Band fetzige Unterhaltung mit Oldies und Après-Ski-Hits. Die Besucher machten begeistert mit und bewiesen immense Ausdauer. Die Letzten gingen um halb 2 nach Hause.
Zum Nachhören: Heute zwischen 6 und 9 Uhr berichtet Bayern 1 vom Samstag in Spiegelau.


Grafenauer Anzeiger vom 8. Januar 2010
Gemeinderat beschließt Alkoholverbot
Es gilt für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten der Spiegelauer Verwaltung
Von Ursula Langesee
Spiegelau. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag Abend dem Antrag der Freien Wähler auf ein Alkoholverbot in der Gemeindeverwaltung Spiegelau für alle Beamten, Mitarbeiter und Beschäftigten mit sieben zu fünf Stimmen zugestimmt.
2. Bürgermeister Kurt Zettl, der in Vertretung für den erkrankten Bürgermeister Josef Luksch die Sitzung leitete, erklärte vorweg, dass das Alkoholverbot nicht für die Pausen und die Mittagszeit gelte und es keinen Fall von Alkoholmissbrauch gegeben habe. In Vorgesprächen hätten der Bauhof und die Verwaltung diesem Verbot zugestimmt.
Trotzdem erschien Gemeinderat Günter Schmid (SPD) dieser Antrag „sinnlos wie ein Kropf“ und er verlangte von den Freien Wählern, sie sollen ihn zurückziehen. „Wir machen uns lächerlich im ganzen Landkreis. Überall wird man angesprochen und gefragt: ‘Sauft‘s ihr so viel, dass ihr ein Alkoholverbot braucht?‘ Dabei wird bei jeder Einstellung der Mitarbeiter ohnehin darauf hingewiesen, dass er bei Alkoholfahrten mit Konsequenzen zu rechnen hätte.“
Auch seine Fraktionskollegen Ernst Ertl und Erich Bachmann verstanden die Art und Weise nicht. „Wenn ein Anlass da ist, kann man sich mit dem Personalrat unterhalten, man kann ein Rundschreiben herausgeben. Aber warum muss dieses Thema in einer öffentlichen Sitzung behandelt werden?“
„Eine nichtöffentliche Sitzung würde die ganze Sache noch interessanter machen. Außerdem muss dieser Antrag öffentlich behandelt werden, weil der Dienstherr darüber entscheiden muss. Und der Dienstherr ist der Gemeinderat“, rechtfertigte Zettl den Schritt.
FW-Fraktionssprecher Erhard Wawrzek wies darauf hin, dass dieser Antrag bereits vor vier Jahren gestellt, aber damals nicht behandelt worden sei, weil nicht klar gewesen sei, dass der Gemeinderat in seiner Gesamtheit und nicht nur der Bürgermeister als Dienstherr darüber befinden müsse. Nach einem Beratungsgespräch mit der Rechtsaufsicht des Landratsamtes habe seine Fraktion nun diesen Antrag ein zweites Mal vorgelegt. „Ich finde es gut, dass sich die Mitarbeiter der Gemeinde zum Alkoholverbot bekennen und dieses Thema nicht im Hintergrund, sondern öffentlich behandelt wird“, betonte Wawrzek.
Für Elke Proßer-Greß (SPD) und Karlheinz Roth (CSU) war es dennoch eine „unwürdige Diskussion“, durch die der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck vermittelt werde. „Warum kommt so ein Punkt ohne Anlass auf die Tagesordnung?“, fragte Roth. Proßer-Greß wollte wissen, ob der Personalrat an der Entscheidung beteiligt worden sei. „Wir haben im Vorfeld mit einem Teil davon gesprochen. Verwaltung und Bauhof haben dem Antrag zugestimmt. Von Rechtswegen muss der Personalrat nur gehört werden, mitbestimmen darf er nicht“, stellte der Vorsitzende klar.
Zettl bat darum, den Antrag nicht zu zerreden. So kam es zur Abstimmung. Sieben Gemeinderäte waren für das Alkoholverbot, fünf waren dagegen.
Spiegelau ist damit sicher nicht die erste und einzige Gemeinde im Landkreis, die für ihre Verwaltung ein Alkoholverbot ausspricht. Eine genaue Zahl lässt sich aber nicht nennen. „Darüber haben wir keinen Überblick, denn die Gemeinden müssen uns ihre Abstimmungen nicht melden. Das ist eine interne Angelegenheit“, sagte Landratsamt-Juristin Judith Wunder auf Anfrage des „Grafenauer Anzeigers.“
Nach einer Mitteilung des Innenministeriums zum Digitalfunk beteiligen sich die Kommunen mit drei Mio. Euro pro Jahr an den Betriebskosten und stellen dem Freistaat unentgeltlich geeignete Antennenstandorte zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten die Kommunen eine 80-prozentige staatliche Förderung der digitalen Endgeräte. Spiegelau hat bereits den Hochbehälter der Forstamtsquelle als Standort vorgeschlagen und wird weitere Standorte melden.
Die Gemeinde möchte heuer eine Verbesserung beim ÖPNV von Klingenbrunn und Oberkreuzberg nach Spiegelau und schrieb deshalb ans Landratsamt. Die Bürger, aber auch die Feriengäste aus den Ortsteilen, sollen Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelmärkte, die Igelbusse und die Waldbahn besser und öfter erreichen können. Zusätzliche Fahrten - auch samstags, sonntags und in der schulfreien Zeit - sollen angeboten und dabei die Haltestellen Klingenbrunn, Oberkreuzberg, Beiwald, Spiegelau P+R, Spiegelau Glashütte berücksichtigt werden. Gemeinderat Josef Wanninger bat die Verwaltung, an diesem Thema „dran zu bleiben“, damit der Igelbus auch im Winter so regelmäßig wie im Sommer fahren könne. Mit der Anhebung des Kurbeitrags im Winter von jetzt 80 Cent auf den Sommertarif von 1,30 Euro wären die Kosten dafür abgedeckt.



 



 
 

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